Ägypten: Anwältin lässt Mandantin und Opfer wegen Verbindung nach Israel fallen

Über sexuelle Belästigung von Frauen in Ägypten, unabhängig vom Grad ihrer Vermummung, ist gelegentlich geschrieben worden. Das Problem der fehlenden Strafverfolgung wird von Frauenrechtlerinnen heftigst beklagt. Jetzt hat es eine Frau geschafft, dass ihr Angreifer verurteilt wurde. Dafür lässt ihre Anwältin sie jetzt nicht nur im Stich, sondern wechselt sogar auf die Seite des Verbrechers. Und der Grund? Die Frau hat Verwandtschaft in Israel! Perfider kann sich nicht beweisen, dass im Nahen Osten alles, aber auch wirklich alles, dem Hass auf Israel untergeordnet wird. Die Anwältin will dem Verurteilten Beinahe-Vergewaltiger helfen, sich juristisch gegen sein Opfer durchzusetzen, weil die in Israel geboren wurde, Verwandtschaft dort hat und sogar noch einen israelischen Pass besitzen soll. Das ist ein größeres Verbrechen, als die versuchte Vergewaltigung. Egal, welche Folgen das für die übrigen belästigten bis vergewaltigten Frauen haben wird! „Pervers“ ist ein noch viel zu geringer Begriff für dieses Verhalten.

Maayana Miskin, IsraelNationalNews.com, 2. November 2008

Eine ägyptische Frau, die damit Geschichte machte, dass sie erfolgreich gegen einen Mann klagte, der sie belästigte, wurde von ihrer Anwältin wegen Familienverbindungen nach Israel fallen gelassen, berichten die Nachrichten von Al-Arabiya. Anwälting Naglaa al-Imam legte das Mandat für ihre Mandantin, die Filmproudzentin Noha Roshdy, nieder, nachdem sie feststellte, dass Roshdy in Jaffa in Israel geboren wurde.

Anwältin Imam sagte, sie habe die Verbindung zu Roshdy abgebrochen, weil diese in Israel geboren wurde und ihr Vater immer noch in Jaffa lebt. Imam sagte weiter, als sie Roshdy fragte, ob sexuelle Belästigung in Israel so üblich sei wie in Ägypten, diese negativ antwortete und sagte: „Israel ist ein respektables Land.“ Roshdy hat immer noch einen israelischen Pass, sagte Imam.

Imam hat nun die Seiten gewechselt und wird den überführten Angreifer, Sherif Gibril, verteidigen.

Roshdy beschuldigt Gibril, sie im Juni 2008 angegriffen zu haben. Sie sagte, dass Gibril sie sich griff, während sie die Straße entlang ging, sie zu Boden schlug du zwei Stunden lang sexuellen Belästigungen unterwarf. Roshdy sagte, Passanten lehnten es trotz ihrer Hilfeschreie ab ihr zu helfen und hielten nur an um zuzusehen.

Schließlich half ein Zuschauer Gibril Einhalt zu gebieten. Roshdy bestand darauf den Angreifer vor Gericht zu bringen, was es bis dahin nie gegeben hatte. Sie bewies erfolgreich, dass Gibril sie angegriffen hatte und er wurde zu drei Jahren Gefängnis und eine Geldstraf von 5.001 ägyptischen Pfund verurteilt.

Einen Monat nach dem Angriff führte das Egyptian Center for Women’s Rights die erste Umfrage zu sexueller Belästigung des Landes durch. 62 Prozent der Männer gaben zu Frauen zu belästigen und 83% der ägyptischen Frauen sagten, sie seien schon belästigt worden. Viele kündigten ihre Arbeitsplätze als Folge von Belästigungen.

Von den weiblichen Ausländern sagten 98%, dass sie sexuelle belästigt worden sind und schrieben diese in dem meisten Fälle der Polizei und den Sicherheitskräften zu. Fünfzig Prozent der Frauen sagten, sie sehen sich täglich Belästigungen ausgesetzt. Einige der Männer erklärten ihr Verhalten mit der Behauptung, dass Frauen mit Sex verbundene Belästigungen genießen. Weibliche Touristen beschweren sich, dass Ägypten in Begriffen verbaler sexueller Angriffe, denen sie sich ausgesetzt sehen, nur von Afghanistan übertroffen wird.

Der Fall Roshdy-Gibril wurde von ägyptischen Frauengruppen als historischer Augenblick angesehen. Aktivisten gaben der Hoffnung Ausdruck, dass Roshdys Sieg weitere Opfer dazu ermutigen würde Klage zu erheben.

Dieser Seitenwechsel der Anwältin wäre meines Wissens in einem normalen Rechtsstaat so nicht möglich, sondern selbst juristisch zu belangen. So viel also zum ägyptischen Rechtsstaat.