Entschieden

Obama hat gewonnen. Jedenfalls die Wahl. Für mich ist der eigentliche Gewinner John McCain. Was hätten wir wohl zu hören bekommen, wenn Obama die Wahl verloren hätte? Sicherlich nichts in der Art dessen, was McCain sagte. (Natürlich ist in diesem Link sehr wenig davon wiedergegeben, wie überhaupt extrem wenig über die Tatsache hinaus berichtet wird, dass er seine Niederlage „eingesteht“.)

Diese Hochachtung vor dem politischen Konkurrenten könnte auch einer der Gründe sein, dass McCain verlor. Er hat es immer wieder abgelehnt Fakten zu nutzen, die Obama in extrem schlechtes Licht setzten und als das hätten da stehen lassen, was er ist: ein linksextremer Hetzer, dünnhäutig, der austeilt und hemmungslos austeilen lässt, aber Kritik nicht verträgt. Politisch groß geworden in einem Milieu der Intoleranz und Weißenhass (Rassismus), der Lüge, Kungelei und Täuschung, der Einschüchterung und „Tricks“ (= Fälschung). Dass er das in seinem Wahlkampf voll ausgelebt hat, ist dokumentiert, wurde aber lediglich von Bloggern versucht öffentlichkeitswirksam zu verbreiten; die Qualitätsmedien ließen alles unter den Tisch fallen, was Obama geschadet hätte, zogen sich aber an allem auf, was sie an „Negativem“ bei McCain/Palin fanden – und scheuten nicht davor zurück, die blanken Lügen der Obama-Kampagne gegen Palin zu verbreiten und darauf herumzureiten.

Noch am Wahltag konnte festgestellt werden, wie Obamas Anhänger die Wahl beeinflussen wollten; wäre es knapp gewesen, hätten sie sie „gestohlen“ – mit mehrfach eingetragenen Wählern zu Hunderttausenden! In Philadelphia wurden ein Mann von CNN interviewt, der „heute ein paar Mal gewählt hatte“. Der Reporter: „Ich glaube, das ist gesetzwidrig, aber es ist in Ordnung.“ Mehr als 100.000 Wähler aus Georgia waren auch entweder in Ohio oder in Florida eingetragen, um auch dort abstimmen zu können (und reichlich viele haben es offenbar getan). In Philadelphia wurden republikanische Wahlbeobachter aus Wahllokalen geworfen (s. Update am Textende), obwohl ein Richter geurteilt hatte, dass das nicht rechtens ist.

Unsere Medien jubeln. Was der WDR-Moderator heute zwischen 6 und 7 Uhr von sich gab, war keine Berichterstattung, sondern pure Partystimmung. In Blogs sieht es häufig ähnlich aus. Ein ganz schlauer (schade, den Link habe ich verdaddelt) meinte, er hätte nicht gedacht, dass die Amerikaner so viel Hirn hätten (Obama zu wählen) – womit er nur seinen Antiamerikanismus unter Beweis stellte, aber das ist eine andere Sache.

Manfred Messemer schreibt auf arlesheim reloaded, er sei über den Wahlsieg Obamas froh, weil jetzt die Rassenkarte nicht mehr gespielt werden könne. Wenn er sich da mal nicht täuscht. Obama und seine Wahlkampftruppe haben diese Karte ständig gespielt, obwohl sie keine Fakten für die Rassismus-Behauptungen liefern konnten. Das war pure Stimmungsmache, die sicherlich spätestens im nächsten Wahlkampf wieder betrieben wird. Eher früher und zwar bei aller möglichen Kritik, die an dem neuen Präsidenten geübt wird.

Dabei ist die Frage, wo die wirklichen Rassisten überhaupt sitzen. Wer einen Kandidaten wegen seiner Hautfarbe gewählt hat, diskriminiert die Konkurrenten. Wie viele Weiße könnten es sich leisten einen Weißen wegen seiner Hautfarbe zu wählen? Da haben wir sie wieder, die Rassenkarte. Hier soll sie gelten, dort nicht.

Die wirtschaftlichen Probleme sollen McCain die Wahl gekostet haben. Viele trauen eher Obama zu, dass er sie löst. Mit höheren Steuern und der Umverteilung „des Reichtums“ wird’s wohl nicht gehen, aber so weit denken sie nicht, die emotionalisierten „Yes, we can“-Jünger; sollten sie wirklich vergessen haben, wie empfindlich gerade die US-Firmen auf Abgabenerhöhungen reagieren? Da dürften sich einige Leute ganz gewaltig vertan haben.

Die USA werden die nächsten vier Jahre überstehen. Andere vielleicht nicht.

Zumindest Witze kann man reißen. In der Form einer ausführlichen Stellungnahme wie bei No Blood for Sauerkraut (es geht auch schlicht süffisant). Das beste haben einmal mehr die von der Titanic aus dem Ergebnis gemacht; das funktioniert natürlich nicht auf Englisch, so ist das nun mal mit Wortspielen.

Wortspiele ganz anderer Art kommen aus Griechenland. Dort scheinen einige der ekligsten Fans des Obamessias zu sitzen. Die Zeitung Avriani titelte: „Der erwartete Sieg Obamas bei den US-Wahlen signalisiert… das Ende der jüdischen Vorherrschaft – alles ändert sich in den USA und wir hoffen, dass sie dort demokratischer und menschlicher werden.“ Wie gelegentlich schon inhaltlich erwähnt: Zeige mir deine Fans und ich sage dir, wer und was du bist. Es sind nicht die einzigen Antisemiten, die The One anhimmeln.