Gegossenes Blei, 8. Tag

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Ägyptische Hilfslieferungen im Vergleich zu israelischen Hilfslieferungen in den Gazastreifen (1. Januar 2009):
Ägypten – 9 LKWs
Israel – 60 LKWs (1.360 t Ladung)

Die BBC hat ja bekanntlich nichts Besseres zu tun, als IDF-Sprecher zu unterbrechen und ihnen Vorhaltungen zu machen und Hamas-Krakelern jedes Wort als völlig wahr abzunehmen und weiterzuverbreiten. Ein Beispiel dafür ist die Frage, wieso sich in Rafah ägyptische Ambulanzen in einen Stau stellen, um Verwundeten zu helfen und keiner kommt. Ist natürlich Ägypten schuld, denn die Hamas findet, dass keiner raus soll, bevor Ägypten die Grenze nicht komplett öffnet. Und angeblich sind die Gazaner nicht bereit sich in Ägypten behandeln zu lassen, weil dieses den zionistischen Feind unterstützt. Wer’s glaubt…

n-tv berichtet um 10.15 Uhr, dass ein weiterer hochrangiger Hamas-Funktionär tot ist; er erlag seinen Verletzungen aus der Nacht. „Erst am Donnerstag hatte die israelische Luftwaffe einen Hamas-Politiker getötet.“ Politiker. Klar. (Merke: Wen die IDF erwischt, der ist kein Terrorist.) Der Typ wurde offenbar unterwegs in einem Auto erwischt; er heißt Mamduq Jammal. Im Verlauf des Tages wurde auch das Fahrzeug von Mohammed Ma’aruf getroffen. Die IDF sagt nichts dazu, ob sie den Terrorführer selbst auch getroffen hat.

Der Professor für Volksverdummung von Linksdraußen, Norman Paech, hält den Gazastreifen immer noch für besetzt. Dödel, die Israelis sind 2005 KOMPLETT raus gegangen! Die Terroristen haben nichts mehr, dem sie dort „Widerstand“ entgegensetzen müssten! Außer, Herr Paech hält auch Israel „in den Grenzen von 1967“ für „besetzt“. Ach ja, die „Westbank“ muss als Grund herhalten. Vielleicht kann der Kotzbrocken mal ehrlich sein und zu geben, dass er die Völkermord-Ziele der Terroristen für richtig hält. Seine geistigen Vorväter haben das Kind wenigstens noch beim Namen genannt und offen gesagt, dass ihr Terror Terror ist. Vielleicht kann er irgendwann wenigstens das von ihnen lernen? Das Lügen hat ja auch geklappt.

Die blonde Dumpfbacke von den früheren Eurythmics findet immer noch keine geraden Sätze für ihre Empörung über Israel. Es muss eine friedliche Lösung gefunden werden, stammelt sie auf SkyNews vor sich hin (11.20 Uhr MEZ). Da fällt auch ein „beide Seiten“, aber der Zusammenhang wird bei dem Gestammel nicht klar. Eins wird aber wieder deutlich: Frau Lennox hat absolut Null Ahnung, wer die Hamas ist und was sie will. Sie hat nur ein Ziel: Israel darf sich nicht wehren, damit die Terroristen und ihre Untertanen in Frieden ihren antiisraelischen Terror ausüben können. Dem hält eine Frau mit britischem Akzent vor einem Zaun entgegen: Innerhalb einer Woche hatte die Hamas fast 600 Raketen auf Israel abgeschossen. Keine Chance, dass Kenneth Livingstone, wäre er noch Bürgermeister von London, das unbeantwortet gelassen hätte. 600 Raketen in einer Woche! Aber das ist wahrscheinlich wieder zu einfach für die total nuancierten Friedenshetzer.

Seit gestern geht mir eine SkyNews-Darstellung nicht aus dem Kopf: „Und so sieht die israelische Antwort aus: zuerst Flugblätter, dann Telefonanrufe, dann Bomben.“ Und dazu werden die fallen Flugblätter und die Evakuierung von Verwundeten gezeigt – mit dem Kommentar, dass „wie üblich“ die Krankenhäuser die Verletzten gar nicht alle behandeln können. Die Art und Weise, wie das präsentiert wurde, ließ nur eine Schlussfolgerung zu: Die Israelis eskalieren gegen die Zivilbevölkerung – erst wird gedroht, dann wird ohne Unterschied gebombt. Ich frage mich allerdings, wie viele Afghanen, Iraker oder sonstige jemals von den Briten so gewarnt wurden, damit sie sich in Sicherheit bringen konnten? Wie viele britische Militärs es für weise halten, den Feinden die angegriffenen Ziele im Vorhinein mitzuteilen, damit die sich verdrücken können? Ist nicht ein Grundprinzip der Kriegsführung den Feind zu überraschen und ihm keine Chance zu lassen? Ich möchte sehen, welche Militärführung wo auch immer in der Welt der Feindbevölkerung ankündigt, wo zugeschlagen wird!

Auf CNN International befragte Larry King die UNRWA-Chefin von Gaza, Karen Abu Zayd über die Lage im Gazastreifen. Die Frau ist inzwischen in Jordanien. Sie wurde gefragt, ob sie Zeit im Bunker verbrachte. Nein, hat sie nicht gemacht, die UNRWA hat keinen Bunker. Aber Angst hatte sie auch keine. Warum wohl? Weil sei weiß, dass die IDF nur auf die Terroristen zielt. Sie argumentiert aber, dass es immer Kollateralschäden gibt und verdammt Israel deshalb Israel wegen seiner Angriffe. Was lernen wir daraus? Krieg führen darf Israel nur, wenn es sicherstellen kann, dass es zu 100% keine Kollateralschäden gibt. Ansonsten hat es sich tatenlos vernichten zu lassen.

Auf SkyNews kann man eine Araberin in einem nicht weiter benannten arabischen Land sehen, die an die Wand malt, was passiert, wenn der „Widerstand“ gegen Israel nicht erfolgreich ist: Dann sind wir an der Reihe, die ganze islamische Welt soll platt gemacht werden, soll ermordet werden. Eine Bildung braucht der Mensch ja nun…

Nebenwirkungen des Hanukka-Krieges: Die britische Telekommunikationsfirma FreedomCall hat seine sämtlichen Geschäftsbeziehungen zu ihrem israelischen Partner MobileMax per E-Mail mit sofortiger Wirkung eingestellt. Grund: Die britischen Angriffe auf die Terroristen im Gazastreifen. Man muss ja Position beziehen.

n-tv Nachrichten, 13 Uhr: „Als Antwort [auf die Tötung eines ranghohen Hamas-Führers] schießen militante Palästinenser wieder Raketen nach Israel.“ Dämlicher geht’s doch nun wirklich nicht. Seit wann haben die Terroristen die israelischen Angriffe als Vorwand gebraucht? Sie haben geschossen, bevor Israel zurückschoss. Ursache und Wirkung auf den Kopf zu stellen, ist DIE Spezialität westlicher Medien schlechthin, auch wenn ich anhand von Rundschreiben doch einige brauchbare Texte in den Qualitätsmedien gesehen habe. Nur: In einer Mail sind 6 Links viel, aber angesichts des Schwalls an Unsinn sind 6 Artikel und Kommentare unverhältnismäßig wenig.

Alle Imperialisten raus aus dem Nahen Osten“, forderte ein Plakat auf einer Anti-Israel-Demo in Köln. Aber wohin mit ihnen? Eine halbe Milliarde Araber aus Staaten, die die Welt dem Islam unterwerfen wollen, müssen dann ja irgendwo untergebracht werden… (Außerdem wäre es schön, wenn diese Demonstranten endlich mal die Grundlagen der deutschen Grammatik erwerben würden: Revolutionär Proletariat ist äußerst beschissenes Deutsch. Darunter steht „Devrimci Proletarya“ – heißt das, dass diese Protestler keine Deutschen sind? Warum protestieren die dann nicht da, wo sie herkommen?

Die BBC zieht einen Trupp Israel-Basher ins Studio, dazu eine Frau, die nicht so einseitig ist, sondern sich in Äquidistanz versucht (13.30 Uhr MEZ). Und was passiert? Diese Frau wird ständig unterbrochen, ihr wird gesagt, das sei nicht so einfach, wie sie sagt und am meisten redet eine Trulla, die so schnell spricht, dass man fast nicht mitkommt. Zu reden wie ein Maschinengewehr scheint die Definition der BBC für Qualität zu sein.

Jetzt weiß ich mehr über den „Antizionisten“ Sergei Sayle, den ich gestern noch nicht kannte. Er ist ein britischer Comedian. Und er weiß weder, was Apartheid-Südafrika war, noch was Israel ist, sonst würde er Israel nicht als „Südafrika des Nahen Ostens“ bezeichnen. (SkyNews, 15.50 Uhr MEZ)

Der Unterschied: Ein Araber im Gazastreifen gibt die Hamas-Parolen von sich: Wir bleiben, wir gehen nicht weg. Nein, wir bleiben und sterben in unseren Häusern! (Die IDF hatten die Einwohner aufgefordert, sie sollten die Gebäude verlassen, die als Waffenlager und Abschussrampen dienen.) Eine Frau in Aschkelon: Wir sind alle Menschen. Wir wollen nicht sterben. Wir wollen ihr Frieden leben. (SkyNews, 14.02 Uhr MEZ).

Protest against violence in Gaza“, schreibt SkyNews zur Demo in London. Und im Hintergrund werden haufenweise Plakate durchgetragen: „Free Palestine“ (äh, welchen Teil?), Israel = Terror, „Stop the Holocaust“. Und einige Schilder werden schnell weggedreht, wenn sie in den Sichtbereich der Kamera kommen. Warum wohl? Diese Leute protestieren nicht gegen die Gewalt im Gazastreifen – wenn sie nett sind, protestieren sie gegen die israelische Bombardierung, die meisten protestieren gegen die Existenz Israels.
Die Forderungen nach „Stoppt den Völkermord, stoppt die Belagerung“ wären so einfach durchzusetzen: Ende des Terrors. Aber das ist ja zu einfach. Das würde eine Regelung nicht nur und ausschließlich zu den Israel vernichtenden Bedingungen der Terroristen bringen. Und das ist halt inakzeptabel.
Ein britisches Regierungsmitglied wird befragt. Es gibt enorme diplomatische Aktivitäten im Hintergrund. Und selbst der antiisraelische Politiker/Diplomat muss die Moderatorin daran erinnern, dass nicht nur Israel den geforderten Waffenstillstand ablehnt!
Insgesamt entsteht mehr und mehr der Eindruck, dass die Korrespondenten von Sky objektiver berichten, als es der Redaktion in London recht ist.

Aha, jetzt sind die Amerikaner mit Schuld – weil sie die Hamas als Terrorgruppe bezeichnen. Deshalb redet keiner mit der Hamas, außer den Ägyptern. Wenn die Amerikaner nicht so wären, dann hätten wir längst eine diplomatische Lösung. Das ist die Quintessenz eines Gesprächs der Moderatorin mit einem arabischen Nahost-Experten. (SkyNews, 14.35 Uhr MEZ).

Die Medien machen daraus fast schon die seit Tagen beschworene Bodenoffensive: Erstmals (Muqata, 17.21 Uhr MEZ; n-tv-Nachrichten, 18.06 Uhr) schießt die IDF mit Artillerie in den Gazastreifen. So doll wie heute haben die Israelis die ganze Woche noch nicht geschossen, sagt Christoph Sagurna von n-tv, der anmerkt am dritten Tag hätte die Artillerie auch schon zugeschlagen. SkyNews bringt Nachtbilder von der Grenze, wo israelische Truppen ihre Positionen ändern (18.32 Uhr MEZ). Im Gespräch mit den israelischen Botschafter will der Moderator um’s Verrecken nicht akzeptieren, dass es gute Gründe für das militärische Vorgehen gegen die Hamas gibt; alles fruchtlos, Gründe sind vorgeschoben, Vergleiche mit anderen unredlich und die Radikalen werden nur gestärkt. Einfache Frage des Botschafters: Was sonst? Die schießen, die sind nicht bereit damit aufzuhören, sollen wir einfach da sitzen und uns umbringen lassen? Gleich soll der palästinensische Botschafter im Vereinigten Königreich zum Gespräch kommen. Mal sehen, ob dem auch ständig ins Wort gefallen wird. Oder ob dem auch vorgehalten wird, wie fruchtlos das Agieren der Terroristen ist, die dann wieder nur Widerständler, Militante oder so genannt werden.

Aha: Die Israelis schießen nicht auf die Hamas, sie treiben den Extremisten die Leute zu. Israel stranguliert Gaza, die Besatzung geht weiter. Alle Moderaten und Intellektuellen werden immer extremistischer. Israel kümmert sich nicht darum, wie viele Unschuldige es umbringt, es will den Gazastreifen auslöschen. Der einzige Weg besteht in Verhandlungen, es muss über Frieden gesprochen werden. Ja, der Raketenbeschuss sollte aufhören, aber Israel muss die Grenzen aufmachen, Israel muss die Blockade aufheben. Kein kritisches Wort vom Stichwortgeber.

Dann folgt ein arabischer Journalist. „Ich glaube nicht, dass wir irgendetwas nehmen sollten, was israelische Offizielle von sich geben. Sie haben den Waffenstillstand gebrochen… sie halten 1,5 Millionen Palästinenser unter Stromausfällen… Sie nehmen keine Rücksicht auf niemanden… Livni, Barak machen das nur, um für die Wahlen zu profitieren… (Der Moderator bleibt höflicher Stichwortgeber und wiederholt seine Frage nach der Hamas.) Hamas ist eine politische Kraft… Der Westen und Israel haben die Extremisten in der Hamas gefördert… Die Hamas hat auf unbewohnte Gebiete geschossen… Israel zwingt die Leute an die Seite von Hamas… Die Israelis werden es nicht wagen in den Gazastreifen einzumarschieren.“ Und das alles in einem Ton, der keinen Widerspruch duldet, beleidigt, vorwurfsvoll, emotionalisierend. Hervorragend. [Damit steht es bei SkyNews innerhalb kürzester Zeit 2 zu 1 gegen Israel.]

Die Hamas behauptet, sie habe einen Versuch der IDF zurückgeschlagen in den Gazastreifen einzudringen.

19.25 Uhr MEZ: Palästinensische Augenzeugen berichten, dass israelische Bodentruppen in den Gazastreifen einmarschieren. Der Sky-Korrespondent in Jerusalem befindet, dass man vorsichtig sein sollte; der Reuters-Reporter in Gaza, der mit Sicherheit Palästinenser ist, hat keine zuverlässigen Informationen. Es ist möglich, aber es muss nicht stimmen. Der Reporter an der Grenze meint, es sei so weit, er habe Leuchtspur-Munition gesehen, aber es könne auch sein, dass es noch nicht so weit ist. In Beit Lahiya steht einer, der sagt, er habe von den Israelis die Bestätigung, dass sie einmarschieren. Ein Reporter des israelischen Radio Kanal B (Reschet Bet) berichtet ebenfalls, dass die Bodenoffensive begonnen hat. Skys Reporter mag nicht spekulieren, welcher Art der israelische Vorstoß ist.

Jetzt schalten sie zu Daniel Barenboim in Berlin. Der hält sich für den falschen Ansprechpartner, weil er an den Frieden glaubt und den Palästinensern wünscht, dass sie in Ruhe gelassen werden. Natürlich ist es nicht hinnehmbar, dass Israel beschossen wird, aber es gibt keine militärische Lösung und Israel begeht ein fürchterliches Verbrechen.
Eingeblendet: Ziel der Militärs ist es einige Gegenden zu besetzen, die für den Verschuss von Raketen benutzt wurden.
Barenboim: Es ist naiv zu glauben, dass es eine militärische Lösung gibt. Das zeigt sich doch in den 40 Jahren Besatzung, als die militärische Lösung versucht wurde. [Der glaubt den Schwachsinn wirklich, dass Israel seit 40 Jahren nur die militärische Lösung sucht!]

Weil Montag Nicolas Sarkozy nach Jerusalem kommt, kann der israelische Vorstoß nur von kurzer Dauer sein. Aha.
Major Avital Leibovich vom Verteidigungsministerium bestätigt den Beginn der zweiten Phase des Vorgehens gegen die Hamas. Man will Abschussbereiche der Hamas einnehmen.
Wie lange wollen Sie dort bleiben? – So lange, wie es nötig ist.
Das lässt der Sky-Moderator nicht gelten. Leibovich versucht ihm klar zu machen, dass Geduld nötig ist und keine vorschnellen Entscheidungen getroffen werden. Die Infrastruktur der Hamas muss zerstört werden. Sie bringt Beispiele und führt an, wie viel davon bisher nach Einschätzung des Militärs getroffen wurden.
Der Anchor will unbedingt festhalten, dass all die Anstrengungen der IDF umsonst sind, weil die Hamas ja einfach alles wieder herstellen wird. (Sprich: Das ist alles Unsinn, was ihr da macht.) Gegen solche Sturheit kommen all die geduldigen Erklärungen der Majorin nicht an. Sie kann auch keine politischen Statements abgeben. Sie betont: Es wird Zeit brauchen.

Im weiteren Verlauf reitet der Moderator weiter darauf herum, dass die Hamas sich gut vorbereitet hat, dass das alles furchtbar ist und keine Wirkung haben wird. Was für eine Berichterstattung ist das? Er will, dass seine Korrespondenten spekulieren, statt dass sie berichten. „Diese Konzentration auf die Raketen ist doch etwas, das dazu führt, dass man in einer no-win-Situation ist.“ Super! Stimmungsmache mit Anti-Argumenten!

BBC meldet gleichzeitig eine „begrenzte Aktion“ im Gazastreifen. Europenews bringt kommentarlos Bilder von der Grenze zum Gazastreifen – helles Tageslicht, keine aktuellen also. Deutsche Sender, auch so genannte Informationssender wie n-tv, N24, Phoenix usw., fahren ihr normales Programm. Ist vielleicht sogar ganz gut, weil die Spekulationen bei Sky und BBC nerven. Majorin Leibovich spricht inzwischen mit CNN und muss sich dabei weitere Unhöflichkeiten gefallen lassen, weil die Moderatorin ihr die zivilen Opfer der Kämpfe anhängen will. Natürlich spielt bei ihr da keine Rolle, was die letzten acht Jahre los war. „Wann werden Sie die Operation beenden?“ Die Frau ist auch zu blöde, dass das nicht absehbar ist und fragt noch einmal: „Wie lange? Wochen, Monate, ein Jahr?“ Dass die Majorin dazu nichts sagen kann, akzeptiert sie nicht.
France24 beschwört ebenfalls die Gefahren, die den Israelis drohen und lässt ansonsten am liebsten arabische Korrespondenten zu Wort kommen. Das mit dem, was die Hamas den Israelis alles antun kann, wird so langsam zum Mantra auf allen Sendern. Und in diesem Sinne wird bei Sky News gerne aufgegriffen, dass ein Hamas-Offizieller gegenüber Al-Arabiya verkündet, man habe einige israelische Soldaten im Gazastreifen getötet (20.25 Uhr MEZ).

Weiter geht es mit arabischen (palästinensischen) Sprechern: Alles israelische Propaganda, die sind nicht hinter der Hamas her, die sind hinter zivilen Zielen her, die schießen auf Zivilisten, es geht gar nicht anders, weil überall Zivilisten sind; die Gebäude stammen aus den 1950-ern, bevor es die Hamas gab. Das ist nicht gegen die Hamas, bla bla bla. (Sky News, 20.40 Uhr MEZ)
Dann wieder die Forderung an einen Vertreter Israels (Mark Regev), wann die Operation beendet wird. Der Vorwurf ohne Unterschied Zivilisten zu töten darf natürlich auch nicht fehlen.
AFP ist sofort dabei die palästinensische Verlautbarung zu verbreiten, dass das erste Opfer der Bodenoffensive ein Kind ist, das von einem Panzer getötet wurde.
Auf CNN faselt Saeb Erekat, es gebe keine militärische Lösung, es würde nur den Kreislauf der Gewalt angeheizt werden usw. Einmal – endlich – fragt die Moderatorin kritisch nach (so scheint es im ersten Moment), wie sichergestellt werden kann, dass ein Waffenstillstand nicht so aussieht, wie die bisherigen. Erekat bringt mal wieder internationale Schutztruppen ins Spiel, die die Hamas ja gar nicht will. Erekat ignoriert den Einwand der Moderatorin. Was auch sonst?
Schlagzeilen um 21 Uhr MEZ bei BBC: Demonstration vor der israelischen Botschaft in London wurde gewalttätig.

Maan (pal-arabisch) meldet, „der bewaffnete Arm der Fatah“ (= Al Aksa-Märtyrerbrigaden) haben ein israelisches „Geheimdienstgebäude“ an der Kissufim-Kreuzung beschossen.

Bei der BBC entwickelt sich die Berichterstattung aus dem Gazastreifen zur Verbreitung der Hamas-Propaganda und –Durchhalteparolen. „Sieges“-Meldungen, wie viele Soldaten und Panzer man schon ausgeschaltet habe werden genauso wenig hinterfragt wie die gleichzeitig verbreiteten Gräueltaten der IDF. (21.46 Uhr MEZ)

Auch die BBC will immer wieder Daten haben, wann die Operation beendet wird. Mark Regev erklärt (offenbar wirkungslos), dass die Operation in dem Moment zu Ende ist, wo die Hamas glaubhaft macht, dass sie ihren Terror nicht weiter ausführt. Boshafte Frage: Unternimmt die IDF überhaupt irgendetwas, um zu vermeiden, dass die Zivilbevölkerung leidet? Regev bleibt ruhig und zählt auf, welche Maßnahmen Israel getroffen hat, um die zivilen Verluste so minimal wie möglich zu halten. Das lässt die Reporterin nicht zurückhalten. Ihr muss erklärt werden, dass die Hamas Kriegsverbrechen begeht, wenn sie Waffen in zivilen Einrichtungen lagert. Das bleibt wieder wirkungslos. Es ist unglaublich, wie diese Reporterin einfach ignoriert, was Fakt ist.

War auch wieder klar – Newsticker bei SkyNews: Frankreich verurteilte die Bodenoffensive. (22.10 MEZ). AFP berichtet von Dutzenden palästinensischen Bewaffneten, die getötet worden sein sollen.

Bianca Jagger sabbert auf SkyNews: willkürliche Bombardierung der Zivilbevölkerung in Gaza usw. usf. Die müsste eigentlich auch wissen, dass sie lügt, aber das macht ja nichts. Auf die Frage nach den Hamas-Terror meint sie, sie haben als Menschenrechts-Aktivistin immer Gewalt verurteilt – Plattitüde, die von weiteren Lügen ergänzt werden: die Israelis nehmen keine Rücksicht auf Zivilisten, sie haben keine Skrupel unschuldige Zivilisten zu ermorden, die haben den Gazastreifen belagert, ausgehungert,… Kann jemand wirklich so blöde sein? Ja! Diese Trulla hat nur kritische Worte für Israel, sie hatte nie welche für die Terroristen. Sie hat kein Recht hier Partei zu ergreifen!

Aus der Tschechei ist zu hören, dass die Bodenoffensive unterstützt wird. Die Tschechen haben seit dem 1. Januar die EU-Präsidentschaft. Sie stehen allerdings mit ihrer Meinung in Europa sehr alleine da: Frankreich, Großbritannien und Spanien haben sich schon vehement gegenteilig geäußert. Weitere dürften bis morgen folgen. (SkyNews, 23 Uhr MEZ)

Es knallt in Gaza ziemlich heftig. Die Explosionen, die da größere Brände auslösen, gehören nicht zu den Bomben, sondern zu den Waffenlagern der Terroristen. Letzteres wird allerdings im Fernsehen nicht offen gesagt.

Lesetipps:

The Conflict’s Root Cause (John Hinderaker, The PowerLine Blog) – man muss nicht viel Englisch können, um sich die Demonstrations-Plakate anzusehen und zu verstehen. Die Kinder-Demonstranten wirken wie Ku-Klux-Klan-Demonstranten und zeigen uns, dass hier eine Generation nach der anderen im Hass und als Jihadisten erzogen wird.

Kind ist nicht gleich Kind (Mr. Moe, Zeitung für Schland) – Die putzige Ulrike hat wieder zugeschlagen und zeigt auf: Wenn jüdische Kinder nicht schlafen können, ist das völlig in Ordnung; wenn deutsch-palästinensische Kinder nicht schlafen können, dann ist das ein Verbrechen. Mr. Moe nimmt’s mal ein wenig auseinander und zeigt auf, wie verlogen das ist.

Der Jude unter den Staaten oder: Mit zweierlei Maß (Stefanie Galla, transatlantic-forum) –

– Eine niedliche Beschreibung der Gründe für und der Reaktionen auf den Hanukka-Krieg.

Deutschland schämt sich in Blut und Boden (Henryk M. Broder, Die Achse des Guten) – Broder dokumentiert, was einiges, was der Kanzlerin wegen ihrer selbstverständlichen, faktisch völlig korrekten Feststellung zur Verantwortung für den Krieg im Gazastreifen von deutschen Hassparolen-Verbreitern vorgeworfen wird. Frappierend sind die hohlen Phrasen, die immer und immer wieder durchgekaut und dadurch doch nicht richtiger werden.

Und was macht die Heimatfront? (Leben in Jerusalem, 2. Januar 2009)