Knallchargen

Die gegenwärtige Lage – Krieg im Gazastreifen – lässt die ganzen Knallchargen sich massiv in den Vordergrund drängen. Da macht praktisch keiner mehr aus seinem Herzen eine Mördergrube, sondern lässt frei heraus, was ihn oder sie bewegt:

Inge Günther in der Frankfurter Rundschau: Alles, was Israel tut, wird Wasser auf die Mühlen der Hamas sein. Insofern richtig. Nur, dass sie nicht begreift, dass das meiste Wasser auf diese Mühlen israelische Untätigkeit ist. Sie analysiert ansatzweise richtig: Kalkül: die Israelis durch Beschuss mürbe zu machen, um sie zu einem Waffenstillstand zu ihren Bedingungen zu zwingen. Sprich: offene Grenzübergänge nach Gaza. Aber jetzt fehlt die entscheidende, konsequente Fortführung: Danach weiter Beschuss des „zionistischen Gebildes“, um weitere Konzessionen durchzusetzen. So lange, bis Israel sich selbst beseitigt. Und dann ist sie der Meinung, dass der Hamas mit militärischen Mitteln nicht beizukommen sei. Schön, was bitte ist die Alternative? Die Hamas muss zumindest auf ihrer Kaderebene handlungsunfähig gemacht werden. Ohne die Beseitigung der Mord-Kapazitäten der Hamas keine Chance auf Ruhe. Glaubt Frau Günther wirklich, dass die Hamas sich ihre Mordvisionen ausREDEN lässt? Wahrscheinlich glaubt sie es. Verbohrt genug ist sie.

Norman Paech – für den könnte man hier auch einen Dauerplatz einrichten, so viel Schwachsinn gibt er von sich. Den Blödsinn zu Weihnachten (nicht über Weihnachten, sondern über Israel) hat Henryk M. Broder auseinandergenommen.

Thorsten Schmitz in der Süddeutschen Zeitung: Wenn Israel dem Terror ein Ende setzen will, ist das Vergeltung. Diese Vokabel kann offensichtlich gar nicht oft genug benutzt werden. Und weil die Hamas keine Angst davor hat, dass Israel in den Gazastreifen einmarschiert, muss verhandelt werden. Klar, das ist so wie bei der Mafia: Weil die keine Angst vor der Polizei hat, muss eben über die Höhe der Schutzgelder verhandelt werden, nicht darüber, dass die Erpressung aufhört! „Bislang hat noch jede israelische Militäroperation massiven palästinensischen Terror nach sich gezogen.“ Jau, und der Terror vorher hat nie existiert? „Darüber hinaus liefern israelische Vergeltungsangriffe der Hamas geradezu die Legitimation für eine Fortsetzung der Raketenangriffe.“ Als wenn es dessen bedürfte! Wieso schießen die denn so lange, bis Israel sich wehrt? Diese „Logik“ ist schwachsinnig! Aber erstaunlich ist schon auch immer dieses absolute Postulat, dass die Lage für Israel auf keinen Fall besser werden kann, wenn es sich wehrt – und die der Terroristen sich durch jede israelische Militäraktion nur verbessert kann. Der Grundtenor aber ist und bleibt: Israel muss alles tun, was den Todfeind stärkt. Basta! Und noch einer: Appeasement muss sein und man muss hoffen, dass die Gazaner die Hamas abwählen. Warum sollten sie, wenn die Hamas erfolgreich Israel vorführt, demütigt und die Terroristen dadurch als Helden dastehen?
Schmitzchen macht konsequent weiter. Mr. Moe attestiert ihm zurecht bewusste Irreführung der Öffentlichkeit.

Ulrich Ladurner – in der ZEIT formuliert er einen fiktiven Brief Barack Obamas an den Teheran-Adolf, mit dem der Deutsche offenbart, wie bescheuert und weltfremd (sprich: faktenfrei) seine Sicht des Iran ist.

Werner Krieger, freier Journalist – der findet, die deutsche Medien-Mafia glorifiziert die USA und lässt keine Kritik an Israel zu, während gegen China und Russland nur gehetzt wird und das auch noch zu Unrecht. Der Typ stellt die Wirklichkeit auf den Kopf und ist stolz drauf.

Sebastian Engelbrecht, ARD-Hörfunkstudio Tel Aviv: Dieser Vollidiot ist der Meinung, das die Bekämpfung der Hamas sinnlos ist und dass man mit den Terroristen reden muss. Er ist zu blöde zu begreifen, dass es mit den Terroristen nichts zu reden gibt, weil die nicht den Bruchteil eines Millimeters von ihrem Ziel abgehen: der Vernichtung Israels. Herr Engelbrecht will uns damit sagen: Israel hat sich so lange von den Terroristen beschießen zu lassen, bis die ihres Terrors müde sind. Ein Wehren gegen den Terror ist sinnlos? Die Israelis zerschießen derzeit einen Haufen des Materials und der Leute, die den Terror ausüben. Das heißt nicht, dass sie wirklich alle und alles erwischen. Aber die extreme Verminderung der Möglichkeiten der Terroristen ihrem Hobby des Judenmords nachzugehen soll wirklich nichts sein, keine Wirkung haben? So irre kann selbst ein verblendeter ARD-Propagandist nicht sein!

Pax Christi: Die sind schon über das Knallchargen-Stadium hinaus und nur noch Vollidioten: Israel ist Besatzungsmacht in Gaza, Israel verübt Verbrechen (nicht die Terroristen), überhaupt ist Israel an allem Schuld, was da schief läuft. Und so kommen solche Stellungnahmen zustande: „Während Luftangriffe der Besatzungsmacht als Recht auf Selbstverteidigung eingestuft werden, wird die Gewalt der um Freiheit ringenden Palästinenser verurteilt.“ Denn: Israel schießt nur auf Zivilisten und die Terroristen nur auf militärische Ziele: Sderot, Aschkelon, den Eretz-Übergang, Nahal Oz; es sind ja die Israelis, die Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser usw. zu Waffenlagern umfunktionieren.

Elmar Theveßen: Der ZDF-Terrorismusexperte entschuldigt den Hamas-Terror seit dem 19. Dezember (warum nicht auch gleich den seit Anfang November?) damit, dass die Terrorgruppe ihre Autorität zu verlieren drohte. Denn mit der Al-Qaida sympathisierende Gruppierungen warben der Haniyeh-Meschaal-Truppe die besten Kämpfer ab. Die Wiederaufnahme des Terrorkrieges gegen Israels Zivilbevölkerung war also zum großen Teil ein Verzweiflungsschlag zum Machterhalt!

Reinhard Meier, NZZ: Der stellt Fragen, die in der Zeitung, für die er schreibt, am Vortag schon beantwortet wurden. Mit anderen Worten: Was er schreibt, ist so überflüssig wie ein Kropf. Mal abgesehen von den wahrheitsfeindlichen Implikationen seiner gehässigen Worte.

Ulrike Putz, auch nicht zum ersten Mal: Castollux nimmt sie kräftig auseinander. Allerdings putzt sie so unverschämt weiter, dass die Zeitung für Schland noch einmal hinterherwischen muss.

George Galloway, britischer Politiker: Schön mitten in den Gewalttätigkeiten vor der israelischen Botschaft in London meinte der Hisbollah-Fan, Saddam Hussein-Helfer, Terroristenfreund, Taliban-Unterstützer. Also der Kerl, der immer sich immer auf die Seite der Terroristen und Völkermörder stellt.

Johannes M. Becker, prominentes Mitglied der Marburger Friedens- und Konfliktforschung. Wenn deutsche Geistesgrößen aus der Friedens- und Konfliktforschung ihre Meinung zum israelischen Vorgehen gegen die Terroristen zum Besten geben, kann nur stinkender Müll dabei herauskommen. Becker ist ein Paradebeispiel.

Werner Pirker und die Junge Welt: Der Nationalbolschewist sagt, die Anerkennung Israels sei nicht hinnehmbar, den Terror zu beenden, verstoße gegen das Völkerrecht und die Einhaltung der Verträge, die Arafat mit Israel geschlossen hat, wäre eine Zumutung. Eins zu eins übernimmt er die Positionen der Hamas und stellt sich damit auch gegen Abbas und erst recht gegen alle gemäßigten, nach Frieden lechzenden Palästinenser. Es ist nicht mehr nur eine Unterstützung des palästinensischen Widerstands gegen eine Besatzungsmacht (Gaza ist nun mal nicht mehr besetzt, auch wenn Pirker das anders sieht), sondern es ist in der Konsequenz die Forderung, den Kampf um die Vernichtung des jüdischen Staates fortzusetzen. Nachzulesen in einer „linken“ deutschen Tageszeitung.

Christian Giordano, Professor für Sozialanthropologie an der Universität Freiburg (Fribourg) in der Schweiz. Der Mann plädiert allen Ernstes dafür „Teile der Scharia“ einzuführen.

Udo Steinbach: ohne weitere Worte.

Rolf Mützenich, MdB, SPD, Vorsitzender der deutsch-iranischen Parlamentariergruppe: Frau Merkel nehme Partei für das israelische Dauerbombardement, meint er. Kommentar von Christianhannover bei den FdoG: Mit anderen Worten: Die Bundeskanzlerin soll Äquidistanz zwischen einem demokratischen Rechtsstaat und einer von Vernichtungsgeilheit geprägten islamischen Mafiaorganisation bewahren. Eine Forderung, die wahrscheinlich nur deswegen im Raum steht, weil es sich bei einer Partei um Juden handelt.

Knut Dethlefsen, „Friedrich-Ebert-Stiftung in den palästinensischen Gebieten“: Dieser Vollknaller hat der ZEIT ein Interview gewährt, in dem praktisch kein einziger ungelogener Satz vorkommt, sondern das die pure Propaganda für die Hamas darstellt.

Ulrich Gutmair, taz: Der meint immer noch verkünden zu müssen, die Qassams seien ziemlich harmlose Feuerwerkskörper und kein Grund sich um irgendetwas Sorgen zu machen. Die Israelis sollten sich nicht so haben.

Die Internationale Liga für Menschenrechte: Die haben offensichtlich nur von Menschenrechten für Terroristen gehört, Juden sprechen sie sie glatt aber (was sie natürlich nie zugeben werden). Der offene Antiamerikanismus und Israelhass dieser Gruppe wird nur noch von ihrer Beanspruchung Carl von Ossietzkys als Patron ihrer Gehässigkeiten übertroffen.

Meir Shalev – im SPIEGEL meint er: „Jetzt sieht es so aus, als sollte der Hamas der Garaus gemacht werden und auch noch das letzte Waffendepot im Gaza-Streifen ausgehoben werden. Der Krieg ist zum Selbstläufer geworden. Das ist falsch.“ Natürlich. Das kommt zwar in Hamburg gut an, ist deshalb aber um so bescheuerter. Welchen Sinn macht es, die Hamas mal ein bisschen zu kratzen und ihnen dann aber genau die Sachen zu lassen, mit denen sie Juden morden? Und dass diese Terrortruppe ihn vernichten will, das hat er immer noch nicht begriffen. Es gibt „Intellektuelle“, die scheinen ein Abonnement auf Blödheit zu haben!

Rolf Verleger, Professor für Neurophysiologie an der Universität Lübeck: „Die Verantwortung allein der Hamas zuzuschieben sei aufgrund der komplexen Vorgeschichte zu einfach,“ liest man bei dradio. Verleger streut Nebel: Die Tatsache, dass keiner meiner Großeltern das Dritte Reich überlebt hat, gab das 1947/48 den jüdischen Freischärlern und der israelischen Armee das Recht, hunderttausende Araber aus Israel zu vertreiben? Der Spinner hat nicht begriffen, dass die Araber die Juden völkermorden wollten – und dass bis auf eine verschwindend kleine Minderheit die Araber auf Aufforderung ihrer eigenen Führungen gingen. Verleger will uns weis machen, dass es nur die Juden waren und sind, die den unschuldigen Arabern ans Leder wollen. Auf arabischer Seite hat es nach Verleger nie etwas Schlimmes gegeben, nur die Juden sind Schuld. Einfach ist nicht, was die Bundeskanzlerin gesagt hat (dass die Alleinschuld für diesen Krieg bei der Hamas liegt). Einfach ist, wie Herr Verleger gestrickt ist: Verantwortung muss immer und ausschließlich bei Israel gesucht werden, besonders, wenn das mit der Wirklichkeit nichts zu tun hat.

Ernsthafte Konkurrenz für Udo Steinbach: Jürgen Cain Külbel, „Journalist, Berlin“ unterschrieb er seinen Kübel Gülle an Bundeskanzlerin Merkel. Ich weiß nicht, ob dies hier stimmt: Jürgen Cain Külbel arbeitet seit 2006 für das syrische Blatt Al Watan. Und weil er in Deutschland wegen Volksverhetzung längst vor Gericht stünde, versteckt er seinen antisemitischen Arsch in Syrien. Aber was der Typ sonst so von sich gibt, ist so eklig, dass ich nur auf zwei Texte über ihn verweisen mag: Castollux hat ihm eben so ein paar Worte gewidmet wie Spirit of Entebbe. Wer so richtig das Kotzen kriegen will, der sollte sich auf der dort verlinkten Külbel-Seit die weiteren Einträge ansehen. Sie strotzen vor Hass, Faktenfreiheit, Beleidigungen, Diffamierungen – und gelegentlich einem genüsslichen Schuss Antisemitismus. Erschreckend ist dabei der Anteil derer, die im Besitz eines akademischen Grades sind – das scheint ein Merkmal für verworrenste bis verkommene Terrorismus-Befürworter zu sein.

Arafats Pudel scheint sein neues Herrchen gefunden zu haben. War ja auch Zeit, dass er sich zum aktuellen Krieg äußert. Und er enttäuscht nicht: Die Hamas ist das Opfer, Mahmud Abbas darf nicht der geringste politische Erfolg vergönnt sein (finde ich ja auch, aber Uri meint, die Erfolge müsste die Hamas haben). Jetzt muss er nur noch einen Weg finden sich entweder von Ismail Haniyeh oder Khaled Meschaal die weiße Matte tätscheln zu lassen.

Daniel Barenboim, Dirigent, Berlin: Er erzählt im Interview mit Sky News, dass es naiv ist, nach 40 Jahren der Versuche einer militärischen Lösung, weiterhin eine militärische Lösung zu suchen.

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4 Gedanken zu “Knallchargen

  1. Nur eine kleine Korrektur: der Beitrag von I. Günther ist nicht in der FAZ, sondern der FR veröffentlicht. Macht es aber auch nicht besser.

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