Knallchargen

Zwei von der FAZ: Rainer Hermann und Wolfgang Günther Lerch. Die beiden besonders klugen Köpfe des Nahost-Expertentums sind auch mal wieder der Meinung, dass Schuld am nicht vorhandenen Frieden einzig und allein bei Israel zu suchen ist, weil man den Terroristen nicht zugesteht ungehindert Juden zu morden.

Gleich hinterherschicken können wir den ebenfalls für die FAZ arbeitenden Hans-Christian Rößler, der so suggestiv schreibt, dass dem unbefangenen Leser gar nichts anderes übrig bleibt als Israel als Hort des Schreckens und der Verheimlichung zu denken. Dabei überinterpretiert ganz gerne einmal etwas, das die IDF geäußert hat, unter Auslassung wichtiger Einzelheiten besagter Äußerung, damit Verursacher nicht als solche gedeutet werden müssen – wenn er nicht sogar eindeutig die Unwahrheit von sich gibt. (Beer7 hat den Schmierfinken seziert. Inzwischen hat sie es sich anders überlegt. Ich lasse das jetzt mal so stehen, jeder mache sich bitte selbst ein Bild, welche Möglichkeit eher stimmt.)

Daphne Baram – antisemitische Jüdin, die einen Zionismusbegriff hat, der jeder Beschreibung spottet. Für sie ist Israel ein Apartheidsstaat, alle PalAraber angeblich vertrieben und sowieso ist nur Israel schuld an allem, was in Nahost Schlimmes passiert. Sie – und die sie abdruckende Zeitung „The Guardian“ – verformulieren schönfärberisch die Parole „Tod Israel“ („Tod den Juden“) als „Zionismus umdenken“. Hervorragend!

Desmond Tutu, auch nicht zum ersten Mal – der kann immer noch nichts Positives über den Irak sagen, sondern muss auf den Amis rumhacken. Sie müssen sich entschuldigen, dass sie einen Diktator gestürzt haben. Härteste Strafen für afrikanische Diktatoren sind Pflicht, im Nahen Osten müssen solche Leute auf ewig hofiert werden!

Christoph Bertram – wenn man ihm folgt, dann trägt Israel die Schuld für alles, was im Nahen Osten nicht erreicht worden ist. Israel will keine Zugeständnisse an die Palästinenser machen, Israel hat versucht die Palästinenser im Gazastreifen (wirtschaftlich) zu erwürgen, Gaza ist ein Hungerland und Armenghetto und Israel macht das immer noch schlimmer (dass das Armenhaus immer genügend Geld für Terror-Material hat, verwundert den Mann nicht), auf langfristige Friedensstrategien wurden immer zugunsten kurzfristiger taktischer Vorteile verzichtet – und was war dann „Oslo“????
Der Mann ist aber nicht nur distinguierter Antiisrael-Hetzer, er ist auch – verwundert das etwa? – „Iran-Lobbyist“, der fordert, dass die Mullahs nicht länger belästigt werden. Der Westen muss umdenken, nicht der Iran – mit anderen Worten: passt euch gefälligst den Terror-Mullahs an und seid ihnen zu Willen. Aus jeder kleinen Ablenkungs-Bemerkung konstruiert er nur allzu gerne ein „indirektes Friedensangebot“ ohne zu merken, wie spekulativ das ist. Nach seiner Meinung ist der Iran ethisch-moralisch mindestens auf einer Stufe mit Israel: Eine Atommacht Iran muss ja nicht zum Wurf der Bombe führen, schließlich habe Israel ja auch seit Jahren die Bombe und sie nicht eingesetzt. (Er „vergisst“ geflissentlich, dass Israel auch nie damit drohte einen anderen Staat von der Landkarte wischen zu wollen.) Er unterstützt iranische Forderungen nach „Dialog in einem Klima der Gleichberechtigung und des gegenseitigen Respekts“, ohne Vorbedingungen – ohne zu berücksichtigen, dass genau der Iran Vorbedingungen stellt und „gleichberechtigt“ und „respektiert“ vor allem für den Iran gilt, nicht für den Gesprächspartner.

Gerhard Mangott, Die Presse – Das iranische Regime muss stabilisiert werden. Deshalb müssen die Österreicher ihre Geschäfte mit den Mullahs machen. Dann agiert der Iran auch rational. Mahmud Ahmadinedschad ist im Iran marginalisiert, seine Brandreden also nichts als Gerede, das nicht weiter beachtet werden braucht. Ein iranischer Einsatz der Atombombe sei irrational, wegen der israelischen Atombombe(n) und israelischer Zweitschlagfähigkeit. Das die Iraner sagen, sie könnten als Volk und Staat diesen Zweitschlag überleben, Israel aber schon eine einzige Bombe nicht, spielt für den Spinner keine Rolle – aber wer Kinder über Minenfelder rennen lässt, um diese zu räumen, der hat mit Sicherheit keinerlei Hemmungen auch ein oder mehrere Dutzend Menschen des eigenen Volkes dem Atomtod zu opfern. So weit aber kann der Herr Mangott nicht denken.

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2 Gedanken zu “Knallchargen

  1. […] abseits vom mainstream – heplev wrote an interesting post today on KnallchargenHere’s a quick excerptZwei von der FAZ: Rainer Hermann und Wolfgang Günther Lerch. Die beiden besonders klugen Köpfe des Nahost-Expertentums sind auch mal wieder der Meinung, dass Schuld am nicht vorhandenen Frieden einzig und allein bei Israel zu suchen ist, weil man den Terroristen nicht zugesteht ungehindert Juden zu morden.Gleich hinterherschicken können wir den ebenfalls für die FAZ arbeitenden Hans-Christian Rößler, der so suggestiv schreibt, dass dem unbefangenen Leser gar nichts anderes übrig bleibt als Israe […]

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