Obamas Annäherungsversuche

Warum die islamische Welt nicht zuhört

Ich würde ja dazu neigen „Anbiederungsversuche“ zu schreiben, aber das gibt das Wörterbuch nicht her. Ansonsten hoffe ich, dass nicht nur amerikanische Christen für Israel eintreten…

Chuck Colson, BreakPoint, 26. Februar 2009

In seinem ersten Interview nach der Amtseinführung, mit einem arabischsprachigen Fernsehsender, sagte Präsdient Obama, er wolle “eine neue Partnerschaft initiieren, die auf gegenseitigem Respekt und gegenseitigen Interessen“ zwischen Amerika und der muslimischen Welt gründet.

Auf der von der Washington Post und Newsweek betriebenen Internetseite On Faith (Über Glauben) applaudierte ich dem, was der Präsident sagte. Was ich gerne hinzugefügt hätte, aber nicht tat, war die Tatsache, dass der christliche Westen den Islam seit Jahrzehnten mit größtem Respekt und Empfindsamkeit begegnet war.

Die Amerikaner z.B. sind für dafür in den Krieg gezogen muslimische Staaten wie Bosnien zu befreien, deren Völker von Tyrannen verfolgt wurden. Und in westlichen Demokratien sind Muslime keiner Verfolgung ausgesetzt.

Im Gegensatz dazu erdulden Christen in muslimischen Nationen wie Ägypten, der Sudan, der Iran, Pakistan oft lebensbedrohende Verfolgung und Mob-Gewalt.

Und was hat Obama für sein Entgegenkommen den Muslimen gegenüber bekommen? Die Antwort kann in einem faszinierenden Artikel der New York Times mit dem Titel „Why the Muslim World Can’t Hear Obama“ (Warum die muslimische Welt Obama nicht hören kann) gefunden werden. Der Autor ist ein Ägypter namens Aswany; er schrieb, dass die Ägypter sich bei Obamas Sieg wild unterstützend gaben, weil sie ihn als Symbol der Gerechtigkeit betrachteten.

Aber dann kam sein erster Test: Gaza: Die Ägypter erwarteten von Obama, dass er „gegen Israels Krieg gegen den Gazastreifen Stellung bezog“, schrieb Aswany. Weil der das nicht machte, sagte Aswany, begannen die Ägypter ihn auszublenden. Und so lange Amerika Israel nicht verdammt, werden die Ägypter ihn weiter ausblenden.

Wenn Obama, mit seinen muslimischen Familienbanden und seiner Offenheit, von Nahost-Muslimen nicht respektvoll angehört werden kann, dann müssen wir uns fragen: Was wollen sie wirklich?

Die Antwort ist natürlich einfach: die Vernichtung Israels.

Warum sollten die USA Israel überhaupt unterstützen? Diese Frage wird bereits in den Mainstream-Medien, Internet-Chaträumen und privaten Unterhaltungen gestellt. Bedenklich ist, dass die meisten europäischen Staaten, ließe man ihnen die Wahl, die islamische Welt augenblicklich Israel vorziehen würden. Der Grund läuft auf Öl hinaus. Öl spricht lauter als die Verpflichtung einem freien Staat gegenüber.

Was ist aber mit Amerika? Ist es wirklich so schwer sich ein Szenario vorzustellen, in dem, während die Wirtschaft schwächelt und der Islam erstarkt, Amerika vor einer schrecklichen Wahl steht: Lassen wir Israel im Stich, um die muslimische Welt zu beschwichtigen?

Wenn wir solche Argumente zu hören bekommen, müssen wir uns an die Worte aus Genesis 12,3 zu den alten Israeliten erinnern. Gott sagt: „Ich will segnen, die dich segnen und wer dir flucht, den werde ich verfluchen.“

Natürlich dürfen wir den modernen Nationalstaat Israel nicht mit dem Volk des Alten Bundes durcheinander bringen. Aber es wird aus Römer 10 und 11 klar, dass Paulus Gottes besondere Sorge für die Juden begreift. Sicherlich verlangt Amerikas Sinn für Anstand, dass wir helfen Israel zu beschützen – die jüdische Heimat und die einzig wirkliche Demokratie im Nahen Osten.

Aber wie stark wird Amerikas Sinn für Anstand bleiben, wenn es unter Druck gesetzt wird? Wie stark, wenn die muslimische Welt es so simpel macht: Frieden oder Israel?

Das ist das, was sie sagen und wir können das nicht nett wegreden. Die Zukunft Israels mag von den amerikanischen Christen abhängen, von denen ich hoffe und bete, dass sie für Israel ihre Stimme erheben und bereit sein werden, das Recht des jüdischen Volkes auf ihr Heimatland zu verteidigen.