Wann glaubt ihr ihnen endlich?

„Ihr“: die Friedenshetzer, die Israel für so gut wie alles Üble des Nahen Ostens verantwortlich machen; die von den palästinensischen Terroristen nur Gutes denken und ihnen unterstellen, sie könnten gar nicht anders denken und handeln; die von den Terroristen nur das Gute annehmen – das, was sie mit aller Macht von ihnen zu wissen glauben, ohne dass die Terroristen das gesagt haben; oder das tun, wenn die Terroristen mit allem Tun und auf Arabisch ständig das Gegenteil beweisen.

„Glaubt ihnen“: Seit Jahren schon geht die Mär, die PLO habe ihre Charta geändert. Kein Problem, die Arafat-Jünger haben euch reingelegt und das 2002 auch schon zugegeben, aber das macht nichts, ihr glaubt trotzdem nicht, was sie längst gesagt haben und behauptet das Gegenteil.

Ist alles kein Problem. Mahmud Abbas und seine Mit-Terroristen sind die Moderaten, die wollen Frieden, deshalb schießen sie ja Juden tot. Gerade erst wieder im Jordantal mit zwei Polizisten geschehen. Und im Gegensatz zur Hamas haben sie auch Israels Existenzrecht anerkannt – war überall zu lesen und zu hören, damit man die Unterschiede zur Hamas kennt.

Dumm nur, dass die Fatah gerade wieder nicht gehört wird. Deren Promi-Friedefürst Mohammed Dahlan, eine der Riesenhoffnungen des Westens, tat kund, die Hamas solle Israels Existenzrecht auf keinen Fall anerkennen und stellte heraus:

Die Fatah hat es niemals anerkannt.

Ups! Voll in die Kacke gegriffen, liebe Chef-Diplomaten, Anerkenner der palästinensischen Klagegründe und Verdammer Israels!

Macht nichts, das kann man ignorieren. In der Michel-Medienlandschaft ist die Nachricht nicht zu lesen (Ausnahme: Israelnetz). Das wäre ja auch zu einfacher. Einfacher jedenfalls, als eine Äußerung zu finden, dass die PLO bzw. die Fatah Israels Existenzrecht anerkennt. Dazu muss man nämlich Verrenkungen machen wie diese:

In dieser Grundsatzerklärung wurde eine „Zwei-Staaten-Lösung“ akzeptiert, was implizit die Anerkennung Israels bedeutete

Oder diese:

So haben sich politische Gefangene von Hamas und Fatah, die in israelischen Gefängnissen einsitzen, im berühmten „Gefangenendokument“ vom 28. Juni 2006 zum gemeinsamen Ziel eines palästinensischen Staats in den Grenzen von 1967 bekannt, und Israel damit implizit anerkannt.

Man impliziert, zieht Schlüsse, die die Terroristen nicht hergeben. Man muss „implizite Anerkennung“ herbeireden, weil die Terroristen partout nichts sagen, was tatsächlich hergibt, was man glauben will. Das war schon 1993 so, als Arafat zum Friedensapostel erhoben wurde, weil er die Oslo-Vereinbarungen akzeptierte. Dass er damit dem Stufenplan der PLO folgte – geschenkt, der stammt von 1974 und ist damit veraltet. Daher gilt er heute erst recht nicht mehr und die Fatah hält sich nicht dran, womit als einzige Möglichkeit der Erklärung der Akzeptanz der Zweistaaten-Lösung die „implizite Anerkennung“ Israel bleibt. Wie heißt es so schön: „Ich mach‘ mir die Welt, widde-widde-wie sie mir gefällt.“ Was nicht passt, wird passend gemacht – missliebige Töne der verehrten Freiheitskämpfer und ihrer Anführer sind aus innenpolitischer Not geborene Worte, die nichts bedeuten. Das (Welt-)Bild muss stimmen und Fakten, die nicht reinpassen, sperrt man aus.

Glaubt ihr den von euch verehrten Leuten nicht?

Oder könnte es sein, dass ihr vielleicht doch nur schön redet, was ihr eigentlich doch unterstützt: Das Ziel der Vernichtung Israels.

Weitere Kommentare:
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Ein Gedanke zu “Wann glaubt ihr ihnen endlich?

  1. Hallo heplev,

    bitte verfolge die Diskussion in

    http://antifo.wordpress.com/2009/03/15/speaking-about-torture-must-be-possible/

    das ist der Text einer Resolution, die ich vor knapp einer Woche an die Bundesregierung geschickt hatte

    http://antifo.wordpress.com/2009/03/13/resolution-an-merkel-ramsauer-und-steinmeier-verschickt/

    die Resolution zeigt einen Weg auf, wie man Durban II mit einer Kampagne torpedieren kann. Wie bei Gilad Shalit geht es um Gefangene, die man sich weigert freizulassen. Mit Leuten, die unsere Gefangenen foltern darf man sich nicht an einen Tisch setzen. Indem man die Forderungen stellt, bekommt man gleichzeitig inhaltlich eine bessere Position, weil man darlegen kann, daß es für NGOs möglich sein muß Kritik an den Menschenrechtsverletzungen zu üben und dafür Öffentlichkeitsarbeit zu machen. Auf die Weise dreht man den Islamophobie-Spieß einfach um.

    Auch wenn der Entwurf des Abschlußdokuments sehr verbessert wurde, ist er immer noch völlig inakzeptabel

    http://snooper.wordpress.com/2009/03/18/durban-ii-sham-revision-the-details/

    trotzdem wird es für Obama schwer sein, aus dieser Dreckskonferenz wieder rauszukommen. Nur mit Druck ist etwas zu erreichen. Man kann an die Bundesregierung schreiben, man kann an den Vatikan schreiben, man kann alle Hebel in Bewegung setzen, die man nur kennt. Einig müssen wir uns aber sein, daß etwas zu machen ist und daß man es gemeinsam durchzieht.

    Liebe Grüße,
    Antifo

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