Knallchargen

Es geht nichts über überzeugte Sozialisten/Kommunisten: Die „Vierte Internationale“ sieht einen ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Amoklauf von Winnenden und dem Hanukka-Krieg im Gazastreifen. (Henryk M. Broder setzt sich „ernsthaft“ damit auseinander.)

David Harris, Kopf des American Jewish Committee – er beschimpft Anne Bayefsky (UN Watch), Caroline Glick (Jerusalem Post) und Melanie Phillips (Kolumnistin beim Spectator) in einer Kolumne in der Jerusalem Post wegen deren Kritik an der Obama-Regierung, dass eine Delegation zur Vorbereitungskonferenz von „Durban 2“ schickte. (Vertreter des AJC waren Teil dieser Delegation.) Das macht den Mann erstmal nur zum Unsympath, mehr nicht. Als Knallcharge outet er sich mit dieser Äußerung: „Die Entscheidungen zu Durban II werden von gewählten Vertretern und Staatsbeamten in Hauptstädten in der ganzen Welt getroffen.“ Spinner! Ghaddafi, Castro, die Terror-Mullahs sind ja sooo demokratisch! Der Menschenrechtsrats-Zirkus ist beherrscht von tyrannischen und terroristischen Regimen, die mit Demokratie nichts am Hut haben. Sie treffen aber die Entscheidungen. Demokratisch gewählte Regierungen und ihre Bediensteten machen eine Minderheit aus, die sich zudem gerne vornehm zurückhält, um niemanden (außer Israel und die USA) vor den Kopf zu stoßen.
Harper betont, dass das AJC eine streng unparteiische Organisation ist. Nun, das sagen die EUropäer von sich auch immer. Und handeln dann, ohne Position zu beziehen – durch Enthaltung bei Resolutionen, von denen sie selbst sagen, dass sie sie nicht tragen können. Nur: Durch diese „Unparteilichkeit“ sorgen sie dafür, dass die Scheiße zum Gourmetmenü erhoben wird, weil niemand zu ihr „Nein“ sagt! Wer sich bei der Hetze gegen Israel der Stimme enthält, der sorgt dafür, dass genau diese Hetze fortgeführt werden kann. Und so verhält sich Harper auch. Er liefert einer US-Regierung Legitimation, deren Vertreter antiisraelische Positionen hegen, sich hauptsächlich über Abgrenzung gegenüber der vorigen Regierung definiert und alles anders machen will. Was objektiv beschissen ist, muss erst noch einmal „überprüft“ werden, nur weil alles falsch gewesen sein muss, was Bush gemacht hat. Herzlichen Glückwunsch, David Harper!
Völlig entblödet sich Harper dann hiermit: [Felice] Gear [vom AJC] sitzt jetzt still [im Planungskomitee], immer den Fakt ihrer Mitgliedschaft in der US-Delegation als Beweis nutzend, dass es die Obama-Administration mit dem Schutz Israels bei Durban II ernst meint.“ Der Tünnes glaubt offenbar allen Ernstes, dass die stille Anwesenheit seiner Trulla die Terror-Chefs, die Tyrannen und sonstigen Hetzer dazu verleiten würde auch nur ein Wort weniger gegen Israel zu sagen, geschweige denn auch nur ein Jota der Hetze im Abschlussdokument auszulassen. Wenn die AJC-Vertreterin wenigstens das Maul aufmachen würde! Aber nein, durch ihr Schweigen soll sie Wirkung erzielen! Wie bescheuert sind diese Leute? Wie viel Irrsinn läuft ihnen durch’s Hirn? Und wozu nutzen sie dieses?

Wolfgang Günter Lerch, FAZ, zum wiederholten Mal: Er hat’s mal wieder geschafft dem Leser zu vermitteln, dass die Palästinenser Israel „nur theoretisch“ vernichten wollen. Verzweifelt muss angesichts der Faktenresistenz dieses Irren gefragt werden: Was muss die Hamas eigentlich noch alles tun, damit Lerch den Vernichtungswillen der Hamas bezüglich Israels als “praktisch” anerkennt? Das gilt nicht nur für die Beziehungen der PalAraber-Terroristen mit Israel, sondern auch Israel – Syrien, wo der Trottel trotz aller gegenteiligen Äußerungen aus Syrien sehen will, dass die Assad-Erbdiktatur sich vom Iran ab- und dem Westen zuwendet!

Roger Cohen, New York Times – Die Islamische Republik Iran “ist kein totalitärer Staat“. Ah ja: 150.000 Frauen zu verprügeln, mit Geldstrafen zu belegen, ins Gefängnis zu stecken usw., weil sie die totalitären Kleidungsvorschriften der Mullahs nicht 150-prozentig erfüllen, ist nicht totalitär; Schwule an Baukränen aufzuhängen, weil sie schwul sind, ist nicht totalitär; Vergewaltigungsopfer wegen Ehebruchs zum Tod zu verurteilen ist nicht totalitär; einen UNO-Mitgliedsstaat von der Landkarte wischen zu wollen ist nicht totalitär. Und dass Israels seine Kriege mit arabischen Staaten geführt hat, bedeutet, dass der Iran nichts gegen den Judenstaat hat – er unterstützt ja auch weder die Hisbollah noch die Hamas, nicht moralisch, nicht mit Geld, nicht mit Propaganda und schon gar nicht mit Waffen. Herzlichen Glückwunsch, Vollidiot! (Ich hätte ein Wort mit A bevorzugt, das den Ausgang eines Körperorgans darstellt.)

Der pakistanische Vertreter im Vorbereitungsgremium für die „Durban 2“-Konferenz – Es gibt im Westen Beispiele für den Schutz einer Religion vor Diffamierung: In Kanada sei z.B. erst kürzlich ein Lehrer wegen antisemitischer Äußerungen entlassen worden. Klar, Antisemitismus richtet sich gegen den jüdischen Glauben allgemein, nicht gegen Personen, nicht wahr? Und antisemitische Verleumdungen und Ritualmordvorwürfe basieren ja auch auf Fakten, wie die Kritik an islamischen Lehren und Verhalten, oder?

Der Vertreter der Volksrepublik China im Menschenrechtsrat – „Der Konflikt in Tibet ist weder religiöser noch ethnischer oder kultureller Natur, sondern einzig eine Frage des Separatismus.“ Im Übrigen werde der tibetische Kampf nicht gegen die chinesische Regierung geführt, sondern gegen den buddhistischen „theokratischen Despotismus“ als Teil des „globalen Kampfes gegen die Sklaverei“. Wie ja die tibetischen Demonstranten weltweit und in China selbst ständig beweisen, oder?

Barack Hussein Obama – „Die USA wollen, dass die Islamische Republik Iran ihren rechtmäßigen Platz in der Gemeinschaft der Nationen einnimmt”, hat der Obamateur von sich gegeben. Der österreichische Standard schreibt dazu: „Der US-Präsident kommt damit Irans Anspruch auf internationale Geltung entgegen.“ Na ja, schön, die Terror-Mullahs erheben Ansprüche und der neue Mann im Weißen Haus gibt dem nach. Damit macht er Terror und Unterdrückung genauso salonfähig wie er Völkermord-Fantasien, Übergriffe in internationalen Gewässern und die aktive Hilfe und Belieferung von Terrororganisationen positiv sanktioniert. Der Iran darf sich mit all seinen mörderischen Ansprüchen als Sieger fühlen und führt sich entsprechend auf: Er stellt weitere Forderungen. Die kriegen den Hals nicht voll und Obama kippt wieder nach.

Micha Brumlik – „“Vergleichen heißt nicht gleichsetzen”, schreibt er. Schön und gut. Aber wenn das hier keine Gleichsetzung ist, dann gibt es das schlicht nicht: “Die Wut der neuen Muslimfeinde gleicht dem alten Zorn der Antisemiten gegen die Juden.” Aber Brumlik unterstellt denen, die diese Gleichsetzung anprangern, sie seien Teil einer groß angelegten Verschwörung gegen ZfA-Chef Benz. Jetzt muss nur noch Posener wieder die nächste Solidaritätsnote schreiben, diesmal für Brumlik (damit man auf der Achse des Guten mal was anderes liest als die tausendste Wiederkäuung der Klimakatastrophen-Blödeleien).

George Galloway – eigentlich weit mehr als Knallcharge, aber was soll’s? Der Typ hatte 2007 die Stirn zu behaupten, er habe einen Orden verdient statt einer 18-tägigen Suspendierung vom Unterhaus! Suspendiert wurde er, weil er Gelder von Saddam Hussein angenommen hatte.

Noch widerlicher als Galloway gerierte sich mal wieder Norman Finkelstein. Er schrieb einer Frau, die schrieb an einem Manifest mit, das sich gegen den islamischen Totalitarismus wandte. Daraufhin erhielt sie Morddrohungen, weshalb sie eine Petition verfasste, mit der sich Unterzeichner solidarisch erklären konnten. Neben 3.000 rasch eingehenden Unterschriften kam eine E-Mail des jüdischen Antisemiten, der wissen wollte, ob es eine Petition zur Unterstützung der Morddrohungen gibt!

Ein Gedanke zu “Knallchargen

  1. Journalismus vom Feinsten zu Durban II:

    „Die USA, Kanada und Israel haben bereits abgesagt. Nun überlegen auch Australien und die Europäische Union, die im April in Genf stattfindende UN-Konferenz gegen Rassismus zu boykottieren. Sollte es jemandem nicht aufgefallen sein: Es sind ausschließlich die weißen Herrennationen, die Probleme haben, an einer antirassistischen Konferenz teilzunehmen. Das wäre an sich nicht einmal verwunderlich, hätte das Hegemonialkartell zwischenzeitlich nicht auch noch den Eindruck zu erwecken vermocht, daß selbst der Antirassismus eine Errungenschaft der in allen Belangen überlegenen westlichen Zivilisation sei.

    Die Boykotthaltung des weißen Mannes ergibt sich aus seiner Solidarität mit Israel. Man befürchtet, daß die mehrheitlich nichtweißen Delegierten in Genf wie 2001 im südafrikanischen Durban eine Erklärung verabschieden, in denen der zionistische Staat einer rassistischen Politik bezichtigt wird. Die Verurteilung der israelischen Apartheid-Politik gegenüber den Palästinensern in einem Land, das sein Apartheid-Regime zu überwinden vermochte, war weißen Befindlichkeiten offenbar zu viel gewesen. Inzwischen ist in Israel ein Politiker als künftiger Außenminister im Gespräch, der im Umgang mit den Palästinensern die gleichen völkermörderischen Methoden empfiehlt, wie sie die USA gegenüber den Japanern im Zweiten Weltkrieg angewandt hatten. Weil damit aber jegliches, auch jüdisches Leben in der Region vernichtet werden würde, war es einem israelischen Rechtsaußen vorbehalten, einen »zweiten Holocaust« in Aussicht zu stellen.

    Zwar hat der Vormarsch der Rechtsextremen in Israel sogar die EU-Granden ein wenig irritiert. Statt aber Boykottmaßnahmen gegen die Regierung in Tel Aviv ins Auge zu fassen, zieht es Brüssel lieber in Erwägung, die Antirassismus-Konferenz in Genf zu boykottieren. Wie es heißt, werde die Stoßrichtung der Kampagne gegen die Mehrheitsposition der Weltkonferenz vom deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier vorgegeben.

    Der bisherige, maßgeblich von Dritte-Welt-Ländern verfaßte Abschlußentwurf soll zu Fall gebracht werden. Auf den Staat Israel bezogene Begriffen wie »Folter«, »Apartheid« oder »Menschenrechtsverbrechen« hätten in den Abschlußdokumenten nichts zu suchen. Die »antiwestliche Propaganda« soll entschärft werden, auch die »Verurteilungen europäischer und amerikanischer Haltungen gegenüber der muslimisch-arabischen Welt« wären laut Steinmeier nicht hinnehmbar.

    Die Kritik an Israel ist durch eine Anti-Sudan-Kampagne zu ersetzen. So fände der Begriff »Menschenrechtsverbrechen« doch noch seine Verwendung. »Entweder es geht in unsere Richtung«, ließ Steinmeier wissen, »oder wir ziehen die Notbremse«. Ein weißes Machtwort zur rechten Zeit. Entweder die überlegene Rasse setzt sich durch, oder der Antirassismus wird boykottiert. Ein weißer Boykott wäre einer weißen Übernahme freilich vorzuziehen.“

    Quelle: junge Welt (Mittwoch 18.März 2009)

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.