Was ist mit den Beweisen passiert?

Die Anzeichen häufen sich, dass an den weit verbreiteten Vorwürfen gegen die israelische Armee nichts dran ist. Einige Analysten haben das bereits direkt nach Aufkommen der Gerüchte aufgezeigt, als noch nicht klar war, wie perfide da vorgegangen wurde. Richard Landes führte schon am Freitag eine Analyse von Barry Rubin an, die zeigt, auf welch wackeligen Beinen der Aufschrei gegen Israel steht:

Barry Rubin analysiert die Vorwürfe gegen die IDF

Richard Landes, The Augean Stables, 20. März 2009

Die New York Times von heute hat einen weiteren brillanten Text von Ethan Bronner, der einen Ha’aretz-Artikel über die verdammenden Aussagen bezüglich Israels Verhalten während der Operation Gegossenes Blei nutzt.

Jetzt kommen Zeugenberichte aus den Reihen der Soldaten und Offiziere auf, die Vorwürfe einer freizügigen Haltung bezüglich des Tötens von Zivilisten und rücksichtslosen Zerstörung von Eigentum erheben, die mit Sicherheit die innenpolitische und internationale Debatte über das Verhalten der Armee im Gazastreifen anheizen wird.

Ein weiterer Fall der „telefonartigen“ Kette der Übertragung von Anklagen gegen Israel, die sich mit jeder Weitererzählung vergrößert. Die NYT ist nicht der einzige Fall. Barry Rubin hat sich die Beweise angesehen und siehe da, die sind, wenn man es wohlwollend ausdrückt, ohne Substanz. Warum hat eigentlich Bronner nicht über die mit viel substanzielleren Belegen ausgestattete Gegenrichtung berichtet?

Eine informelle Note: Behauptungen über die IDF im Gaza-Krieg

Hier der Stand der Geschichte:

Bisher wurden nur zwei Geschichten erzählt.

In einer gingen zwei Palästinenserinnen in die falsche Richtung, als sie von Soldaten in Sicherheit geschickt wurden und wurden von einem Scharfschützen getötet, der sich an einer anderen Stelle befand und sah, wie sie sich der Frontlinie näherten. Angesichts der regelmäßigen Nutzung von Menschen als Selbstmordbomber, die Zivilisten zu sein scheinen, hatte er Befehl zu schießen. Das ist ein bedauerlicher Vorfall, aber selbst der, der die Beschuldigungen erhob, sagte, es sei keine gezielte Aktion gewesen. Das ist eindeutig – wenn es überhaupt passiert ist (s. unten), dann war es ein Unglück der Art, wie es im Krieg passiert.

Die zweite war die, dass ein Offizier Soldaten sagte, sie sollten eine Frau erschießen. In den Medientexten des Westens schien es so, dass sie nichts machte und die Tat völlig blutrünstig war. Wenn man aber die Originalgeschichte genauer liest, dann ging sie auf die Soldaten zu, nachdem sie aufgefordert wurde das nicht zu tun. Sie war wahrscheinlich unschuldig, hätte aber eine Selbstmordbomberin sein können.

Doch selbst diese Geschichte ist nicht allzu beeindruckend. Schaut man sich das Material an, dann sollte man vermerken, dass zwar ein Offizier sie erschießen wollte, die Soldaten aber mit ihm stritten, was sich kaum nach militaristischer Grausamkeit anhört. Darüber hinaus wird nicht klar, dass sie am Ende erschossen wurde, nur dass es einen Streit darüber gab, ob jemand erschossen werden sollte, der sich den Soldaten auf verdächtige Weise näherte.

Die einzig andere spezifische Äußerung gab ein Soldat ab, der sagte, er habe gegen die Einsatzvorschriften Einspruch erhoben, die besagten, wenn man in einen Ort eindrang, von dem man glaubte, er sei gefährlich, dann solle man die Tür eintreten und auf jeden schießen, der auftaucht, außer es sei sofort klar, dass diese Person keine Gefahr darstelle. Das ist Standard-Vorgehen der Armeen in solchen Situationen und selbst Standard bei der amerikanischen Polizei. Zusätzlich führte selbst dieser Soldat kein Beispiel dafür an, dass irgendwo in solchen Situationen Zivilisten getötet wurden.

Aber Moment mal, es gibt noch mehr! Bei weiterer Untersuchung der hiesigen Medien wurden zwei spezifische Quellen als Herkunft dieser Geschichten ausgemacht:

1. Ein Soldat, der in den israelischen Medien namentlich erwähnt wurde und sagte, er habe diese Ereignisse nicht erlebt, sondern sie als Geschichten und Gerüchte gehört. Kurz gesagt: Es gibt keine Beweise dafür, dass auch nur eines dieser Ereignisse geschehen ist.

2. Ein Soldat, der für seine linksextremen Aktivitäten bekannt ist, ebenfalls namentlich genannt, der früher schon einen antiisraelischen Artikel in einem Buch schrieb, zu dem Noam Chomsky das Vorwort schrieb, ist die andere Quelle.

3. Bisher sind kein Datum, kein Ort und kein Name genannt worden, um auch nur die geringste Grundlage dafür zu liefern, dass man glaubt eines dieser Ereignisse hat stattgefunden.

Das beweist nicht, dass nichts passiert ist oder dass jeder israelische Soldat sich tagtäglich anständig verhalten hat. Aber es zeigt, dass die Medienberichterstattung dieser Story typisch für den Eifer ist auf Israel einzudreschen und Dinge falsch zu interpretieren. Es bezeugt auch die hohe moralische Ebene und die Sorgfalt, die von der großen Mehrheit der israelischen Soldaten an den Tag gelegt werden, um die Dinge richtig zu tun.

Die besseren Artikel, wie der von Ethan Bronner – den ich in einem früheren Eintrag wegen einer anderen Story angriff, der aber hier Anerkennung verdient – stellt heraus, dass es ein reales Dilemma gab, wie weit das Leben der Soldaten riskiert werden soll, um Zivilisten zu schützen. Was machst du, wenn jemand, der unschuldig erscheint, weiter auf dich zu geht und nicht anhalten will? Schießt du oder versuchst du auf die Person zuzugehen und mit ihr zu reden und riskierst dabei in die Luft gejagt oder von einem feindlichen Scharfschützen getötet zu werden?

Das ist übrigens der Grund, weshalb internationale Regeln die Nutzung von Zivilisten als menschliche Schutzschilde oder die Kleidung von Kriegsteilnehmern als Zivilisten in Zivil verbietet: weil, wenn das passiert, die Chancen unschuldige Zivilisten zu töten enorm in die Höhe gehen. Und es ist eindeutig die Politik der H Hamas Zivilisten und zivile Kleidung und Häuser auf diese Weise zu nutzen, um den Tod von Zivilisten hervorzurufen; damit wollen sie sowohl ihre Bewaffneten schützen, als auch günstige Propaganda einfahren. Die Medien zeigen allgemein wenig Interesse an solchen Geschichten.

Um nur ein Bespiel zu nennen: Ein palästinensischer Krankenwagenfahrer erzählte in einem Interview, wie Hamas-Kämpfer ihn mit vorgehaltener Waffe zwangen sie mitzunehmen. Das bindet nicht nur Ambulanzfahrzeuge, die für wirklich verletzte Menschen genutzt werden sollen, sondern es sorgt dafür, dass Soldaten wissen, dass sie eventuell auf einen Krankenwagen schießen müssen, nachdem Bewaffnete herausspringen und sie beschießen.

Zwischenzeitlich gab ein Großteil der Medien unkritisch Geschichten weiter, die in vielen Fällen entweder falsch oder offensichtliche Hamas-Propaganda waren, darunter Opferzahlen, die von Hamas-Unterstützern kamen, aber als Fakten gehandelt wurden. Was immens verstörend ist: Es werden aus früheren Erfahrungen keine Lehren gezogen. 2006 im Libanon berichteten die Medien z.B., dass alle libanesischen Opfer Zivilisten waren, bis gezeigt wurde, dass dies von der Wahrheit weit entfernt war. Richard Landes und andere haben gezeigt, dass Gräuel-Geschichten oft sorgfältig produziert wurden, ohne jegliche Basis in Tatsachen. (Der Fall des Mohammed al-Dura, das so genannte Jenin-Massaker, usw.)

Für den Augenblick gibt es sowohl bezüglich des Libanonkrieges von 2006 wie auch des Gaza-Krieges nicht einen einzigen dokumentierten Fall, in dem israelische Soldaten internationale Kriegs-Regularien oder IDF-Standards verletzt haben.

7 Gedanken zu “Was ist mit den Beweisen passiert?

  1. Ich habe mir erlaubt, Ihren Bericht weiterzuleiten, damit er einer breiteren öffentlichkeit bekannt gemacht wird. Ich hoffe, ich habe mit Ihrem Einverständnis gehandelt.

    Trotzdem geht die Hexenjagd weiter……..

    Focus heute:

    Vorwürfe gegen Israel
    Elfjähriger diente als menschlicher Schutzschild

    http://www.focus.de/politik/ausland/nahost/vorwuerfe-gegen-israel-elfjaehriger-diente-als-menschlicher-schutzschild_aid_383316.html#Bewertung

    Passt doch alles zeitlich sehr gut zu den Anschuldigungen der IDF und jetzt die UN…Durban nähert sich oder ? Bericht der UN…….mir wird nur noch schlecht……..

    Es ist Mittelalter, es ist Hexenjagd, es ist mehr als Fanatismus….

    Shalom Zahal

  2. „Beweise“? Die braucht die von Pallywood manipulierte Weltöffentlichkeit nicht, solange Israel am Pranger steht. 😦

  3. Naja, Noergler…
    ich würd deine Formulierung von daher angreifen wollen, als dass die Weltöffentlichkeit eben NICHT von „Pallywood“ manipuliert wird. Da scheint mir eben doch die Analogie zu einer medialen Verschwörung zur Manipulation der Massen (die gibt es zwar, aber der Pallywood-Einfluss ist eben nicht so global und bewusst) zu nahe dran zu sein… und die hat immer auch ein antisemitisches Konnotat.
    Das soll nun beileibe nicht heißen, dass nun die Palästinenser auch Opfer des Antisemitismus wären – wie es sich ja einige Leute erdreisten zu behaupten – aber es soll der Hinweis darauf sein, dass ich die Gefahr sehe, dass – sollte sich diese Ansicht etwas verbreiten – es nicht lange dauert, bis der erste Idiot angetorkelt kommt um lauthals zu verkünden, „den Juden“ gehöre doch auch Pallywood und das sei ein Trick um den Konflikt am Laufen zu halten, damit die Waffenindustrie mehr Gewinne einfährt.
    Ich hoffe, damit nun keine Leute auf dumme Gedanken gebracht zu haben, aber let’s face it: Die Weltöffentlichkeit ist auch ganz ohne Pallywood enorm antisemitisch. Pallywood bedient da eben nur ein Bedürfnis, das letztlich ohnehin da ist.

  4. Man kann es nicht oft genug wiederholen und bleibt dennoch der Rufer in der Wüste.

    Kinder als Schutzschilde – deshalb:

    und so sieht das dann aus:

    Es wird darum gebeten, Tatsachen zu unterdrücken, um die Meinungen nicht zu stören (Marco Travaglio)

  5. Es ist WICHTIG, hervorzuheben, dass es im Falle der vorgeblichen konkreten Menschenrechtsverletzungen israelischer Soldaten um Verdächtigungen geht und nicht um Beweise. Es ist auch richtig und wichtig, klarzustellen, dass in vielen Medien – auch in deutschen – Quellen ungeprüft übernommen werden und Vorverurteilungen mit teils deutlich judenfeindlichen Tendenzen festzustellen sind. Es stimmte sogar, wenn man hinzufügte, dass derzeit gerade die Linke in Europa dafür besonders anfällig ist, weil sie nun einmal die Tendenz hat, immer den Schwächeren zu verteidigen und in den Palästinensern – ob nun zu Recht oder zu Unrecht, sei gänzlich dahingestellt – die Schwächeren ausgemacht hat.

    Aber wie Barry Rubin zu schreiben: „Ein Soldat, der für seine linksextremen Aktivitäten bekannt ist, ebenfalls namentlich genannt, der früher schon einen antiisraelischen Artikel in einem Buch schrieb, zu dem Noam Chomsky das Vorwort schrieb, ist die andere Quelle.“ [Zitat] – das ist vollkommen unangebracht.

    Es geht in dieselbe Richtung wie der Artikel von Melanie Philipps, die schreibt, die offenkundigen Vorurteile seien auch ein Ergebnis des Handelns von „Danny Zamir, eines Ultralinken, der früher einmal wegen der Weigerung bei einer religiösen Zeremonie über Siedler zu wachen und der von den Soldaten, die bei dem Treffen sprachen, sagte, sie spiegelten eine Atmosphäre „der Verachtung für Palästinenser und des ungestümen Vorgehens gegen die Palästinenser“ innerhalb der Armee.“
    (vgl.: https://heplev.wordpress.com/2009/03/24/der-rituelle-mord-vorwurf-von-ha%E2%80%99aretz/)

    Kurz und klar: Aussagen von vermeintlichen Zeugen oder Armee-Ausbildern mittels stigmatisierender Nennungen ihrer vermeintlichen und dann eben meist „linksextremen“ Gesinnungen zu disqualifizieren, ist eine altbewahrte Strategie. Es impliziert, diesen Menschen sei zu allem, was Israel betrifft, schon deshalb kein Gehör zu schenken, weil ihre Überzeugung links und damit antijüdisch ist.

    Diese polemische Devaluierung mittels anti-linker Gesinnungsstigmata hat eine lange und unrühmliche Geschichte in den USA (Mc Carthy) und Europa, besonders in Deutschland. Und ehrlich gesagt, reagiere ich als Deutscher auf diese unterschwellige Kommunistenhetze ähnlich allergisch wie auf Antisemitismus, auch wenn sich beides NICHT vergleichen lässt.

    Israel hat AUCH eine sozialistische Vergangenheit, selbst unter den Zionisten gab es Sozialisten. Und nicht jeder (jüdische, christliche oder muslimische) Linke in Israel war und ist ein Judenfeind. Das mag in Israel derzeit eine unpopuläre Meinung sein, gehört aber auch zur Wahrheit.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.