Israels antiisraelisches Kampfblatt

Immer mal wieder haben sie eine helle Minute und jemand schreibt etwas richtig Gutes, wie dieser Tage Schlomo Avineri. Normalerweise allerdings geriert sich Ha’aretz eher so, dass viele Israelis sie „die palästinensische Zeitung in hebräischer Sprache“ nennen. Ausgestattet mit Journalisten wie Amira Hass, die notorisch kein gutes Haar am jüdischen Staat lassen können und sich grundsätzlich zu nichts zu schade sind, die Terroristen positiv erscheinen zu lassen, wo immer es geht, hat die Zeitung in Israel selbst einen Ruf erworben, der ihre Druckauflage ständig sinken lässt.

Jetzt beklagt sich Danny Zamir, der die Interviews mit den israelischen Soldaten öffentlich werden ließ, die Ha’aretz in Umlauf brachte, die Medien – und da muss dann Ha’aretz explizit an erster Stelle stehen, weil sich alle auf sie bezogen – hätten gierig nach Gründen gesucht die IDF zu kritisieren und auf sie einzudreschen, statt den tatsächlichen Wortlaut zu analysieren. (Man fragt sich, ob der nur seinen Kopf retten will oder ob das tatsächlich so ist, dass er völlig naiv solche Sachen an eine solche Zeitung gibt.)

Ein Paradebeispiel Ha’aretzscher „Berichterstattung“ hat Montag Yaakov Lozowick aufgetan: Die Schlagzeile bietet alles, was zum Israel-Bashing nötig ist – der Artikel selbst klärt irgendwie ein wenig auf, dass es anders ist, als der mit der Schlagzeile erweckte Eindruck, trägt aber insgesamt eher zu Verwirrung bei. Effekt: Israel ist ein Apartheidsstaat, ein Unrechtsstaat, Rassismus blüht usw.

Rassismus, Apartheid, T-Shirts und allgemeine Konfusion

Erinnern Sie sich an diese entsetzlichen IDF-T-Shirts? Es ist ja allgemein bekannt, dass Israel seine arabischen Bürger abscheulich behandelt. Hier haben wir also eine Story aus der Ha’aretz von heute Morgen, die das wunderbar demonstriert. Ein arabischer Professor an der Universität Haifa wurde aus einem Restaurant geworfen, als er sich beschwerte, dass ein Barkeeper ein T-Shirt trug, das zum Töten palästinensischer Kinder ermutigte. Ha! Erwischt!

Doch wenn der israelische Normalrassist so schlimm ist, wie kommt es, dass er Professor an der Universität Haifa ist? Egal.

Bis man weiter liest als bis ans Ende der Schlagzeile, die den ganzen Schaden beinhaltet, also den Artikel selbst. Der Inhaber des Restaurants ist selbst Araber und er war derjenige, der mit dem Kunden stritt. Er besteht darauf, dass niemanden hinauswarf, sondern der Professor stolzierte hinaus. Der (arabische) Restaurantbetreiber könnte zu dem (arabischen) Professor gesagt haben: „Wenn Sie ein Palästinenser sind, gehen Sie nach Palästina“, womit er impizierte, dass er, der (arabische) Restaurantbetreiber, es vorzieht Israeli zu bleiben. Und dann kommt das hier:

Hajaj sagte, der Barkeeper habe nie in der Armee gedient und sei sich der Botschaft nicht bewusst, die sein T-Shirt vermittle. Als Ergebnis des Vorfalls arbeitet der Barkeeper nicht länger in dem Restaurant.

Jetzt bin ich wirklich durcheinander. Wenn der Barkeeper nie in der IDF diente, woher bekam er das T-Shirt? Wenn er die Botschaft nicht lesen kann, wer ist er? Vielleicht ein Philippino? Und wenn er keine Verantwortung trägt, warum wurde er dann gefeuert? Könnte es sein, dass Hajaj, der Restaurantbetreiber, nicht die Aufmerksamkeit der Behörden wegen seiner Beschäftigung illegaler Einwohner haben wollte?

Ich spekuliere natürlich. Aber das ist das Problem. In Hajajs Restaurant ist über das Wochenende etwas passiert, aber was, das wissen wir nicht. Ha’aretz hat sich aus den Fakten genug herausgepickt, um Israel schlecht aussehen zu lassen, das in die Schlagzeile gepackt, im Text eine teilweise Beschreibung hinzugefügt und demonstriert, dass es sich null um sein journalistisches Level kümmert.