Ja, Antizionismus ist wirklich Antisemitismus

Elder of Ziyon, 12. März 2009

Wie früher schon erwähnt, wurde gestern ein neues „arbisches Quaratett” gegründet, als die führenden Politiker von Syrien, Ägypten, Saudi-Arabien und Kuwait ein Gipfeltreffen abhielten, um mit einen gemeinsamen Ansatz für arabische Fragen zu entwickeln. Und die einzige Frage, die sie ausdrücklich erwähnten, war die „Palästinenserfrage“.

Interessanterweise ist es so, dass, wenn es darum geht den palästinensischen Arabern wirklich mal zu helfen, ihre arabischen Brüder ständig versagen.

Während der Gazastreifen – ein Gebiet, das stolz von einer nichts bereuenden Terrorgruppe beherrscht wird, die den Tod von Zivilisten bejubelt – Zusagen über 5 Milliarden Dollar zum Wiederaufbau bekam, ist eine andere Gruppe palästinensischer Araber, die in einen Krieg geraten war und (prozentual) weitaus größeren Schaden erlitt, von der arabischen Welt so gut wie ignoriert worden. In diesem Fall handelt es sich nicht um ein paar Tausend irakische Palästinenser, die ihre Heime verloren, nachdem sie von ihnen übel gesonnenen einheimischen Irakern vertrieben wurden, sondern um die libanesischen Palästinenser, deren Lager letztes Jahr in Kämpfen zwischen der libanesischen Armee und Terroristen im Lager selbst zerstört wurde.

Die Vereinten Nationen haben einen Grundstein im Lager Nahr al-Bared im nördlichen Libanon gelegt, um den formellen Beginn des dortigen Wiederaufbaus zu begehen. Das palästinensische Flüchtlingslager war 2007 bei schweren Kämpfen zwischen islamistischen Militanten und der libanesischen Armee zerstört worden. Etwa 400 Menschen starben und 30.000 Palästinenser wurden vertrieben.

Es gibt aber nicht genug Geld, um es komplett wieder aufzubauen und einige der Einwohner buhten, als die als die Arbeiten aufgenommen wurden. Als der erste Stein für den Wiederaufbau von Nahr al-Bared gelegt wurde, gaben einige westliche Diplomaten zu, dass der Anlass kein so positiver war, wie die Organisatoren gehofft hatten.

Die Hilfsorganisation der UNO für die palästinensischen Flüchtlinge (UNRWA) hat es nur geschafft 43 Millionen Dollar zu sammeln, um das Lager wieder aufzubauen – ein Bruchteil der benötigten 430 Millionen.

Die reichen Nachbarn des Libanon am Golf haben die zugesagten Gelder bisher nicht überwiesen.

Ganze 50m von den VIP-Gästen entfernt buhten einige Hundert Palästinenser hinter Stacheldraht. Durch die Kämpfe zwischen der Armee und den islamistischen Militanten vertrieben, leben diese Flüchtlinge jetzt in den Bereichen um das Lager herum, umgeben vom Schutt ihrer Häuser. Sie sagen, sie machten sich Sorgen, dass die internationale Gemeinschaft niemals das Geld für den Wiederaufbau ihrer Häuser auftreiben wird.

Doch selbst, wenn sie es aufbrächten, sagt Mahmud wie viele andere, wird das ihre Probleme im Libanon nicht lösen. „Das ist kein Leben hier. Wir brauchen in diesem Land Veränderungen. Wir haben hier keinerlei Rechte, wir haben keine Rechte. Wir brauchen Leben. Wo ist das Leben? Hier ist kein Leben.“

Es gibt im Libanon mehr als 200.000 Flüchtlinge, die in 12 Lagern über das Land verstreut leben. Die Palästinenser sind seit mehr als 60 Jahren hier – seit der Gründung Israels – aber sie werden immer noch von mindestens 70 Berufen ausgeschlossen, haben keinen Zugang zu staatlicher Bildung oder Gesundheitsversorgung und können sich nicht frei bewegen und auch kein Land erwerben.

Verglichen mit der gesamten arabischen Bevölkerung des Libanon war der Krieg des letzten Jahres verheerender als der Gaza-Krieg für die Gaza Menschen im Gazastreifen. Für den Durchschnittsaraber im Libanon war es fünfmal wahrscheinlicher das Dach über dem Kopf zu verlieren und zweimal so wahrscheinlich getötet zu werden wie für die Palästinenser im Gazastreifen.

Dennoch sagte die Welt Milliarden für Gaza zu und nur einen winzigen Teil davon von für die palästinensischen Araber im Libanon.

Was könnte für die unglaubliche Diskrepanz zwischen der Aufmerksamkeit und dem für Gaza gestellten Geld einerseits und dem für die libanesischen Lager andererseits verantwortlich sein?

Wenn Juden in das Töten von palästinensischen Araber verwickelt sind – egal, wie gerechtfertigt ihre Sache ist, egal, wie defensiv ihr Vorgehen, egal, wie sorgfältig sie zivile Tote vermeiden – gibt es Geschrei von wegen „Völkermord“ und „Holocaust“. Die Europäer verbiegen sich bis zum Geht-nicht-mehr, um den arabischen Opfern Mitgefühl zu zeigen. Die Menschen geben Geld und Hilfe. Staaten sagen Milliarden zu. Prominente Politiker und Dichter und andere beeilen sich, ihre Unterstützung zur Schau zu stellen. Jeder liebt die palästinensischen Araber – wenn sie als Opfer von Juden wahrnehmbar sind.

Wenn aber Araber palästinensische Araber töten, trocknet das Mitgefühl für die palästinensischen Araber völlig aus. Keine brüllenden Schlagzeilen, kein Geld, keine Spenden-Kampagnen, keine blutenden europäischen Herzen, keine Golfstaaten, die Konvois mit medizinischer Hilfe, Kleidung und Baumaterial schicken. Niemand geißelt den Libanon in der UNO wegen seiner ausdrücklichen Diskriminierung einer 200.000 Personen großen Minderheit, von denen die meisten im Land geboren wurden, und der Weigerung sie Land besitzen, eine ganze Reihe von Berufen ausüben oder Staatsbürger werden zu lassen. Keine Boote mit Aktivisten werden in den Libanon geschickt, um einem Problem öffentliche Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, das wirklich öffentliche Aufmerksamkeit benötigt. Kein Land sagt, sie würden libanesische Offizielle als „Kriegsverbrecher“ verhaften.

Wie viel größer könnte die Heuchelei der „Menschenrechtler“ sein? Wie offensichtlicher kann es sein, dass ein beträchtlicher Prozentsatz an Leuten, die behaupten sich um die palästinensischen Araber zu sorgen, in Wirklichkeit Antisemiten sind, die ihren Judenhass in den Mantel der „Menschenrechte“ hüllen?

Wenn Alice Walker, Lauren Booth und George Galloway sich entscheiden würden palästinensische Araber zu besuchen und sich offen gegen deren Unterdrückung äußerten, dann könnten sie behaupten Mitgefühl zu haben. Wenn Caryl Churchill ein Theaterstück über den Libanon schreiben würde, darüber sprechen würde, wie die Araber vorgeben sich um ihre palästinensischen Brüder zu sorgen, während sie aktiv daran arbeiten sie als Menschen zweiter Klasse zu behandeln, dann kann sie von sich behaupten nicht antisemitisch zu sein. Würden sich die Staaten der Welt entscheiden eine Geberkonferenz abzuhalten, bei der sie Milliarden für die palästinensischen Araber sammeln, die von ihren eigenen Leuten zu Opfern gemacht werden, dann könnten sie behaupten für Menschenrechte und Gerechtigkeit zu kämpfen.

Doch bis das nicht, gibt es nur einen logischen Grund, dass all diese Leute angeben sich auf den Gazastreifen versteift zu haben – und der ist nicht die Hilfe für die dortigen palästinensischen Araber. Ganz tief in sich drin juckt es sie die Juden zu beschuldigen. Sie fühlen tief in sich drin, dass diese Juden, die so scheinheilig sind, die behaupten das „erwählte Volk“ zu sein, die für sich in Anspruch nehmen moralisch zu handeln, ein Stück gestutzt werden müssen. Sie lieben die köstliche und fabrizierte Ironie der Holocaustopfer, die sich in Unterdrücker verwandeln. Der unmodische Judenhass ist durch den sehr modischen Hass gegen den jüdischen Staat und all sein Tun ersetzt worden. Mehr als alles andere lieben sie es, die palästinensischen Araber als die Juden des 21. Jahrhunderts darzustellen, die unter dem naziartigen zionistischen Regime leiden müssen, sowie vorzugeben, der Gazastreifen sei das Warschauer Ghetto mit heldenhaften Arabern, die nur um ihre Würde kämpfen.

Ich weiß, ich male hier mit einem groben Pinsel. Natürlich gibt es Menschen, die in ihrer Kritik Israels ehrlich sind und die auch andere kritisieren. Aber der Lackmustest, ob ein Kritiker Israels aufgrund von Moralität handelt und nicht aufgrund von Antisemitismus, ist darin zu sehen, was er über den Libanon sagt – oder dort ignoriert.

Nach diesem Standard gibt es arg wenige legitime und ehrliche Kritiker Israels.

Ein Gedanke zu “Ja, Antizionismus ist wirklich Antisemitismus

  1. Ich sehe den Antisemitismus auch von der statistischen Seite:
    Sollte jemand beteuern, dass er nur Israelkritiker sei, aber kein Antisemit, dann bitte ich ihn, er möge die Zahl der „Israelkritiker“ und der „Opfer Israels“ gegen die Dafurkritiker und die dortigen Todesopfer stellen (auch wenn dieser Vergleich hinkt!). Unter den „Israelkritikern“ möge er mir die überzähligen nennen, die also Antisemiten sind, dann könnte ich ihm eventuell glauben, dass er kein Antisemit wäre.

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