Das Ziel der Araber ist nicht Frieden

Jeff Jacoby, The Boston Globe, 20. Mai 2009

Wer favorisiert eine Zweistaaten-Lösung für den arabisch-israelischen Konflikt?

Präsident Obama macht es, natürlich; das machte er klar, als er Israels Premierminister Benjamin Netanyahu am Montag im Weißen Haus begrüßte. Ebenso der vorige Präsident, George W. Bush, der schon 2002 für die palästinensische Eigenstaatlichkeit warb und das bis in die letzten Tage im Amt weiterführte. Die nationale Plattform der Demokratischen Partei befürwortet eine Zweistaaten-Lösung; auch die der Republikaner tut es. Der UNO-Sicherheitsrat bestätigte vor ein paar Tagen seine Unterstützung einstimmig und die Europäische Union ist ebenfalls heftig dafür.

Papst Benedict XVI. forderte während seines gerade erfolgten Besuchs im Heiligen Land einen palästinensischen Staat, womit er sich – jedenfalls in dieser Frage – mit den Herausgeber-Stäben des Boston Globe, der New York Times, der Washington Post und der Los Angeles Times auf eine Linie bringt. Und, was diese Sache angeht, mit dem größten Teil der Israelis. Eine neue Umfrage zeigt, dass 58 Prozent der israelischen Öffentlichkeit eine Zweistaaten-Lösung unterstützt; zu den prominenten Unterstützern gehören Netanyahus drei Vorgänger – die ehemaligen Premierminister Ehud Olmert, Ariel Sharon und Ehud Barak – sowie Präsident Shimon Peres.

Der Konsens, so sollte es wohl scheinen, ist überwältigend. Henri Guaino, ein hochrangiger Berater des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy, formulierte es Sonntag so: „Jeder will Frieden. Die ganze Welt will einen Palästinenserstaat.

So wird es nicht kommen.

Internationaler Konsens oder nicht, die Zweistaaten-Lösung ist eine Chimäre. Frieden wird nicht dadurch erreicht, dass man den Palästinensern Souveränität gibt, weil palästinensische Souveränität nie das Ziel der Araber war. Immer wieder wurde eine Zweistaaten-Lösung vorgeschlagen. Immer wieder haben die Araber sie verworfen.

1936, als Palästina noch unter britischer Herrschaft stand, wurde eine von Lord Peel geleitete königliche Kommission losgeschickt, um die ständig schlimmer werdende arabische Gewalt zu untersuchen. Nach einer detaillierten Ermittlung kam die Peel-Kommission zu dem Schluss, dass „ein nicht unterdrückbarer Konflikt zwischen zwei nationalen Gemeinschaften innerhalb der engen Grenzen eines kleinen Landes aufgekommen.“ Sie schlug eine Zweistaaten-Lösung vor – die Teilung des Landes in separate arabische und jüdische Staaten. „Teilung bietet Chance auf endgültigen Frieden“, berichtete die Kommission. „Kein anderer Plan tut das.“

Aber die arabischen Führer, denen es mehr darum ging eine jüdische Souveränität in Palästina zu verhindern als einen eigenen Staat zu erreichen, lehnten den Peel-Plan rundheraus ab. Der oberste Palästinenserführer, Hadsch Amin al-Husseini, unterstützte aktiv das Nazi-Regime in Deutschland. Im Gegenzug, schrieb Husseini in seinen Memoiren, versprach ihm Hitler „freie Hand jeden einzelnen Juden in Palästina und der arabischen Welt auszumerzen“.

1947 wurde den Palästinensern erneut eine Zweistaaten-Lösung vorgeschlagen. Wieder verschmähten sie sie. Wie die Peel-Kommission kamen auch die Vereinten Nationen zu dem Schluss, dass nur eine Teilung des Landes in zwei benachbarte Staaten, einer arabisch und einer jüdisch, dem Konflikt ein Ende setzen könnte. Am 29. November 1947 verabschiedete die UNO-Vollversammlung mit einem Abstimmungsergebnis von 33 zu 13 die Resolution 181, die Palästina auf Grundlage der Bevölkerung aufteilte. Hätten die Araber die UNO-Entscheidung akzeptiert, dann wäre der palästinensische Staat, den „die gesamte Welt will“, heute 61 Jahre alt. Statt dessen gelobte die Arabische Liga die jüdische Souveränität zu blockieren, indem sie „einen Vernichtungskrieg und ein bedeutendes Massaker“ zu führen versprach.

Immer und immer wieder ist dieses Muster wiederholt worden. Nach seinem atemberaubenden Sieg im Sechstage-Krieg 1967 bot Israel an das Land, das es gewonnen hatte, gegen einen dauerhaften Frieden mit seinen Nachbarn einzutauschen. Von ihrem Gipfel in Khartoum kam die berüchtigte Antwort der Araber: „Nein zu Frieden mit Israel, Nein zu Verhandlungen mit Israel, Nein zur Anerkennung Israels.“

In Camp David bot Ehud Barak im Jahr 2000 den Palästinensern praktisch alles an, von dem sie behaupteten es zu fordern – einen souveränen Staat mit der Hauptstadt Ostjerusalem, 97 Prozent der Westbank und des Gazastreifens, dutzende Milliarden Dollar „Entschädigung“ für das Leid der palästinensischen Flüchtlinge. Yassir Arafat lehnte das Angebot ab und begann die blutigste Terrorwelle der Geschichte Israels.

Bis heute fordern die Charta der Hamas wie die der Fatah, der beiden wichtigsten palästinensischen Fraktionen, die Liquidierung Israels. „Die gesamte Welt“ mag Frieden und einen palästinensischen Staat wollen, aber die Palästinenser wollen etwas ganz anderes. Bis sich das ändert, gibt es keine Zweistaaten-Lösung.

Dann kann man sich nur Yaakov Kirschen anschließen:


3 Gedanken zu “Das Ziel der Araber ist nicht Frieden

  1. Klasse, dass du das übersetz hast!
    Du wirst lachen, denn ich hatte auch damit angefangen, es dann aber aus Zeitgründen abgebrochen 😉

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