Das ist kein Widerspruch

Der Friedenswille der Araber wird – auch von mir – gerne in Frage gestellt. Allerdings ist das ein Problem, das etwas nuancierte angegangen werden muss. Vor allem von Leuten, die mit Umfrage-Ergebnissen den Frieden in Nahost herbeireden und Israel für den Unfrieden verantwortlich machen wollen. Was soll man z.B von diesem Ergebnis halten, das aus Ägypten stammt:

71% der Ägypter sind für Frieden in der Region

58% der Ägypter träumen von der Vernichtung Israels

Das ist KEIN Widerspruch, wenn man sich das Friedensverständnis richtig vergegenwärtigt. Elder of Ziyon vertritt den Standpunkt, dass die arabische Vorstellung von Frieden etwas ist, das die meisten Menschen Krieg nennen würden. Ob man damit argumentieren sollte, weiß ich nicht.

(Crossposted auf der Gegenstimme)

Tatsache ist aber, dass der Islam lehrt, dass die Welt in zwei Teile gespalten ist: Das Haus des Friedens/Haus des Islam, wo dieser herrscht (ohne dass alle Muslime sein müssen – wer sollte sonst die Staatskassen mit der Jizya füllen?); und das Haus des Krieges, wo der Islam (noch) nicht herrscht, das bekämpft werden muss und dessen Menschen vor die Wahl gestellt werden müssen, den Islam anzunehmen oder vernichtet zu werden.

Vor diesem Hintergrund ist klar, welcher Frieden da von den (meisten der) Befragten Ägypter gewollt ist: So lange es Israel gibt, vor allem als jüdischen Staat, gehört es dem Haus des Krieges an. Erst, wenn es in das Haus des Islam zurückgeholt worden ist, ist „Frieden“. Das geht Hand in Hand.

Vielleicht werden irgendwann auch mal unsere Friedenshetzer und Gutmenschen begreifen. Die Hoffnung ist sehr gering, denn in 40 Jahren Kalter Krieg ist das nicht passiert, eher im Gegenteil.