Knallchargen

Roger Willemsen – dem ist die scheinintellektuelle Arroganz derart zur Natur geworden, dass er sich inzwischen sprachlich in Regionen so weit unter der Gürtellinie begibt, dass es einen graust. Dazu kommen die üblichen lockeren Schrauben in Sachen Guantánamo, die solche Leute mit einem heftigen Schlag an der Waffel immer gerne von sich geben.

Christoph Bertram, der größte Freund Israels – d.h. seiner Vernichtung. Jetzt findet er, dass nicht der Iran für seine Atompläne kritisiert werden darf oder der Westen dafür, dass er nicht entschlossener gegen die Terror-Mullahs vorgeht. Nein, das Unvermeidliche, das Grauen ist in Israel zu verorten, dass aus purer Kriegslust ein iranisches Atomprogramm vernichten wird, ohne dafür Gründe zu haben. Und keine Gründe haben die Israelis, weil Bertram keine anführt. Wunderbar, die ZEIT braucht einen solchen A…! Zitat Mr. Moe: In klaren Worten: Bertram fordert, dass der Westen “Israels Sicherheit” nur dann “unterstützt” – was auch immer das heißen mag -, wenn Israel einen atomar bewaffneten Iran in jedem Fall akzeptierte. Noch klarer formuliert: Bertram fordert den jüdischen Staat auf Seiten einer deutschen Qualitätszeitung dazu auf, Selbstmord zu begehen. Dass der deutsche Staat Israel dabei willentlich zur Hand gehen soll, versteht sich für Bertram von selbst:

Felicia Langer, die unbestritten ehrlichste israelisch-jüdische Rechtsanwältin und nach Deutschland geflohene Israelin der Welt. Eine der „harmloseren“ Anmerkungen bei ihrem Auftritt in Linz am 29. April war, dass Ahmadinedschad in Genf (nur) die Wahrheit gesagt habe. Sie verkündet auch: „Die Palästinenser sind gewaltfrei.“ Klar, die Qassams werden von Marsmännchen abgeschossen, die Mörser von Erdmännchen, die Gewehr-Schüsse kommen von verkappten Zionisten und die Bagger im letzten Jahr in Jerusalem waren alle vom Mossad ferngesteuert. Vielleicht ist je ein Neurologe in der Lage uns zu erklären, welchen Teil ihres Hirns sich die Dame hat entfernen lassen!

Hermann Ploppa – Schreiber „für überregionale Zeitungen“: Der Typ will „beweisen“ können, dass für Hitlers Rassen-Programme Amerikaner verantwortlich zeichnen; von selbst wäre der Führer wohl nicht drauf gekommen. Und er war ja ein so großer Fan Amerikas, nicht wahr? Noch ein paar Schoten dieser Art finden sich im verlinkten Eintrag bei Wind in the Wires.

Stefan Weidner (auf qantara.de), anscheinend Islamwissenschaftler – der Westen ist ja nur ungerecht den Muslimen gegenüber und die Kirchen machen das jetzt auch noch! Sie „lassen ihre dialogfreundlichen Masken fallen“ und schließen sich dem Westen darin an, den Muslimen „brüske Ablehnung zentraler islamischer Glaubenselemente“ zuzumuten (Mohammed-Karikaturen, Schändung des Koran in Guantánamo und dem Irak – dem fällt nicht auf, dass das widerlegte Gerüchte sind, aber das ist ja egal, eine Bildung muss der Muslim ja haben… – in den alltäglichen Debatten über die Scharia). Auf jeden Fall sind es nicht die Muslimorganisationen, die dialogunfähig sind. Und was heißt das alles? „Mit der von uns behaupteten, dem Islam als Vorbild entgegengehaltenen Trennung von Staat und Religion ist es nicht so weit her, wie wir uns gern einbilden. Weil die Kirchen den Dialüg so nicht mehr mitmachen wollen, sind also Staat und Kirche nicht mehr zweierlei. Herr, schmeiß Hirn vom Himmel, aber schnell!

Die SED-Mitgliedschaft des Polizisten, der Benno Ohnesorg erschoss, sorgt für Knallchargen gleich in zwei Richtungen: Zum einen steht für PI schon fest, dass das ein Stasi-Auftragsmord war. Dazu braucht es keine Beweise, das ist „logisch“. Zum anderen schreibt ein Stephan Hebel in der Frankfurter Rundschau die DDF von jeglichem Ansatz von Anteil daran frei, um der westberliner Polizei die Alleinschuld an Kurras‘ Schuss zuzuschieben und die 68-er weiter für die beste deutsche Generation hochzujubeln. Es ist natürlich völlig klar, dass der Mörder Kurras nicht der DDR und der Stasi zuzurechnen ist – so wie der Reformator Luther der DDR gehörte und der Judenhasser Luther dem Westen (so kalauerte mal Dieter Hildebrandt). Dass die 68-er nicht die DDR wollten, weil sie Mao verehrten, so weit denkt die Knallcharge von der FR nicht – will er nicht, das zuzugeben wäre denn dann doch etwas, was ihm sein Weltbild versauen würde.

David Miliband, britischer Außenminister – der will unbedingt in seiner typischen Milchbart-Manier festgehalten wissen, dass man mit der Hamas und der Hisbollah reden kann, weil sie neben dem militärischen einen politisch-sozialen Flügel haben, die nationale Ziele haben und das Gute der Menschen im Sinn haben. Und die Hamas-Charta mag zwar problematisch sein, reflektiert aber nicht notwendigerweise die Hamas-Wirklichkeit. Der Milchbart will uns wirklich weis machen, dass die Hamas ihre Charta nicht ernst nimmt. Dass die dort formulierten Ziele – die sehr genau denen der Al-Qaida gleichen – nicht ernst genommen werden brauchen. Wenn es da eine philosophische Unterscheidung gibt, sollte diese sehr genau benannt werden – aber das wird schwer fallen, weil sie ausschließlich in westlichen Hoffnungen und Einbildungen vorhanden sind, die auf englischsprachigen PR-Gigs gründen, die nichts mit der Realität vor Ort zu tun haben.