Plattitüden, Unwahrheiten und Verdrehungen

Kairo: Präsident Obama hat seine Rede gesprochen – und obwohl viele, ihm auch nicht unkritisch gegenüber stehende Menschen diese Rede positiv sehen, gibt es einfach zu viel Unsinn, Phrasendrescherei und schlichtweg Falsches bis Gefälschtes, das da gefallen ist, dass man sich fragen mag, wen der Mann verarschen will:

– Unter Ignorierung der Rolle des antiken Griechenland, des vorislamischen Persien, Chinas und Indiens schrieb er dem Islam die Erfindung moderner Medizin, Algebra, Navigation und selbst die Benutzung von Füller und Buchdruck zu. Er ging sogar so weit die Entstehung der Renaissance und der Aufklärung der mittelalterlichen theologischen Schule Al Azhar zu. (Amir Taheri)

– Mit dem Hinweis darauf, dass Thomas Jefferson eine Ausgabe des Koran besaß, erklärte Obama, dass “der Islam immer schon Teil der amerikanischen Geschichte gewesen ist. (Amir Tahrei) (Das ist nun die Verdrehung schlechthin, da Jefferson nicht positiv über den Islam dachte, sondern sich den Koran nur zugelegt hatte, um zu verstehen, was für Leute in Nordafrika Piraterie und Sklavenjagd betrieben, was sie antrieb und wie man ihnen beikommen konnte!)

– Der Holocaust war schlimm, aber das gelte auch für die Besetzung Palästinas durch Israel. Dem Präsidenten fehlen jegliche moralischen Kategorien. Kein Wort über die Kriege, die die Araber gegen Israel begonnen haben, kein Wort darüber, dass die Palästinenser 2000 das Angebot eines eigenen Staates ausgeschlagen und mit Terror (der Intifadah) auf die ausgestreckte Hand der Israelis geantwortet haben. Die Palästinenser stellt Obama in der Rede als Opfer mit den schwarzen Sklaven in Amerika gleich. Als wären sie Sklaven Israels und die Juden die Unterdrücker. (Joachim Steinhöfel)

– „Die Israelis müssen anerkennen, dass ebenso wenig wie Israel Palästina das Existenzrecht aberkannt werden kann“. – In wessen Charta ist die Vernichtung Israels als grundlegendes Ziel niedergelegt ? Und seit wann verweigert Israel den Palästinensern das Recht auf einen eigenen Staat? (Joachim Steinhöfel)

– Peinlich, wie Obama die im Koran manifestierte Unterdrückung der Frauen im Islam verschwieg… Man hörte kein Wort darüber, dass die Sharia die Menschenrechte und die Rechte der Frauen negiert. (Joachim Steinhöfel)

– „Die akzeptieren die Siedlungen nicht und sie verletzten bisherige Abkommen.“ Das bezog sich auf die Roadmap – die aber Israel nicht gesondert auffordert Judäa, Samaria und den Gazastreifen aufzugeben, sondern Verhandlungen über die Grenzen eines PA-Staates fordert. (Tzvi Ben Gedalyahu)

– Radikale Gruppen in den USA haben bei dieser Rede offen gejubelt, weil der Präsident… den Begriff des islamischen Terrorismus nicht benutzte; er benutzt den Begriff nicht, mit dem man islamischen Extremismus beschreibt, er nennt ihn einfach Extremismus, als existierte der in einer Blase. (Steven Emerson)

– „Die Palästinenser müssen die Gewalt hinter sich lassen. Widerstand durch Gewalt und Töten ist falsch und hat keinen Erfolg. Jahrhunderte lang litten schwarze Menschen in Amerika unter dem Schlag der Peitsche als Sklaven und der Erniedrigung der Rassentrennung Aber es war nicht Gewalt, die volle und gleiche Rechte brachte. Es war friedliches und entschiedenes Bestehen auf den Idealen, die im Zentrum der Gründung Amerikas standen.“ – Vergleicht er hier die palästinensischen Araber mit Sklaven???? Und die Israelis mit weißen Sklavenhaltern???? (Elder of Ziyon) (Weitere Fragwürdigkeit: „Widerstand“? „Widerstand durch Gewalt“? Das ist nicht „Widerstand, das ist Terror, was die betreiben!)

– „Seit über eintausend Jahren steht Al-Azhar als Strahl islamischer Gelehrsamkeit. Und seit über einem Jahrhundert ist die Universität Kairo als Quelle des Fortschritts Ägyptens gewesen. Zusammen repräsentieren beide die Harmonie zwischen Tradition und Fortschritt.“ – Was Obama zweifellos nicht begriffen hat, ist, dass Großscheik Mohammed Sayyid Tantawi, der Mann, der der Al-Azhar vorsteht, alles ist, aber kein Lichtstrahl des Fortschritts. (Michael Freund) Tantawi hat die Juden ja nur als „Nachkommen von Affen und Schweinen“ bezeichnet – äußerst fortschrittlich.

– Er sprach von der Notwendigkeit islamische Terroristen zu bekämpfen ohne ihre intellektuellen, politischen und finanziellen Grundlagen zu erwähnen und die Unterstützung, die von genau den Moscheen, Politikern und Regimen in Saudi-Arabien und Ägypten kommt, die Obama als moderat und verantwortlich preist.
Er sprach von der Notwendigkeit Frauen Gleichheit zu gewähren, ohne die allgemeine islamische Praxis so genannter Ehrentötungen und weibliche Genitalverstümmelung zu erwähnen. Er ignorierte die Tatsache, dass in den gesamten Ländern des Islam Frauen grundlegende und Menschenrechte vorenthalten werden. Und dann wertet er seine Äußerung auf, indem er verlogen behauptet, dass Frauen in den USA gleichermaßen unter einem Gleichberechtigungsdefizit leiden. Indem er die Sache auf diese Weise diskutiert, sendet Obama die Botschaft, dass ihn die Not der Frauen in der islamischen Welt nicht weniger kümmern kann.
Obama sprach auch von der Notwendigkeit religiöser Freiheit, ignorierte aber die saudi-arabische Religions-Apartheid. Er sprach von den Segnungen der Demokratie, ignorierte aber die Probleme der Tyrannei. (Caroline Glick)

– Wenn Obama und andere gut meinende Islamophile der mulismischen Welt erzählen, wie wundervoll und friedlich der Islam so ist, dann untergraben sie Reformen und ermutigen die gefährlich falsche Vorstellung, dass der  islamische Terrorismus in erster Linie von etwas anderem als einem Konstrukt islamischer Ideologie verursacht ist. (Robert Spencer)

– Er sagte, Amerikas unzerstörbares Band mit Israel gründe auf der Anerkennung, dass das Streben nach einem jüdischen Heimatland in der tragischen Geschichte verwurzelt ist, die nicht geleugnet werden kann. In der gesamten Welt wurde das jüdische Volk Jahrhunderte lang verfolgt und der Antisemitismus kulminierte in Europa in einem nie da gewesenen Holocaust… Das Streben der Juden nach ihrem Heimatland entstammt nicht dem Holocaust, auch nicht ihrer überaus tragischen Geschichte. Es entstammt dem Judentum selbst, das aus den untrennbaren Elementen der Religion, des Volkes und des Landes zusammengesetzt ist. (Melanie Phillips) Was Phillips noch schlimmer findet: Anscheinend vollzog Obama unterschwellig eine Gleichstellung zwischen den Holocaust-Vernichtungslagern und den palästinensischen „Flüchtlingslagern“ durch die Art und Weise, wie er seinen anstehenden Buchenwald-Besuch in die Rede einarbeitete.

Obama beklagt das Leid der Palästinenser – und ignoriert, dass dieses Leid selbst geschaffen ist; durch Ablehnung jeglicher Friedensregelung, jeglichen Zusammenlebens mit Juden, ihres Bestrebens Israel zu vernichten, 60 Jahren aggressiver Kriegsführung gegen die Juden in Nahost. (zusammengefasste Argumentation von Melanie Phillips)

„Der Heilige Koran lehrt, dass, wenn immer ein Unschuldiger getötet wird, das so ist, als habe der Mörder die ganze Menschheit getötet; und wer immer einen Menschen rettet, das ist, als habe er die ganze Menschheit gerettet.“ – Fakt ist, dass es das Judentum ist, das diese Grundregel lehrt. Der Koran hat sich diese Regel angeeignet – sie aber so verändert, dass sie etwas ganz anderes bedeutet (Sure 5,32-33): „Aus diesem Grunde haben Wir den Kindern Israels verordnet, daß wenn jemand einen Menschen tötet – es sei denn für (Mord) an einem andern oder für Gewalttat im Land -, so soll es sein, als hatte er die ganze Menschheit getötet; und wenn jemand einem Menschen das Leben erhält, so soll es sein, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten. Und Unsere Gesandten kamen zu ihnen mit deutlichen Zeichen; dennoch, selbst nach diesem, begehen viele von ihnen Ausschreitungen im Land. Der Lohn derer, die Krieg führen gegen Allah und Seinen Gesandten und Unordnung im Lande zu erregen trachten, wäre der, daß sie getötet oder gekreuzigt werden sollten oder daß ihnen Hände und Füße abgeschlagen werden sollten für den Ungehorsam oder daß sie aus dem Lande vertrieben würden.“ Mit anderen Worten: Das dreht ein talmudisches Gebot, das den Wert des Erhalts menschlichen Lebens bestätigt, in ein Rezept für Gewalt und Mord gegen Juden und „Ungläubige“. Dennoch gibt Obama das als Beweis für die friedliche Natur des Islam aus. (Melanie Phillips)

– Die Rede war durchzogen von falschen historischen Kategorien. Was impliziert z.B. der Vergleich der Situation schwarzer Sklaven Amerikas mit der heutigen Lage der Palästinenser? Er meint die Israelis ermahnen zu müssen, daß sie das Existenzrecht Palästinas sowenig in Frage stellen dürften wie ihr eigenes; mit ein ganz klein wenig Ahnung von der Geschichte des Nahen Ostens seit 1948 hätte er den Satz umgekehrt formuliert. (Mark Haverkamp)

– Israel kommt als Anomalie rüber. Es gibt keine Wertschätzung von Israel als strategischem Wert – seien Verbindungen zu den Vereinigten Staaten sind „kulturell und historisch“ und damit nicht wirklich rational. (Martin Kramer)

– Seit Bonaparte ist kein Ausländer mehr auf ägyptischem Boden gelandet, der eine Botschaft solch überheblicher Hybris abgab. Wäre ich Muslim, würde mich dieses 6.000-Worte-Manifest vor Angst schlottern lassen. Dieser Mann will genauso sehr mein Präsident sein wie der von Amerika. (Martin Kramer)

Die übrigen 100.000 Seiten kriege ich heute nicht mehr gelesen und in diesem Posting unter. Dafür vielleicht noch ein Fazit:

Eine schöne Rede für die Medien, für die Titelseiten, für die Umfragewerte. Ein Präsident, selbstverliebt, naiv und ohne klare, durchdachte Werte. Planlos für den Nahen und Mittleren Osten. Die Achse des Bösen wird bestärkt darin sein, dass sie mit diesem Mann nach eigenem Gutdünken Schlitten fahren kann. Und es fällt schwer zu begründen, warum sie damit falsch liegen sollte.

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