Das jüdische Problem

Sultan Knish, Juli 2009

Das jüdische Problem hat es immer schon gegeben. Als die Juden in ihrem Heimatland lebten, fegten die Assyrer, die Babylonier, die Griechen, Römer, Araber, Kreuzfahrer und dann wieder die Araber mit Schwert und Fackel durch Israel. Immer und immer wieder wurde die jüdische Bevölkerung Israels ermordet und versklavt, das Land wurde entleert und umbenannt, neue Bevölkerung wurde importiert, um ihren Platz einzunehmen. Dann fiel das unterdrückende Reich auseinander und die Juden kehrten zurück, gewannen ihre heiligen Orte wieder, bauten neue Häuser, pflanzten Weingärten und kultivierten Felder. Und der Kreislauf begann von vorne.

Im Exil verschwand das jüdische Problem auch nicht. Islamisch-arabische Herrscher untersagten den Juden dem Ort des Tempels auch nur nahe zu kommen. Das mittelalterliche Europa pferchte die Juden in Ghettos. Das zaristische Russland hatte den Ansiedlungsrayon. Die Liberalen der französischen Revolution erklärten, dass die Juden sich assimilieren und aufhören müssten ein separates Volk zu sein. Wie die Konterrevolution, so begann auch Nazideutschland mit Plänen der Vertreibung der Juden, endete aber bei umfassendem Völkermord. Juden, die vor den Nazis flohen, fanden die Tore der westlichen Staaten verriegelt, was damit begründet wurde, diese hätten bereits genug Juden; gleiches galt für Israel, weil dort die britischen Behörden die Araber nicht wütend machen wollten, die bereits mit dem Nationalsozialismus sympathisierten.

Jetzt haben wir das Jahr 5769 oder 2009. Und das jüdische Problem besteht auch heute noch, denn für diejenigen, für die die Existenz von Juden das Problem ist, wird es immer ein jüdisches Problem geben.

Der moderne jüdische Staat Israel war kaum wieder aufgebaut, da entschied die Welt, dass die vor dem Nationalsozialismus geflüchteten Juden die Unterdrücker und die palästinensischen Araber, die unter Mufti Mohammed Amin al-Husseini mit Hitler am Holocaust arbeiteten, ihre Opfer seien.

Das sollte die gebräuchliche Darstellung der jüngsten Phase des „jüdischen Problems“ werden. Wobei das jüdische Problem natürlich darin besteht, dass es Juden gibt. Die größte Bedrohung des Friedens im Nahen Osten heute, erklärt die Welt, ist die, dass es Juden gibt, die in Städten in Judäa und Samaria leben. Diese Städte werden „Siedlungen“ genannt und sie sind auf eine Weise „abträglich für den Ausgang“ des Friedensprozesses, wie es die arabischen Städte und Dörfer in Teilen Israels es offensichtlich nicht sind.

Wenn ein Araber ein Haus baut, werden seine Rechte, dies zu tun, verteidigt. Wenn ein Jude ein Haus baut, ist er eine Gefahr für den Frieden. Egal, dass es keinen Frieden und keinen Friedensprozess gibt, aus dem einfachen Grund, dass die Hamas- und die Fatah-Terroristen, denen die Welt einen Staat übergeben will, weiterhin versuchen Juden zu töten.

Für einen Diplomaten demonstriert das jedoch nur, dass es sich um ein jüdisches Problem handelt. Immerhin versuchen all die Terroristen, Juden zu töten. Klar sind die Juden das Problem.

Die beiden großen Übersee-Agenden der Administration Obamas bestehen darin die Juden davon abzuhalten dort zu leben, wo er sie in ihrem eigenen Land nicht haben will und Israel davon abzuhalten sich gegen einen Atombombenangriff des Irans zu verteidigen. Wie gewöhnlich sind es nicht die islamisch-arabischen Terroristen, die versuchen Juden zu töten, noch das Atomwaffenprogramm des Iran, die das Problem darstellen – es sind die Versuchte der Juden nicht von ihnen umgebracht zu werden, die den Frieden bedrohen.

Und natürlich gibt es immer Hofjuden, die ihnen zu Hilfe eilen – nicht den Juden, sondern denen, die immer weiter das jüdische Problem beackern. Alan Dershowitz verwendete einen Vorschlag von Yousef Munayyer vom für die Hamas eintretenden American Arab Anti-Discrimination Committee neu, dass Juden in Siedlungen gezwungen werden sollten, nur vertikal zu bauen, aufwärts, statt seitlich. „Lasst sie vertikal“ oder einen auf den anderen gestapelt werden, in einer wahrlich postmodernen Architekten-Vision eines Ghettos als Wolkenkratzer.

100 Stockwerke hohe Ghettos aus Glas und Stahl werden das jüdische Problem kaum lösen. Sie bilden nur ein besseres Ziel ab. Das Problem sind nicht die Siedlungen, denn es ist kein Siedlungsproblem, sondern ein jüdisches Problem.

Hitlers Problem war nicht, dass es in Deutschland lebende Juden gab, sondern dass es lebende Juden gab. Punkt. Als die Juden Deutschland verließen, folgten ihnen Hitlers Armeen in den Westen und in den Osten. Selbst in den Nahen Osten, da Hitler dem Mufti von Jerusalem schwor, dass sein Ziel in der Region sei die Juden in Israel auszumerzen. Das Problem des Iran ist nicht, dass es Juden gibt, die in Teilen von Judäa und Samaria leben. Weder die Hams noch die Fatah sind bereit die Recht von Juden anzuerkennen, die in irgendeinem Teil von Israel leben – oder das Existenzrecht Israels. Nicht einmal, wenn die Siedlungen weg sind.

Das jüdische Problem kann nicht dadurch gelöst werden, dass Juden in Ghettos ziehen, seien diese vertikal oder horizontal. Denn es ist kein Problem, das dadurch verursacht wird, wo Juden leben, sondern dadurch, dass Juden leben. Fatah und Hamas und ihr Ahnherr, der Mufti, haben hart daran gearbeitet das Problem der lebenden Juden zu lösen. Obama hilft ihnen das Problem zu lösen, indem er es einmal mehr als ein „jüdisches Problem“ betrachtet, statt das Problem derer, die die Juden zu sehr hassen, um zu leben und leben zu lassen.

Die Diplomatie hat versucht „den Kreislauf der Gewalt“ durch „den Kreislauf des Appeasement“ zu ersetzen, aber es liegt in der Natur der Sache, dass der eine den anderen nährt. Israel hat seit dem Yom Kippur-Krieg eine Generation lang versucht seine Feinde zu beschwichtigen, nur um zu erfahren, dass nicht einmal die Landabgabe eines Mehrfachen der eigenen Fläche genug Appeasement darstellt. Juden in der Westbank haben hart daran gearbeitet jede Minderheit mit einem Groll gegen sie zu beschwichtigen und haben es dennoch nicht geschafft zu begreifen, dass auch noch so viel Appeasement niemals ausreicht.

Ein Jahrhundert and Rhetorik, Philosophie, Diskussion und Existenzangst lässt sich auf eine einfache Tatsache reduzieren. Es gibt keine Möglichkeit ein Problem zu lösen, wenn versäumt wird es zu definieren. Das jüdische Problem ist ein Problem nicht der Juden, sondern derer, die die Juden töten wollen. Es gibt keine Lösung des Problems, außer der, ihnen die Vollendung dieses Auftrags zu verwehren.

Während einige Wolkenkratzer-Ghettos planen und überzeugt sind, dass die Lösung die „liebevolle Strenge“ Obamas sei, damit der die Juden aufhören solch ein Problem zu sein – ist die einfache Antwort, dass es keine Antwort gibt, sondern dass wir weiter leben werden. Das Leben ist keine so furchtbar komplexe Gleichung; es kann in reichlich einfachen Begriffen verstanden werden. Wenn Leute dich als Problem betrachten, dann besteht deine Lösung darin, sie von allem abzuhalten, was sie tun können, um „dieses Problem zu lösen“.

Ein Gedanke zu “Das jüdische Problem

  1. Es gibt keine Lösung des Problems, außer der, ihnen die Vollendung dieses Auftrags zu verwehren.

    Also verwehren wir es Ihnen, Punkt, basta 🙂 Viele Freunde braucht das Land.

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