Deutschland ehrt israelische Israel-Hasserin

(Vorab: Die JP setzt „Israel-Hasserin“ in Anführungszeichen; das habe ich bewusst nicht gemacht.)

Benjamin Weinthal, JP-Korrespondent in Berlin, Jerusalem Post, 17. Juli 2009

Horst Köhler, Präsident der Bundesrepublik Deutschland, verlieh am Donnerstag das Bundesverdienstkreuz erster Klasse, die prestigeträchtigste Auszeichnung Deutschlands, der israelischen Anwältin Felicia Langer, einer lautstarken Kritikerin Israels, die in Tübingen im südlichen Bundesland Baden-Württemberg lebt.

Langer vergleicht Israel regelmäßig mit dem Apartheid-Südafrika und pries die antisemitische Rede des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad auf der Durban II-Konferenz zu Rassismus in Genf. Zur Auszeichnung und ihrem Vergleich zwischen Israel und der südafrikanischen Apartheid gefragt, sagte sie der Jerusalem Post, dass das Bundesverdienstkreuz eine „Anerkennung meines Werkes“ ist und: „Was Israel in den besetzten Gebieten praktiziert, ist Apartheid.“

In einem Interview mit der radikal antizionistischen deutschen Tageszeitung junge Welt bezeichnete sie Israel als „Apartheid der Gegenwart“ und sprach vom jüdischen Staat als „das israelische Regime“. Zu ihrem Interview mit der antiisraelischen Internetseite Muslim-Markt gefragt, in dem sie die Auffassung vertrat, Verteidigungsminister Ehud Barak wie auch andere führende israelische Politiker und Generale sollten wegen Kriegsverbrechen vor den internationalen Kriminalgerichtshof in den Haag angeklagt und verurteilt werden, sagte Langer der Post, sie betrachte Vertreter Israels als „Kriegsverbrecher“ und stehe zu ihren Kommentaren. Sie sagte, die „offizielle Übersetzung“ der Drohung Ahmadinedschads „Israel von der Landkarte zu wischen“ beinhalte keine Äußerung, die die Auslöschung Israels anstrebe.

Auf die Frage, warum Präsident Köhler, der 2005 eine Rede in der Knesset hielt, Langer mit Deutschlands höchster Ehrung auszeichnete, lehnte sein Sprecher Stefan Schulze eine Kommentierung ab und verwies in der Frage auf das Innenministerium von Baden-Württemberg.

In einer E-Mail an die Post schrieb Uwe Köhn, Sprecher des Staates Baden-Württemberg: „Die Auszeichnung von Felicia Langer würdigt ihre humanitären Verdienste unabhängig von politischer, weltanschaulicher oder religiöser Motivation. Im Zentrum steht dabei ihr Einsatz für hilfsbedürftige Personen ohne Ansehen von Nationalität oder Religion vor dem Hintergrund ihrer eigenen Vergangenheit als massiv vom Holocaust Betroffene. Die Entscheidung zur Verleihung des Verdienstordens ist auf Vorschlag des Oberbürgermeisters von Tübingen, wo Frau Langer wohnt, unter einvernehmlicher Einbeziehung aller im üblichen Ordensverfahren beteiligter Stellen einschließlich des Auswärtigen Amtes getroffen worden. Die Auszeichnung wurde von Bundespräsident Köhler verliehen und von Staatssekretär [Hubert] Wicker überreicht.

Ein Sprecher des deutschen Außenministeriums sagte der Post, dass die Beteiligung des Ministeriums am Verleihungsprozess untersucht wird und deshalb kein sofortiger Kommentar gegeben werden könne. Tübingens Bürgermeister Boris Palmer konnte nicht erreicht werden, um seine Unterstützung für Langer zu kommentieren.

Nach Angaben von Langer lobte Günther Oettinger, CDU-Parteivorsitzender Baden-Württembergs, ihre Arbeit in einem Brief und gratulierte ihr zum Erhalt des Bundesverdienstkreuzes.

Deutschlands jüdische Gemeinschaft hat jedoch eine andere Antwort auf Langers prestigeträchtige Auszeichnung. Dr. Dieter Graumann, stellvertretender Vorsitzender der 120.000 Personen vertretenden Zentralrats der Juden in Deutschland, konnte die Entscheidung der deutschen Regierung nicht nachvollziehen, ihr das Bundesverdienstkreuz zu verleihen. Sie ist eine „militante und fanatischer Israelhasserin“, sagte Graumann.

„Damit wird erstmals eine aggressive Hetze gegen den jüdischen Staat nun auf einmal von Staats wegen in Deutschland prämiiert – ist das wirklich beabsichtigt?“, schrieb Graumann in einer E-Mail an die Post.

„Sachliche Kritik konkreter israelische Politik ist natürlich immer legitim – und ist immer am lautesten in Israel selbst zu hören. Aber Frau Langer ist vor allem bekannt dafür, dass sie einen böswilligen, militanten Israel-Hass zelebriert, der überhaupt nur deshalb so öffentlichwirksam wird, weil sie das als jüdischer Mensch tut, wie sie selbst immer wieder betont.“

„Erst vor ein paar Monaten nannte Frau Langer die positive Haltung der deutschen Kanzlerin gegenüber Israel ‚skandalös‘. Jetzt bekommt Langer plötzlich das Bundesverdienstkreuz – das ist ein fatales Signal, mit dem ihre völlig einseitige Hetze gegen Israel belohnt und legitimiert wird“, fuhr er fort.

„Die vom Innenministerium gelieferte Begründung, dass Frau Langers politisches Engagement mit ihrer Vergangenheit und mit dem Holocaust verbunden ist, eine Verbindung die, gelinde gesagt, ausgesprochen unsensibel, unklug und unglücklich ist. Ist das die Einführung einer neuen Mode? Wer immer Israel am lautesten kritisiert – besonders als Jude – steht ganz vorne in der Schlange für das Bundesverdienstkreuz?“, fragte Graumann rhetorisch.

Peter Weidner, oberösterreichischer Vorsitzender des Bundes der Freiheitskämpfer und Mitglied der Organisation Opfer des Faschismus, sagte der Post, dass Langer der Rede Ahmadinedschads in Genf zustimme. Weidner hatte von einem Ereignis im Linzer Rathaus berichtet, wo Langer den Antisemitismus des iranischen Präsidenten ignorierte, Israel mit dem Apartheid-Südafrika vergleich und die Hamas-Wahlen „als freieste demokratische Wahlen, die im Nahen Osten stattfanden“ beschrieb.

Das in Wien erscheinende jüdische Magazin „Die Jüdische“ (www.juedische.at) und ihr Redaktionsleiter Samuel Laster posteten Weidners Bericht zum Geschehen im Linzer Rathaus Ende April. Nach Angaben Weidners beschrieb Langer „Israels Politik als rassistisch“.

Kritiker in Österreich und Deutschland machen geltend, dass Langers Bemühungen Israel zu delegitimieren, indem sie Israel mit dem Apartheid-Südafrika gleich setzt und den jüdischen Staat rassistisch nennt, die Kriterien erfüllt, die in der Arbeitsdefinition Antisemitismus der Europäischen Union dargelegt sind.

Präsident Köhlers Büro und der Innenminister lehnten es ab weitere Kommentare zum Inhalt des Berichts Weidners und den Vorwürfen gegen Langer abzugeben.

Kommentar:
Da Frau Langer es selbst gerne so deftig mag: Ihr das Bundesverdienstkreuz für humanitäre Leistungen zu verleihen ist für mich so ähnlich, als würde man Robert Ley eine Auszeichnung wegen seiner Verdienste um die deutsche Schifffahrts-Reiseindustrie verleihen.

Wichtige weitere Texte zu Langer und ihren Hasstiraden:
Bundesverdienstjüdin
Die drei, die sich mögen: IRIB, Felicia Langer und das BVK 1
Felicia Langer – „Bundesverdienstjüdin“ 1. Grades (mit Nachtrag)
Felicias Schatzkästchen
Ihr Feind heißt – Isarel (Ralph Giordano, 1991!)
Ralph Giordano protestiert (PDF eines Fax vom 20.07.09)
„Die schrillste Anti-Israel-Fanfare“ (Ulrich Sahm, n-tv.de)
Hetze gegen Israel ist in Deutschland staatsoffiziell (Die Freie Welt)
Felicia Langer – auch das noch (Rebellog)
Verfolgte erster Klasse (Henryk M. Broder)
Trottel des Monats: Tübingens OB Boris Palmer (Der Passivist)
Noah Klieger: Felicia im Wunderland (Yedioth Aharonot)
Feigenblatt des schlechten Gewissens (Henryk M. Broder)

Inzwischen überlegt so mancher sein Bundesverdienstkreuz wieder zurückzugeben:
Deidre Berger (AJC) – bald ohne Kreuz? (2 Verdienstkreuzträger)
Israeli gibt aus Protest Bundesverdienstkreuz zurück (Die Jüdische)
Jews to return German honors in protest (Jerusalem Post)
Giordano droht mit Rückgabe seines Verdienstkreuzes (BILD)


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12 Gedanken zu “Deutschland ehrt israelische Israel-Hasserin

  1. jajajajajaja – FELICIA LANGER – „Bundesverdienstjüdin“ 1. Grades, ich verstehe Herrn Köhler nicht, weiß er nicht, welche Art von „Gesinnungsgenossen“ gerade Frau Langer als Alibijüdin heranziehen und Ihr zustimmen ? In einem anderen System (Iran, das sie ja über alles lobt) dürfte sie nicht einen Tag so reden, gut daß Israel eine Diktatur ist, welches keine freie Meinungsäusserung zulässt, und wenn sie noch so verachtenswert ist.

    Muslimmarkt, Arendt und Co, Uri Avnery, Hecht-Galinsky, die IRIB, Campo Antiimperialista, Dierkes, Attac, Finkelstein, Noam Comsky, alles, was auf dieser Erde als antizionistisch/antisemitisch bekannt ist, läuft bei Frau Langer offene Türen ein, wer sagte noch einmal: Das mit dem Antisemitismus wird noch etwas, man muß nur manche Juden überzeugen ?

    Und wegen solcher und ähnlicher Auftritte ist Langer im Dezember 2006 bereits mit dem „Menschenrechtspreis“ der Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde (GBM) dekoriert worden. Also von einem DDR-Nostalgieverein, der 1991 von ehemaligen Stasi-Mitarbeitern gegründet wurde und in dem alte SED-Kader den Ton angeben. Mit den Millionen Toten und Geschändeten dieser Systeme, dessen Menschenrechtsverletzungen und Brutalitäten hat Frau Langer wohl keine Probleme, Solidarität allerdings scheint bei Ihr nur in eine Richtung zu gehen, nämlich mit den ach so armen Palästinensern. Und mit diesem Bundesverdienstkreuz wird die geehrte „Dame“ nun sozusagen zur gesamtdeutschen Verdienstjüdin. Toll, einfach Toll……Ich bin begeistert…..

    In Israel hingegen kennt kaum jemand diese Frau……Niemand hat jemals von ihr gehört. Als Kompensation dieser fehlenden Relevanz aber wird Felicia Langer wenigstens im Nachfolgestaat des Dritten Reiches mit Orden und Ehrenzeichen überhäuft. Denn das nennt man hierzulande „Vergangenheitsbewältigung“.

    Ich weiß, sie haben die Adressen, wo man sich beschweren und um die Aberkennung des Bundesverdienstkreuzes bitten kann, ich stelle sie aber trotzdem hier ein, weil ich das als ihr User darf: 🙂

    KONTAKTDATEN BUNDESPRÄSIDIALAMT:
    Bundespräsidialamt
    Spreeweg 1
    10557 Berlin

    Postanschrift:
    11010 Berlin

    E-Mail: poststelle@bpra.bund.de

    Telefon: (030) 20 00-0
    Fax: (030) 20 00-19 99
    IVBB: (030) 18200-0

    KONTAKTDATEN MINISTERPRÄSIDENT GÜNTHER H. OETTINGER (Baden Württemberg):
    Ministerpräsident Günther H. Oettinger MdL
    Staatsministerium Baden-Württemberg
    Büro des Ministerpräsidenten
    Richard-Wagner-Str. 15
    70184 Stuttgart
    Tel. 0711 / 2153-0
    Fax 0711 / 2153-340
    poststelle@stm.bwl.de

    KONTAKTDATEN STAATSSEKRETÄR WICKER (Baden Württemberg):
    Hubert Wicker
    Staatssekretär und Chef der Staatskanzlei
    Staatsministerium Baden-Württemberg
    Villa Reitzenstein
    Richard-Wagner-Straße 15
    70184 Stuttgart
    Telefon 0711 / 2153-0
    Fax 0711 / 2153-340
    hubert.wicker@stm.bwl.de

    UND HIER NOCH KONTAKTDATEN VON OB BORIS PALMER (BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN), DER FELICIA LANGER FÜR DAS BUNDESVERDIENSTKREUZ VORSCHLUG:
    Oberbürgermeister Boris Palmer
    Universitätsstadt Tübingen
    Bürgermeisteramt
    Am Markt 1
    D-72070 Tübingen

    E-Mail: ob@tuebingen.de
    Tel.: 07071/204-1300
    Fax: 07071/204-1000

    Boris Palmer
    Aixer Straße 66
    72072 Tübingen

    Telefon 07071 888 086
    E-Mail: mail@boris-palmer.de
    Kontakt: http://www.boris-palmer.de/71.php

    • Nein, das weiß der Bundespräsident offensichtlich nicht. Er vergibt die Bundesverdienstkreuze ja auch nur auf Empfehlung. Verbrochen hat das der Tübinger Bürgermeister Boris Palmer (Grüne) und Herr Oettinger steht dem nicht sonderlich nach.

  2. ich hätte noch zwei andere Bewertungen abzugeben. Was Walter Schmidt auf der Achse des Guten und Ralph Giordano von Frau Langer denken:

    Wer wars?

    Angriffskrieg, Antisemitismus, Apartheid, Armut, Besatzung, Blockade, Blut, Checkpoints, Demütigungen, Exekutionen, Folterungen, Gefangene, Ghetto, Holocaust, Kindermord, Kriegsverbrechen, Landraub, Mauer, Politik der verbrannten Erde, Phosphorbomben, Propaganda, Rassismus, Schuld, Selbstverteidigung, Streubomben, Unrecht, Unterdrückung, Unverhältnismäßigkeit, Vertreibung, Völkergefängnis …

    Wer trägt die Verantwortung für all diese Wörter aus dem Alphabet des Unmenschen?

    Drei mal darf jede/r raten:

    a) Nazideutschland ?
    b) Südafrika?
    c) Israel?

    Und wer hat das gesagt ?

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/wer_wars1/

    Ihr Feind heisst – Israel
    Gedanken zur Nahost-Pathologie der Felicia Langer

    In letzter Zeit macht eine Frau viel von sich reden, die 1990 nach Deutschland, Tübingen, übergesiedelt ist, weil sie es, den eigenen Worten nach, in Israel nicht mehr aushielt – Felicia Langer. Ihren biographischen Daten ist zu entnehmen, dass sie 1930 in Polen geboren wurde, beim Einmarsch der Deutschen in den sowjetisch besetzten Teil floh, später in die Sowjetunion, dort ihren Vater verlor, selbst unter grossen Schwierigkeiten überlebte und 1950 mit ihrem Mann, Moshe Langer, nach Israel ging. Als Anwältin, mit Büro erst in Tel Aviv, dann in Jerusalem, half sie stets den Schwächsten der Gesellschaft, worunter sie zunächst die israelischen „underdogs“ verstand, nach dem Sechs-Tage-Krieg von 1967 jedoch die Palästinenser. Dabei stand sie immer an der Seite von Menschen, die durch israelische Militär- oder Zivilbehörden verfolgt wurden; von Müttern und Vätern, deren Söhne und Töchter verwundet oder getötet worden waren; von Mitgliedern illegaler Organisationen, Demonstranten und Gewerkschaftsführern. Die Folgen für die ständig gegen den Strom der offiziellen Politik ankämpfende „Menschenrechtsanwältin“, wie sie von bestimmten Kreisen genannt wurde, waren finanzieller Dauerfrust, gesellschaftliche Ächtung und oft auch direkte Bedrohung. Das ging 23 Jahre so, bis Felicia Langer, ohne Hoffnung, „dass in Israel Gerechtigkeit werde“, 1990 aufgab.

    http://www.stud.uni-hannover.de/~muab/giorda91.htm

    Mich widern solche Menschen an, gerade weil sie es besser wissen müßten. Der schlimmste Nazi richtet kein vergleichbares Unheil an, wie solche „Alibijuden“.

  3. @ Zahal
    .
    Auch an dieser Stelle, danke für den Link zu Ralph Giordanos aussagekräftigen Gedanken über diese “Menschenrechtsanwältin”, wobei ich die Begriffe „Besatzungsmacht“ und „besetzte Gebiete“, wie hier in diesem Satz, in Anführungsstriche gesetzt hätte.
    .
    http://www.stud.uni-hannover.de/~muab/giorda91.htm
    .
    [….] Es sind zwei Defizite, die beim Studium der Langerschen Argumentationskette auffallen – und den Anfangsverdacht einer ganz bestimmten ideologischen Lenkung schüren. Erstens: nirgends wird der militärische und historische Kontext der Besetzung hinterfragt, nirgends danach geforscht, warum Israel Besatzungesmacht geworden und geblieben ist. Folgte man Felicia Langers Schule, so findet die palästinensisch-israelische Auseinandersetzung im luftleeren Raum statt, in einer Art regionalen Vakuums. Also tauchen auch, zweitens, nirgends Israels eigentliche Feinde auf – weder in der Gestalt der arabischen Nationalstaaten, seiner Nachbarn in der Region, noch der islamischen Mächte darüber hinaus. Nirgends stossen wir bei der Menschenrechtsfanatikerin Felicia Langer auf eine Auseinandersetzung mit den unsäglichen Herrschaftsstrukturen dieser Staaten, nirgends auf eine politische Charaktreisierung der militärpotenten Gegner Israels im Kontext des Nahostkonfliktes! Beide Defizite springen einen förmlich an – und vertiefen den Argwohn iddeologischer Befangenheit.
    .
    Ihr ganz entsprechend, wird die Palästinenserfrage, wird der Zusammenprall zwischen Armee und Intifada in den besetzten Gebieten zum Mittelpunkt des Nahostkonfliktes erklärt. Das aber heisst: eine Wirkung der grossen Auseinandersetzung in dessen Ursache umzufälschen, eine Folge in das Hauptproblem. Was dieses Hauptproblem seit 1948 war, weiter ist und wahrscheinlich noch lange bleiben wird, das musste sich die Israelin Felicia Langer von einer Deutschen sagen lassen – von Rita Süssmuth. Es war die Präsidentin des 11. und 12. Deutschen Bundestages, die im Sommer 1990 während eines Jeruslem-Besuches den Kern, den “Nucleus”, des Nahostproblems in die Nusschale dieser klassischen Definition brachte:
    .
    “Es wird kein Frieden sein in der Region, bis Israels Nachbarn aufhören, es zu bedrohen.” [….]
    .
    Es war Felicia Langer, die gesagt hat: “Das israelische Volk hat das Recht, wenigstens einmal in seiner Geschichte in gesicherten Grenzen zu leben” – wohl wahr! Nur hätte sie im gleiche Atemzug hinzfügen müssen, dass Israel jenes Recht genau von den arabischen Nationalstaaten versagt wird, die Felicia Langer als Hauptproblem des Nahost-Konfliktes so ausgiebig zu vergessen beliebt.
    .
    Wo sind denn die Analysen der “Menschenrechtsanwältin” über die Grausamkeit, mit der dort gegen jede tatsächliche oder vermeintliche Opposition vorgegangen wird? Wo ihr Aufschrei etwa gegen den syrischen Präsidenten Assad, der in zwei Nächten zigtausende ‘Muslimbrüder’ in Hama umbringen liess, weil er sie der Subversion verdächtigte? Ich habe gesucht und gesucht in den Aufsätzen und Reden der “Blut-ist-Blut-und-Leid-ist-Leid-Universalistin” Felicia Langer, doch ich habe nichts gefunden über das Universum arabischer Regimeverbrechen am eigenen Volk und anderen Arabern. Und so gewinnt das Weltbild der Frau langsam Konturen. [….]
    .
    Eine Überraschung war es deshalb auch nicht, als eine journalistische Kollegin mir aus eigener Erfahrung berichtete, dass Felicia Langer allergisch bis hysterisch reagiert, wenn ihr ganz bestimmte Fragen gestellt werden: z.B. die nach ihrer jahrzehntelangen Zugehörigkeit zur Kommunistischen Partei Israels. Die Reaktion der Betroffenen ist nicht ganz unverständlich, kann solche Mitgliedschaft doch schliesslich nichts anderes bedeuten, als dass die “universale Menschenrechtsanwältin” der Ideologie des verbrecherischen Stalinismus angehangen hat, einem System, das nun selbst bei allerbestem Willen nicht als Vorkämpfer für die Unteilbarkeit der Humanitas gelten kann. Derselben Quelle nach erklärt Felicia Langer ihre ausdauernde politische und organisatorische Zugehörigkeit zur linken Fraktion der “Internationale der Einäugigen” (die andere ist auf dem rechten Auge blind) damit, dass sie von den Verbrechen des Stalinismus “nichts gewusst”, dass sie “geglaubt” habe – ich traute meinen Augen und Ohren nicht! [….]“
    .
    Shalom

    • Sorry,

      die Anführungszeichen hätte ich wohl besser auch am Zitatanfang, hinter dem Link, setzen sollen.

      Gute Nacht, wünscht
      Paulchen

    • @ heplev

      Danke, da war ich wohl schon zu unaufmerksam (müde) in der letzten Nacht. Danke für die solide Informationsarbeit zu den nicht nur Israel betreffenden Themen.

      Gottes Segen, wünscht Paulchen 🙂

  4. …“vor dem Hintergrund ihrer eigenen Vergangenheit als massiv vom Holocaust Betroffene“…
    Wird diese Argumentation nicht von „Israel-Kritikern“ immer gegen Israel benutzt? Da hören wir immer sinngemäß „der Holocaust gibt den Israelis noch lange nicht das Recht,…“

  5. Bzgl. der Ehrungen für Felicia Langer und Henning Mankell habe ich das Bundespräsidialamt und Boris Palmer wiederholt um die Beantwortung einiger Fragen gebeten. Leider blieben meine Fragen ungeklärt. Die Ordenskanzlerin des Bundespräsidialamts hat vor drei Wochen unseren Briefwechsel freundlich für beendet erklärt. Daher habe ich einen meiner Briefe online gestellt:

    http://langermankell.wordpress.com/2010/01/28/hilfe-fuer-offene-fragen-2/

    Wer dem Bundespräsidialamt und dem Oberbürgermeister helfen kann die offenen Fragen zu beantworten, sei freundlich eingeladen einen Kommentar zu hinterlassen.

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