Alles auf Israel abladen – O’s neueste Fehltritte in Nahost

Ralph Peters, New York Post, 28. Juli 2009

Du hast deinen gesamten Familienbesitz geopfert, um ein bescheidenes Traumhaus an einem See zu bauen. Jetzt rast ein Waldbrand auf dich zu.

Ein ehemaliger Freund ruft dich aus seinem Herrenhaus auf der anderen Seite des Gewässers an und befiehlt dir nicht die Feuerwehr zu rufen – er will einen Dienstboten schicken, der mit dir über die Flammen diskutieren soll. In der Zwischenzeit, darauf besteht dein reicher Kumpel, sollst du das Baumhaus abreißen, das du für deine Kinder gebaut hast: Es geht den Rowdys des Ortes auf den Geist, mit denen er gut Freund werden will.

Das ist heute Israels Lage. Der Iran brennt vor atomaren Ambitionen. Schlüsselführer in Teheran haben ohne Unterlasse die „Vernichtung des jüdischen Gebildes“ gefordert. Und Israels ehemaliger Verbündeter, die USA, lassen durchblicken, dass die Lage nicht so schlimm ist.

Was dem Team Obama jetzt am wichtigsten ist, ist ein totales Einfrieren jüdischer Siedlungen auf allem und jedem, von dem das Büro für politisch korrekte Geografie des Außenministeriums entscheidet, dass es arabisches Land sei. Einen lange dort lebendem Siedler davon abzuhalten ein neues Zimmer für eine wachsende Familie zu bauen ist wichtiger, als das iranische Waffenprogramm aufzuhalten.

Es stimmt: Der Iran könnte die Atomwaffen NICHT benutzen, die er sich beschaffen will. Aber wer man seine Kinder in Tel Aviv aufzieht, wie würden dem seine Chancen gefallen?

Nehmen wir eine beliebige Zahl. Sagen wir, die Chancen stünden nur 1 zu 4, dass der Iran tatsächlich Atombomben auf Israel schießt. In Washington mag das als vernünftige Rechnung erscheinen. In Jerusalem würde das „nur“ wie pure Ironie klingen.

Die Haltung von Präsident Obama könnte sich weiter entwickeln, so wie er mit der Wirklichkeit klar kommt (seine Ansichten zu Russland reifen bereits, wenn man Joe Biden denn glauben kann). Aber er scheint mit einem antiisraelischen Spielstein ins Oval Office gekommen zu sein – der wurde ihm über Jahrzehnte von seinen linksextremen Gefährten eingepflanzt.

Was unser Präsident uns als Unparteilichkeit gegenüber den Palästinensern verkauft wird, ignoriert nicht nur zahllose Fakten und was die Geschichte uns lehrt, sondern ermutigt auch die arabische Unnachgiebigkeit. Warum Kompromisse eingehen, wenn Washington sich sowieso von Israel zurückzieht?

Der Weg zum Frieden – so es denn einen gibt – führt nicht über Toleranz für diejenigen, die jeden Juden tot sehen wollen.

Gestern besuchte Verteidigungsminister Robert Gates Israel. Sechs Stunden lang. Als sehr guter Mann, der an einen unbequemen Ort gedrängt wurde, muss der SecDef einen Großteil seiner Zeit damit verbracht haben die neue Obama-Doktrin zu „erklären“, wie sie von Außenministerin Hillary Clinton letzte Woche dargelegt wurde.

Clinton hatte versuchsweise die Bereitschaft der Administration bekannt gemacht einen atomar bewaffneten Iran zu akzeptieren. Statt Teherans Erwerb solcher Waffen zu verhindern, sagte sie unseren (echten oder eingebildeten) Verbündeten in der Region, dass wir damit antworten würden einen „Verteidigungsschirm“ auszudehnen, um die Folgen iranischer Atomwaffen zunichte zu machen.

Nur, dass sie das nicht tun würden. Welchen Zweck hätte solch ein Verteidigungsschirm für Israel nach seiner Vernichtung?

Und man bekommt den Verdacht, dass, wenn Tel Aviv zur Wüste gemacht ist, „kühlere Köpfe die Oberhand behalten“ würden und es keine entsprechende Antwort gäbe, dass wir alle das Geschehene „beklagen“ und Konferenzen abhalten würde, um sicherzustellen, dass das „nie wieder geschieht“.

Abgesehen von ihrer verwirrenden Widerstreben die Führung des Iran nach deren eigenem Sprachgebrauch zu verstehen, begreift diese Administration eindeutig nicht die Dynamik nuklearer Verbreitung unter Schurken-Regimen.

Bekommt nur ein weiterer der Bösen Atomwaffen, ist die Zunahme der Drohung von Atomkrieg nicht einfach nur „einer mehr“, sondern exponential. Ich bezweifle zwar, dass die Mehrheit der Iranier das Risiko eingehen will Atomwaffen auf Israel abzuschießen, aber Kriege werden nicht von den Massen ausgelöst, sondern von entschlossenen Führern. Und bei allen sonstigen Schwächen hat der Iran harte Typen an der Spitze: Immerhin hat sie ihre Unbarmherzigkeit seit 30 Jahren an der Macht gehalten.

Die Verschiebung unserer Regierung von der Haltung, dass ein atomar bewaffneter Iran inakzeptabel ist, hin zu der Einstellung, dass ein atomar bewaffneter Iran geschickt abgeschreckt werden kann, könnte sich als der gefährlichste Fehler erweisen, den die USA je im Nahen Osten gemacht haben – ein wirklich hoher Standard.

Unser Präsident ist gut darin Signale zu senden – auch und gerade, wenn er die falschen sendet. Als er einige Tage in Saudi-Arabien und Ägypten verbrachte, den Islam mit Lob überhäufte und das Unglück der Palästinenser schlau mit den Holocaust verglich, sandte er ein Signal.

Als er Minister Gates schickte, um diese lästigen Israelis zu beruhigen, sandte er weiteres.

Die Administration muss aufhören in einer Fantasiewelt zu leben, in der monströse Fanatiker tun werden, was wir möchten, weil wir auf einmal nett zu ihnen sind. Schlachter, die glauben, sie befänden sich auf einer göttlichen Mission, schreckt man nicht ab, indem man ihnen für ihre reiche Geschichte gratuliert.

Die einzige Hoffnung – wenn auch nur eine kleine – für Frieden im Nahen Osten ist, deutlich zu machen, dass unsere Unterstützung für Israel standhaft und unerschütterlich ist, dass Israel Bestand haben wird und seine Feinde seine Existenz akzeptieren müssen.

Die derzeitige Kluft zwischen der israelischen Regierung und der Obama-Administration besteht nicht wegen der Erweiterung von Siedlungen in der Westbank. Dabei geht es um abnehmenden Mut im Westen.

6 Gedanken zu “Alles auf Israel abladen – O’s neueste Fehltritte in Nahost

  1. Sehr guter und der Realität entsprechender Beitrag!!!Können Sie den Obama zukommen lassen?Ein gruss aus der Schweiz.

    • Fragen Sie doch mal den Stab des Weißen Hauses. Ich hoffe doch, dass die in ihrem Pressebriefing für den Superpräsi die NY Post einschließen. 😉

  2. Sorry, mein erster Kommentar ist durch falsche grammatikalische Zeichen mißglückt. Wenn es möglich ist, bitte nur den zweiten Kommentar von mir durchlassen.
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    „[….]Warum Kompromisse eingehen, wenn Washington sich sowieso von Israel zurückzieht? [….]
    Gestern besuchte Verteidigungsminister Robert Gates Israel. Sechs Stunden lang. Als sehr guter Mann, der an einen unbequemen Ort gedrängt wurde, muss der SecDef einen Großteil seiner Zeit damit verbracht haben die neue Obama-Doktrin zu „erklären“, wie sie von Außenministerin Hillary Clinton letzte Woche dargelegt wurde. [….]“
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    Ein Punkt wird dabei deutlich, daß BH Obama eine von diesem Zeitgeist geleitete Politik nicht im Alleingang durchsetzen kann. Er ist das leitende Aushängeschild dieser antiisraelischen Politik in der sichtbaren Welt (Eisbergprinzip – größerer Teil unsichtbar unter Wasser). Diese Kehrtwende wurde bereits bei Condoleezza Rice erkennbar.
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    Diese uns unbegreiflichen Vorgänge sind im Alten Testament bereits ca. 520 vor Christus prophetisch erwähnt worden, durch den Propheten Sacharja. Wenn man ergänzend noch die Prophetie aus dem AT von Joel (4, Verse 9-11: „Ruft dies unter den Nationen aus, heiligt einen Krieg, [….] ff“) berücksichtigt, dann kann man die beiden prophezeiten Phasen deutlich erkennen.
    In der ersten Phase kann man den irrationalen Haß der islamischen Völker rings um Israel deutlich wiedererkennen.
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    Phase I:
    „Sacharja 12,1 Ausspruch, Wort des HERRN über Israel.
    Es spricht der HERR, der den Himmel ausspannt und die Grundmauern der Erde legt und den Geist des Menschen in seinem Inneren bildet: 12,2 Siehe, ich mache Jerusalem zu einer Taumelschale für alle Völker ringsum. Und auch über Juda: Es wird in Bedrängnis geraten zusammen mit Jerusalem.“
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    In der zweiten Phase werden die Völker und Nationen der ganzen Erde in diesen Haßsog aus der ersten Phase gegen die Juden, bzw. gegen Israel, hineingezogen, es wird zu einer globalen Konfliktsituation aufgeblasen. Sehr anschaulich wird es, wenn man allein die ganzen UN-Resolutionen gegen Israel betrachtet, wo sich die ca. 190 UN-Mitglieder versammeln und mehr als die Hälfte der Resolutionen gegen Israel beschließen, und zugleich für die Massaker und für die andere Kriege in Teilen Afrikas größtenteils weniger Aktivitäten verwenden.
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    Phase II:
    „Sacharja 12,3 Und es wird geschehen an jenem Tag, da mache ich Jerusalem zu einem Stemmstein für alle Völker: alle, die ihn hochstemmen wollen, werden sich wund reißen. Und alle Nationen der Erde werden sich gegen es versammeln.“
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    Am 06. Februar 2009, im Morgenmagazin, kommentierte der Moderator Sven (Nachname?) sinngemäß:
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    „Bush hat versucht zum Ende seiner Amtszeit im Nahost-Konflikt [….] zu reißen [….]“
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    Wie die Meisten von uns wissen, pfeifen viele (auch manche „Christen“) auf die biblische Prophetie, sie sind einfach blind dafür, es wird schließlich nicht allein bei einer UN-Forumsversammlung gegen Israel bleiben.
    Israel versucht zurzeit sein Vertrauen auf Weltliche Mächte zu setzen, und wird immer mehr allein gelassen, und zugleich von der Weltgemeinschaft (UN) unter Druck gesetzt. Es wird der Zeitpunkt kommen, da werden sich alle gegen Israel versammeln, und Israel wird erkennen müssen, daß nur noch der lebendige, biblische Gott für Israel kämpfen wird.
    Die Feinde Israels werden selbst zur Erfüllung der biblischen Prophetie beitragen, in dem sie uneinsichtig in ihr eigenes Verderben rennen.

    Shalom

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