Ehrlich und offen und ein Freund Israels

So produziert sich der Superpräsi und glaubt das vermutlich selbst. Aber wie viel ist dran?

Er hat ja verkündet, dass es nicht Aufgabe der USA sei einem anderen Land vorzuschreiben, wie es sich zu verhalten habe – nur bei Israel ist das anders.

Dann hatte er im Wahlkampf deutlich gesagt, Jerusalem solle die ungeteilte Hauptstadt Israels bleiben. Jetzt hört sich das ganz anders an. Und gegen Töne wie dem folgenden kommt aus Washington auch kein Dementi:

Abbas auf dem Fatah-Kongress: Jerusalem ist uns versprochen

YNet, 4. August 2009

Gut 2.000 Delegierte versammeln sich in Bethlehem zu einer festlichen politischen Konferenz „im Namen unserer Hauptstadt Jerusalem“ vor dem Hintergrund einer Schlacht um die Zukunft der palästinensischen Nationalbewegung. „Obwohl wir den Weg des Friedens gewählt haben, behalten wir uns das Recht vor bewaffneten Widerstand zu beginnen“, sagte der Palästinenserpräsident.

Der ehemalige Premierminister Ahme Qureia eröffnete am Dienstag den historischen Fatah-Kongress in der Stadt Bethlehem in der Westbank, auf dem die zukünftige Führung der Palästinenserbewegung gewählt werden soll.

„Im Namen der Schahidim (Märtyrer) und im Namen Jerusalems, der Hauptstadt des palästinensischen Staates, erklären wir hiermit die Eröffnung des sechsten Kongresses unserer Bewegung, der Fatah-Bewegung“, sagte Qureia, als er neben Palästinenserpräsident Mahmud Abbas stand.

Der Palästinenserpräsident, der seinen Status und seine Führungsstellung zu stärken versucht, drosch zu Beginn des Treffens auf „die Prinzen der Dunkelheit, die die Heimat spalten und das Volk und die Demokratie schädigen, indem sie Fatah-Mitglieder daran hindern an der Konferenz teilzunehmen“. Er bezog sich damit auf Hamas-Mitglieder im Gazastreifen.

Auch sonst kommt Obama aus dem Mund von Palästinensern nicht gerade als Saubermann daher. So erzählen hochrangige Palästinenserführer, dass die US-Regierung ihnen vermittelte, die Rede von Benjamin Netanyahu am 14. Juni sollten sie nicht weiter ernst nehmen. Und so stehen die Terroristen auf dem Standpunkt: „Egal, wie die Haltung der israelischen Regierung aussieht und egal, was Netanyahu äußert, was zählt ist das, was uns von Obama versprochen wurde; und das ist das volle Gegenteil [der Position Netanyahus].“ Washington widerspricht nicht.

Verhält sich so ein Freund?

So verhält sich ein mieser, hinterhältiger Gauner, der weder Transparenz noch Vertrauenswürdigkeit ausstrahlt.

5 Gedanken zu “Ehrlich und offen und ein Freund Israels

  1. Nun, ich bin nicht gerade ein auf die USA bezogener Demokrat eher republikanisch angehaucht. Und Obama habe ich mir auch nicht gewünscht!
    Aber, da ich es gewohnt bin, dass es heißt dass wenn es dem Islam nützt, man auch lügen darf (und soll) und die Araber bzw. Moslems sich einer sehr blumigen Sprache bedienen, ich dem was diese verlauten sowie so nicht glaube; bis auf die aufrichtigen und ehrlichen Ausagen in Bezug auf den Vernichtungsdrang Israel dem Erdboden gleich zu machen (und im Nachhinein alles Westliche).
    Also wem soll ich den nun Glauben schenken? Wer lügt?

    • Die Behauptungen der Terroristen alleine reichen mir auch nicht.
      Aber ich denke, das Schweigen aus Washington spricht Bände.
      Und darauf habe ich ja mehrfach hingewiesen.

  2. Der Präsi schweigt wahrscheinlich, da er im Biergarten keine Nah-Ost-Politik zu hegen pflegt.

  3. > „Obwohl wir den Weg des Friedens gewählt haben, behalten wir uns das Recht vor bewaffneten Widerstand zu beginnen“, sagte der Palästinenserpräsident.

    Das nenne ich Dialektik in Perfektion. Abbas hat nicht umsonst in Moskau studiert.

    > So erzählen hochrangige Palästinenserführer, dass die US-Regierung ihnen vermittelte, die Rede von Benjamin Netanyahu am 14. Juni sollten sie nicht weiter ernst nehmen.

    Man kann davon ausgehen, dass das stimmt. Warum? Weil die US-Regierung sich selbst genauso verhalten hat.

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