Bitte verarbeiten

Clifford D. May, 6. August 2009

Wenn es um den Frieden im Nahen Osten geht, dann haben wir so ziemlich alles ausprobiert und nichts hat funktioniert. Und wenn Sie das glauben, dann gibt es eine Brücke über den Jordan, die ich gerne verkaufen will.

Die Wahrheit ist, dass eine amerikanische Administration nach der anderen sich dieselben falschen Voraussetzungen zu eigen machen und dann von diesem Ausgangspunkt einen „Friedensprozess“ in Gang setzen, der unvermeidlich fehl schlägt. Hinter her sagen sie: „Wir waren sooo nach dran!“ Was so ist, also würde man sagen: „Das letzte Mal, als ich vom Dach sprang, bin ich fast geflogen!“

Beginnen wir mit der Annahme, dass die Kernfrage des Konflikts die israelische „Besatzung“ palästinensischer Territorien ist und dass die Lösung in „Land für Frieden“ besteht. 1967 führten Israels Nachbarn einen Krieg, um den jüdischen Staat von der Landkarte zu wischen. Als sie verloren, übernahm Israel die Kontrolle über den Gazastreifen (der zu Ägypten gehört hatte) und die Westbank (die jordanisch gewesen war). Die Israelis waren bereit diese Gebiete preisgeben würden – aber sie wollten im Gegenzug einen soliden Friedensvertrag haben. Kein arabischer Führer war bereit diesen Preis zu bezahlen.

Diesen Monat vor vier Jahren entfernte Israel im Gegenzug für nichts jeden einzelnen Israeli – einschließlich selbst der auf den Friedhöfen beerdigten – aus dem Gazastreifen. Die Palästinenserführer sagten nicht: „Der Gazastreifen ist nicht länger besetzt. Wenn wir als nächstes die Israelis aus der Westbank ausrücken lassen können, ist der Konflikt vorbei.“ Stattdessen schoss die Hamas bald darauf Tausende Raketen aus dem Gazastreifen auf Städte, die weit im israelischen Kernland liegen. Natürlich gibt die Hamas nicht vor nur den Gazastreifen und die Westbank haben zu wollen. Sie gibt ehrlich und offen zu, dass sie – buchstäblich – wegen jedes Quadratzentimeters des jüdischen Staates schießt.

Gehen zur zweiten Annahme: dass das wichtigste Ziel der Palästinenserführer jetzt ein palästinensischer Staat ist, der mit Israel als guter Nachbar in Frieden leben wird. Vor sieben Jahren war George W. Bush der erste US-Präsident, der offiziell die Gründung eines Palästinenserstaates begrüßte – so lange dieser kein weiterer Terror sponsernder Staat würde.

Die Hamas lehnte das ausdrücklich ab. Noch einmal: Die Hamas verlangt, dass Ungläubige den Nahen Osten verlassen oder zumindest sich der islamischen Herrschaft und der Gesetz der Scharia unterwerfen. Aber ist das nicht der Punkt, wo die Verhandlungen beginnen sollten? Nein, das ist der dritte Irrtum in den Annahmen. Für die Hamas ist islamische Vormachtstellung keine verhandelbare Haltung; sie ist eine religiöse Überzeugung und steht daher nicht für Kompromisse zur Verfügung.

Was die „moderatere“ Fatah-Bewegung angeht, die hielt diese Woche in Bethlehem ihre sechste Vollversammlung ab. Der Weg zum Frieden mit Israel war dort kein Thema. Mohammed Dahlan, ein prominenter Fatah-Politiker, sagte vor kurzem: „Zum tausendsten Mal will ich bestätigen, dass wir von der Hamas nicht fordern Israels Existenzrecht anzuerkennen. Stattdessen fordern wir die Hamas auf, das nicht zu tun, denn die Fatah hat Israels Existenzrecht niemals anerkannt.“

Schulen, Moscheen und Medien, sowohl im Gazastreifen wie der Westbank, lehren die Palästinenser weiterhin, dass ihr Hauptziel nicht die Gründung eines palästinensischen Staates ist, sondern die Beseitigung Israels. Bis das erreicht ist, sagte Dahlan kürzlich, behalten sich die Palästinenser das „Recht“ vor Terror zu verüben.

Hatim Abdul Qader, ein weiterer Fatah-Offizieller, sagte, seine Organisation müsse engere Beziehungen zum Iran schmieden – der auch der Sponsor der Hamas ist und sich ebenfalls der Vernichtung Israels verschrieben hat, wie auch langfristig „einer Welt ohne Amerika“.

Die neue Administration sollte außerhalb der eingefahrenen Wege denken. Wenn Präsident Obama neue und verbesserte Ansätze für Friedensabwicklung sucht, welche Möglichkeiten sollten in Betracht gezogen werden?

Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu glaubt ein „Wirtschaftsfrieden“ könnte den Weg zu einer umfassendere Regelung ebnen. Er erinnert daran, dass die Wirtschaft der Westbank nach 1967 und vor 1993 zu den am schnellsten wachsenden der Welt gehörte; dann brachten die israelischen Führer Yassir Arafat aus dem Exil und setzten ihn entsprechend den Oslo-Vereinbarungen als palästinensischen starken Mann ein. Es folgte ein steiler wirtschaftlicher Absturz, trotz – und in einigen Fällen wegen – riesiger Infusionen an Hilfsgeldern, die über Arafat liefen. Die Gewalt nahm ebenfalls zu.

Da Sicherheitssperren es jetzt für Terroristen schwierig machen in israelische Städte und Dörfer einzudringen, ist Netanyahu in den letzten Monaten in der Lage gewesen militärische Straßensperren in der Westbank zu entfernen und er hat die Alleby-Brücke über den Jordan für 24-Stunden-Betrieb geöffnet, um freieren Handel zwischen den Palästinensern, Israelis und Jordaniern zu fördern. Neue Einkaufszentren und Kinos werden gebaut. Mindestens zwei neue Industrieparks werden geplant. Der Internationale Währungsfonds prognostiziert für die Westbank ein Wirtschaftswachstum von 7 Prozent für das laufende Jahr – weit mehr als für die Wirtschaftsräume USA oder Europa.

„Wir warten nicht. Wir tun“, sagte Netanyahu letzte Woche. „Wir öffnen Verbindungen, wir öffnen die Straßen für den Frieden.“ Später fügte er hinzu, dass Frieden sich auf „Gegenseitigkeit gründen muss, nicht auf Einseitigkeit. Im Rahmen der Friedensabkommen erwartet Israel, dass die Palästinenser den Staat Israel als den Nationalstaat des jüdischen Volkes anerkennen, dass das Problem der Flüchtlinge außerhalb der Grenzen Israels gelöst wird, dass es effektive Sicherheitsabmachungen und Entmilitarisierung gibt, mit internationaler Anerkennung und Garantien. Das sind keine Vorbedingungen für den Beginn eines Friedensprozesses, sondern die Grundbedingungen für die Schaffung eines dauerhaften und stabilen Friedens. Palästinensische Moderate sollten dies verinnerlichen.“

Wenn die Palästinenser in der Westbank sehen, dass ihr Leben besser wird, werden sie sich den militanten Jihadisten entgegenstellen, die sie schikanieren du die nur zu begierig sind zukünftige Generationen bei der Verfolgung der Vernichtung Israels zu opfern? Wahrscheinlich nicht. Aber ein solcher Ansatz würde wirkliche Veränderung darstellen und einen Funken Hoffnung bieten, wo jetzt keine ist. Man sollte denken, dass das auf Präsident Obama Eindruck machen sollte.

7 Gedanken zu “Bitte verarbeiten

  1. Solange es Fundamentalisten auf beiden Seiten gibt, der Westen, EU und USA Geld in die Palästinensische Araber ohne Kontrolle und Rechenschaftsberichte hineinpumpen, können diese „Lebenskünstler“ es noch viele Jahrzehnte aushalten. Zwischendurch wird gegen Israel und die Juden gehetzt, Gehirnwäsche bei den vielen Leichtgläubigen betrieben und zwischendurch Terrorakte verüb, um die Lebensberechtigung der verschieden palästinensischen Terrororganisationen und die Flüchtlingslager zu beweisen.
    Solange der Westen weiter so naiv bleibt und keine Lehren aus der Vergangenheit zieht, wird es keinen Frieden gebe.

    • Lieber Herbert, wenn du von „Fundamentalisten auf beiden Seiten schreibst“, welche beiden Seiten meinst du?

      • na, sicher doch den von Hamas und Fatah oder wie soll man das Ergebnis anders deuten?

        Der große Parteitag der Fatah ist ja nun zu Ende gegangen, was hat er an Aussagen gebracht ? Eine demokratische Verfassung ? Wunsch zum Frieden ? Denkste……..

        1.) Krawattenmörder Abbas (der Mann hat so viel Blut an den Händen) ist wiedergewählt worden und sein erstes Statement:

        Abbas verspricht Befreiung von Israel, in einer kurzen Ansprache versprach Abbas den 2000 Delegierten, “die palästinensische Erde und ihr Volk von israelischer Besatzung zu befreien.” Damit meint er aber nicht nur Samaria und Judäa, denn er besteht auf ein “Rückkehrrecht” ALLER mehr als 5 Millionen Flüchtlinge in das Kernland Israels……Die Fatah habe eine klare Vision. “Wir haben den Kampf begonnen und wir werden ihn mit der Gründung eines unabhängigen Staates. Wer es glaubt wird selig.

        2.) Israel wird an dem Tod Arafats, dem korruptesten und verlogensten PalAraber veranwortlich gemacht.

        Trotz aller Streitereien um Führungspositionen kann sich die palästinensische Fatah bei ihrem Kongress auf eine Resolution einigen: Israel trage die “volle Verantwortung für den Mord” an Parteigründer Yassir Arafat.

        Erinnert Euch – Bis heute ist die Todesursache des PLO-Gründers und palästinensischen Präsidenten Jasser Arafat umstritten. Am 12. Oktober 2004 brach Arafat nach einer Mahlzeit in seinem Hauptquartier in Ramallah, der Mukata, zusammen. Er wurde in ein Pariser Krankenhaus ausgeflogen. Erst nachdem das finanzielle Erbe, darunter eine monatliche Apanage für seine Witwe Suha in Höhe von 22 Millionen Dollar jährlich, die ja auch aus Steuergeldern und Spenden stammte, ausgehandelt war, erklärten die französischen Ärzte am 11. November 2004 Arafats Tod.

        Jordanische Hubschrauber brachten seinen Sarg nach Ramallah, wo er unter Tumulten im Hof der Mukata begraben worden ist. Jetzt hat die Autonomiebehörde beschlossen, neben seinem mehrfach umgestalteten Mausoleum für 1,2 Millionen Euro ein Museum zu errichten, finanziert durch Steuergelder der EU. Den Grundstein dazu will Abbas am Jahrestag von Arafats Tod legen.

        Jetzt Hamas:

        Hamas trainiert Schüler in militärischen Sommerlagern
        GAZA (inn) – Die Hamas und palästinensische Milizen haben Schüler für ein Militärlager rekrutiert. Sie bilden die Jugendlichen dort unter anderem zum Einsatz von Sprenggürteln für Selbstmordattentate aus.

        Journalisten der saudi-arabischen Nachrichtenagentur “Elaph” (Beirut) haben Militärlager im Gazastreifen und anderen arabischen Länder untersucht. Sie fanden heraus, dass sich in mehreren Lagern Jugendliche befanden, die teilweise erst 14 Jahre alt waren.

        “Mehrere Jugendliche, die in palästinensischen Trainingslagern ausgebildet werden, betonten, sie seien aus freiem Willen da”, berichtete “Elaph” im Mai dieses Jahres. Daraufhin besuchten mehrere Korrespondenten der Nachrichtenagentur die Lager im Gazastreifen. Dabei stießen sie auf den Elftklässler Mohammed, der ein Waffentraining in einem inoffiziellen Milizenlager macht.

        “Vor einem Jahr wurde Mohammed zum Tragen von Waffen ausgebildet und erhielt die Erlaubnis, Widerstandskämpfern nachts bei der Aufklärung von israelischen Militärfahrzeugen zu helfen”, berichtete “Elaph”. “Außerdem erhielt er eine Ausbildung in der Unterstützung von Kämpfern, die in bewaffnete Kämpfe aus größerer Entfernung involviert sind. Er hofft, einmal bei der Verteidigung seines Vaterlandes für Allah zu sterben und damit den Kameraden zu folgen, die bereits im Paradies sind.”

        “Islamische Indoktrination in Moscheen”

        Die Rekrutierung habe mit einer “islamischen Indoktrination” der Hamas und palästinensischer Milizen in Moscheen begonnen, berichtet der US-amerikanische “World Tribune”. Jugendliche Rekruten dienten der Repräsentation des jungen Flügels der Milizen in der Schule. “Es gibt Institutionen, die zu Organisationen gehören, die Kinder ausbilden und ihr Bewusstsein für die Bedeutung der Sommerlager schärfen”, sagte Abu Mohammed, ein Anhänger des “Islamischen Dschihad”.

        Ein Vertreter des Kinderhilfsdienstes “Defence for Children International” berichtete, dass in dem jüngsten israelisch-palästinensischen Konflikt 22 palästinensische Jugendliche ums Leben kamen, obwohl die Hamas und die palästinensischen Milizen angaben, keine Kinder rekrutiert zu haben. “Im Krieg gegen Israel wurden mehr als 100 Kinder ausgebildet, um gegen israelische Streitkräfte im Gazastreifen vorzustoßen”, wird eine arabische Quelle zitiert. “Die meisten von ihnen liefen weg und viele wurden dabei getötet.”

        So langsam kommt Pallywood ins Schleudern – So, so, dafür hat die EU Geld ? Und die Menschen leiden Hunger und alle wollen Frieden ?

  2. „na, sicher doch den von Hamas und Fatah oder wie soll man das Ergebnis anders deuten?“
    Da ich Herbert ein wenig kenne, gehe ich auch davon aus, dass er die Hamas und die Fatah meint.
    Blöd‘ ist nur, dass „die Fundmantalisten auf beiden Seiten“ ein Terminus ist, der von den Friedenshetzern gebraucht wird, um Israel für alles verantwortlich zu machen, was nicht gut ist. Daher meine Frage – ich benutze diese Formulierung deswegen so nicht. 🙂

    • ich habe heute mal bei Welt.de versucht, die Positionen Israels darzustellen, sachlich und informativ schrieb ich dort auch unter dem gleichen Nick, es kamen von meinen Beiträgen höchsten jeder fünfte zum Tragen, die anderen wurden ALLE ganz schnell wieder gelöscht. Antizionistische und antisemitische Beiträge allerdings wurden ohne Ausnahme freigeschaltet, und konnten mit den übelsten Beschimpfungen stehen bleiben, was geht bei uns in der Presse ab ? Einfach mal die Kommentare nachlesen, es ist……..man sollte solche Zeitschriften an den Pranger stellen.

      http://www.welt.de/politik/ausland/article4286347/Fatah-beschliesst-Widerstand-gegen-Israel.html

      Das kann doch keine Meinungsfreiheit sein oder ?

  3. Liebe Freunde,

    Al Fatah ist keine Partei, das ist eine Bewegung zur Vernichtung Israels, und das wird sie immer bleiben; denn ihre Führer leben davon. Das habe ich über die letzten Jahre in mehreren Artikeln „verarbeitet“. Yasser Arafat ht gut davon gelebt, daß KEIN Staat gegründet wurde. Was Meint Ihr, was aus all den Mercedes mit Chauffeur würde, wenn es daran ginge, einen Staat aufzubauen?

    Soeben macht sich die Fatah mit ihren Kongreßbeschlüssen Hamas-kompatibel, es geht um den Machtkampf mit der Hamas.

    Aber, wem sag‘ ich’s?

    • Sie haben vollkommen Recht, Frau Dr. Eussner,

      und das erkennen immer mehr Menschen. Leider bekämpfen nicht nur in Deutschland antizionistische, antisemitsche Denkweisen die öffentliche Gedankenwelt und Berichterstattung, sie kooperieren nur zu dem einen Zweck, Israel unglaubwürdig und als „Täter“ darzustellen, wenn möglichst auch, sich selbst zu eliminieren. Es vereinigen sich Nazis mit linken Antizionisten und antisemitische Muslime beherrschen jetzt schon viele Medien und Tageszeitungen, das darf nicht sein, es muss unbedingt eine Gegenöffentlichkeit hergestellt werden.

      Also sollten ALLE, egal welcher politischen Ausrichtung und Gesinnung, die an der Seite Israels stehen, sich ebenfalls vereinigen, denn es gilt heute die öffentliche Meinung zu beherrschen oder zumindest diesem erneuten Judenhass entgegenzutreten. Von daher frage ich mich, warum Sie bei PI nicht mehr publizieren, sicher, es gibt dort unterirdische Stellungnahmen, aber eines ist auch sicher, dieses Blog erreicht viele Menschen, die sich über Israel ein anderes Bild machen könnten, als von den „Qualitätsmedien“ suggeriert wird. Und deshalb spiele ich auch mit den sogenannten „Schmuddelkinder“ es geht um die Sache……und um mehr nicht. Denn eines ist sicher, bezüglich Israel ist dieses Blog positiv einzustufen, zudem hat es erkannt, wo die wirklichen Gefahren liegen, auch wenn einige Kommentatoren nur die Lager gewechselt haben, darüber schaue ich hinweg, sollten wir alle.

      Ich hoffe, Sie verstehen, was ich damit zum Ausdruck bringen will, ich bin dankbar, daß es Menschen wie Heplev und Sie gibt…..

      Shalom – an der Seite Israel
      Zahal

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