Klartext – Michael Freund: Israels Rassentrennungs-Befürworter niederstarren

Jerusalem Post, 5. August 2009

Die Linke ist – wieder einmal – in Aufruhr. Zusammen mit ihren internationalen Genossen empört sie sich wegen dem gerade von einem Gericht genehmigten Einzug jüdischer Familien ins Viertel Scheik Jarrah in Jerusalem.

Das kommt zusätzlich zu der Rage, die vorher schon wegen Plänen zum Bau von Apartment-Blocks für Juden am Ort des sich in Privateigentum befindlichen Shepherd Hotel im östlichen Teil der Hauptstadt zum Ausdruck gebracht wurde.

Die Linke hat all ihre zur Verfügung stehende gerechte Wut versammlet und eine hitzige Runde frommer Unfehlbarkeitsdünkel begonnen, in der sie mit Beschimpfungen und fiebernde Vokabular um sich werfen, als würde die Welt untergehen. Die Organisation Ir Amim z.B. warnte gerade erst, wenn die Pläne für das Shepherd Hotel weitergeführt würden, würde das „ein tödlicher Schlag nicht nur für [US-Präsident Barack] Obamas Anstrengungen sein, sondern auch für die Zweistaaten-Lösung“.

Nicht weniger hysterisch die Reaktion von Robert Serry, den Sondergesandten der UNO für den Nahen Osten, der eine harsch formulierte Erklärung abgab: „Ich missbillige die völlig inakzeptablen Handlungen Israels, bei der israelische Sicherheitskräfte palästinensische Flüchtlingsfamilien vertrieben… um Siedlern zu erlauben von ihrem Eigentum Besitz zu nehmen.“ Er nannte die Aktion „provokativ“ und behauptete, sie werde „die Spannungen zunehmen lassen“ und die „internationalen Anstrengungen für den Frieden untergraben“.

Sind diese Leute auf den Kopf gefallen? Die Linke und ihrer Helfer betonen immer wieder die Notwendigkeit die „Siedlungsaktivitäten“ zu beenden, als ob es jüdischer Hausbau sei, nicht arabische Intoleranz, die die Wurzel des Nahost-Konflikts bildet.

Noch verblüffender ist die Tatsache, dass sie bereit sind offen diskriminatorische Einstellungen zu begrüßen – die sich gegen Juden richten – um ihre politische Agenda voranzutreiben.

Sehen Sie, es wurde einmal, vor nicht allzu langer Zeit, als inakzeptabel angesehen, Leuten aufgrund ihrer rassischen oder religiösen Identität zu sagen, wo sie zu leben hätten. Juden oder Schwarzen oder irgendeiner anderen ethnischen Gruppe nahe zu legen, ihnen sollte nicht erlaubt sein frei in einem bestimmten Gebiet zu leben und zu bauen, wurde als widerwärtige Art von Fanatismus und Rassentrennung betrachtet.

Doch das ist genau das, was die israelische Linke und die internationale Gemeinschaft jetzt so leidenschaftlich erklären, während sie versuchen Juden davon abzuhalten in Ostjerusalem und in Judäa und Samaria zu leben. Ironischerweise haben sie sich praktisch die Weltsicht des Ku-Klux-Klan zueigen gemacht, indem sie darauf bestehen, dass Frieden sich nur auf die Auferlegung von Restriktionen im Apartheid-Stil gegen Juden und ihre Wohnsitzwahl gründen kann.

Doch auch hier versagt die Linke darin auch nur ein Mindestmaß intellektueller Beständigkeit beizubehalten, da sie ihre Prinzipien selektiv nur auf eine Seite des Konflikts anwendet. Nehmen wir z.B. die Frage illegaler Bautätigkeit in Judäa und Samaria. Die Linke hat lautstark zur Entwurzelung nicht genehmigter Außenposten aufgerufen, die von jüdischen Einwohnern in den Territorien erreichtet wurden. Sie schickt Beobachterteams aus, um die Entwicklung dieser aufkeimenden Gemeinden zu verfolgen und stellt Berichte und Presseerklärungen dazu zusammen und gibt sie aus. Der Grund? Angeblich geht es um Recht und Gesetz. Viele der jüdischen Außenposten sollen ohne die notwendigen Genehmigungen der Regierung gebaut worden sein; daher verlangt die Linke, dass sie abgerissen werden.

Nun bin ich absolut dafür das Gesetz einzuhalten, aber zumindest in Demokratien ist ein Schlüsselelement die Vorstellung, dass alle davor gleich sind. Wenn es jedoch um illegales Bauen in Judäa und Samaria geht, scheint die Linke nur bei jüdischen Gebäuden Lärm zu machen, nicht bei arabischen.

Wie jeder, der einmal durch die Gebiete gefahren ist, weiß, sind dort unsagbar Tausende illegaler Bauwerke in arabischen Dörfern und Städten und entlang der Straßen entstanden, die eine Aussicht auf die jüdischen Siedlungen haben. Wenn das Gesetz nach Ansicht der Linken an oberster Stelle steht, dann sollte es egal sein, ob die Person, die illegal baut, Moses oder Mohammed nachfolgt. Aber das ist ganz klar nicht so.

Wann hat man zuletzt gehört, dass die Linke eine solche Haltung einnahm?

Offensichtlich ist da im Land der Linken etwas sehr faul, wenn die selbst erklärten Progressiven von heute bereit sind, sich so offen für religiöse Diskriminierung auszusprechen.

Überlegen Sie bitte, wie absurd das alles ist. Heute heißt links zu sein die Einführung Rassentrennung in Jerusalem zu unterstützen und Juden zu verbieten in bestimmten Vierteln zu leben. Und um als friedliebend angesehen zu werden, muss man für eine Beschränkung dafür eintreten, wo Juden Wohnungen kaufen können. Das muss man sich erstmal vorstellen.

Ich sage: Es ist an der Zeit, dass die Linke deswegen Besuch bekommt und aufgefordert wird, diese Frage direkt anzugehen. Lasst und die Rassen trennende Linke und ihre Helfer niederstarren und zwingen wir sie dazu sich dem Aberwitz ihrer Haltung zu stellen.

Wir müssen die Tatsache ein für allemal klar machen, dass Friede, der auf Ungerechtigkeit gründet, der den Respekt der grundlegendsten Menschenrechte für Juden nicht respektiert, überhaupt kein Friede ist.

Bürgerrechte für Juden, wie jedes universelle Menschenrecht, können und dürfen nicht zeitlich oder örtlich beschränkt sein. Diese Art von eifernder Borniertheit kam in den USA vor vier Jahrzehnten aus der Mode.

Es gibt keinen Grund, sie jetzt im Nahen Osten zur Anwendung zu bringen.

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