Knallchargen

Keine Knallcharge, sondern weit mehr ein übler Hetzer ist derjenige, der diesen Text in Abi Melzers Schmierenblatt „Semit“ verbrochen hat. So lange dort kein Autor steht, schreibe ich ihn Herrn Melzer selbst zu. Das würde auch gut passen, denn dieser Brandstifter hat nichts anderes zu tun als zu hetzen, zu verleumden und sich über alles zu stellen, was an gesundem Menschenverstand vorhanden ist – wobei er behauptet der mit diesem Verstand zu sein. Sein Schmierfinkentum beweist, welches Erbsenhirn da am Werk ist. Dass Melzer sein Klopapier als „jüdische Zeitschrift“ bezeichnet, setzt dem ganzen noch die Krone auf; was er treibt ist nicht jüdisch, sondern geht zumindest an die Grenze des Antisemitismus, wenn nicht darüber hinaus. (Die passende Antwort auf Melzers Schmiererei hat Georg L. Strauch auf der Achse des Guten gegeben.)

Auch weit mehr als Knallcharge ist Jürgen Elsässer zu zählen: Für ihn sind die Terroristen der „Sauerlandgruppe“ hochehrenwerte Herren – schließlich hatten sie vor dem neuen Faschismus im Irak (sprich den Amerikanern) entgegenzutreten. Also sind sie moralisch völlig integer. Ob sie wohl deshalb hier in Deutschland massenmorden wollten? Massenmord ist ja immer moralisch in Ordnung, wenn er sich nur gegen die Richtigen richtet, nicht wahr?

Ayman Mazyek, Islam-Funktionär – hinter den Hasstiraden gegen das Schalker Vereinslied stecken Rechtsradikale, die den Hass gegen Muslime schüren wollen. Es darf einfach nicht sein, dass Muslime so extremistisch sind, die Hässlichkeiten müssen von anderen stammen!

Dr. Farid Hatem Al-Shahf, Al-Thawra (Syrien) – Die Uiguren-Aufstände in der chinesischen Provinz Xinjiang sind von den USA angezettelt worden, die die Chinesen zwingen wollen US-Staatsanleihen zu kaufen, um die Folgen der Wirtschaftskrise zu bekämpfen. Komplizierter geht’s wohl nicht. Aber es ist ja nichts zu weit hergeholt und zu bescheuert, so lange es sich nur um eine westliche Verschwörung handelt. Und merke: Wer Muslime bekämpft, hat keine Sorgen, so lange er kein Westler ist.

Thorsten Schmitz, Süddeutsche Zeitung – auf einmal sind Hamas-Sicherheitskräfte doch keine Zivilisten mehr. Aber wenn Israel sie beschießt…

Die niederländischen Grünen (und die Stadt Rotterdam) – lest selbst… (Inzwischen ist der Auftritt des Tariq Ramadan im iranischen Propagandasender Anlass für die Stadt Rotterdam, dem Mann seinen Posten abzunehmen. Ramadan gibt natürlich die Heulsuse, der Unrecht getan wird.)

Redaktion Neues Deutschland – die Taliban werden als „bewaffnete Opposition“ tituliert. Nichts mit Terror, mörderische Grundsatzprinzipien gegen Demokratie werden unterschlagen (passt zum SED-Blatt) und man fragt sich, was die Massenmörder für Allah eigentlich tun müssen, um als das bezeichnet zu werden, was sie sind.

Gershon Baskin, Co-Geschäftsführer des Israel-Palestine Centre For Research and Information (IPCRI) – er behauptet, die PLO habe auf ihrem Gipfel in Algier im November 1988 mit der Ausrufung der palästinensischen Unabhängigkeitserklärung Israel anerkannt, weil dabei eine Bezugnahmen auf die UN-Sicherheitsratsresolution 242 gemacht wurde. Gordon Barthos vom Toronto Star, der als Korrespondent an der Konferenz in Algiers teilnahm, berichte, dass es in Algiers keine solche Anerkennung Israels gab. Das wird Baskin nicht weiter anfechten. Er bastelt sich seine eigene Wirklichkeit und wirbt dafür, dass die UNO einfach einen Palästinenserstaat anerkennt, aus dieser Anerkennung heraus internationale Truppen in den Nahen Osten schickt und das alles, ohne dass Israel auch nur in die Konsultationen dazu einbezogen wird – Baskin hat positive Reaktionen aus der UNO und von der EU bekommen, er hat die stellvertretenden US-Außenminister informiert und wartet auf Antwort und er hat auch den Palästinensern seinen Vorschlag vorgelegt. Die einzigen, zu denen er keinen Kontakt gesucht hat: die Regierung Israels.

Inge Günther, Frankfurter Rundschau u.a. – Frau Günther ist eine der übelsten Schönmalerrinnen der Hamas, die ich kenne. Gerade erst hat sie wieder halluziniert, die Hamas bettle um Anerkennung des Westens und wolle Frieden. Weshalb? Weil sie die noch radikalere Jund Ansar Allah bekämpft, zeigt sie nach Meinung Günthers, dass sie sich gegen den internationalen Terror stellt. Dass die Hamas die Konkurrenz niedermacht, weil sie keine Opposition duldet, scheint der Superschlaumeierin entweder nicht plausibel oder sie kommt erst gar nicht auf diese Idee.

Deidre Berger, AJC Berlin – die ist von Wolfgang Schäuble auch in die Antisemitismus-Kommission berufen worden und freut sich tierisch, dass „Juliane“ dabei ist (das dürfte die knallchargige Frau Wetzel sein). Aber Frau Berger mit den Superdeutsch-Kenntnissen hat ein paar Probleme in der Kommission ausgemacht: Da gibt es auch Holocaust-Forscher, was ja nun gar nichts mit Antisemitismuskenntnissen zu tun hat. Vielleicht sollten sie wirklich als ersten Tagesordnungspunkt die Frage klären, ob der Holocaust denn überhaupt etwas mit Antisemitismus zu tun hatte…

Wenn man Avi Primor folgt, dann sind die britischen Boykott-Gewerkschafter eigentlich Unterstützer der israelischen Regierung und Siedlerbewegung. Denn die Opposition im Iran unterstützt man am besten, indem man dem Mullah-Regime keinen Grund liefert schlecht über das Ausland zu reden. Das ist kontraproduktiv und verbreitert die Basis und den Rückhalt der Terrorturbane. Boykotte noch mehr.

Ida Pyk, Model mit erster eigener Kollektion – auf ihren T-Shirts gibt es neben Nicolas Sarkozy und dem schwedischen Politiker Maud Olofsson auch Osama bin Laden zum Herumtragen, mit kernigen Texten wie: „Ich war magersüchtig, aber jetzt geht’s mir gut.“ Will wirklich jemand mit so einem Teil herumlaufen? Und wer will seinem Kind den Al-Qaida-Chef antun? Genügend Vollidioten wird es selbst bei uns noch geben, aber soll das der Maßstab sein?

Michael Thumann, Journalist, DIE ZEIT (Instanbul) – „Israels Gaza-Krieg hat die Hamas geschwächt – und noch viel radikalere Islamisten gestärkt. Es wird Zeit, dass der Westen die Organisation als Mitspieler akzeptiert.“ Aha. Die Israelis sind schuld, dass die „al-Qaida-nahe“ Gruppe zum Faktor wird. Und deshalb sollen wir jetzt mit der Hamas kuscheln. Das ist ungefähr so, als würde in den 1930-ern die Empfehlung ausgegeben mit den Nazis zu kuscheln, um zu verhindern, dass die SS an Macht gewinnt. (Ja, das hinkt, weil beide ein und derselben Organisation zugehörten und die einen Islamisten Konkurrenz der anderen Islamisten sind.) Übrigens: Ist die Hamas wirklich so geschwächt, dass sie die Konkurrenz nicht abhalten kann? Und die Argumentation, dass Israel immer die existierenden Führungen in den Palästinensergebieten zerstört hat, nur um noch radikalere Leute aufkommen zu sehen, hinkt gewaltig: Die Hamas zu beseitigen war ausdrücklich nicht Ziel des Kriegs vom Jahreswechsel (was ich bedauere). Damit ist die Terrortruppe (die aber nicht nur als solche gesehen werden darf!) nicht zerstört und das Aufkommen der „noch extremistischeren“ Jund Ansar Allah nicht durch die Zerstörung der Hamas zu begründen. Die Kette ist kaputt. Aber Herr Thumann wird das nicht weiter irritieren. Für ihn heißt es: Alles Extremisten betüddeln und beschwichtigen, damit sie nicht böse werden, denn wenn sie böse werden, werden sie von schlimmeren ersetzt. Das ist Appeasement und vorauseilende Unterwerfung ersten Grades. Hurra, wir kapitulieren!

Redaktion der taz – „Eltern, deren Kinder zu christlichen Sekten wie Scientology abdriften, erhalten Hilfe und Beratung“, heißt es in einem Artikel, der beklagt, dass es solche Hilfe für die nicht gibt, die Islamisten werden. Mich würde interessieren, welche christlichen Inhalte Scientology bietet, liebe taz-Wirrköpfe.

Hans-Rudolf Merz, schweizerischer Bundespräsident – im Frühjahr in Genf hatte er Mahmud Ahmadinedschad überaus herzlich willkommen geheißen; jetzt hat sich der Mann beim libyschen Diktator dafür entschuldigt, dass die Schweiz seinen kriminellen Schlägersohnes und seiner genauso schlag-fertigen Gattin inhaftiert und nach zwei Tagen gegen Kaution wieder freigelassen hatte. Die Verhaftung von Hannibal Gaddafi sei „ungebührlich und unnötig“ gewesen. Merz behauptet, die Entschuldigung sei keine Wertung der juristischen Vorgänge gegenüber Gaddafi Junior.

Carl Bildt, schwedischer Außenminister – Bildt hatte zuvor darauf hingewiesen, dass Presse- und Meinungsfreiheit sehr stark in der schwedischen Verfassung verankert sind. «Wenn ich damit beginnen sollte, alle merkwürdigen Kommentare in den verschiedenen Medien zu korrigieren, dann hätte ich keine Zeit mehr, etwas anderes zu tun.» Soso. Die Presse- und Meinungsfreiheit verhindert also, dass die schwedische Regierung übelsten Antisemitismus als Antisemitismus bezeichnen kann. Hat irgendjemand gefordert, dass gegen die Zeitung vorgegangen wird? Nö. Und das Machwerk in Aftonbladet mit „allen merkwürdigen Kommentaren“ zu vergleichen ist eine obszöne Art, den Skandal herunterzuspielen. Vor allem angesichts der Tatsache, dass die schwedische Botschaft in Israel den Bericht schon als „schockierend und fürchterlich“ bezeichnet hatte, aber dann die Anweisung bekam, diese Kommentierung zu entfernen. Mit anderen Worten: Wer sich nicht von solchen Dingen zu distanzieren vermag, der fördert sie. Die schwedische Regierung und mit ihr Carl Bildt sind Antisemitismus-Unterstützer!

Donald Boström, der „Journalist“, der den Artikel in Aftonbladet verbrochen hat – Donald Bostrom sagte am Freitag im schwedischen Frühstücksradio, dass niemand wisse, ob die Vorwürfe wahr oder falsch seien. Deshalb habe er mit seinem Beitrag zu einer Untersuchung beitragen wollen, berichtet ad-hoc-news. Der Mann ist ein Schelm: Hätte er nur zu einer Untersuchung beitragen wollen, dann hätte er aufgezeigt, ob da irgendetwas an Glaubwürdigkeit vorhanden ist und israelische Stimmen zu Wort kommen lassen. So, wie er das geschrieben hat, ist es pure Hetze und Beitrag ausschließlich zur Förderung der Denunzierung und Verleumdung Israels mit Hilfe antisemitischer Stereotypen, die ein wenig aufgearbeitet wurden.

Maximilian Felsch, Zenitonline – „Die »Partei Gottes« [= Hisbollah] hat sich derweil in den letzten Jahren nördlich des UNIFIL-Mandatsgebiets neu formiert und konnte mit iranischer Hilfe wieder aufrüsten.“ Klar, zwischen dem Litani und der libanesisch-israelischen Grenze traut sich kein Hisbollah-Mensch aufzutauchen, weil die UNIFIL und die libanesische Armee ihn sofort dingfest machen würden. Und die (wenigen) gefundenen Waffenlager gehörten auch nicht der Hisbollah. Die hält sich nämlich haargenau an 1701!

Oxford University – die halten an Tariq Ramadan fest. Der Islamist wird weiterhin dort lehren und jetzt sogar Professor für moderne islamische Studien werden. Was der Mann sonst noch macht, zum Beispiel positiv (in deren Sinne) im iranischen Hetz- und Propagandafernsehen aufzutreten, irritiert die britische akademische Welt offenbar keineswegs. In Rotterdam ist wenigstens ein paar Leuten aufgegangen, wen sie sich da angelacht hatten. Die Briten sind da unempfindlicher.

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Ein Gedanke zu “Knallchargen

  1. Ein Julius Streicher wäre Stolz auf einen Melzer! Der neue Stürmer wäre angebrachter für dem seine „Zeitschrift“

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