Knallchargen

Michael Borgstede, WELT debatte – Netanyahu ist unbeweglich, die Palästinenser haben den Judenstaat längst anerkannt und wenn einer was tun muss, damit es mit dem Friedensprozess wieder voran geht, dann Israel. Das ist zwar das typische Geschwafel der Friedenshetzer, hat aber mit der Wirklichkeit nichts zu tun.

Philippa Ebéné – das ist die Geschäftsführerin der „Werkstatt der Kulturen“, die dafür sorgte, dass eine Ausstellung über die Dritte Welt und den Zweiten Weltkrieg verhinderte, weil dort auch die Rolle der arabischen Kollaboration im Allgemeinen und des Großmufti Hadsch Amin al-Husseini im Besonderen beleuchtet wurde. Als Grund führt sie jetzt an, sie habe eine Ausstellung haben wollen, die den Kampf Nichtweißer gegen den Nationalsozialismus würdigt. Aha, über Kollaborateure darf nicht aufgeklärt werden – jedenfalls nicht über solche, die man gerne ignoriert haben will. „Sie sei von einer Hommage an die Befreier ausgegangen“, gibt sie zu Protokoll. Ja, die Dritte Welt muss massenhaft an der Westfront aktiv gewesen sein. Oder haben doch die Sowjets ihre Rote Armee mit Kämpfern aus aller Dritt-Welt bestückt? Ach ja, das sollte doch eine Gedenkveranstaltung werden, glaubte sie; und bei Gedenkveranstaltungen ist es unüblich auf Kollaborateure aufmerksam zu machen. Ja, wo denn sonst noch nicht? Wenn man „Drittweltler“ und ihre Rolle im Zweiten Weltkrieg beleuchtet, wo steht dann, dass das Gedenken ist und dass deren Rolle nicht komplett abgedeckt werden darf? Die Frau offenbart nicht nur ein seltsames Geschichtsverständnis, sondern auch reichlich schräge Ansichten und Gehirn-Reflexe. (Die sich auch in einer Antwort an Antje Sievers ironischen Kommentar zeigen.)
Die Reaktion der Trulla ist auch noch bezüglich eines weiteren Punktes bezeichnend: Sie wehrt sich gegen Antisemitismus-Vorwürfe – die es nicht gibt. Damit liegt ein Fall von Schubladendenken und pawlowschen Reflexen vor. Ich bin mal gespannt, was von Frau Ebéné noch so kommt; sie scheint sich für meine hofierten Hetzer bewerben zu wollen.

Die Redaktion des Kinder-Stürmers kann sich gleich mit einreihen, denn dort wird der Antisemitismus-Vorwurf einfach abgedruckt, aber nicht belegt oder irgendwo gesagt, wer ihn erhoben hat. Das ist Qualität!

Hans-Rudolf Merz, schweizerischer Bundespräsident – sein Kniefall vor Gaddafi hat nichts gebracht, die beiden schweizer Geschäftsleute werden weiterhin in Libyen festgehalten. Der Flieger, der sie nach Hause bringen sollte, flog zurück in die Schweiz. Merz jubelt: „Der Flieger ist nicht leer zurückgekehrt, sondern hatte das Gepäck der beiden dabei gehabt.” Wie irre muss man eigentlich sein, um so einen Stuss von sich zu geben!

Dirk Schürmer, FAZ – der kommentiert die Entlassung des Islamisten Tariq Ramadan durch die Rotterdamer Universität in Folge seiner Tätigkeit für die iranische Propaganda und beklagt, die Niederlande verlören ihre Toleranz. Dafür setzt er Ramadan auf eine Stufe mit Gelehrten wie René Descartes, die früher aus den totalitär-autoritären Herrschaftsgebieten europäischer Landesherren ins tolerante Holland flohen, um dort ihren Gedanken freien Lauf lassen zu können. Das Ramadan im Gegensatz zu den Exil suchenden freiheitlichen Freidenkern für Totalitäres und Unfreiheit steht (was viele, viele immer noch nicht begreifen wollen), statt für Freiheit des Denkens und Lebens und nicht vor totalitären Regimen flieht, geht dem Mann nicht auf. (Bezeichnenderweise ist der Kommentar denn auch auf quantara.de veröffentlicht worden – die linke Truppe geriert sich ja genauso freiheitsfeindlich.)

Die putzige Ulrike hat wieder zugeschlagen: Sie beschreibt das Schicksal einer schwer getroffenen palästinensischen Frau, die im Gazakrieg ihren Ehemann und eine Reihe ihrer Kinder verloren hat. Das ist ein fürchterliches Schicksal und es muss einem nahe gehen. Nur stellt Putz mal wieder entweder keine oder die falschen Fragen. Sie fragt weder, warum die Familie immer noch in einem Flüchtlingslager lebt und von UNRWA-Leistungen abhängig ist – seit 1948! Sie stellt nicht in Frage, dass ausschließlich Israel verantwortlich gemacht wird. Sie stellt (nicht einmal sich selbst) die Frage, ob die Brandwunden der Familie auch eine andere Ursache haben könnten – Gaskocher sind eines der üblichsten Haushaltsgeräte, aber nein, bei Frau Putz ist einzig eine Phosphorbombe die mögliche Ursache der Wunden. Und nur Israel muss etwas tun, damit die Männer im Gazastreifen wieder Arbeit haben und die Menschen ein einigermaßen normales Leben führen können. Natürlich ein normales Leben unter Hamas-Bedingungen, nicht eines, wie wir oder Israelis es als normal empfinden würden.

Pfr. Dr. Samuel Kobia, scheidender Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen – er setzt die Besatzung „und die damit einhergehende Demütigung eines ganzen Volkes, die seit mehr als sechs Jahrzehnten anhalten“ praktisch mit Antisemitismus gleich. Dabei unterschlägt er nicht nur, dass Israel nur ein Besatzer wider Willen ist und die PalAraber ihren Staat längst haben könnten, wenn sie denn nur wollten. Er spricht auch von der „Besatzung und Demütigung seit sechs Jahrzehnten“ – was heißt, dass er Israel als Ganzes zu einer Sünde erklärt und dem Staat vorwirft, illegal zu sein, weil es seit 60 Jahren das Land eines anderen Volkes besetzt. Ein seltsames Verhalten für einen Kirchenführer – oder gerade auch nicht.

Muammar al-Gaddafi, Diktator – an allen Problemen Afrikas ist Israel schuld.

Dietmar Näher, „Politblogger“ – „die Jerusalemer Regierung ließ es sich leider nicht nehmen, noch zusätzliches Öl ins Feuer zu gießen. Ministerpräsident Netanjahu forderte ultimativ eine offizielle Entschuldigung der schwedischen Regierung…“ Blödsinn. Das ist die Fantasie der deutschen und anderer antiisraelischen Hetzer und Dummbatzen. Die folgende Erwähnung, dass die schwedische Regierung sich von dem Artikel distanzieren soll, hebt die schwachsinnige Unwahrheit nicht auf. Absurd ist Nähers Darstellung, nicht die Forderung Israels, Schweden solle sich von Antisemitismus distanzieren.

Reiner Braun, Kooperation für den Frieden (stellvertretend für viele weitere Sprücheklopfer) – in Junge Welt schreibt er: „»Seit 5.45 Uhr wird zurückgeschossen«. Mit dieser über den Großdeutschen Rundfunk verbreiteten Lüge begann der Zweite Weltkrieg. Das erste Opfer eines Krieges war und ist die Wahrheit, damals und heute,…“ (Hervorhebung von mir) Menschliche Opfer zählen für die Friedenshetzer nichts – denn die ersten Opfer des Krieges gegen Polen waren die Toten am Sender Gleiwitz, von denen dann behauptet wurde, sie seien polnische Soldaten.

Stefan Engel, selbst ernannter Arbeiterführer (MLPD)

Redaktion El Mundo, man könnte es auch als organisierte Hetze einstufen – als ganz normale Gegendarstellung zu einem Interview mit Avner Shalev, dem Vorsitzenden von Yad Vashem, bringt die Zeitung einen Tag später eines mit David Irving; die spanischen Leser dürfen also Freitag lesen, dass der Holocaust statt fand, am Samstag (da gibt es wohl mehr Leser) lesen sie dann, dass er nicht statt fand. Liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte? El Mundo will, dass jeder selbst entscheidet. Nett, wenn der eine Fakten bringt, der zweite lügt. Ist Wahrheit so relativ, dass Wahrheit und Lüge gleichwertig sind? (Mehr dazu bei MedienBackSpin.)

Reuters (gleich drei Schreiberlinge: Bericht von Nidal al-Mughrabi, geschrieben von Dan Williams, bearbeitet von Angus MacSwan) – am 1.9. berichtete Reuters die pal-arabische Propagandalüge, die israelische Luftwaffe habe zwei Terroristen (nicht so bezeichnet) an der Grenze des Gazastreifens getötet. Das sei ein Bruch des von Ägypten vermittelten Waffenstillstands, der den Krieg vom Jahreswechsel beendete. Zwei Probleme: 1. berichtet Reuters am 3.9. (22.25 Uhr) immer noch nicht, dass die zwei bei einem „Arbeitsunfall“ umkamen; 2. werden von al-Reuters offensichtlich Raketen und Mörser auf Israel oder auch Sprengsätze gegen Israelis nicht als Bruch des Waffenstillstands gewertet.

Redaktion „Linke Zeitung“ und Kim Petersen (deren Artikel auf tlaxcala.com von der Linken Zeitung übersetzt wurde) – Uri Avnery ist ein Weichei, er ist im Grunde genommen immer noch ein Zionist und ist nicht bereit die richtigen Schlüsse bezüglich Handlungen gegen den Terrorstaat Israel zu ziehen. So ist das halt unter Linken – wenn du nicht so extrem bist wie ich, dann bist du ein Feind. Der Artikel ist ein Lehrbeispiel für interne Denke, die sich völlig innerhalb der eigenen Schublade bewegt und Kreisschlussfolgerungen produziert, die sich außerhalb historischer Fakten befinden und stattdessen lediglich die eigenen Vorurteile und Scheuklappen beweihräuchert.

Galina Bleich, Lilia Chack, Künstlerinnen (und das Haus der Journalistenvereinigung in Tel Aviv) – in dem Haus sollte eine Ausstellung „Frau, Mutter, Mörderin“ stattfinden, zu der neben Videoinstallationen auch eine Reihe von Ölgemälden gehörten, die pal-arabische Selbstmord-Attentäterinnen als Madonnen (teilweise mit Heiligenschein) und Jesuskind darstellten. Diese Obszönität wurde kurz vor ihrer Eröffnung noch abgesagt, nachdem es Proteste von Terroropfern hagelte.

Avi Primor, Publizist (ehem. Botschafter Israels in Deutschland) – „Neue Anhänger können Terrororganisationen nur dort rekrutieren, wo die Menschen hoffnungslos sind“, behauptete Primor in Solingen. Hm, Mohammed Atta muss sehr verzweifelt gewesen sein; und Osama bin Laden erst! Warum hält sich dieser Unsinn derart hartnäckig? Warum sind es immer nur die Nazis, die nicht aus Verzweiflung, sondern mit einer bösartigen Ideologie Rekrutierungserfolge haben?

Dieter Kronzucker, Journalist im Unruhestand (N24) – er führt am Ende einer Sendung über das Olympia-Attentat von München und die Folgen das Prinzip „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ als „Racheprinzip“ im Mund. Böse, böse, dieses Prinzip. Und er zeigt damit nur, dass er zu denen gehört, die keine Ahnung haben, was dieses jüdische Prinzip bedeutet und wenig es von den Arabern angewendet wird, die für ein empfundenes Unrecht unmäßige Rache wollen – genau das, was „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ NICHT ist.

Faruk Hosni, ägyptischer Kandidat für den UNESCO-Vorsitz – wie alle Antisemiten, die nicht so genannt werden wollen, hat auch Hosni jüdische Personen in seinem Umfeld, mit denen er beweisen will, wie wenig antisemitisch er sein soll. In diesem Fall ist es die Schneiderin seiner Mutter. Na, wenn das mal kein Superargument ist!

Jörg Häntzschel, Süddeutsche Zeitung – Wie soll man diesen Artikel lesen? Ich mag vielleicht falsch liegen, aber Häntzschel macht hier Juden zu fiesen Leuten, die einen zwar nicht harmlosen, aber doch nicht wirklich problematischen Staatschef mit nicht ganz ehrlichen Mitteln „vertreiben“ – also schlechte Gastgeber sind und ihrem Hass freien Lauf lassen, wo es nicht sein sollte. Aber ist es nicht vielmehr so, dass der libysche Diktator mal gezeigt bekommt, was von ihm und seinen „Extravaganzen“ zu halten ist, mit denen er seine (potenziellen) Gastgeber ständig „beglückt“? Und wenn es die offiziellen Stellen nicht wagen, dann muss der ganz normale Bürger eingreifen. Ich beglückwünsche die Menschen in Englewood (New Jersey), dass sie den Typen davon abgehalten haben sie dort zu belästigen.

Joharah Baker, auf MIFTA – Baker lamentiert, dass der Begriff „Antisemitismus“ exklusiv für die Juden reserviert wurde und nicht (auch) für Araber, die ebenfalls semitisch sind und – im Gegensatz zu den Juden – auch noch eine semitische Sprache sprechen. Wie wär’s mit ein wenig Information über die Entstehung des Begriffs? Sogar Wikipedia legt dar, dass der Begriff ausschließlich als Terminus gegen die Juden geprägt wurde. Das von Baker zitierte Miriam Webster Online Dictionary geht nur auf die Bedeutung des Wortes ein, schildert keine Hintergründe – so kann man seine Leserschaft eben auch schön manipulieren – für dumm verkaufen könnte man es auch nennen.

Ein Sprecher der Bonner Friedenskooperation (WDR Fernsehen, aktuelle Stunde, 05.09.09, 18.55 Uhr) – „einen Krieg kann man militärisch nicht gewinnen, deshalb muss die Bundeswehr raus, es braucht eine Exit-Strategie für die Bundeswehr“. Aha, Kriege gewinnt man also, indem man das Militär beseitigt. Dann wird der Feind bestimmt vor lauter Schreck, dass ihm keine Opposition mehr entgegenschlägt, seine aggressiven Absichten aufgeben!

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