Kollaborateure im Krieg gegen die Juden: Tony Judt

Vorbemerkung: Es ist schon eine Weile her, aber ich hatte begonnen eine Reihe „Juden für die Vernichtung Israels“ zu einzustellen. Der Titel von Stephen Plaut gefällt mir besser.

Steven Plaut, Zionist Conspiracy, 9. September 2009

Tony Judt ist ein jüdisch-britischer Professor für Geschichte, der jetzt an der New York University lehrt. Er wurde im selben Jahr geboren wie Israel. Er hat sich in den letzten Jahren der Legung des Fundaments des Todes Israels gewidmet. Obwohl er seine Argumente in ausgeklügelten, postmodernen Diskurs hüllt, hat er als intellektueller Kollaborateur mit den Islamisten agiert, die die Israelis und die Juden allgemein vom Angesicht der Landkarte wischen wollen. Weil er wegen der Auswirkungen seiner konstanten und zunehmend radikalen Angriffe gegen Israel angegangen wurde, hat Judt dazu geführt sich so sehr als Opfer zu sehen, dass Christopher Hitchens sagt, er leide unter „Verfolgungswahn“. Leon Wieseltier von The New Republic geht in der Beschreibung von Judts grandiosem Sinn für sich selbst und der intellektuellen Gewalt seiner Schriften einen Schritt weiter, indem er ihn „den Schahid [Märtyrer wie in: Selbstmord-Bomber] vom Washington Square“ nennt.

Tony Judts Eltern waren jüdische Flüchtlinge vor der antisemitischen Verfolgung in Osteuropa. Aufgewachsen in London, lebte er in den 1960-er Jahren kurz in einem Kibbutz in Israel. An einem Punkt seiner Karriere mochte er Israel, vielleicht weil Frankreich es mochte und wie die USA zwiespältig waren. Später, als die USA Israel mochten und Frankreich es verabscheute, nahm Judt seine eigenen Kehrtwende vor.

Anders als die meisten linken Bash-Israel-Akademiker, deren Leistungsabgabe aus vorhersagbar eintönigen Angriffen auf „das zionistische Gebilde“ besteht, hat Judt tatsächlich einige bemerkenswerte akademische Arbeiten abgeliefert. Er betrachtet sich als Experte für französische Geschichte und hat zu diesem Thema breit gefächert mit allgemeinem Beifall veröffentlicht, obwohl einige französische Denker seine Referenzen angezweifelt haben. Aber in den letzten Jahren hat er eine Verwandlung weg vom intellektuellen Historiker hin zu einer obsessiven Beschäftigung mit den Nahost-Konflikt durchgemacht. Als Groupie des verstorbenen Professors für englische Literatur und Terror an der Columbia University, Edward Said, schrieb Judt die Einleitung einer neuen Sammlung von Said-Aufsätzen. Der folgende längere Abschnitt fasst den Ton und die Sichtweise seiner Herangehensweise an Israel und dessen Streben nach Überleben zusammen:

„Heute präsentiert Israel ein gespenstisches Bild: ein Ort, an dem feixende 18-Jährige mit M-16-Gewehren hilflose alte Männer verhöhnen (‚Sicherheitsmaßnahmen‘); wo Bulldozer regelmäßig ganze Apartmentblocks platt machen (‚Terroristen aufstöbern‘); wo Hubschrauber Raketen in Wohnstraßen schießen (‚gezielte Tötungen‘); wo subventionierte Siedler in von Gras umrandeten Swimmingpools toben, sich nicht der arabischen Kinder bewusst, die ein paar Meter weiter in den schlimmste Slums des Planeten verfaulen und verrotten…“

Judt hat absolut keine wissenschaftliche Forschung zum Nahost-Konflikt betrieben. Seine Schriften bestehen in erster Linie in der Ausgabe von Fatwen gegen Israel, wegen angeblich durchgeführter „ethnischer Säuberungen“ der Palästinenser 1948. Er kann sich auch keine Probleme in der Welt vorstellen, die nicht durch die Aufgabe Israels durch die Vereinigten Staaten gelöst werden könnten. Nicht, dass er besonders starke Zuneigung für Amerika hätte, das er beschuldigt, es habe (bitte ringen Sie nach Luft) seine Liberalen und Linken unterdrückt.

Judt war einer derjenigen, die zur Unterstützung von Norman Finkelstein demonstrierten, als der verrückte pseudo-akademische Feind Israels und der Juden von der DePaul-Universität wegen des Fehlens jeglicher ernsthafter wissenschaftlicher Arbeit verabschiedet wurde. Wie andere Finkelstein-Apologeten bestand Judt darauf, dass Finkelstein ein Märtyrer sei, der von so gut wie unsichtbaren, aber trotzdem durch die allmächtige Juden-Israel-Lobby zum Opfer gemacht wurde. In einer superben Denkschrift über Judt und sein Problem mit Israel, argumentiert Benjamin Balint, dass Judts Hass auf Israel, so beladen mit postmodernem Posieren, oft an den traditionellen Antisemitismus erinnert und ihm ähnelt. Judts Bestehen darauf, dass der jüdische Staat ein „Anachronismus“ ist, robbt sich an eine säkulare Version christlicher Ersetzungstheologie heran. Wo einst Christen wollten, dass Juden das Judentum als veraltet anerkennen, will Judt von ihnen die Anerkennung, dass der jüdische Staat veraltet ist („eine Kuriosität unter den modernen Nationen“). Wo das Christentum den jüdischen Glauben als von der theologischen Geschichte widerlegt betrachtete, erachtet Judt den jüdischen Staat als von der politischen Geschichte aufgehoben. Wo einst Christen die Juden als halsstarrig den unerbittlichen Fortschritt der Religion hin zur messianischen Erfüllung beschuldigten, klagt Judt Israel an, es verweigere es, sich dem unaufhaltsamen Fortschritt der Geschichte hin zu aufgeklärtem Universalismus zu fügen.

Judt gibt vor, dass er Israel hasst, weil es auf Nationalismus gegründet wurde und weil Nationalismus sowohl gefährlich als auch anachronistisch ist. Doch jeder andere Staat auf dem Planeten ist ebenfalls auf Nationalismus gegründet, aber er glaubt, dass nur Israel die Vernichtung verdient. Es gibt ein Wort für zweierlei Maß, das darin resultiert die Juden auszusondern und dieses Wort ist „Antisemitismus“. Einer von Judts berüchtigten Wutanfällen gegen Israel erschien am 23. Oktober 2003 in der New York Review of Books. Dort bestand er im Grunde genommen darauf, dass Israel und zwar Israel allein für alle fortgesetzten Spannungen im Nahen Osten und für das Scheitern einer Friedenslösung verantwortlich ist. Der gesamte Artikel ist eine Aufforderung zur Zerstückelung Israels und seiner Ersetzung durch einen einzelnen Staat mit arabischer Mehrheit oder was andere Antisemiten heutzutage die „Ein-Staaten-Lösung“ nennen, obwohl es genauer sein könnte, das wegen dem, was bald auf seine Gründung folgend würde, „die Ruanda-Lösung“ zu nennen. Der Artikel, den David Frum „völkermörderischen Liberalismus“ nannte [„liberal“ heißt im US-Sprachgebrauch meist „links“], löste mehr als eintausend Briefe aus, von denen die meisten Judt angriffen. Ein Ergebnis dieses Textes war, dass The New Republic, in deren Vorstand er bis dahin saß, ihn rauswarf und aus dem Magazin ausschloss.

In demselben Artikel lehnte er Israel auch als Land der Faschisten ab. „Wenn man Israels stellvertretenden Premierminister Ehud Olmert hört, wie er stolz darauf besteht, dass sein Land nicht die Option nicht ausschließt, den gewählten Präsidenten der palästinensischen Autonomiebehörde zu ermorden, dann ist klar, dass das Etikett besser als je zuvor passt. Politischer Mord ist das, was Faschisten tun.“ Judt entschuldigt dort auch Selbstmord-Massenmorde an Juden, denn „die Palästinenser haben keine anderen Waffen“. Er vergleicht Israels Sicherheitszaun, der dazu geschaffen ist die palästinensischen Selbstmord-Bomber von jüdischen Schulbussen und Einkaufszentren fern zu halten, mit der Berliner Mauer und stellt dann die Gründungslegitimation Israels in Frage: „Schon die Vorstellung eines jüdischen Staates – eines Staates, in dem Juden und die jüdische Religion exklusive Privilegien haben, von denen nicht jüdische Bürger auf ewig ausgeschlossen sind – stammt aus einer anderen Zeit und einem anderen Ort. Kurz gesagt: Israel ist ein Anachronismus.“ Seine antiisraelische Besessenheit verhindert, dass ihm auffällt, dass es 22 arabische Staaten gibt, in denen Araber und die muslimische Religion genau dieselben exklusiven Privilegien haben, die er so verwerflich findet, wenn Israelis sie genießen.

Dann wiederholt er die lahme Erfindung, wie die angeblich so mächtige Israel-Lobby Kritik an Israel verhindert. „Sie hat ebenfalls die innenpolitische Debatte der Amerikaner zersetzt. Statt in Sachen Nahost geradeaus zu denken, verleumden amerikanische Politiker und Experten unsere europäischen Verbündeten, wenn die anderer Meinung sind, sprechen schlagfertig und unverantwortlich vom Wiederaufleben des Antisemitismus, wenn Israel kritisiert wird und rüffeln tadelsüchtig jede öffentliche Person, die versucht aus dem Konsens auszubrechen.“ Das ist ein Thema, zu dem er in der New York Review of Books am 14. Juli 2005 zurückkehrte, als er schrieb: „Israel und seine Lobbyisten haben einen exzessiven und katastrophalen Einfluss auf die Politik der Supermacht der Welt.“

Am 3. Januar 2005 in The Nation bestand Judt darauf, dass Israels Böses die Ursache der Angriffe auf die schuldlosen Juden außerhalb Israels ist: „Es ist die Politik der israelischen Regierungen, besonders denen der letzten zwei Jahrzehnte, die weit verbreitete antijüdische Gefühle in Europa und andernorts provoziert haben… Sie können kaum überrascht sein, wenn ihr eigenes Verhalten einen Gegenschlag gegen Juden provoziert.“ Er besteht außerdem darauf, dass alle Probleme Europas mit muslimischen Einwanderern ihre Ursache in Israels Fehlverhalten zu finden sind. Sol Stern schrieb über den antiisraelischen Tunnelblick, der Judts Schriften charakterisiert diesen Kommentar: „Judts Freifahrtschein für den Islam ist die andere Seite der Münze seiner neuesten Besessenheit mit den Sünden Israels und des Zionismus, Gebieten, die das Persönliche für Judt so sehr politisch machen.“

Judt impliziert, dass seine extremen Ansichten ihm einige ungemütliche Momente in der Fakultät eingebracht haben und dass es selbst in der jetzigen Universität, wo es zum radikalen Chic gehört Israel zu verunglimpfen, Grenzen gibt. Aber weil das Persönliche politisch ist, verpflichtet er sich, der Logik seines obsessiven Verlangens der Vernichtung Israels bis zu ihrem logischen Extrem zu folgen: „Jeder Palästinenser muss klar begreifen, dass der unabhängige palästinensische Staat, mit Jerusalem als Hauptstadt, nicht das Ende des Prozesses ist, sondern nur eine Phase auf dem Weg zu einem demokratischen Staat“, wie es der Fatah-Ideologe und PA-Direktor für politische Indoktrination, Othman Abu Gharbiya, im November 1999 erklärte. „Dem wird eine dritte Phase folgen, nämlich die vollständige Verschmelzung Palästinasa mit der arabischen und islamischen kulturellen, nationalen, historischen und geographischen Umwelt. Das ist die Lösung mit dem permanenten Status.“ Um dieses Omelette zu produzieren, ist das Zerschlagen von Eiern nötig. Paul Berman schrieb im Forward: „Judt kommentiert am Ende, Terror gegen Zivilisten sei die Waffe der Wahl für die Schwachen. Vermutlich meint er damit, dass die palästinensischen Bomber [politisch] schwach sind und keine Alternative haben, um ihre nationalen Rechte einzufordern, obwohl er nicht erklärt, warum die ‚Schwachen‘ sich der Waffe ihrer Wahl genau in dem Moment zuwandten, als der ehemalige israelische Premierminister Ehud Barak ihnen anbot den palästinensischen Staat im Gazastreifen und fast der gesamten Westbank zu gründen.“

Zu denen, die Judt für seine nackte Einseitigkeit gegen Israel und die Juden angegriffen haben, gehörte die New Republic. Dort schrieb am 27. Oktober 2003 Leon Wieseltier und spottet über Judt und seinen bitteren Unmut über die Art, in der sein Jüdisch sein ihn zum Mitschuldigen an dem macht, was er als unmoralische Taten betrachtet: „Stellen Sie sich wiederum seine missliche Lage vor. Er sieht sich ‚implizit identifiziert‘ mit Israels Handeln in, sagen wir, Jenin. Aber er noch nicht einmal in der Nähe Jenins. Er tötete niemanden. In der Tat steht er in heftiger Opposition zu den Tötungen und zur Politik der Regierung Sharon in den Gebieten allgemein. Alles, was er dann tun muss, ist das zu sagen und dann seiner Wut über die Andeutung Ausdruck zu verleihen, dass er in irgendeiner Weise für das verantwortlich sei, was auch er beklagt. Die Ansicht, dass alle Juden für das verantwortlich sind, was irgendein Jude tut, dass jede Tat, die ein Jude begeht, eine jüdische Tat ist, ist keine zionistische Ansicht. Es ist eine antisemitische Ansicht.“

Aber Judt hat sich um seine Widersprüche keine Sorgen gemacht. Seit 2006 hat er einen großen Teil seiner Zeit damit zugebracht das antiisraelische Buch von John Mearsheimer und Stephen Walt mit dem Titel „Die Israel-Lobby. Wie die amerikanische Außenpolitik beeinflusst wird“ zu vermarkten und damit hausieren zu gehen. Die darin enthaltene Dämonisierung eines jüdischen Intriganten, der die US-Außenpolitik kontrolliert und die freie Meinungsäußerung abwürgt, hat einen Schwall an Kritik erbracht, der Judts Gefühl aktiviert, dass sein heldenhafter Widerstand gegen Israel ihn zu einem Opfer der zionistischen „Zensur“ und Unterdrückung gemacht hat. Die Grundlage dafür ist, dass das polnische Konsulat in New York 2006 plante ihn für eine Rede einzuladen; als es aber erfuhr, wie feindselig Judt den Juden und Israel gegenüber war, „teilweise als Ergebnis einiger von Akademikern und anderen unterzeichneter Petitionen“, wurde die Einladung gestrichen.

Was könnte aberwitziger sein als ein Professor mit Lehrstuhl an der New York University, der seine Position dort als Sonntagsredenpult zur Verbreitung seiner politischen Ansichten nutzt, der am besten durch sein „völkermörderisches Links sein“ bekannt ist, der herumheult, diese Juden unterdrückten die Demokratie und freie Meinungsäußerung in Amerika? Nur eis dazu: Dass Professoren ihre privilegierte Position zur Verbreitung von Ansichten nutzen, die solchen Gruppen Hilfe, Behaglichkeit und intellektuelle Legitimität geben, deren Lösung für den Nahost-Konflikt darin besteht, dass Israel und die Juden tot sind.

(Weitere Texte über Alibi-Juden gibt es bisher zu Ilan Pappé, Richard Falk und Uri Avnery)

2 Gedanken zu “Kollaborateure im Krieg gegen die Juden: Tony Judt

  1. Du schriebst auf tw24info heute Folgendes.

    Ui, ich werde dann mal mehr Amsel und Steinbergrecherche lesen, damit ich weiß, wie erfolgreich die Hasbara/Israellobby ist. So, wie der Jude, der im Dritten Reich den Stürmer las, damit er wusste, wie erfolgreich die jüdische Weltverschwörung selbst noch unter Hitler war…
    ______________________________________

    Ich kenne den Herrn persönlich, der bräuchte einfach einmal ein Psychiater, mehr nicht. Größenwahnsinnig, Verschwörungstheoretiker, und kommt mit dem eigenen Leben nicht zurecht, von Israel hat er NULL Ahnung. Wenn gewollt, mehr per Mail.

  2. […] Und warum sich moslemische Einwanderer nach Europa in ihren neuen Ländern so schlecht zu benehmen scheinen – z.B. willkürliche Überfalle auf Juden in Paris  – dafür hat Judt nur einen Satz als Erklärung: “The transmigration of passions and frustrations from persecuted Arabs in Palestine to their angry, dispirited brethren in Paris should not have come as a surprise — it was, after all, another legacy of empire.” via heplev […]

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.