Als Goldstone eine fiktive Person (und einen Toten) anklagte

Nissan Ratzlav-Katz, Arutz-7, 29. September 2009

Richter Richard Goldstone, dessen jüngste Untersuchung für den UN-Menschenrechtsrat vorgibt Beweise für israelische Kriegsverbrechen im Gazastreifen gefunden zu haben, klagte auch einmal einen fiktiven Serben und einen toten Mann wegen Kriegsverbrechen an. Wie im Gazastreifen gründeten sich diese Anklagen ebenfalls auf angebliche „Augenzeugen-Berichte“.

Goldstone führte das Büro des Anklägers des internationalen Strafgerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien (ICTY), eingerichtet von den Vereinten Nationen im Jahr 1993. 1995, nach einem Jahr als ICTY-Chefankläger, legte Goldstone die Anklage mehrerer Serben wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. Wie die Wochenend-Ausgabe der hebräischsprachigen Zeitung Makor Rishon ans Licht brachte, gehörte zu diesen Angeklagten ein Mann, der als „Gruban“ identifiziert wurde.

Gruban, der später vollständiger als Gruban aus Bijelo Polje identifiziert wurde, warf man vor, in dem, was man praktisch als serbische Konzentrationslager identifiziert hatte, muslimische Gefangene bösartig angegriffen zu haben. Seinen Verbrechen wurden durch eine anonyme Person, die nur als „Zeugin F“ identifiziert wurde, Gewicht verliehen, die behauptete unter dem notorischen Kriegsverbrecher gelitten zu haben.

Makor Rishon beschreibt da so: „Innerhalb nur weniger Monate wurde die schwarze Silhouette von ‚Gruban‘ auf Plakaten als meist gesuchter Kriegsverbrechern Bosniens überall aufgehängt.“ Zu dieser Zeit, vermerkt Makor Rishon, veröffentlichte die amerikanische Zeitung The Boston Globe einen Artikel, in dem die Frage aufgeworfen wurde, warum das Plakat von „Gruban“ die Aussage trug, dass der Name seines Vaters, sein Wohnort und Alter allesamt als „unbekannt“ aufgeführt wurden.

Das Problem für die NATO-Streitkräfte bei der Verfolgung des Serienvergewaltigers bestand darin, dass Gruban aus Bijelo Polje, auch bekannt als Gruban Malic, eine fiktive Person aus „Der Held auf einem Esel“ war, einem berühmten serbischen Roman von Miodrag Bulatovic über den Zweiten Weltkrieg.

Die Gruban-Fälschung war das Ergebnis eines Gesprächs in einem bosnischen Café, das zwischen dem jugoslawischen Kriegskorrespondenten Nebojsa Jevric und einem amerikanischen Journalisten stattfand. Dieser wollte verzweifelt einen „echten Kriegsverbrecher“ sehen, berichtet Makor Rishon. Jevric benannte „Gruban Malic“ namentlich als den „schlimmsten Kriegsverbrecher“ des serbischen Volkes, der die meisten Vergewaltigungen begangen habe.

Nachdem die Anklage des „Gruban“ bekannt wurde, schlug Jevric Kapital aus der irritierten Faszination seiner Landsleute mit Goldstones „Ermittlung“ und schrieb ein Buch, Der Held auf einem Esel geht nach Den Haag. In dem Buch beschrieb er ausführlich, wie seine Bemerkung gegenüber einem amerikanischen Reporter Eigenleben entwickelte.

Noch nachdem die wahre Identität des „Kriegsverbrechers“ bekannt war, wurden 1998 die Vorwürfe gegen „Gruban Malic“ offiziell wegen Mangels an Beweisen von Goldstones Nachfolger fallen gelassen. Dreizehn andere Serben aus Fleisch und Blut wurden mit „Gruban“ von derselben ICTY-Anklageliste gestrichen – einschließlich eines Mannes, den Goldstone anklagte, mehrere Jahre nachdem der bereits gestorben war.

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