Knallchargen

Martin Woker, NZZ – Der Nahost-Konflikt muss gelöst werden, damit endlich alles gut wird. Aber selbst der Obamessias kann das nicht, weil die vermaledeiten Zionisten einfach zu viel Macht in den USA haben und deshalb das Völkerrecht nicht durchsetzbar ist. Was für ein mieser Charakter!

Christoph Schult, Der SPIEGEL – Der Mann berichtet über Terroristinnen; pal-arabische Terroristinnen, die für die Übergabe des Shalit-Videos an Israel frei gelassen wurden. Er stellt sie als verletzliche Personen dar, hat kein negatives Wort, beschreibt sie völlig neutral, aber nicht unbedingt streng sachlich. Dafür wird der Name des israelischen Ministerpräsidenten sofort bei seiner ersten Erwähnung mit dem Kampftitel „Hardliner“ versehen – etwas, das weder den vergangenen noch den gegenwärtigen Terrorchefs widerfährt, nicht denen der Fatah, nicht denen der Hamas, nicht Raed Salah, keinem von ihnen. Daneben betet er die terroristische Gebetsmühle der militanten Siedler auf dem Tempelberg nach, die nachweislich christliche Franzosen waren.

Sabine Böhnke-Egbaria, anscheinend vom Arbeitskreis Palästina NRW – eine einseitige Ausstellung gegen Israel und für die Palästinenser ist natürlich nicht propagandistisch, sondern schafft nur „Raum für Gespräche“. Dazu ein Referat über israelische Siedlungspolitik und der Film „Die Eiserne Mauer“ und schon ist die ganze Veranstaltung noch einseitiger, aber völlig unparteiisch. Eine Wette: Die Rolle der arabischen Bruderländer in Sachen Krieg und Vertreibung und vor allem Flüchtlings-Lagerhaltung (Produktion von Kanonenfutter) wird von der Ausstellung der Dame nicht wirklich thematisiert.

Martin Indyk, ehemaliger US-Botschafter in Israel – die Israelis sind die Bösen und die Palästinenser sind die Guten. Olmert hatte Abbas ein Angebot gemacht, aber Abbas‘ Ablehnung ist zu ignorieren, Olmert und Livni sind Schuld, dass die Friedensgespräche nicht weiter gingen, weil Livni hinter den Kulissen alles sabotierte. Livni bestreitet das heftig.

Alfred Buß, Präses der evangelischen Kirche in Westfalen – rechtfertigt terroristische Gewalt und macht den Eindruck, dass Juden im heiligen Land nichts zu suchen haben.

Redaktion frontal 21, ZDF – Evangelikale sind die christliche Form der Islamisten. Bei Markus steht alles weitere dazu.

Mia Farrow, Schauspielerin und „Mutter von 14 Kindern“ – im Gazastreifen stellt sie Traumata bei Kindern fest (kann aber nichts dazu sagen, dass genau diese Kinder weinen, wenn Terroristen in ihrer Nähe mit Gewehren schießen oder wenn sie von „erfolgreichen“ Terroranschlägen hören). In Sderot bittet sie die Terroristen nicht weiter Raketen nach Israel zu schießen – aber nicht, um Traumata bei israelischen Kindern zu verhindern oder damit keine weiteren Israelis getötet und verletzt werden, sondern damit die Welt die Terroristen nicht so negativ sieht!

Gabor Steingard, DER SPIEGEL – israelischer „Siedlungsbau“ ist dasselbe wie iranische Atomanlagen, nordkoreanische Atomraketen und die Taliban.

Alastair Crooke, Diplomat (i.R.) – dieser Oberspinner nimmt den Iran gegen alle in Schutz, die ihm nicht wohl gesonnen sind. Die Israelis sind „gekränkt“, weil ihr Machtmonopol in der Region durch den Iran verloren geht; Begründung: Fehlanzeige. Dass die Israelis besorgt sind, weil seit 30 Jahren gegen es gehetzt wird, der Iran zwei der schlimmsten Terror-Organisationen gegen Israel antreten lässt – vergessen wird das. Der Golfkrieg ist Grund für die Machtverschiebung in der Region – ach ja, die internationalen Revolutionstätigkeiten haben erst nach 2003 begonnen, nicht wahr. Die vorher auch im Ausland ermordeten Dissidenten waren Illusion? Die Hamas und die Hisbollah erst nach 2003 stark? Der Knaller kommt aber erst noch: Der Westen solle sich gefälligst nicht gegen „eine Lawine“ stellen, die er ohnehin nicht aufhalten kann und „die Entwicklung in unserem Sinne beeinflussen“ – was nichts anderes heißt, als dass wir die Vernichtung Israels mitmachen sollen, um uns bei den Mullahs anzubiedern!
(Und eine sehr eigene Ansicht zu den Demonstrationen nach der Wahlfälschung im Sommer hat er auch.)

Willi Jaspers, DIE ZEIT – er hat eine Lobhudelei auf Alfred Grosser geschrieben, die mit der Rezension eines Buches nichts zu tun hat (abgesehen von den Schieflagen der Denke sowohl Grossers als auch Japsers‘).