Der „Heiligenschein-Effekt“ der NGOs und die Medien

Amnesty International hat einen Bericht veröffentlicht, der sich mit den Wasserproblemen der Palästinenser beschäftigt. In der markant einseitigen Art allerdings, denn von israelischer Seite wurde keine kompetente Stimme auch nur angehört. Den ganzen Müll von der durch Israel verweigerten Wasserversorgung und dem „Raub“ des Wassers durch die „Siedlungen“ haben wir schon vor Jahren zu hören bekommen – u.a. auch über den Gazastreifen. Jetzt, wo die Israelis seit inzwischen vier Jahren dort weg und keine Siedler mehr vorhanden sind, haben die Menschen im Gazastreifen keinen Tropfen Wasser mehr als vorher. Berichten unsere Medien darüber? Eine Nachrichtensendung habe ich gesehen, die einen israelischen Verantwortlichen zu Wort kommen ließ; mit einem einzigen Argument (es gibt weitaus mehr). Die Journalisten übernehmen, was ihnen parteiische NGOs vorkauen. NGO-Monitor sagt das schon länger. Dort bezeichnet man das als „Heiligenschein-Effekt“, weil die NGOs einfach einen Ruf haben, dem sie schon lange nicht mehr nachkommen:

Die Beweislage zeigt, dass viele Journalisten NGO-Berichte einfach abdrucken, ohne Fragen zu stellen oder etwas zu verifizieren. Das ist als „Heiligenschein-Effekt“ bekannt und verletzt sowohl journalistische Ethik, die Skepsis und unabhängige Verifikationen verlangt, als auch die Norm ist, wenn man aus anderen Quellen berichtet, einschließlich Regierungsvertretern. Aber wenn ein „hoch respektierter Menschenrechts-Wächter“ wie Amnesty International oder HRW eine Erklärung abgibt, tendieren Journalisten dazu die Voreingenommenheit zu ignorieren und das als Fakt zu wiederholen. Eine Harvard-Studie zur Berichterstattung des Libanon-Kriegs von 2006 zeigt, dass die meisten Medien rund um die Welt die Behauptungen von HRW über den Vorfall in Qana weiter zitierten, selbst nachdem HRW gezwungen war ihre Fehler zuzugeben. Es dürfte viele weitere Beispiele geben, nicht nur in Bezug auf Israel, sondern in Kolumbien, dem Irak und wo immer NGOs sich auf „Augenzeugen“ verlassen und es an unabhängigen Ressourcen fehlen lassen. Gleichermaßen geht die Illusion der „Ausgewogenheit“ und politischen Neutralität der NGOs unter Journalisten weiter – im Juli 2007 schrieb ein Reporter: „Während des Krieges [2006] veröffentlichte Human Rights Watch mehrere Berichte, mit denen beide Seiten kritisiert wurden.“ Ein simpler Überblick über diese Berichte demonstriert die Einseitigkeit der Verurteilungen Israels. Ernsthafte Journalisten beginnen aber über den „Heiligenschein-Effekt“ hinauszublicken, wie im Fall von Jackson Diehl von der Washington Post, der HRWs Einseitigkeiten bloßstellte, und im Economist, der sich Amnestys annahm.

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