Die „Friedensprozess“-Torheiten

John Hinderaker, PowerLine-blog, 1. November 2009

Frieden ist kein Prozess. Frieden existiert, wenn eine von zwei Bedingungen erfüllt ist: 1) Zwei Gruppen Menschen haben nicht den Wunsch einander zu töten (z.B. die USA und Kanada) oder 2) eine oder beide Gruppen würden einander gerne umbringen, wird aber abgeschreckt oder anderweitig davon abgehalten das zu tun (z.B. der Kalte Krieg). In keinem Fall ist da typischerweise ein „Prozess“ involviert. Verhandlungen sind, anders als Frieden, sind in der Tat ein Prozess. Aber Verhandlungen, selbst wenn sie zu einem Vertrag oder einer Vereinbarung führen, können keinen Frieden bringen, außer auch eine der oben genannten Bedingungen wird erfüllt (s. München, Oslo, unzählige weitere.)

Es ist seit langer Zeit von einem „Friedensprozess“ im Nahen Osten geredet worden, aber diese Diskussionen haben wenig oder nichts mit der tatsächlichen Existenz eines Friedens zu tun, der von anderen Faktoren abhängt. S. hierzu Nummer 2 oben.

Vor nicht ganz so langer Zeit haben Sprecher der PA die USA beschuldigt den „Friedensprozess“ zu untergraben, indem sie Forderungen zurückschraubten, Israel soll alle Bautätigkeit in Siedlungen einstellen.

Mit anklagendem Finger in Richtung Vereinigte Staaten sagten die Palästinenser am Sonntag, Washingtons Unterstützung der israelischen Weigerung, den Ausbau der jüdischen Siedlungen zu stoppen, habe jegliche Hoffnung abgetötet, die Friedensverhandlungen bald wieder aufzunehmen. …

Bei einem eintägigen Nahost-Besuch am Samstag begrüßte Außenministerin Hillary Clinton Israels Sicht, dass Siedlungsausbau in der besetzten Westbank kein Hindernis für die Wiederaufnahme von Verhandlungen sein sollte – was der palästinensischen Haltung widerspricht… Von Obamas und Clintons Kehrtwende getroffen, brachten die Palästinenser ihre Frustration zum Ausdruck.

„Die Verhandlungen befinden sich in einem Zustand der Lähmung und das Ergebnis der Unnachgiebigkeit Israels und Amerikas Zurückrudern ist, dass keine Hoffnung auf Verhandlungen am Horizont zu finden ist“, sagte Abbas‘ Sprecher Nabil Abu Rdainah.

Verhandlungen sind aber kein Ziel für sich. Wir hören viel von Hindernissen für den „Friedensprozess“, aber weit weniger über die tatsächlichen Hindernisse für den Frieden. Letztere wurden am Freitag zur Schau gestellt, als Zehntausende von Anhängern des Islamischen Jihad in Gaza demonstrierten:

Zehntausende Anhänger des Islamischen Jihad hielten am Freitag in Gaza eine Kundgebung, um an den getöteten Gründer der Gruppe zu erinnern. Die Mitglieder hielten Plastik-Modelle von Raketen und trugen Masken und Modelle von Selbstmord-Bombenwesten; sie skandierten „Tod Israel“ und „Mohammeds Armee wird zurückkommen, um den hebräischen Staat wegzuwischen“.

Nafez Azzam, einer der Führer des Islamischen Jihad, forderte die Menge am Freitag auf, Verhandlungen mit Israel abzulehnen und gewalttätigen Widerstand zu unterstützen… Der Islamische Jihad, eine Terror-Organisation, die kleiner ist als die Hamas, hat Dutzende von Selbstmord-Bombenanschlägen und anderer Angriffe gegen israelische Zivilisten ausgeführt.

Hier blickt ein bewaffneter Wächter des Islamischen Jihad über die Kundgebung:

Dieses Foto zeigt einen Typen mit einem Raketen-Modell, der von einer Gruppe umgeben ist, die Beerdigungskleidung trägt. Ich gehe davon aus, dass dies das übliche Freudenfest des Todes via Massenmord-Bombenanschlag ist. Welch entzückende Kultur:

Der Kindesmissbrauch der Palästinenser ist über die Jahre hinweg ein alltägliches Thema gewesen. Oft rüsten die Palästinenser kleine Kinder mit gefälschten Selbstmord-Gürteln aus – gelegentlich, wenn sie geistig behindert sind, mit echten – oder mit Raketen-Atrappen usw. Hier sehen wir ein palästinensisches Kind, das eine nachgemachte Waffe hält, über israelische Flaggen und ein Bild des israelischen Premierministers marschieren.

Wie schließt man Frieden mit einer Krankheit? Das ist die Frage, mit der Israel seit Jahrzehnten kämpft. Ich bin ziemlich sicher, dass die Antwort in den Punkten 1 und 2 von oben liegt, nicht in einem „Prozess“.