Islamistische Perfidität und westliche Naivität

Was ist tödlicher?

Raymond Ibrahim, Pajamas Media, 9. November 2009

In einem Blogeintrag für Islamist Watch zeigt David J. Rusin, wie das Wort „Jihad“ im Westen weiterhin beschönigt wird. Trotz der eindeutigen Darstellung durch das islamische Gesetzt als militärisches Unternehmen zur Machtverbreitung des Islam wird der Jihad immer noch als „nichts anderes gehandelt als ein Schüler, der seine Mathearbeit zu bestehen, eine Mutter, die ihre Kinder zum Fußballtraining bringt oder – in den Worten der Studie aus Cambridge – ein aufgeschlossener Mensch, der sich für ‚Lobbyarbeit, Aktivismus und Schreiben‘ engagiert – so einer Art Sozialarbeiter“. Rusin schließt mit der Beobachtung: „Warum Islamisten mit solch besonderen Definitionen hausieren gehen, sollte klar sein. Unergründlicher und verstörender ist, warum sie bei Westlern derart viel an Boden gewinnen.“

Darin liegt tatsächlich die Ironie: Die islamistische Perfidie ist nur zu erwarten; die westliche Naivität andererseits, die, wenn schon, in unserer Welt nach 9/11 hätte abnehmen sollen, ist bis zu einem Punkt aufgeblüht, die das Erstere unnötig macht. Denn während es keinen Zweifel daran gibt, dass die Islamisten (und ihre fehl geleiteten westlichen Kumpane) die Bedeutung des Jihad verfälschen, versagen die amerikanische Führung und Medien immer noch darin, selbst wenn die wahre Bedeutung offen vor ihnen liegt, sie zu erkennen. Mit anderen Worten: Apathie – oder gewollte Blindheit – bezüglich des Jihad ist inzwischen so tief im Westen verankert, dass die Islamisten das nicht länger aktiv heucheln müssen.

Man bedenke: Als Präsident Barack Hussein Obama sich am 4. Juni 2009 von Kairo aus an die islamische Welt wandte, sagte er: „Wie der Heilige Koran uns sagt: ‚Seid euch Gottes bewusst und sprecht immer die Wahrheit‘ [Sure 9,119]. Das ist das, was ich zu tun versuchen werde – die Wahrheit zu sprechen, so gut ich kann, bescheiden gemacht von der Aufgabe, die vor uns liegt.“ Lassen wir einen Augenblick die Tatsache beiseite, dass Sure 9, von der Obama zitiert, die gewalttätigsten und  intolerantesten aufrufe im gesamten Koran beinhaltet (was schon etwas heißen will). Das Problem hier ist, dass der arabische Originaltext von Sure 9,119 absolut nichts von „die Wahrheit sprechen“ sagt. Das Wort „sprechen“ befindet sich nirgendwo in diesem Text und „Wahrheit“ ist als Kurzfassung eine falsche Übersetzung für sadiqin, das sich auf Personen bezieht. Der Vers ist so wortwörtlich wie möglich als „Fürchte Allah und halte dich an die Wahrhaftigen“ zu übersetzen. Mit anderen Worten: Muslime sollten sich fest auf die Seite ihrer Glaubensbrüder stellen („wahrhaftig“ dient in der gleichen Art als koranisches Beiwort für „Muslime“, wie es „Gläubige“ oft tut). Es ist, wie immer, ein Aufruf zur Teilung – von Muslimen (den „Wahrhaftigen“) gegen die Ungläubigen (die „Falschen“).

Hätten Obama oder seine Nahost-Berater und Redenschreiber sich einfach darum gekümmert diesen Vers im Zusammenhang zu lesen – Sure 9,111, ein Dauerliebling der Jihadis, ragt kurz davor heraus und verspricht den Gläubigen das Paradies im Tausch für ihr Töten und Getötet werden – oder wenn sie sich darum gekümmert hätten muslimische Mainstream-Exegese zurate zu ziehen, hätten sie wissen können, dass dieser Vers Teil eines Koranabschnitts ist, der sich exklusiv mit der Bekämpfung Ungläubiger beschäftigt: Mohammed und verschiedene Muslime bereiteten sich darauf vor in byzantinisches Territorium einzufallen; einige Muslime wollen zurückbleiben. Es war hier, dass Allah/Mohammed ihnen mit diesem Vers drohte, „Allah zu fürchten und sich an die Wahrhaftige zu halten“ (d.h. sich in die Reihen ihrer muslimischen Glaubensbrüder auf dem Kriegspfad zu stellen). Wenige Sätze später gipfelt dieser Aufruf in einem der berühmtesten Aufrufe zur Gewalt im gesamten Koran, der regelmäßig von modernen Jihadis beschworen wird: „O ihr, die ihr glaubt, kämpft gegen jene, die euch nahe sind unter den Ungläubigen, und lasset sie euch hart vorfinden; und wisset, dass Allah mit den Gottesfürchtigen ist.“[9,123]

Zufälligerweise sind die hier erwähnten Ungläubigen die Christen von Byzanz (oder auf Arabisch al-Rum, „die Römer“). Dass die Jihadis von heute, wie Osama bin Laden, die Vereinigten Staaten oft mit Byzanz vergleichen, das lange Zeit die expansionistische Gestaltung des Kalifats hinein ins Christentum verhinderten; es macht Obamas Wahl des Verses – sich „an die Wahrhaftigen zu halten“ – noch ironischer.

Wenn wir schon von Ungläubigen und Ironie sprechen: Hier ist eine jüngere, komischere Anekdote: Am 11. September 2009 sendete NPR eine Story mit dem Titel „Neue Art der Aufmerksamkeit durch die Polizei für Muslime in New York“, in der es darum geht, dass „das das New Yorker Polizeipräsidium ein jährliches Ramadan-Programm veranstaltet, während dessen die Polizei Mitglieder der muslimischen Gemeinde kennenlernt und Muslime offen sagen können, was sie denken“. Fall jemandem das Thema dieser Story entgangen sein sollte, Begriffe wie „Aufeinander zugehen“, „Vielfalt“ und „Brücken bauen“ waren vorherrschend.

Hier ist das Problem (worauf mich erstmals Diana West von der Washington Times aufmerksam machte): In der Audioversion dieses Berichts (etwa bei Minute 0:25-0:50 der Aufnahme) sagt der NPR-Sprecher: „Man konnte nicht einen leeren Stuhl im Auditorium des NYPD am Police Plaza 1. Die hochrangigen NYPD-Vertreter, muslimische Kleriker und Gemeindeglieder standen alle und hörten den Rythmen des Gebetsrufs des Imams der New Yorker Polizei zu.“ Das ist Khalid Latif. Während der Sprecher dies sagte, konnte man im Hintergrund einen Teil der arabischen Koran-Rezitation des Imams hören.

Das enthusiastische Reden von NYPD-Oberen, die angesichts des „Rhythmus des Rufes“ in Ehrfurcht erstarrt standen, macht es schwierig genau zu erkennen, welcher Vers zitiert wird. Nur die letzten Worte – gawm al-kaffirin, Volk der Ungläubigen“ – sind kristallklar und lassen Alarmglocken schrillen. Dank meiner vertrauenswürdigen arabisch-koranischen Konkordanz konnte ich diesen Satz als Teil von Sure 2,286, mit der Allah angefleht wird „uns [die Muslime] über das Volk der Ungläubigen siegreich sein zu lassen“. Berücksichtigen wir, dass vom islamistischen Standpunkt aus die USA das „Volk von Ungläubigen“ schlechthin sind.

Und hier haben wir es: Von einem amerikanischen Präsidenten, der öffentlich seinen Auftrag definiert, indem er einen mit dem Jihad zusammenhängenden Vers zitiert, zu amerikanisch-muslimischen Führern, die öffentlich für die Unterwerfung der Nichtmuslime predigen (und das auch noch in der Aula des New Yorker Polizeipräsidiums) ist klar, dass die ultimative Drohung mehr westlicher Sorglosigkeit und Gleichgültigkeit – mit einem Wort: Naivität – entstammt, als von aktiven islamistischen Machenschaften. Kurz gesagt: Wenn Islamisten irreführende Interpretationen des Wortes „Jihad“ feilbieten, dann ist das nur die Spitze des Eisbergs.

8 Gedanken zu “Islamistische Perfidität und westliche Naivität

  1. im Herbst 2010 gibt es die Chance Husain Barak Soetoro alias Obama politische zu blockieren

  2. „Das Abendland geht nicht zugrunde an totalitären Systemen, sondern an dem hündischen Kriechen seiner Intelligenz vor den politischen Zweckmäßigkeiten.“ Gottfried Benn

  3. Als Präsident Barack Hussein Obama sich am 4. Juni 2009 von Kairo aus an die islamische Welt wandte, sagte er: „Wie der Heilige Koran uns sagt:…

    Wäre Obama wirklich ein aufgeklärter Christ, so hätte der Koran ihm gar nichts zu sagen, höchstens die Bibel, so er denn daran glaubte. Ich jedenfalls verwahre mich gegen das UNS. Mir sagt der Koran absolut nichts, zumindest nichts, was ich für mein ethisches und moralisches Verhalten benötigen würde.

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