Fallstudie zur Inkompetenz der Nachrichtenmedien

Elder of Ziyon, 19. November 2009

Vor ein paar Tagen genehmigte ein internes Jerusalemer Planungskomitee als Vorabschritt Pläne zum Bau von rund 900 Wohneinheiten im Jerusalemer Viertel Gilo.

Die Nachrichtenmedien haben diese Story allesamt überproportional aufgeblasen und die Führer der Welt sind pflichtgemäß gefolgt und Israel wegen „Siedlungsbau“ ohne Umschweife verurteilt. Die Nachrichten darüber zu lesen würde es so erscheinen lassen, als sei es das Ende der Welt oder dass die Bautätigkeiten unmittelbar bevorstehen, während Fakt ist, dass kein israelischer Führungspolitiker der Linken oder der Rechten jemals das Viertel Gilo in einer Endstatus-Übereinkunft aufgeben würde; es ist bereits ein jüdisches Viertel und es geht (nach meiner Kenntnis) nicht über die Grenzen von Gilo hinaus. Es handelt sich um eine reine Kampagne, auf Israel wegen etwas Druck auszuüben, das das Leben keines einzigen palästinensischen Arabers jetzt oder in der Zukunft auch nur irgendwie beeinträchtigt, außer als mögliche Arbeiter beim Bau.

Major Barrett von Fox News fragte Präsident Obama zu der Nachricht:

Die Israelis haben ihre Absicht angekündigt weitere Siedlungen in Gilo zu errichten, ich glaube, das ist der Name der Stadt, wie hilfreich oder schädlich für den Prozess ist das und betrachten Sie es eine Rüge für Ihre Anstrengungen diese Siedlungen zu stoppen?

Gilo ist eine Stadt? Wenn das eine Stadt ist, wie können darin „Siedlungen“ gebaut werden? Die Frage verrät eine unglaublich Ignoranz des Themas, denn die Nachrichtenmedien stellen die Wahrheit falsch dar und übersimplifizieren und selbst ein altgedienter Korrespondent begreift weder die Basics zu den Fakten vor Ort noch das, was genau passierte.

Präsident Obama antwortete allgemein zu „Siedlungen“, nicht Gilo; er gab diese Antwort (übersetzt aus dem Original-Transkript):

Nun, es gibt keinen Zweifel daran, dass ich in der Lage gewesen bin die Siedlungen zu stoppen; und es gibt aus meiner Perspektive auch keinen Zweifel daran, dass es nicht nur im Interesse der USA, sondern auch im Interesse Israels ist keine Siedlungen zu bauen.

Sehen Sie, die Lage im Nahen Osten ist sehr schwierig und ich habe wiederholt gesagt und ich werde es wieder sagen: Israels Sicherheit ist ein vitales nationales Interesse der Vereinigten Staaten und wir werden sicher stellen, dass sie [dort] sicher sind.

Ich denke, dass zusätzlicher Siedlungsbau nicht zu Israels Sicherheit beiträgt. Ich denke, er macht es für es schwieriger mit seinen Nachbarn Frieden zu schließen. Ich denke, es verbittert die Palästinenser auf eine Art, die sehr gefährlich enden könnte und es macht es schwierig irgendeine Art ernsthafter Gespräche darüber wieder zu beginnen, wie man eine Zweistaaten-Lösung erzielt.

Betrachten Sie den hervorgehobenen Satz. Obama sagt, dass jenseits der Grünen Linie zu bauen die palästinensischen Araber wütend macht und sie zu Gewalt veranlassen könnte. Das stimmt. Viele Dinge veranlassen die Araber Gewalt zu verüben; das macht diese Dinge nicht von sich aus schlecht, aber es zugegebenermaßen ein Faktor bei der Entscheidungsfindung und es ist eine wichtige Art, dass Araber und Muslime historisch – oft erfolgreich – versucht haben den Westen dahin zu manipulieren, dass er ihren Willen tut. Ich habe dies „die Diplomatie der Angst“ genannt und die Muslime haben das seit über einem Jahrhundert eine Selbstverständlichkeit ausgeübt.

Die Gefahr, die Obama hervorhebt, ist nicht die, dass die Siedlungen an sich gefährlich sind, sondern dass die palästinensisch-arabische Reaktion für Israel gefährlich sein könnte. Das ist natürlich eine Rechnung, die Israel aufmachen sollte, nicht die USA.

Es ist unglaublich und inkompetent, wie Fox News Obamas Äußerung in ihrem Artikel über das Interview falsch darstellt:

Obama nennt israelischen Siedlungsbau in Ostjerusalem „gefährlich“

Präsident Obama nannte es am Mittwoch „gefährlich“, dass Israel plant 900 neue Apartments in einer bestehenden Siedlung in Ostjerusalem zu bauen – eine Gegend, von der die Palästinenser hoffen sie als ihre Hauptstadt auch ohne Friedensabkommen mit Israel beanspruchen zu können.

Von hier aus spielen die Medien das alte Kinderspiel „Stille Post“ und verstärken den Fehler, wie AFP berichtet:

Israels Entscheidung den Bau neuer Siedlungen im besetzten Ostjerusalem voranzutreiben, könnte „sehr gefährlich“ sein, sagte US-Präsident Barack Obama am Mittwoch in einem Interview mit Fox News.

Nein, nicht die Entscheidung war „sehr gefährlich“, die mögliche Reaktion ist das, was gefährlich ist. Einem bestehenden jüdischen Viertel Häuser hinzuzufügen ist nicht die Gefahr – die arabische Reaktion könnte es sei.

Genauso, wie nicht die Veröffentlichung einer Karikatur über Mohammed „gefährlich“ ist, sondern die möglich Gegenreaktion dünnhäutiger und verunsicherter Muslime.

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