Free Gaza: „Wir sind gegen humanitäre Hilfe“

Elder of Ziyon, 24. November 2009

Aus der Mailingliste der Free Gaza-Bewegung:

Am 7. und 8. November traf sich der Interim-Vorstand der Free Gaza in London, um unsere Strategie für 2010 wie auch den Zeitplan der nächsten Mission nach Gaza zu planen.

… Israels Gewaltanwendung zum Stopp unserer letzten drei Reisen hat es zwingend erforderlich gemacht unsere Strategie zu überdenken. Statt ein Fahrzeug nach Gaza zu schicken, arbeiten wir an einer Flotte oder Miniflotte mit mehr Schiffen, darunter mindestens ein Frachtschiff, mehr Leuten, mehr Vorräten und mehr Medien auf der hohen See. Rund um die Welt haben sich zehntausende Menschen an unserer Mission beteiligt. Unsere Absicht ist, eine wahrhaft internationale Flotte aufzubauen, die entweder Gaza erreicht oder, sollte sie aufgehalten werden, Israel politische Kosten verursacht.

… Der ehemalige Premierminister Malaysias, Tun Dr. Mahathir Mohamed, richtete einen Free Gaza-Fond ein und stellte Geld zur Verfügung, damit wir ein Frachtschiff erwerben können. Mit diesem Frachtschiff werden wir Baumaterial nach Gaza bringen. Wir wollten im Oktober/November fahren, damit wenigstens ein paar Leute im Gazastreifen anfangen können ihre Häuser wieder aufzubauen, bevor das kalte Wetter zuschlägt. Unglücklicherweise konnten wir diesen Termin nicht halten.

Wir haben das Geld für ein Frachtschiff und ein Passagierschiff. Uns fehlen jedoch mindestens ein weiteres Passagierschiff und die Betriebskosten, bevor wir abfahren können. In konkreten Zahlen benötigen wir etwa €300.000 oder jemanden, der ein Passagierschiff und €100.000 für Betriebskosten spendet (Treibstoff, Hafengebühren, Heuer usw.)

Die Anstrengungen der Free Gaza-Bewegung sind lebenswichtig; wir müssen die Blockade beenden, nicht einfach humanitäre Hilfe nach Gaza liefern. Während viele potenzielle Geldgeber die Bedeutung unserer Arbeit anerkennen, sind sie aus verschiedenen Gründen nicht mit Geldern gekommen. Die meisten ziehen es vor, dass ihre Beiträge an humanitäre Hilfe für Palästina gehen. Aber Palästina ist kein Fall für die Wohlfahrt! Es werden von Hilfsorganisationen, die nicht in der Lage oder nicht bereit sind, die politischen Fragen anzugehen, Hunderte Millionen nach Palästina gepumpt oder von Geberländern, die sich vor ihren politischen, rechtlichen und moralischen Verpflichtungen drücken, indem sie Palästina Geld hinterherwerfen.

Diese Hilfe ist die Bezahlung der Besatzung Israels, dadurch, dass Israels Verantwortung verringert wird für die Menschen zu sorgen, die es besetzt. Wir glauben fest, dass Aktivisten und Menschen, die sich um die Palästinenser sorgen, kein Geld für humanitäre Hilfe sammeln sollten, sondern uns auf direkte Aktionen zur Konfrontation der israelischen Politik konzentrieren, durch die die Palästinenser auf diese Hilfe angewiesen sind.

Die FGB sagt ausdrücklich, dass „diese Hilfe“ der erwähnten Geberländer und  Hilfsorganisationen im Satz davor „für Israels Besatzung zahlt“. Das ist sehr deutlich: FGB sagt, dass Geld dafür gespendet werden sollte Israel unter Druck zu setzen, anstatt die Menschen im Gazastreifen zu ernähren und dass die Hilfe selbst Teil des Bösen ist, das in der nicht existenten „Besatzung“ des Gazastreifens besteht.

Und für die FGB-Fanatiker ist es um so besser, sollten tatsächlich Gazaner verhungern, damit das größere Gute eintritt. Sie werden diesen Teil nur nicht laut sagen.

Außerdem sind sie sehr frustriert, dass Geld, das in ihre eitlen Boote gesteckt werden könnte, stattdessen in die Ernährung der Menschen im Gazastreifen geht. Das ist eine ziemlich kranke Truppe.

Das sollten Sie im Hinterkopf behalten, wenn Ihre Zeitung das nächste Mal die Free Gaza-Bewegung als „humanitäre“ oder „Hilfs“-Organisation bezeichnet. Sie ist nichts dergleichen – sie ist eine extremistische politische Organisation, die dagegen ist, dass die UNO, das Rote Kreuz, Jordanien, Qatar und Ägypten den Menschen in Gaza Hilfe zukommen lassen.

Vermerken Sie auch, dass diese progressiven Leute keine Probleme damit haben Geld von einem Antisemiten anzunehmen.

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3 Gedanken zu “Free Gaza: „Wir sind gegen humanitäre Hilfe“

  1. Kann man nicht einfach die Flotte auf hoher See versenken; …unter dem Motto:“Ups, sorry?!“

    • So einfach ist es nicht. Es würde vor allem politisch kosten. Etwas das sie wollen.

      Man könnte aber schaun ob man wie die Queen vor einigen Jahrhunderten Kaperbriefe ausstellen könnte…wären dann keine staatlichen Organisationen.
      Ist bisschen wie „Nein wir haben die Raketen nicht geschossen! Das war irgendeine militante Gruppe über die wir keine Gewalt haben. Wir sind nicht verantwortlich!“

      • Nette Idee. Aber dann wird eine Flotte geschickt, die nach den Karperern suchen. (Na ja, wenn’s die Bundesmarine ist und so erfolgreich agiert wie vor dem Libanon, dann wäre es ja okay…)

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