Knallchargen

Michael Martin, irischer Außenminister – die „humanitäre Lage“ im Gazastreifen ist „inakzeptabel“, also fühlte er sich bemüßigt Katastrophentourismus zu betreiben und wollte sich das unbedingt selbst ansehen. Dass daraus nichts wurde, kreidet er Israel an, das ihm grundlos absagte (er wollte den Besuch in Israel mit dem bei den Hamas-Terroristen kombinieren). Das israelische Außenministerium hat eine andere Version: Die Reise war ohne Terror-Abstecher geplant, wurde aber jetzt von Martin aus terminlichen Gründen abgesagt, weil er an einer Parlamentssitzung teilnehmen muss. Er hatte also seine Terminplanung nicht im Griff. Wie auch immer, besonders intelligent ist jedenfalls, dass Martin der Meinung zu sein scheint, man könne nur von Israel aus in den Gazastreifen reisen, nicht aber über Rafah – oder per Free-Gaza-Seelenverkäufer. Aber macht sich halt immer besser, wenn man sich dumm stellt: Der Beifall der Mullahs und ihrer Fans ist sichergestellt.

Daniel Cohn-Bendit – schon neulich mit der Aufforderung an die Saudis angeführt, ihre Gelder von den Schweizer Konten abzuziehen. Broder legt aufgrund dieser Äußerung nochmal nach: Er hat noch keine Schweizer Bank aufgefordert die Geschäfte mit dem Iran einzustellen. (Und noch ein paar andere Eigenheiten des DCB listet.)

Ahmed Aboul-Gheit, Außenminister von Ägypten – er drängt Israel in Sachen Gilad Shalit „keine überzogenen Forderungen zu stellen und den verlangten Preis zu zahlen“. Äh: 1 israelischer Soldat für 980 arabische Kriminelle und Terroristen – wer stellt da überzogene Forderungen?

Elke Gryglewski (Haus der Wannseekonferenz) und eventuell noch ein paar andere Mitglieder des „Expertengremiums zur Bekämpfung des Antisemitismus“: Antisemitismus ist ein Thema, zu dem Betroffene (Holocaust-Überlebende, also Zeitzeugen) nun mal gar nicht gefragt sind, denn sie sind nicht objektiv und zu emotional, um den heutigen Antisemitismus auch nur etwas sagen zu dürfen. (Nathan Gelbart schreibt Boshaftes dazu.) Man kann es auch so ausdrücken:
Wenn Deutschland den Antisemitismus durch ein “Expertengremium” bekämpfen will, kann es, scheint’s, durchaus passieren, daß Holocaust-Überlebende den Anti-Antisemiten lästig werden:

Wenn 24 ehemalige deutsche Botschafter an die Bundeskanzlerin und den Außenminister schreiben und eine „entschlossenere Gangart“ gegenüber Israel fordern – um was für eine Art Leute handelt es sich? Um solche, die in muslimischen Staaten gedient haben (mindestens einer ist zum Islam konvertiert). Und da kommen dann die üblichen Sprüche: Stärkung von Extremisten auf beiden Seiten verbunden mit Forderungen nur an Israel. Einbindung der Hamas. Und von einer Existenzbedrohung Israels durch einen palästinensischen Staat kann „nicht mehr ernsthaft gesprochen werden“ – im Gegenteil, „unvorhersehbare Risiken“ birgt nur „die Fortsetzung des Konflikts“. Zusammenhänger mit palästinensisch-arabisch-muslimischen Terrorismus gibt es nicht, die Vernichtungs-Verpflichtung sowohl der Hamas als auch der PLO sind nicht existent, genauso der Stufenplan der PLO. Fakten sind nur existent, wenn sie ins gewünschte Bild passen; andere Fakten werden für nicht existent erklärt.
Henryk M. Broder bringt die Argumentation der DiPLOmaten auf den Punkt: Dabei hätte ein Blick in ein Lexikon die AA-Rentner [AA=Auswärtiges Amt] darüber aufgeklärt, dass z.B. die Muslimbruderschaft schon 1928 in Ägypten gegründet wurde, also vor dem Zweiten Weltkrieg, vor dem Holocaust und vor der Gründung Israels. Und dass es den Muslimbrüdern nicht darum geht, Konflikte zu lösen, sondern sie zu erzeugen. Und er schließt: Die eigentliche Frage lautet: Wenn sich schon ein paar ehemalige deutsche Botschafter zusammenrotten, um eine politische Stellungnahme abzugeben, warum nehmen sie sich nicht den Iran vor, den “Nährboden für extremistische Bewegungen”, von der Hamas über die Hisbollah bis zu Hugo Chavez?

RTL – „Die Schweizer Bürger haben eigentlich über Minarette abgestimmt. Dass sie auch über die Religionsfreiheit von Christen mitbestimmt haben, war ihnen sicher nicht bewusst.“ Aha, vor der Abstimmung hatten Christen in der Türkei das Paradies auf Erden, nicht wahr? Und wann fangen sie bei RTL an, die Türken bei uns die Folgen von dem spüren zu lassen, was Herr Erdogan et.al. in Kleinasien so von sich geben?

Guillaume Morand, schweizer Unternehmer (Schuhläden) – der gute Mann ist so empört über das Minarettverbot, dass er einen Schornstein auf seinem Firmengebäude zu einem Minarett ausbaute. Dafür ist also Geld da. Ach ja: Mit Muslimen gibt es in der Schweiz keine Probleme. Gut, dass wir das wissen…

Nazmi Ju’beh, pal-arabischer Historiker und Archäologe – „Seit den frühen 80er Jahren versucht man, die muslimischen Beziehungen zu Jerusalem zu leugnen. Man sagt zum Beispiel, Jerusalem sei nie eine arabische Hauptstadt gewesen, und der islamische Charakter der Stadt sei marginal“, äußert er sich in der antiisraelischen Hetz-Postille der DDR. Dazu gibt es nur zu sagen: 1. war Jerusalem nie eine arabische Hauptstadt, geschweige denn eine Stadt von wirklicher politischer Bedeutung; 2. wird nicht geleugnet, dass es muslimische Beziehungen zu der Stadt gibt (das lässt sich angesichts der Okkupations-Moscheen auf dem Tempelberg schon nicht machen), sondern die muslimischen Ansprüche auf Jerusalem sind fragwürdig und widerlegt. Der Mann verbiegt die Wahrheit bis zur Unkenntlichkeit, um die Juden schlecht zu machen. Propaganda, die von Junge Welt nur allzu gerne verbreitet wird.

Kerstin Müller, Bündnis90/Die Grünen, außenpolitische Sprecherin – erst fordert sie eine Art von Friedensprozess, der nicht nur unrealistisch ist, sondern auch alleine Israel etwas abverlangt. Wobei sie dann alle Vorurteile gegen Natanyahu pflegte, die mit Unwahrheiten schön garniert ein entsprechendes Bild abgeben. Und als sie dann von einer Leserin gebeten wurde ihre Behauptung, Netanyahu/Likud sei gleichbedeutend mit der Ablehnung einer Zweistaaten-Lösung, zu belegen (die Leserin gab Berichterstattung deutscher Qualitätsmedien an, um zu zeigen, dass Müller Blödsinn schwätzte), da kommt eine Antwort, die viel mit unsachlicher und faktenfreier Hetze gegen Israel zu tun hat, aber die Frage nicht einmal ansatzweise berührt.

Gerhard Schröder, ehem. Bundeskanzler – der glaubt anscheinend, er habe die meiste Ahnung vom Islam, auf jeden Fall mehr als die „Islammissversteher“, die von Robert Spencer immer wieder anführen muss und besonders mehr als die Schweizer. Der Mann gibt so viel Dünnschiss von sich, dass der Nörgler feststellen muss, er mache „mit den vielleicht unsinnigsten Kommentaren von sich Reden, die man je von diesem Mann gehört hat. Direkt nach der Bemerkung, Russlands Herrscher Wladimir Putin sei ein „lupenreiner Demokrat“, natürlich.“

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