Gute Nachbarn

Yaacov Lozowick, 14. Dezember 2009

Für die jüngste Attacke auf eine Moschee in Yasuf habe ich keine Worte der Verteidigung, Entlastung oder einfach nur Worte der Erklärung, die dann in einer hinterlistige Art von Rechtfertigung übergehen. Islamisten greifen regelmäßig Moscheen an und massakrieren Betende. Palästinensische Terroristen nutzen regelmäßig Häuser des Gebets, sei es die Geburtskirche in Bethlehem oder Moscheen im Gazastreifen, als Orte, in denen sie sich verkriechen oder Waffen lagern. Zivilisierte Menschen betrachten Häuser der Anbetung nicht als militärische Ziele, außer sie sind es tatsächlich; und sie schänden sie nicht mit der Absicht zu beleidigen. Wenn sie das tun, dann ist das Beweis dafür, dass die aufgehört haben zivilisiert zu sein.

Ohne wenn und aber.

Das heißt aber nicht, dass die Reaktionen auf solch eine verachtenswerte Tat nicht bilden kann.

Eine Delegation jüdischer Religiöser Leiter und Aktivisten, einschließlich einiger aus Siedlungen der Westbank, versuchte das Dorf zu erreichen, um ihrer Abscheu angesichts des Anschlags Ausdruck zu verleihen. Aber die israelische Armee hinderte die Gruppe davon nach Yasuf zu gelangen, aus Sicherheitsgründen, da aufgebrachte Dorfbewohner erklärten, dass die Besucher nicht willkommen sein würden. „Die Leute werden das nicht zulassen“, sagte Wasfi Hassan, ein örtlicher Bauer. „Das ist wie einen Mann zu töten und dann zu seiner Beerdigung zu gehen.“

Nein, das ist nun gar nicht dasselbe. Erstens, weil niemand getötet oder auch nur verletzt wurde. Zweitens, weil es nicht die Täter waren, die mit neuen Koranen nach Yasuf kommen wollten, es waren andere Juden, einige davon Siedler, einige nicht. Die Entschlossenheit alle israelischen Juden so sehen zu wollen, als seien sie kriminelle Strolche zu sehen, mag befriedigen, entspricht aber weder der faktischen Wahrheit, noch ist es auch nur ansatzweise hilfreich für ein Vorankommen.

Abbushi wies den Gedanken zurück, dass der israelisch-palästinensische Konflikt sich in einen religiösen Kampf wenden könnte. „Es ist ein nationaler Konflikt. Wir wollen einen unabhängigen Staat, ohne Siedler“, sagte er. Allerdings skandierten palästinensische Schulkinder, die zum Demonstrieren nach Yasuf gebracht wurden: „Khaibar, Kaibar ya Yahud“, womit sie eine legendäre Schlacht zwischen dem Propheten Mohammed und den Juden der Oasis Khaibar in Erinnerung riefen; die Juden waren dort gezwungen sich zu ergeben.

Wer hat da recht? Der PA-Gouverneur, der zur Auslands-Presse spricht und ihr erzählt, was die zu hören wünscht? Oder die Leute vor Ort, vielleicht Lehrer, die die Schüler auf das vorbereiten, was sie skandieren sollen? Selbst wenn es der Gouverneur ist, warum muss ein unabhängiger Staat judenfrei sein?

In Yasuf berichteten Dorfbewohner von Jahren an Problemen mit Siedlern in der Gegend, die sie für eine ganze Reihe an Übeln verantwortlich machen, einschließlich dessen, was sie als Vergiftung einer Quellen und dem Diebstahl von Schafen anführten.

Wirklich? Die Siedler vergifteten die Quelle? Wie um Gottes Willen haben sie das geschafft? Angesichts der geologischen Struktur der Westbank, die bestimmt, wie örtliche Quellen funktionieren, lehne ich mich mal weit aus dem Fenster und sage, dass das nicht zu machen ist. Oder eher so: Es könnte vielleicht gemacht werden, aber das würde eine groß angelegte, ununterbrochene, industrieartige Anstrengung erfordern. Das ist nie geschehen, nicht in Yasuf und nicht sonst irgendwo in der Gegend. Das klingt für mich wie das Ergebnis einer anhaltenden und von der gesamten Gesellschaft getragenen Politik der Palästinenser, um die eigenen Hirne und die ihrer Kinder zu vergiften, von denen viele inzwischen aufgewachsen sind, um Eltern, Lehrer und pensionierte gebrechliche und bejahrte Urgroßeltern zu werden.

Ebenfalls am Sonntag billigte das israelische Kabinett einen Plan, um Israels Landkarte der nationalen Gebiete von Vorrang zu verändern, damit sie einige isolierte Westbank-Siedlungen einschließt, dazu große Teile von von Juden und Arabern im Norden und Süden des Landes bevölkerten Landstrichen. Der Plan wurde von der israelischen Linken wegen des Einschlusses der Siedlungen heftig kritisiert, denn diese werden nun berechtigt sein zusätzlich Regierungsgelder zu erhalten. Viele Israelis betrachteten die Anpassungs-Landkarte als Versuch der Regierung die Siedler zu beschwichtigen, die wegen des Baustopps aufgebracht sind.

Für mich sieht das aus, wie ungehörige, aber Standard-Politik. Die Regierung ist drauf und dran große Summen an jede Menge Leute auszuzahlen, darunter viele arabische Israelis; und einem störenden Wähler werfen sie eine Beruhigungspille zu. Nicht nett, aber nicht anders als es alle anderen demokratisch gewählten Politiker tun.

Saeb Erekat, der palästinensische Chef-Unterhändler, sagte in einer Erklärung, dass die neue Landkarte „als Blaupause für zukünftige Siedlungsausbreitung dient“. Er fuhr fort: „Das offenbart das Ausmaß, in dem Israels ‚Siedlungs-Moratorium‘ Augenwischerei ist.“

Wirklich, Herr Erekat? Probieren Sie es doch aus. Na los, zwing‘ uns Farbe zu bekennen. Machen Sie uns ein ernsthaftes Angebot und sehen sie, was wir tun. Oder besser noch: Stimmen Sie einfach der Rückkehr zum Verhandlungstisch zu, von dem sie am 16. September 2008 flohen, als wieder einmal ein israelisches Angebot zur Auflösung der meisten Siedlungen auf dem Tisch lag; und sehen Sie, was sie erreichen können. Los doch, fordern Sie uns heraus, statt zu stöhnen, wie schrecklich wir sind. Darum geht es doch bei der Führung eines Landes: mit der Wirklichkeit klar kommen, nicht mit Wunschträumen.

Update: Oberrabbiner Yonah Metsger kam in das Dorf, um seine Solidarität zum Ausdruck zu bringen. Er wurde von dem PA-Gouverneur und Dutzenden PA-Personenschützern begleitet, aber die Dorfbewohner ließen ihn nicht in die geschändete Moschee. Interessant ist: Er sagte den Dorfbewohnern, dass die jüdische Erinnerung an den Holocaust „mit der Schändung von Synagogen beginnt“, einem Grund, dass eine solche Schändung für Juden derart frevelhaft ist. Das ist eine interessante Anekdote für diejenigen der Feinde Israels, die darauf bestehen, dass der Holocaust regelmäßig instrumentalisiert werde, um antipalästinensische Taten zu rechtfertigen.

Ein Gedanke zu “Gute Nachbarn

  1. Hach ja, die alte Geschichte – die Juden haben den Brunnen vergiftet und sind an allem schuld….
    Wo hab ich das nur schon einmal gehört?

    Mittelalterliche Blood Libel!

    Ansonsten ist wegen des Brandanschlages nichts bewiesen. Es gibt nicht einmal wirklich Verdächtige.
    Es könnte genauso eine gestagete Sache sein. Von den Fakestanis selbst, als Agent Provokateur der extremen Linken um die „Siedler“ als radikal zu demonisieren, oder Anderes. Ist in der Vergangenheit alles schon vorgekommen,

    Und ja, die Sache ist zu verurteilen.

    Andererseits sieht man ja welche frechen Forderungen seit dem Siedlungsstop von der PA Seite kommen.
    Mir erschließt sich auch die Dauer von 10 Monaten nicht – 1er hätte gereicht – wenn die Palästinenser bis dahin nicht verhandeln wollen – Pech – wozu dann 9 weitere vergehen lassen?

    Davon abgesehen bin ich schwer gespannt ob der für heute geplante Besuch, von bis zu 2000 Juden auf dem Tempelberg, wirklich stattfindet!

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