Professor für islamische Geschichte bestätigt: Minarette können Erklärung politischer Macht und Vormachtstellung sein

Robert Spencer, Jihad Watch, 18. Dezember 2009

Als das Schweizer Minarettverbot erstmals publik wurde, vermerkte ich, dass Minarette oft Ausdruck islamischer politischer Dominanz waren. Viele taten das als „islamophobe“ Vorstellung ab. Aber jetzt ist es von Tarek Kahlaoui bestätigt worden, der Dozent für islamische Kunstgeschichte und Geschichte an der Rutgers University ist – ohne Zweifel ein eingefleischter „Islamophober“. Sicher, Kahlaoui leugnet, dass Minarette Erklärungen politischer Vormachtstellung sind, aber erst, nachdem er Beispiele dafür bot, dass sie genau das sind.

„Das Minarett missverstehen“, von Tarek Kahlaoui für Arab News, 12. Dezember 2009:

… Die ernsthaftere Diskussion dreht sich also nicht um eine einzelne politische Äußerung zu einem einzigen Zeitpunkt, sondern um die Bedeutung des Minaretts im Verlauf der Zeit. Es stimmt, dass Muslime die Tradition des Adhan (Ruf zum Gebet) begannen, der regelmäßig und fälschlicherweise als primäre Funktion des Minaretts betrachtet wird, noch bevor es Minarette gab. Es sollte hier vermerkt werden, dass der Schweizer Widerspruch sich nicht in erster Linie auf die Funktion des Rufs zum Gebet konzentriert, denn keines der vier bestehenden Minarette in der Schweiz wird zu diesem Zweck genutzt.

Was aber jetzt als exklusiv islamisch wahrgenommen wird, ist, dass Minarette faktisch in sich vor-islamisch, insbesondere christlich sind. Minarette wurden im Prozess der Eroberung eingeführt, so in der ältesten noch bestehenden imperialen Moschee – der Omayyaden-Moschee in Damaskus – zu Beginn des 8. Jahrhunderts. Minarette waren in diesem Fall eine Inbesitznahme der Glockentürme der Kirche.

Langsam wurden Minarette zu einem der Elemente, die Erhabenheit und Einfluss großer Moscheen bestätigen, die von den frühen islamischen Staaten finanziert wurden, insbesondere zwischen dem 8. und 10. Jahrhundert.  Die Minarette der Moschee in Damaskus scheinen später im 10. Jahrhundert imitiert worden zu sein, als die Herrscher des andalusischen Córdoba danach strebten mit den wichtigen östlichen islamischen Emiraten zu konkurrieren. Sie schraubenartigen Minarette des 9. Jahrhunderts in den Moscheen der abbasidischen Stadt Samarra, die die größten Moscheen der vormodernen Geschichte sind, scheinen im selben Jahrhundert in Ägypten imitiert worden zu sein. Doch Minarette waren kein konstantes Element. In den östlichen islamischen Staaten, insbesondere im persischen Bereich, scheinen Minarette eine unbedeutende Rolle zu spielen. An einem Punkt im 14. Jahrhundert waren Minarette im Iran einfach dekoratives Zubehör riesiger Portale mit großen Kuppeln im Hintergrund.

Es sind wahrscheinlich die türkischen Dynastien, die seit dem 15. Jahrhundert mit den Ottomanen ihren Höhepunkt erreichten, durch die die Minarette in der westeuropäischen Einbildung mit islamischen Bildern gleichgesetzt wurden. In den europäischen Reiseberichten wurde weithin berichtet, dass eine der ersten Handlungen der Ottomanen nach der Eroberung Konstantinopels 1453 die Einführung eines Minaretts an einer der Ecken der byzantinischen Kirche Hagia Sophia war. Fakt ist, dass die Ottomanen das Minarett als eines der Elemente genutzt zu haben scheinen, um visuell die byzantinischen Kirchen in Besitz zu nehmen und sie in Moscheen zu umzufunktionieren. Sie tendierten auch dazu in ihren neuen Moscheen monumentale Minarette zu bauen, manchmal vier davon…

Es erscheint daher so, dass die historische Bedeutung des Minaretts nicht homogen war. Es scheint so, dass die dominante Tendenz, insbesondere innerhalb der muslimischen Diaspora, der Bau von Minaretten als Akt der kulturellen Zugehörigkeit und der Erinnerung war, als der des Ausdrucks politischer Dominierung. Es ist absolut simplifizierend dem Minarett die Absicht politisch-religiöser Eroberung zuzuweisen, denn selbst im Fall muslimischer Hardliner wird ihr spezifisches Verständnis eines einzelnen architektonischen Elements durch die dominante moderne Sichtweise ihrer Gemeinschaft definiert, die eher die der kulturellen Zugehörigkeit und Erinnerung ist als ihrer explizit politischen Ansichten…

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