Knallchargen

Redaktion NZZ – man schreibt, dass die israelische Luftwaffe Ziele im Gazastreifen angriff; als Reaktion auf Beschuss mit palästinensischen Granaten. Merke: Granaten haben Rohrform, sind ungefähr 3 Meter lang, hat am hinteren Ende eine Art Leitwerk und fliegt bis zu 30km weit. Sucht man im Internet nach „Grad“, dann stößt man auf eine Rakete. Und solche wurden Freitag nach Israel geschossen, nicht „Granaten“. Kann es sein, dass da mindestens Schlafmütze am Werk war, die nicht richtig lesen kann?

Hagen Rether, „Comedian“ (eigentlich schon längst Hetzer, mal sehen) – „Satire als durch und durch humorfreie Predigt eines Terroristenverstehers im deutschen Gebührenfernsehen“, befindet Aaron Sperber. Und das ist noch wohlwollend ausgedrückt.

Albrecht Ziegler, SWF/tagesschau.de, Hörfunkstudio Washington – der hat nichts Besseres zu tun, als die Obama-Linie nachzuplappern, Bush sei am Unterhosenbomber schuld. Erbärmlich. aro1 hat die richtige Antwort.

Redaktion tagesschau – natürlich nicht besser als der Washington-Korrespondent die Nachrichten Sonntag um 20 Uhr: Israels Kabinett habe vor zwei Monaten einen Baustopp „für neue Siedlungen“ verkündet (und die Siedler protestieren dagegen). Was für ein Unsinn. Nicht nur „neue Siedlungen“, sondern jegliche Bautätigkeit (außer für öffentliche Gebäude) ist befohlen worden.

Redaktion NZZ/Associated Press – „Muslime in Dänemark verurteilen Angriff“ (auf Kurt Westergaard), heißt es im Bericht über den Anschlag auf den Karikaturisten. Dann kommt der wahre Text im nächsten Absatz: Man distanziere sich von jeder Art von Extremismus, die zu solchen Taten führe, hiess es. Klar ausgedrückt (aber das begreifen die Gutmenschen-Träumer nicht, sondern lesen in Äußerungen immer gerne nur das hinein, was sie hören/lesen wollen): Die Verbandsmuslime verurteilen den Extremismus der Herstellung von Mohammed-Karikaturen, denn die haben solche Taten zur Folge. Oder wie Minarett, Islam und Scharia es ausdrückt: Karikaturen führen zu solchen Taten. Darum sind Karikaturen Extremismus. Und der gehört verurteilt.

Rolf Mützenich, MdB, außenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion – im WDR Radio betont er wieder, dass Terroristen Kriminelle seien, die mit polizeilichen (und geheimdienstlichen) Mittel bekämpft werden müssten. Und außerdem müsste man einen anderen Blick auf innere Konflikte in anderen Ländern werfen. Militärische Bekämpfung sei kontraproduktiv. Sagen wir das mal der Regierung im Jemen, die dort von den Terroristen praktisch mit militärischen Mitteln angegriffen werden! Der Moderator im WDR2 fasst zusammen: Im Jemen hilft eher Diplomatie statt Militär. (Der Spinner – in diesem Fall der Politiker, nicht der Journalist – will mit dem Iran usw. sprechen. Wie erfolgreich das ist, zeigt ja der Fall des iranischen Atomprogramms!)

Neta Golan, ISM Israel-Gründerin – Die Frau lebt – was an sich ja nicht schlimm ist – mit ihrem arabischen Mann und zwei Kindern in Ramallah. Dass sie den israelischen Zweig der Terrorhelfer vom International Solidarity Movement gründete, ist bedenklich. Dass sie „Staatsbürgerin Palästinas“ werden will, wundert dann nicht weiter, aber man fragt sich, wieso sie das so unbedingt werden will, während eine Million arabische Israelis das auf keinen Fall wollen. Ihren vollen Einsatz für den Frieden demonstrierte sie aber gerade in einem Interview mit Palestine Today. Dort bestätigte sie, dass sie an das „palästinensische Recht auf bewaffneten Widerstand“ glaubt, sprich: Terroranschläge mit Mord an israelischen Zivilisten. Der Frieden steht vor der Tür und nur Israel verhindert ihn?

Thomas Kleine-Brockhoff, German Marshall Fund of the United States in Washington DC – der behauptet nicht nur, die Menschen würden manipuliert, damit sie Obamas Politik nicht unterstützen. Noch weniger führt er Argumente an, die seine Lobhudelei des Bücklings widerlegen würde, denn merke: Was „Rechte“ sagen, muss nur aufgelistet werden, um es als Blödsinn und „ungerecht“ zu kategorisieren. Dass er dem Obamessias attestiert Amerika schon vor der Wirtschaftskrise gerettet zu haben, sagt dann auch alles. Die irre Schuldenmacherei, die das Land noch ziemlich heftig quälen wird? Ignoriert. Dass Obama an dem, was er selbst in die Welt setzte, gemessen wird? Geleugnet, waren nur andere, die das machten. Die Vetternwirtschaft und kriminelle Korruption im Umfeld des Superpräsi? Wen interessiert das schon! (Ach ja, rechte Idioten.) Jedes Maß verloren – das haben wohl eher die Obamanisten, die auf Opposition nicht nur verbal einprügeln (lassen). Aber das dürfen Linke, im Gegensatz zu „Rechten“. Das kennen wir ja auch von uns.

Der nächste bitte: Bischof Stephan Ackermann, Trier – auch er plädiert dafür, dass man das Gespräch mit „gemäßigten Taliban“ sucht. Für ihn wird das Bild „vom einfachen Islamisten gegen den Westen“ überstrapaziert. Vom wem? Von den Taliban sicher nicht.

Margot Käßmann, EKD-Vorsitzende – durch die Kritik an ihrer Predigt sieht sie sich in ihrer Meinungsfreiheit bedroht. Wie kommt es, dass solche Leute immer gleich behaupten, man wolle sie zum Schweigen bringen, wenn man kritisiert, was sie sagen? Es hat ihr niemand befohlen den Mund zu halten. Außerdem sagt sie die Unwahrheit: Sie hat keine Fragen ge-, sondern Postulate aufgestellt. Da kann niemand ihr Recht einschränken „Fragen zu stellen“.

Eugen Röttinger, Südwest Presse – dieser PC-Freak meint, Kurt Westergaard sei mindestens (!) so verblendet und gefährlich wie sein Attentäter. Ja klar, Westergaard will Tote, nicht wahr? Und ansonsten ist er selbst schuld, wenn er umgebracht wird. Da kann der Herr Röttinger noch so viel behaupten, dass das nicht zu rechtfertigen sei: Seine „Argumentation“ rechtfertigt den Mordversuch!

Hans-Jürgen Abromeith, Bischof der Ev. Kirche von Pommern – „Weder die deutsche Regierung noch die internationale Gemeinschaft seien offensichtlich bereit, auch Druck auf Israel auszuüben“, kritisiert er; das Leben der Palästinenser im Gazastreifen sei eines „in einem Freiluftgefängnis“; die Weltöffentlichkeit habe „sich jedoch an diesen Skandal gewöhnt“; so ein Bericht in ideaSpektrum (1/2010, S. 30). Der Bischof beklagt damit, dass der verlogene Aufruf der pal-arabischen Kirchenleiter nicht genügend Aufmerksamkeit bekommt. Ignorant? Dumm? Hetzer? Mag jeder selbst entscheiden.
Der Bischof hat eine Reaktion bekommen. (am Ende des Eintrags)

Redaktion DIE WELT – „Der Israeli, der die Hamas mit Koranversen provoziert“, titelt DIE WELT am 7. Januar über den arabischsprachigen IDF-Sprecher. Der Artikel ist eigentlich recht gut und positiv. Aber die Überschrift bringt das, was deutsche Qualitätsmedien uns von Israel einbläuen wollen: Israel provoziert. Die Hamas. Da ist es doch kein Wunder, wenn die so sind…

Ähnlich die taz – nachdem Israel erfolgreich sein Raketenabwehr-System Iron Dome (Eisenkuppel) getestet hat, titelten der Kinderstürmer in der (wie wunderbar subtil!) Titel-Leiste des Browsers und über der Schlagzeile: „Israel rüstet auf.“ Der aggressive Eindruck muss halt stimmen, auch wenn es wieder ein weiterer Versuch der Israelis ist die Defensive zu verbessern, um nicht angreifen zu müssen.

Michael Sommer, DGB-Chef – linker Extremismus ist nicht dasselbe wie rechter Extremismus und ihn beobachten und dagegen ankämpfen zu wollen, stellt beides auf eine Stufe und darf nicht sein. (Viel besser beschreibt den Unsinn Richard Wagner.)
Claudia Roth, Bundesbetroffenheitsnudel von Bündnis90/Die Grünen – aus demselben Grund: „Kristina Köhler ist offenbar ahnungslos, welche Gefahr Rechtsextremismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit für unsere Demokratie darstellen. Blauäugig wirft sie Links- und Rechtsextremismus in einen Topf.“
Beide greifen die Familienministerin an, weil sie Linksextremismus und islamischen Extremismus bekämpfen will. Dazu behaupten sie völlig irre, damit würden diese beiden Extremismen (unzulässig) auf eine Stufe mit dem viel gefährlicheren Rechtsextremismus gestellt. Auf diese Weise erteilen sie linker und islamischer Gewalt die Absolution. Ziel erreicht.
Der SPIEGEL darf natürlich auch nicht fehlen: Ein Bericht über mehrere Vorfälle – darunter vor allem die mit den Galloway-Idioten in Ägypten – muss diesen Titel bekommen: „Israel attackiert den Gaza-Streifen“. Die Gründe dafür werden in der Folge dann übrigens kurz mit einem beiläufigen Satz abgehandelt, gefolgt von einem Verweis auf die pal-arabischen Opfer des Gazakrieges, der länger ist als der Hinweis auf den nicht als solche bezeichneten Terrorangriffe.


Ein Gedanke zu “Knallchargen

  1. Nun es wurden Granaten (Mörser) UND Raketen auf Israel geschossen…mehr Granaten als Raketen…also immerhin irgendwo richtig. Kriegt bei mir ein Bienchen for trying.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.