Uncle Sam von der Wirklichkeit gebissen

Dr. Joel Fishman, Makor Rishon, 08. Januar 2010 (direkt vom Autor)

Seit dem Sechstage-Krieg 1967 verlassen sich Israels Feinde in ihrer Propaganda auf eine Reihe großer Lügen, nämlich dass Israel in diesem Krieg der Aggressor war, dass es so etwas wie ein palästinensisches Volk gibt, diese Palästinenser die Opfer israelischer Unterdrückung sind, dass der Zionismus rassistisch ist, dass die Palästinenser keine Terroristen sind und dass der Weltfrieden von der Begleichung ihrer „gerechten Forderungen“ abhängt. Das politische Ziel des Krieges, den die Araber seit mehreren Generationen führen, ist gewesen Israels Legitimität zu zerstören und diese der palästinensischen Sache zu übertragen. Im Verlauf der Jahre sind diese Lügen als Wahrheit akzeptiert worden, aber die jüngste Serie schockierend gewalttätiger Ereignisse hat angefangen eine andere Wirklichkeit zu offenbaren.

Während der letzten Jahrzehnte internalisierten viele Länder die palästinensischen und arabischen Propaganda-Behauptungen oder gaben vor das zu tun. Echte Angst vor Terror, die Notwendigkeit einen steten Ölfluss sicherzustellen, finanzielle Anreize in Form von Bauaufträgen und gelegentliche Schmiergelder verhinderten, das viele führende Politiker, insbesondere in Europa, sich diesem Druck widersetzten.

Nach 9/11 fügte die Bush-Administration dem Gewebe der Lügen eine weitere Lage hinzu, indem sie es unterließ das Problem wahrheitsgetreu zu definieren und den Feind zu benennen. Die Administration behauptete, die Vereinigten Staaten führten einen Krieg gegen den Terror, führte aber nicht aus, dass die islamisch-jihadistischen Terroristen und die, die ihnen helfen, der Feind waren. Sie zog dazu die falsche Unterscheidung zwischen dem Jihad der Al-Qaida gegen die USA und dem palästinensischen Terror gegen Israel. Israels Premierminister Ariel Sharon kritisierte in seiner berühmten „Tschechsolowakei-Rede“ vom 5. Oktober 2001 voller Verachtung die amerikanischen Bemühungen einen arabischen Konsens für einen Feldzug gegen den Terrorismus herzustellen. Er verkündete, dass es so etwas wie „guten Terror“ und „schlechten Terror“ nicht gibt. Diese Rede verärgerte Präsident Bush und brachte nach Angaben des Guardian die israelisch-amerikanischen Beziehungen an den tiefsten Punkt seit zehn Jahren. Die Zeit hat gezeigt, dass Sharon recht hatte und Bush falsch lag.

Trotz der Tatsache, dass die Obama-Administration verkündete, der Krieg gegen den Terror sei vorbei, hat der Terrorkrieg gegen Amerika angedauert. Die Bedrohung durch einen atomar bewaffneten Iran ist glaubwürdiger geworden und trotz der Bemühungen mit der islamischen Welt in einen friedlichen Dialog zu kommen,hat es einen starken Anstieg jihadistischer Terror-Vorfälle in den USA gegeben; die dramatischsten davon waren das Fort Hood-Massaker durch einen muslimischen Offizier in einer US-Armeebasis am 7. November 2009 und der Versuch vom Weihnachtstag den Flug Northwest Airlines 253 von Amsterdam nach Detroit in die Luft zu jagen.

Gleichzeitig hat die Palästinensische Autonomie klar gemacht, dass sie nicht an der Erzielung einer Lösung interessiert ist, die ihren Krieg gegen Israel beendet. Sie würden eine vorläufige Waffenruhe vorziehen, die Israel teuer erkaufen müsste und die sie in die Lage versetzen würde sich neu zu ordnen, bevor sie eine neue Runde der Gewalt lostritt und neue Ansprüche stellt. Fakt ist, dass Israel nicht die palästinensischen Forderungen erfüllen und gleichzeitig überleben kann.

Die Bush-Administration entkam den vollen Auswirkungen einer Kollision mit der Wirklichkeit, doch diese holte die das Team Obama ein und biss kräftig zu. George Orwell erklärte: „… Früher oder später stößt sich falscher Glaube an der herben Realität den Kopf, gewöhnlich auf dem Schlachtfeld.“

Trotz der ernsthaften Bemühungen der Obama-Administration einen radikalen innenpolitischen Wandel herbeizuführen, bestimmt wieder die Sicherheit als Top-Priorität die amerikanische Tagesordnung. Die Bedrohung durch den Terror ist inzwischen zu einem amerikanischen Problem geworden, das nicht geleugnet, weggewünscht, vertagt oder mit geschmeidigen Worten verschleiert werden kann. Die amerikanischen Nachrichtenmedien haben rasch entdeckt, dass dieselbe Bedrohung sowohl die Amerikaner als auch die Israelis in Gefahr bringt und dass in Sicherheitsfragen die Israelis den Amerikanern ein paar Dinge beibringen können. Diese veränderte Wahrnehmung könnte eine neue und möglicherweise positive Entwicklung darstellen, denn die Amerikaner könnten endlich begreifen, dass sie sich mit einem Feind im Krieg befinden, der sie hasst und beherrschen will und dass Frieden nicht dadurch erkauft werden kann, dass man Israel zu Zugeständnissen an seine Feinde zwingt.

Dr. Joel Fishman ist Mitarbeiter an einen Forschungszentrum in Jerusalem.


3 Gedanken zu “Uncle Sam von der Wirklichkeit gebissen

  1. „Dr. Joel Fishman’s Worte in Gottes Ohr“ kann ich da nur sagen.
    Ich bezweifele aber die Offenheit der Obama Administration.
    Jedoch da die Hoffnung zuletzt stirbt , meine Frage: Kann es sein, dass in der 2. Hälfte von Obamas Amtszeit er sich dem Wille des Volkes beugen wird?

  2. @Guerreiro,

    ich denke, es kommt noch nicht einmal so auf Obama an, die Öffentlichkeit muss merken, dass sie beide, die USA und Israel den gleichen Feind bekämpfen, während für Europa die Einschläge auch immer näher kommen, machen wir uns nichts vor, es geht um die gesamte freie Welt. George Orwell sagt es doch deutlich. Die Öffentlichkeit kann viel mehr, als man glaubt, siehe jetzt Großbrittannien mit dem Verbot der islamuk……..weil sich über Facebook innerhalb kürzester Zeit mehr als 700 000 Protestierer zusammengefunden haben.

    So geht es. Shalom

    Shalom

    • Nu, das Volk ist nicht so dumm wie es seine Politiker meinen. Jedoch hat das Volk meist nicht so einen großen Einfluss oder bzw. will diesen Einfluss nicht wahr nehmen. Und genau da ist die politische Administration gefragt endlich die Verantwortung zu übernehmen und den Sommerschlussverkauf des Westens an den Islam zu unterbinden. Und genau da ist der Hund begraben!

      Ich glaube, dass viel mehr Menschen im Westen genau wissen, was der Islam für einen Gefahr für uns alle (Israel, USA & EU) bedeutet ergo wir alle vor dem gleichen Feind stehen. Sie schreien aber nicht so laut wie die Terroristenliebhaber und die Gutmenschen geschweige denn wie die berufsbeleidigten Moslems.

      Aber bekanntlich stirbt die Tiqva (Hoffnung) zu letzt.

      Shalom
      Ady

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.