Antiisraelischer Kulturkrieg in Kanada

In Toronto wurden gerade Schriftrollen vom Toten Meer ausgestellt. Israel „verleiht“ solche Artefakte gelegentlich in alle Welt. Von den antiisraelischen Propaganda-Truppen wird das natürlich nicht gerne gesehen, denn durch solche Ausstellungen lernen die Menschen Israel anders kennen, als die Israelhasser es mögen. Man könnte glatt meinen, Israel sei kein Terrorstaat. Und das geht nicht.

Abgesehen davon muss jede Gelegenheit genutzt werden, um Israels Illegitimität zu propagieren und die Vormachtstellung der Araber/Muslime durchzusetzen. Am besten noch mit Argumenten aus dem internationalen Recht. Und so forderten sowohl die PA als auch Jordanien die kanadische Regierung auf die Ausstellungsstücke zu beschlagnahmen. Schließlich handelte es sich dabei um Artefakte, die auf Gebiet gefunden wurden, die nicht zum Staat Israel gehörten. Sie berufen sich dabei vor allem auf die Haager Konvention zum Schutz kulturellen Eigentums im Fall bewaffneter Konflikte von 1954 und dass Israel die Rollen vom Rockefeller-Museum ins Israel-Museum verlagert und damit den rechtmäßigen Eigentümern gestohlen habe. Kanada solle die Ausstellungsstücke beschlagnahmen, bis die Eigentumsansprüche geklärt seien.

Damit versuchen die Araber ein weiteres Mal internationales Recht umdeuten zu lassen, das aus einem völlig anderen Grund geschaffen wurde. Diese Konvention sollte verhindern, dass Krieg führende Mächte sich Kulturgut anderer aneignen, deren Land sie besetzt halten, so z.B. „Beutekunst“ im Zweiten Weltkrieg. Außerdem soll verhindert werden, dass es weitere Fälle wie den ägyptischen Rosetta-Stein oder die griechischen Elgin Marbles aus Griechenland gibt, die sich heute in britischen Museen befinden. Dieses Prinzip der UNESCO auf die Schriftrollen vom Toten Meer anwenden zu wollen, ist ein reichlich fragwürdiges Verhalten.

Nicht nur deswegen stehen die von Jordanien und der PA gestellten Ansprüche auf schwachen Füßen. Jordaniens Anspruch gründet sich auf 19 Jahre illegaler Besatzung dessen, was sie „Westbank“ nannten (Judäa, Samaria und das Jordantal); die Annexion wurde international nie anerkannt. Zu behaupten, die Schriftrollen vom Toten Meer gehörten Jordanien, ist schlichtweg lächerlich.

Die Palästinenser behaupten ebenfalls, die Rollen seien auf „ihrem“ Gebiet gefunden worden. Doch auch das ist nicht gerade glaubwürdig. Der palästinensische Anspruch soll darauf gründen, dass die Rollen nicht (nur) Teil des jüdischen, sondern auch des palästinensischen Erbes seien, so wie die römischen und byzantinischen Ruinen zur palästinensisch Geschichte gehören. Eine „Nation“, die es zur Zeit der Funde noch gar nicht gab, kann nicht beanspruchen, was auf Gebiet gefunden wurde, das schon zur damaligen Zeit umstritten war. Davon abgesehen ist „arabischer“ Anspruch an den antiken Resten ebenfalls nicht mit langen Herrschaftszeiten begründbar – Israel war nur etwa 22 Jahre lang unter arabischer Herrschaft, direkt nach der militärischen Eroberung im Jahre 635. Danach kamen die unterschiedlichsten Eroberer, die allesamt keine Araber waren, zuletzt die Türken für rund 500 Jahre und die Briten ab 1917/18. Was übrigens auf der Friedenskonferenz 1919 in Paris vom muslimischen Vorsitzenden der syrischen Delegation bestätigt wurde. (Syrien beanspruchte Israel nicht nur damals für sich.)

Die in Israel und dem Mandatsgebiet Palästina lebenden Araber stammen kaum aus dem Land selbst. Joan Peters mit ihrer Dokumentation „From Time Immemrial“ und andere haben nachgewiesen, dass es eine starke Fluktuation der arabisch-muslimischen Bevölkerung im Heiligen Land gab und viele der heute dort lebenden Araber vor allem durch die jüdische Rückkehr dorthin angezogen wurden. Es gab Arbeit, die auch noch besser bezahlt wurde als überall sonst in der weiteren Umgebung. Sich als indigenes Volk zu gerieren grenzt an Hochstapelei.

Hinz kommt, dass gut dokumentiert ist, dass dieses neu erfundene Volk sich gar nicht als Volk verstand. Es wurde lediglich als taktisches Mittel gegen Israel genutzt, wie Zuhier Mushin noch 1977 Jahre im Libanon „palästinensischen“ „Flüchtlingen“ erklärte: „Ja, die Existenz einer separaten palästinensischen Identität dient nur taktischen Zwecken. Die Gründung eines Palästinenserstaates ist ein neues Werkzeug im fortgesetzten Kampf gegen Israel…“

Wenn die „Palästinenser“ also Ansprüche stellen, dann aufgrund von falschen Fakten und unter Missbrauch des internationalen Rechts. Und während die Araber von „Eigentum“ reden und feststellen lassen wollen, dass sie die rechtmäßigen Eigentümer jüdischen Erbes sind, verhält sich Israel anders. Der Staat Israel beansprucht die Rollen nicht als Eigentum, sondern sieht sich als ihr Treuhänder. Und als solcher kann er diese Artefakte auch unter der Haager Konvention von 1954 zeitlich begrenzt in anderen Ländern ausstellen lassen. Die Kanadier scheinen das ähnlich zu sehen. Sie lehnten die Beschlagnahme ab: „Differenzen dazu, wem die Schriftrollen vom Toten Meer gehören, sollten von Israel, Jordanien und der palästinensischen Autonomiebehörde geregelt werden. Es wäre nicht angemessen, wenn Kanada als dritte Partei interveniert.“

Dennoch sehen sich die Araber als Teilsieger: „Länder werden sich zweimal überlegen, Gastgeber für eine Ausstellung der Schriftrollen vom Toten Meer sein zu wollen, nachdem Jordanien Kanada aufgefordert hatte, die antiken Manuskripte zu beschlagnahmen, bis die umstrittene Frage geklärt ist, wem sie gehören.“

Sie haben das Ziel, vor der Ausstellung jüdischen Erbes abzuschrecken. Es geht ihnen nicht wirklich darum die Artefakte aus den Qumran-Höhlen in ihren Besitz zu holen. Die sind ihnen egal. Es geht in Wirklichkeit darum, dass israelisches Erbe, Kulturgut, das jüdische Verbindungen zum Land Israel belegt, keinen höheren Bekanntheitsgrad bekommt. Wenn die Qumran-Rollen und -Fragmente nicht weiter ausgestellt werden, können weniger Menschen diese Verbindung der Juden zum Land Israel erleben und bestaunen. Jüdisches Kulturgut verschwindet aus der Öffentlichkeit. Mehr braucht es nicht. Würde es tatsächlich um Eigentumsansprüche gehen, wären sie nicht so „freundlich“ darauf zu pochen, dass erst noch festgestellt werden müsse, wem die Schriftrollen vom Toten Meer gehören.

Quellen:
Jordan calls on Canada to seize Dead Sea scrolls
Jordan, PA claim Deas Sea scrolls
Nicht auf den Mund gefallen – Zitate führender Palästinenser

2 Gedanken zu “Antiisraelischer Kulturkrieg in Kanada

  1. Nun, ich sehe es so: Sollten sie irgendwie in den Besitz kommen, würden sie sie wohl vernichten – so wie sie es mit faktisch allen Artefakten jüdischer Kultur taten, so sie sie nicht gewinnbringend verkaufen konnten.
    Um damit jeglichen historischen Anspruch des jüdischen Volkes auf ihr Land zu zerstören.
    Davon abgesehen nutzen sie die typische Taktik des Forderns und Frohens für die sie so bekannt sind – und man läßt sie relativ unbescholten gewähren.
    Toleranz gegenüber Intoleranz – der Untergang des Westens!

  2. In manchen Kreisen ist man sich für keine Idiotie zu Schade, um das eigene Weltbild für allgemeingültig zu erklären.
    Wie sehr dem Islam an der Wahrung vom Kulturgut anderer Religionen gelegen ist, kann man beispielsweise an den Buddha-Statuen von Bamiyan sehr schön sehen.
    Beziehungsweise, man kann es nicht, denn sie wurden in die Luft gesprengt von rechtschaffenen Muslimen.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.