Das „historische Palästina“

…gibt es nicht. Jedenfalls nicht das, was die Araber uns vormachen wollen. Oder die Terroristenfreunde behaupten. In der Geschichte hat es „Palästina“ nur für eine kurze Zeit gegeben: Als die Römer nach dem Bar Kochba-Aufstand 135 n.Chr. den Namen Israel tilgen wollten.

Was es mit dem „historischen Palästina“ auf sich hat und wie dieser Begriff, wenn er denn unbedingt benutzt werden soll, richtig zu definieren ist, hat Elder of Ziyon in zwei klaren und eindeutigen Texten aufgearbeitet. Der eine stammt aus dem Jahr 2007, der andere ist „ganz frisch“. Beide beschreiben auch, was mit der Verwendung des Begriffs „historisches Palästina“ durch die Araber („Palästinenser“ und sonstige) erreicht werden soll: Die Illegalisierung Israels mit Hilfe falscher Angaben.

Übersetzt stehen sie hier und hier.

Weitere Informationen über das „historische Palästina“ liefern Reiseberichte, die es meist aus dem 19. Jahrhundert gibt. Ein solcher findet sich z.B. in

Gesammelte Werke: Band I. Neue Fragmente aus dem Orient
von Jakob Phillip Fallmerayer (hier bei
Google Books)
(von dem Gudrun Eussner drei Auszüge auf ihrer Seite zur Verfügung stellt).

Per E-Mail folgende Information:

Nach meiner Ansicht sind früher Wüstenflächen in Karten oft nicht als Staatsgebiet eingezeichnet worden, weil sie als „staatenlos“  – wie die See –  galten. Das heißt nicht, dass die nicht eingezeichnete Fläche dem Nachbarstaat gehörte. Ich habe das für heutige Europäer überraschende Fehlen von Grenzen im Jemen noch in den 1980ern auf offiziellen Karten Jemens gesehen, siehe im Übrigen auch http://lib.utexas.edu/maps/atlas_middle_east/yemen_map.jpg (aus 1993!) „no defined boundary“ in der Wüste zwischen Jemen und Saudi Arabien (abgesehen vom küstennahen Gebiet).

Nach heutiger Sicht wäre die „zutreffende“ östliche Grenze Palästinas irgendwo in der Mitte der Wüste. Wie auch immer, das Territorium des Palästinamandats des Völkerbundes aus 1922 wurde festgelegt inkl. des heutigen Jordaniens. Transjordanien (=heutiges jordanisches Gebiet) wurde sogar bis 1946 von den Briten als Teil Palästinas verwaltet, das allerdings von der jüdischen Besiedlung ausgeschlossen war.

Dann kontrolliert Israel höchstens ca. 23% von Mandats-Palästina:Of the original 1922 League of Nations Palestine Mandate to establish the Jewish National Home (120,000 km²), Israel got only 17% (20,330 km²), while Arab Jordan got 77% (91,971 km²). Golan Heights (1,200 km²): 1%. The West Bank and the Gaza Strip are the remaining 5% of the former Mandate and are today under Israeli or Arab Palestinian home ruletheir current status subject to the Israeli-Palestinian Interim Agreement, their permanent status to be determined through further negotiation.

Wer sonst noch Infos über solche Texte hat, kann sie gerne anfügen!

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4 Gedanken zu “Das „historische Palästina“

  1. Mal angenommen, der Autor hat Recht mit dem was er hier äußert… So stellt sich mir dann allerdings erstrecht die Frage, weshalb man dem Teilungsplan seinerzeit zustimmte. Immerhin wurde bereits 1947 definiert, dass das Gebiet in einen jüdischen und einen arabischen Staat aufteilt würde. Schaut man sich die Karten zum Teilungsplan an, so wäre hier eine gleichberechtigende Situation entstanden.

    Interessant ist hier gleichzeitig, dass Jerusalem quasi „aus einer Laune heraus“ als ewige und unteilbare Hauptstadt Israels definiert wurde. 1980 im Jerusalemgesetz. und und und…

    Sicherlich läuft einiges verkehrt im Nahostkonflikt, doch sorgen ebensolche Tatsachen verfremdenden Darstellungen zu noch mehr Konflikten.

    • Was soll daran unklar sein?
      Die Juden haben auch dem Teilungsplan der Peel-Kommission (1936/37) zugestimmt, der ihnen noch weniger Land gegeben hätte.
      Es geht um das, was die Araber veranstalten. Die sind es, die mit ihrer Verweigerungshaltung und dem Willen „ganz Palästina“ zu „befreien“ dafür sorgen, dass der Konflikt perpetuiert wird. Wenn die vom „historischen Palästina“ reden, wird das hier immer mehr übernommen, entgegen allen Tatsachen.
      Darum geht es. Nicht darum, dass Israel – übrigens nicht „aus einer Laune heraus“, sondern aus der Erfahrung mit den Arabern – Jerusalem zur unteilbaren Hauptstadt erklärte.
      Das von den Arabern kolportierte „historische Palästina“ gibt es nicht. Wenn man von einem „historischen Palästina“ reden wollte, dann von dem, das Elder im zweiten Text anhand von geschichtlichen Daten beschreibt. Diese Daten und Fakten zeigen, dass die „Palästinenser“ Blödsinn verzapfen.

    • Die Araber, die damals noch keine „Palästinenser“ waren, hatten an einem Palästina nie ein Interesse. Deshalb lehnten sie den UN-Teilungsplan, der ihnen einen eigenen Staat beschert hätte, auch ab. Einen irgendwie historischen Vorläufer, den sie hätten wiedererrichten können, gab es nicht.

      Zugleich allerdings gönnten sie den Juden keine nationale Heimstätte (in der alle Bürger die gleichen Rechte genießen sollten). Erst mit dieser Idee wuchs auch das arabische Interesse, aber eben nicht im Sinne einer positiven Idee, eines Nationalismus, der einen Staat errichten will.

      Vielmehr definierten sich die „Palästinenser“ spätestens mit und seit der Gründung Israels immer nur negativ, plötzlich wollten sie Palästina „befreien“. Und sie lehnen Israel in welchen Grenzen auch immer bis heute ab, doch all ihrer schönen Befreiungslyrik fehlt noch immer die positive Idee.

      Gegen Israel sind sie sich grundsätzlich einig, aber dann ist auch schon wieder aus mit dem, was „Palästinenser“ verbindet. Die Entstehung von Hamastan und Fatahstan ist durchaus auch eine Folge des Fehlens einer positiven „palästinensischen“ Idee. Ihr Daseinszweck ist „Widerstand“ als Selbstzweck.

      Nur reicht das eben nicht aus, um eine nach innen wie nach außen friedliche Gesellschaft zu organisieren. Es gibt noch nicht einmal einen umfassenden Nationalismus. Gäbe es Israel nicht mehr, wäre das sehr wahrscheinlich der Untergang der „Palästinenser“ und der Vision eines selbstbestimmten Palästina.

      Das mögen sie spüren, wenn sie ein „historisches Palästina“ sich herbeihalluzinieren. Nur war da eben nichts. „Palästinenser“ wurden in den 1960ern von der PLO erfunden, die ihnen aufträgt, „eine Volksfront [zu bilden], die für die Wiedergewinnung Palästinas und seine Befreiung durch den bewaffneten Kampf tätig ist“.

      Was aber nach – oder vielleicht auch: neben – dieser „Befreiung“ kommen soll, bleibt in der „Palästinensischen Nationalcharta“ (!) reichlich unklar. Immerhin deutet sie an, daß sie eigentlich überflüssig ist: „Palästina [..] ist ein untrennbarer Teil des gesamtarabischen Vaterlandes und das palästinensische Volk ist ein integraler Bestandteil der arabischen Nation (umma).“

      Mit anderen Worten: „Palästinenser“ sind vielleicht alles mögliche, aber ganz bestimmt keine eigene Nation und bestenfalls ein künstlich definiertes „Volk“. Daß die seltsame Identitätsfindung der „Palästinenser“ ausgerechnet Israel ausbaden muß, war und ist eine Zumutung.

      Und es ist schon gar nicht Israels Aufgabe, einen „Palästinenserstaat“ zu organisieren. Das schaffen die „Palästinenser“ selbst ja noch nicht einmal auf der Ebene der Etablierung staatlicher Institutionen und Strukturen, etwa bei der Bildung einer „Einheitsregierung“, die vielleicht einmal ein Territorium als Staat übernehmen könnten.

  2. Das Buch von Jakob Phillip Fallmerayer wurde übrigens von Google-Books digitalisiert und kann als PDF- oder EPUB-Datei heruntergeladen werden. Auf die Behandlung durch eine Texterkennung hat Google allerdings verzichtet, so daß das E-Book aus ‚Bildern‘ der einzelnen Seiten besteht und daher leider nicht durchsuchbar ist :-(.

    http://bit.ly/4R5vhi

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