Knallchargen

Lamya Kaddor, Religionspädagogin, Islamwissenschaftlerin beim ZDF und der Uni Münster – sie bescheinigt Monika Maron, diese habe sich zum Thema Islam gefälligst nicht zu äußern. Weil sie „Schriftstellerin, 68 Jahre alt und kam kurz vor der Wende aus der DDR nach Westdeutschland“ gekommen ist, also mit dem Islam nichts zu tun hat. Na, wenn das mal keine einleuchtende Erklärung ist!
David Harnasch hat die Dame schon vor ein paar Jahren mal zwischen genommen, als sie in der „Kulturzeit“ (7.4.2008) ihren islamischen Religionsunterricht vorführte – die Kulturzeit-Redaktion bekam dabei auch ihr Fett weg.

Hillary Rodham-Clinton, US-Außenministerin – sie will sich mit den Taliban unterhalten, will moderate Taliban umwerben, aber das auf eine Weise, in der Frauenrechte nicht hintan stehen müssen. Und sie verspricht, dass sie keinesfalls mit den „wirklich schlimmen Typen“ reden wird. Allerdings hat sie (derzeit?) weder Mittel noch Wege, die „wirklich schlimmen Typen“ von den fantastischen „moderaten Taliban“ zu unterscheiden. Was nur dafür sorgen wird, dass „die wirklich schlimmen Typen“ mehr Macht bekommen…

Christine Buchholz, MdB, DIE LINKE – sie war am Ende von Präsiden Peres‘ Rede nicht aufgestanden, weil: die Unterstellungen des Präsidenten zum Iran unerträglich sind, der Iran nicht gefährlich, sondern eine zweitrangige Regionalmacht ist, der Präsident nur ideologisch aufrüstet für eine neue Runde von Kriegen im Nahen Osten. Mit anderen Worten: Der Iran ist harmlos, aber Israel will Krieg. Herzlichen Glückwunsch zu dieser Geistesgröße! Ich würde sagen, wer Henryk Broders Überschrift „Die Sitzenbleiber den Nation“ nicht nur als Nichtentlastung des Hinterns interpretieren, sondern eher schulisch, der hat auch da voll getroffen. (Ach ja, der israelische Präsident ist für sie „Peres“, kein Vorname, kein Titel – das merke ich mir für den nächsten, der sich bei mir beschwert, ich würde jemanden nicht artig genug benennen…)
Broder hat dann noch ein wenig über die Dame recherchiert.

Der Anwalt von „Lady Al-Qaeda“, Aafia Siddiqui, hat einen Ausfall seiner Mandantin bei der Urteilsverkündung „richtig gestellt“. Die Terroristin meinte noch im Saal: „Dieses Urteil kommt aus Israel, nicht aus Amerika. Und dorthin gehört die Wut. Ich kann das bezeugen und ich habe Beweise.“ Die Bewertung durch den Anwalt: „Ich glaube nicht, dass sie sagt, sie wolle, dass jedermann Israel angreift.“ Und die HJ war nur ein Pfadfinder-Club.

Jens Jessen, DIE ZEIT – Verallgemeinerungen dürfen Islamkritiker nicht üben, deren Kritiker aber sehr wohl. Islam-Gewalt ist immer und überall provoziert (und damit quasi schon gerechtfertigt und wenn nicht das, dann zumindest „selbst schuld“). Und überhaupt untergräbt Islamkritik die Freiheiten des Westens (keinesfalls aber die islamischen Herrenmenschen, die sich hier auf Teufel komm raus durchsetzen wollen). Den Rest, ausführlicher als hier, bei der Zeitung für Schland. Vor allem zu den Fehlschlüssen des Jens Jessen, der in seiner Kritik an der Islamkritik Behauptung aufstellt, die außer böswilligen Unterstellungen nichts zu bieten haben. (Inzwischen ist der Jessen-Text bei der ZEIT online.)
Muss man noch erklären, dass Jessen der Feuilleton-Chef der ZEIT ist?

Richard C. Schneider, ARD – der hat oft gute und wichtige Berichte aus Israel geschickt und war z.B. im „Hanukka-Krieg“ 2008/09 einer der ganz wenigen, die nicht so einseitigen Müll verbreitete. Aber immer wieder bricht auch bei ihm mal was durch, das von Ahnungslosigkeit und Vorurteilen kündet, die man bei ihm nicht erwartet. Und so reagierte er schon überempfindlich, als es eine Frage nach Klärung zu den Inhalten einer Dokumentation gab, deren Ankündigung in der ARD Ahnungen aufkommen ließ. Nachdem der Film jetzt lief, lässt sich sagen: Schneider pflegt seine Vorurteile und verzapft Unwissen. Jedenfalls wenn es um religiöse Juden in Israel geht.