Wissen SPIEGEL-Leser mehr?

SPON liegt gaaanz weit vorne, könnte man meinen. Sie haben am 10. Februar 2010 die Story eines baden gehenden Busses einer niederländischen Firma, der in Schottland erprobt wird, wo eine Fähre über den Clyde eingestellt werden soll. Man kommt als Leser zu dem Schluss, dass das eine gaaanz tolle, einmalige Sache ist, die da erprobt wird.

Dumm nur, wenn eine einfache Google-Suche uns eines Besseren belehrt: Seit 1985 gibt es „Amphibus-Tours“ in Montreal, in Ottawa gibt es den Lady Dive Amphibus (dasselbe Modell wie in Montreal).

Jetzt könnte man anführen, dass es sich dabei um kleine Touristenbusse handelt. Oder dass das in Amerika ist, nicht in Europa. Wieder dumm gelaufen. Es gibt „le crocodile rouge“ in der Wallonie, das ebenfalls mit einem Amphibus wirbt (kleines Bild rechts).

Ja, wieder so ein kleines Touriteil! Nicht vergleichbar mit einem Linienbus. Na und?

Es geht nämlich noch weiter. Schon am 15. September 2009 konnte man auf xpatloop.com lesen, dass es in Budapest eine Stadtrundfahrt mit einem Amphibus gibt. Die Budapester Touristen-Information schrieb am 28. Dezember 2009 selbst etwas in der Werbung der Stadt. Das Teil ist ein kompletter Reisebus, so ausgestattet, dass er auch die Donau entlang schippern kann. Und das scheint ganzjährig zu geschehen, denn am Samstag, 13.02.2010 ist er mir bei Eiseskälte und kräftigem Wind an der Kettenbrücke vor die Linse geraten (ohne Robin hätte ich ihn übersehen):

Bleibt also nur noch eins übrig: Der Bus in Schottland wird wohl der erste Linienbus sein, der schwimmend ein Gewässer überquert. Aber würde man das aus dem Artikel der BILD-Zeitung für Intellektuelle erfahren können?

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