Professorin des Jewish-Arab Center: Palästinensische Flüchtlinge gibt es nicht

Hillel Fendel, Arutz-7, 8. Februar 2010

Prof. Nitza Nachmias vom Jewish-Arab Center der Universität Haifa sagt, ohne die UNRWA und ihr Jahresbudget von einer halben Milliarde wäre das palästinensische Flüchtlingsproblem schon lange gelöst worden.

„Im Wesentlichen“, sagte sie Shimon Cohen von Arutz-7 am Sonntag, „gibt es so etwas wie palästinensische Flüchtlinge nicht. Wenn die Leute aufhören würden die Orte, an denen sie leben, ‚Flüchtlingslager‘ zu nennen, dann würden sie sehen, dass diese Orte nicht anders sind als die Dörfer und Städte sonst überall und die Einwohner wären völlig in die Gesellschaft integriert… Flüchtlingslager sind wie die maabarot [in denen Israel seine Hunderttausende Neueinwanderer aus Nordafrika und andernorts unterbrachte] in den 1950-er Jahren oder die Lager, die es jetzt in Haiti gibt – nicht die Dörfer mit Straßen und Steinhäusern, in dem, was heute als palästinensische Flüchtlingslager bekannt ist.“

„Sie sind besser eingegliedert als die Flüchtlinge, die nicht von der UNRWA unterstützt werden“, sagte Nachmias. „Praktisch, faktisch und rechtlich gibt es so etwas wie ‚palästinensische Flüchtlinge‘ nicht… Flüchtlingslager sind eine Erfindung und die meisten von denen, die den Anspruch erheben Flüchtlinge zu sein, sind bereits in anderen Ländern integriert.“

Prof. Nachmias, Senior-Forscherin am Jewish-Arab Center, lehrt auch am Aschkelon College und der Universität Maryland; sie hat das Gefühl, dass Israel den falschen Ansatz im Umgang mit der Frage gewählt hat: „Wir können das nicht einfach bis zu den ‚Endstatus-Verhandlungen‘ wegstoßen und sagen: ‚Wir akzeptieren die Forderung des Rückkehrrechts nicht, weil es den jüdischen Charakter unseres Staates zerstören wird.‘ Was kümmert sie der jüdische Charakter? Wenn sie es verdienen hier zu sein, dass ist es Pech für uns! Statt dessen sollte Israel proaktiv an die Frage herangehen, basierend auf dem internationalen Recht und Präzedenzfällen, und erklären, dass die palästinensische Flüchtlingsfrage nicht länger besteht. Sie sind keine Flüchtlinge mehr!“

Sind die Regeln für die Palästinenser anders?

„Nach dem internationalen Recht“, erklärt Nachmias, „ist ein Flüchtling eine Einzelperson oder eine Familie, die gezwungen war wegzulaufen – aber diese Definition erstreckt sich nicht auf die Kinder [der ursprünglichen Flüchtlinge], eine Gemeinschaft oder eine Gruppe. Die einzige Ausnahme von dieser Regel sind die Palästinenser, für die das internationale Recht offenbar anders ist.

Wenn es die UNRWA nicht gäbe, deutet Nachmias an, würde die Frage des palästinensischen Flüchtlinge vor langer Zeit verschwunden sein: „Die UNRWA ist keine Wohlfahrts-Organisation [mehr], sondern eine internationale Beschäftigungsagentur für die Palästinenser. Die UNRWA hat 30.000 palästinensische Mitarbeiter, dazu 100 internationale Experten, die das Ruder führen. Sie ist der größte Arbeitgeber der Palästinenser und hat einen Jahreshaushalt von einer halbem Milliarde Dollar. Ich habe Dokumente zu Rentenfonds für mehr als eine Milliarde Dollar pro Jahr gefunden, die von Brokern in der Schweiz gemanagt werden. All das für etwas, das als ‚Wohlfahrts-Organisation‘ definiert wird, deren Mandat alle drei Jahre erneuert wird.“

„Werft die UNRWA raus“

„Israel muss den Status der palästinensischen Flüchtlingslager für nichtig erklären; es gibt keinen anderen Ort, wo die UNO Territorium kontrolliert. Wir müssen die UNRWA wegschicken und die Kontrolle über diese Orte der PA übergeben; und wenn dann der Status eines jeden einzelnen Einwohners überprüft wird, werden wir sehen, dass auf keinen von ihnen die rechtliche Definition eines Flüchtlings erfüllt und dass sie bereits etablierte Bürger sind.“

„Nur im Libanon gibt es Flüchtlinge, denen nicht erlaubt wird in bestimmten Berufen zu arbeiten; sie sind ein geringer Teil der Gesamtheit.“

Trotz der Macht der UNRWA und ihrem gut geölten Finanz-Netzwerk „wird die Welt Israel in dieser Sache unterstützen, denn sie wird auch Last der Flüchtlinge beseitigen und auch, weil Israel zeigen kann, dass es, wenn es sich anstrengt, im internationalen Recht verwurzelt ist.“

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