Anziehungspunkt kommunistische Rhetorik

Mahmud Ahmadinedschad hat wieder zugschlagen: Der Kapitalismus steht vor dem Zusammenbruch, verkündete er. Die „unabhängigen Staaten“ sollten sich auf riesige globale Entwicklungen vorbereiten und das mache Förderung auf der Ebene der gegenseitigen und alles umfassenden Zusammenarbeit notwendig.

So redet einer, der sich seine Verbündeten gesucht hat und dringend bei der Stange halten will. Wobei nicht klar ist, warum Gaga-Hugo usw. ihm auf einmal von derselben gehen sollten. Doch derjenige, der so redet, will auch mehr: Er will der Chef sein. Das war bei anderen ideologischen Welteroberern nicht anders. Das Faszinierende daran ist lediglich, dass sich Linke – und zwar nicht nur die Bekloppten a la Gaga-Hugo, Paech oder sonstigen, die eigentlich doch von religiösen Fanatikern abgeschreckt wurden, darauf hereinfallen und mitziehen.

Aber so im Kalten Krieg war es schon im Kalten Krieg: Die Gutmenschen sehen die Worte, hören das Reden und glauben es, weil es ihr eigenes Vokabular ist, das da verwendet wird – nur, dass dieses Vokabular lediglich Fassade ist und dahinter kaum das steckt, was wir darunter verstehen. Wenn allerdings auf Kapitalismus usw. eingedroschen wird, dann kennt man im Westen keine Hemmungen – der Sozialismus muss noch seinen Siegeslauf haben. Und sei es im schwarzen Sack mit grüner Prophetenfahne als Tarnung.

Wenn jetzt der Teheran-Adolf vom Zusammenbruch des Kapitalismus schwätzt, dann macht das Herz des linken Guten Freudensprünge. Das des Mainstream auch, weil er inzwischen weit links herumdümpelt. Dass der Kapitalismus mitnichten durch ein besseres System ersetzt werden soll, sondern durch die Scharia, begreifen sie offenbar nicht. Und dass diejenigen, die früher schon ständig sein Ende verkündeten, heute beim Müllhaufen der Geschichte zu finden sind, spielt sowieso keine Rolle, weil ja alles, was scheitert, so lange weiter betrieben werden muss, bis es dann mal – tatsächlich oder nur eingebildet (Letzteres ist die Regel) – Erfolg hat. Ohne Rücksicht auf Verluste, die links und rechts am Weg zuhauf zu finden sind.

Dass es sich beim  Zusammenbruchs-Fantasien um hohles Gerede handelt, das nur die hohlen Ankündigungen der Sowjets und ihrer Paladine und Büttel weiter treibt, aber keine Substanz hat, will also auch keiner von denen registrieren: Wie sieht es denn im Iran wirtschaftlich aus? Die sind nicht einmal in der Lage ihren eigenen Treibstoffbedarf zu decken – als eines der ölreichsten Länder der Welt! Dafür entwickeln sie Waffensysteme bis hin zur Atombombe, mit denen sie andere bedrohen; und sie unterstützen weltweit den Terror. Kennen wir das nicht auch aus dem Kalten Krieg?

Das sind Kennzeichen eines Staates, der selbst zusammenbrechen wird. Die Frage ist nur: Wann? Irgendwann, wenn selbst die Sponsorenschaft der Kollaborateure aus dem Norden, dem Fernen Osten und westlicher Geldscheffler ohne moralischen Geschäftskompass nicht mehr ausreichen, um das System zu erhalten.

Der kleine Drecksack tönt. Er tönt gefährlich und ist es auch. Aber er tönt auf tönernen Füßen. Hoffen wir, dass diese Füße schnell zerbröseln und nicht von anderen immer wieder gerettet werden, um ihr mieses Treiben fortzusetzen.

2 Gedanken zu “Anziehungspunkt kommunistische Rhetorik

  1. Um im Bild mit den „tönernen Füßen“ zu bleiben: Sie werden, wenn sie schon die Füße nicht retten können, den „kleinen Drecksack“ auf ihren Schultern in die Schlacht tragen oder ihn im Rolli zum Ziel schieben …
    das jedenfalls ist meine Vermutung angesichts der immer wieder angestellten „Klarstellungen“ vermeintlicher „Übersetzungsfehler“ und ähnlicher Ausreden, die es „den Guten“ erlauben, weiter mit dem „Adolf“ aus Teheran ohne Gesichtsverlust, Bauchschmerzen oder schlechtem Gewissen zu paktieren.

  2. Ich will noch einen Gedanken nachschieben: Kann man das nicht alles als eine einzige riesige Versuchsanordnung begreifen, in dem der hässliche, Gift und Galle speiende Unhold aus Teheran die Testperson ist, mit der es auszuloten gilt, wie weit man die Ungläubigen an der Nase herum führen kann, ohne dass sie aufmucken, Widerspruch einlegen und Widerstand leisten gegen die eigentlichen Herren, die mit den Turbanen im Iran und anderswo, die getreu den (An)Weisungen des Propheten folgen…?

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