Jüdisches Erbe ist gefährlich und provoziert Krieg

Das ist jedenfalls der Eindruck, den man haben muss, sieht man sich die Reaktionen auf die Erstellung einer Liste an, die aufführt, welche Orte Israel als erhaltenswertes jüdisches Erbe betrachtet.

Zu dieser Liste gehörten ursprünglich weder die Patriarchenhöhle in Hebron noch das Rahelgrab, die beide zu den heiligsten Stätten des Judentums gehören. Dagegen protestierten so viele Leute, dass die Regierung diese beiden Orte noch in die Liste aufnahm und auch für deren Erhalt Geld ausgeben will. Mehr ist das nicht. Aber es wird – vor allem von den Terror-Führungsriegen, aber auch von so genannten moderaten Staaten/Regierungen und Medien – ganz anders ausgelegt: „Natürlich“ ist das zionistischer Landraub! Dabei haben die Israelis noch nicht einmal gesagt, dass sie die Stätten als Inland betrachtet sehen und behalten wollen. Und immerhin werden beide von der islamischen Waqf verwaltet, wie auch die das Tempelberg-Plateau. Niemand hat auch nur angedeutet, dass sich das ändern soll (zum Leidwesen nicht weniger Israelis).

Sobald aber die Terroristen Stellung beziehen, wird wieder das unpassendste und verlogenste Vokabular ausgepackt, das sie finden können – und der Westen rennt dem natürlich auch wieder hinterher:

Mahmud Abbas bezeichnete den Einschluss der beiden Stätten in die Liste als „gefährliche Provokation“, die einen religiösen Krieg auslösen könnte. (Äh – was ist der Terror gegen die Juden inzwischen eigentlich sonst? Und zwar durch die „Bildung“ der arabischen Bevölkerung, dass das „Märtyrertum“ so erstrebenswert sei?) Und natürlich fordert er internationale „Hilfe“ gegen die israelische Regierung.

Ismail Haniyeh forderte sogar den Beginn einer „dritten Intifada“. Die Listung der beiden Stätten weise jeden ab, der „im politischen Rahmen bleiben wolle“. (Äh – in welchen politischen Rahmen gehören Raketen und Möser auf israelische Zivilisten? Sprengstofffässer an israelischen Stränden?) Und natürlich: Jegliche Maßnahme Israels ist für die Palästinenser nicht bindend. Was das heißen soll, werden wir von unseren Terroristen-Fans bestimmt erklärt bekommen. Vor allem: bindend woran? Dass die in Jerusalem mal wieder Geld rausrücken, das auch den Arabern zugute kommt, weil die dann nichts mehr an den Stätte tun müssen, als die Souvenirverkäufer davor aufzubauen?

Der Vorsitzende des Yesha-Councils, Danny Dayan, trifft den Nagel auf den Kopf, wenn er sagt, Mahmud Abbas, der in seiner Dissertation den Holocaust leugnet, leugne auch die gesamte jüdische Geschichte. Nicht nur er. Alles Jüdische in Israel wird von den Extremisten wie den „Moderaten“ geleugnet. Die Araber dort werden dahin „gebildet“, dass die Juden keine Verbindung zum Land haben und alles den Arabern und dem Islam gehört.

Wie kann es vor diesem Hintergrund einen Frieden geben, wenn die gesamte arabische Bevölkerung lernt, die Juden gehörten nicht dorthin und müssten beseitigt werden? Weder die Extremisten der Hamas noch die „Moderaten“ der Fatah haben auch nur das geringste Interesse an einem Frieden mit Israel, der nicht die völlige Beseitigung des jüdischen Staates und seiner jüdischen Einwohner beinhaltet.

Dass aus dem Iran noch stärkerer Müll kommt, dürfte kaum überraschen. Israel hat „zwei antike religiöse Stätten Palästinas annektiert“, das „Heiligtum Abrahams“ und die „Bilal Ibn Ribah-Moschee“. Die Zionisten führen eine Strategie der Säuberung aller Heiligtümer der Muslime und Christen im besetzten Palästina, um ihnen eine zionistische Identität zu geben. Jaja, man schließt halt gerne von sich auf andere – schließlich sind die einzigen, die bisher Heiligtümer anderer „säubern“ und für sich beanspruchen, die arabischen Muslime im Land. Und dass sie das ernst meinen, haben sie ja auch schon zur Genüge bewiesen. Und – wie Israel umgekehrt – jüdische heilige Stätten in die Darstellung des eigenen Landes einzubeziehen, käme gerade den Terror-Mullahs so wenig in den Sinn wie sowohl den Extremisten von der Hamas als auch den „Moderaten“ der Fatah.

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