Eine weitere Endlösung wird verhängt

Daniel Greenfield, Sultan Knish, 11. April 2010

Am Sonntag, dem 11. April war der 67. Yom HaShoah, Tag der Erinnerung an den Holocaust, den nationalsozialistischen Versuch eine Lösung für das jüdische Problem zu verhängen. Doch die Idee, dass es ein jüdisches Problem gibt, das einer Lösung bedarf, ist älter als die Nazis. Pharao hatte dieselbe Auffassung, es gäbe ein jüdisches Problem, das gelöst werden müsste. Und zahllose weitere Nationen und Ideologien folgten in seinen Fußstapfen. Heute wollen die Sozialisten der Demokratischen Partei und die EU wieder eine Lösung für dieses ärgerliche jüdische Problem verhängen.

Die Verschränkung des jüdischen Kalenders sieht so aus, dass es schwierig ist all diese Geschichte zu vergessen. Zwei Wochen nachdem wir Passah gefeiert haben, unser Gedenken an die göttliche Rettung vor der Endlösung des Pharao, kommt Yom HaShoah, an dem wir der Endlösung gedenken, die in unserer Zeit folgte. Und zwischen diesen kommt Obama und will seine eigene Endlösung verhängen, nach einem Treffen mit sechs nationalen Sicherheitsberatern, die wie die fehlenden Teilnehmer der Wannsee-Konferenz alle darin übereinstimmen, dass die Lösung des jüdischen Problems der Schlüssel zur Lösung aller anderen Probleme sei.

Natürlich ist diese außerhalb des Nahen Ostens undiplomatisch, es das jüdische Problem zu nennen. Stattdessen wird es gewöhnlich als von Israel verursachtes Problem beschrieben, das anders als Saudi-Arabien, der Iran, der Irak, der Libanon und der Rest der anderweitig friedlichen Region von störrischen Leuten regiert wird, die für alle Probleme der Region sowie der gesamten Welt verantwortlich sind.

Dieselben Kolumnisten und Reporter, die jedes Mal atemlos nach Luft rangen, wenn Obama einen Blick auf seinen Teleprompter warf, haben uns bereits erklärt, dass all die Probleme im Nahen Osten auf diesen furchtbaren Herrn Netanyahu und sein Pak fanatischer Juden reduziert werden können, die in Jerusalem ihre fanatischen Häuser bauen. Vergiss die Legionen an Selbstmord-Bombern, dass Schiiten Sunniten abschlachten, den Bürgerkrieg im Jemen, den Völkermord im Sudan, die Straßenkrawalle im Iran, die Drohungen mit ethnischer Säuberung in der Türkei und all die anderen entzückenden Nebenprodukte der Religion des Friedens… das Problem ist, dass Juden sich in einem winzigen Streifen Land selbst regieren, das einmal von Muslimen beherrscht wurde.

Diese Version der Endlösung legt Israel die gesamte muslimische Gewalt zur Last – und argumentiert, dass die Muslime nur wegen jüdischer Provokation gewalttätig sind.

Die Logik dahinter ist nicht sonderlich originell. Als die Blaupausen für die letzte Endlösung auf polierten Konferenztischen ausgerollt wurden, gab es keinen Mangel an ausgezeichneten Geistern, die bereitwillig erklärten, warum die jüdischen Provokationen verantwortlich waren. Und selbst, als die Juden aus Deutschland flohen, hatten die Nazis keine andere Wahl als ihnen in einem Eroberungsfeldzug durch ganz Europa zu folgen. Gleichermaßen haben die Muslime keine andere Wahl als ihre Mordserie über Israel hinaus auszudehnen und Synagogen in New York und Buenos Aires mit Bomben zu bedenken, jüdische Studenten in Paris und Toronto zu verprügeln und einen Rabbi und seine Ehefrau in Mumbai zu ermorden.

Und haben die großen Geister der Gegenwart, die fast genauso viele Doktortitel mitbringen wie die Planer der Wannsee-Konferenz, einmal mehr erklärt, wie all die Gewalt und all die Probleme auf die Juden reduziert werden können – lebende Juden.  Natürlich meiden sie den Begriff „Juden“, wenn er ihnen auch manchmal rausrutscht. Und sie vermeiden es zuzugeben, dass sie eigentlich meinen, dass Juden, die irgendwo unter eigener Herrschaft im Staat Israel leben, schon Provokation genug sind.

Nein, sie bestehen darauf, dass es Ort in Israel gibt, wo dort lebenden Juden eine Provokation sind und andere Orte, wo das weniger der Fall ist. Juden, die in Territorium leben, das Israel im Unabhängigkeitskrieg von 1948 verlor und dann 19 Jahre später im Sechstage-Krieg zurückgewann, sind sehr provokativ. Diese Gebiete werden offiziell Siedlungen genannt, selbst wenn zu solchen „Siedlungen“ Häuser in Jerusalem gehörten, in denen Juden Generationen lang lebten, bis die arabischen Armeen sie 1948 vertrieben. Aber angeblich erbosen oder provozieren Juden, die auf Land leben, das Israel 1948 behielt, die Muslime nicht annähernd so sehr.

Sieht man sich all die Wut über Leute einer anderen ethnischen Gruppe an, die irgendwo wohnen, könnte einen Psychiater zu der Empfehlung bringen, dass die Muslime der Region ein Antiaggressionstraining und eine Dosis Toleranz brauchen könnten statt eines weiteren Friedensplans… aber die Leute, die es besser wissen, bestehen darauf, dass die Muslime aufhören wütend zu sein, wenn Israel ihnen nur genug Land abgibt. Es ist nicht klar, wie viel Land genau genug sein wird.

Israel hat bereits nur noch ein Viertel der Größe der Vereinigten Arabischen Emirate oder Jordaniens. Es hat wenig mehr als 10 Prozent der Fläche Syriens. Es hat nicht einmal 4 Prozent der Fläche des Irak, Marokkos oder des Jemen. Es hat nicht einmal 2,5 Prozent der Fläche der Türkei oder Pakistans. Es hat verfügt über 2 Prozent der Fläche Ägyptens, das von Israel trotzdem in drei Kriegen besiegt wurde. Es hat kaum 1 Prozent der Fläche Libyens oder des Iran. Und es verfügt über nicht einmal ein Prozent des Territoriums von Saudi-Arabien, dessen Königsfamilie und ihre bezahlten Handlanger in den USA ihre schmierigen Hände überall im „Friedensplan“, um Israel weiter zu zerstückeln, um die sensiblen Nerven der Muslime zu beschwichtigen.

Vor zwei Jahrzehnten wurde uns gesagt, dass es israelische Soldaten in Judäa, Samaria und dem Gazastreifen seien, die die Muslime wütend machten. Ein Jahrzehnt später wurde uns gesagt, dass es die Juden seien, die in genau diesen Orten in ihren fanatischen Häusern leben, die die Muslime wütend machen. Heute wird uns gesagt, dass es die Juden sind, die in Jerusalem leben, die die Muslime wütend machen. Morgen, wenn wir aus Jerusalem abziehen, wie wir es aus dem Gazastreifen taten, und uns stattdessen im zentralen Busbahnhof von Tel Aviv zusammendrängen, wird bald entdeckt werden, dass das Einzige, das den Zorn der Muslime  beschwichtigen wird, die Übergabe des zentralen Busbahnhofs sein wird.

Vier Jahre nach der Unterzeichnung der Oslo-Vereinbarungen und dem Versprechen mit Israel im Gegenzug für Autonomiegebiete innerhalb seiner Grenzen Frieden zu schließen, gab der Chefterrorist mit dem Friedensnobelpreis, Yassir Arafat seiner Vorstellung einer Lösung des jüdischen Problems einfach und klar Ausdruck: „Sie verstehen, dass wir planen den Staat Israel zu eliminieren und einen rein palästinensischen Staat zu gründen… Ich habe keine Verwendung für Juden; sie sind und bleiben Juden.“ Und als dieser alte Mörder starb, nahmen an seiner Beerdigung die Außenminister jedes einzelnen wichtigen europäischen Staates teil, genauso der Mann, der als Obamas Interims-Außenminister vor Hillary Clinton diente.

Und so sind wir wieder bei der Verhängung einer Lösung des jüdischen Problems. George Soros, der seinem Nazi-Aufseher half das Eigentum von Holocaust-Opfern zu plündern und das als die aufregendste Zeit seines Lebens beschreibt, hat eine neue US-Regierung bezahlt. Er hat außerdem zahlreiche Strohmann-Gruppen finanziert, die alle daran interessiert sind freundlichere Formulierungen für „Vernichtet Israel“ zu finden. Dazu gehören Leute wie J-Street, bei der das J für Judenrat steht, die mit den Nazis kollaborierenden jüdischen Gremien, die benutzt wurden, um die Ghettos zu leiten, bis deren Bevölkerung auf den nächsten Schritt zur Endlösung geschickt werden konnten.

Dann gibt es den in Schande gekommenen Kongress-Abgeordneten Stephen Solarz, der am besten als erster US-Offizieller bekannt ist, der Nordkoreas und seines grausigen Chef-Schlächters folgte. Nachdem er durch mehrere Skandale [aus dem Kongress quasi] hinausgeworfen wurde, arbeitete Solarz als Vizevorsitzender der International Crisis Group, einem weiteren kleinen Soros-Projekt. Am Tag vor Yom HaShoah schrieb Solarz zusammen mit dem besten Freund der Mullahs, Zbigniew Brzezinski ein Op-Ed in der Washington Post, das erklärte, die gesamten Probleme des Nahen Ostens seien der Fehler des fiesen Mr. Netanyahu und Israels; Obama wird aufgefordert, ihnen einen Friedensplan aufzuzwingen.

Und so geht es weiter. Der Holocaust war kein Ausbruch zeitlich begrenzten Wahnsinns. Er war das Projekt von Menschen in Regierungsämtern mit zahlreichen Erlassen, die um Konferenztische saßen und in allen Einzelheiten erklärten, warum eine Lösung des jüdischen Problems aufgezwungen werden müsse. Dazu brauchte man eine internationale Gemeinschaft, die glauben mochte, dass die Nazis zu weit gingen, aber mit den Schultern zuckte, weil sie glaubte, die hätten nicht ganz Unrecht. Es waren Kollaborateure nötig, die den Nazis bei ihrem Tun halfen, die die Schafe trieben, die Ghettos beaufsichtigten und die Flüchtlinge jagten. Doch auch Pharao hatte seine jüdischen Zuchtmeister, die die jüdischen Sklaven schlugen, wenn die nicht schnell genug arbeiteten; und Obama hat von ihrem Beispiel profitiert.

Und so sind die Kerzen angezündet, die Sirenen heulen und jedermann steht in Habachtstellung da, hört das Kreischen der Millionen Stimmen, die aus ihren Körpern gerissen wurden. Und in Washington wird eine neue Lösung vorangetrieben, die nach Gutdünken des Mannes an der Spitze aufgezwungen wird. Aber der Yom HaShoah ist nur ein Teil des vollen Namnes des Tages. Sein ganzer Name ist Yom HaZikaron LeShoah veLaGevurah – Ein Tag der Erinnerung an Holocaust und Heldentum. Denn es ist genauso wichtig sich der Toten zu erinnern, wie es wichtig ist sich derer zu erinnern, die Widerstand geleistet haben. Das trotz der Judenräte in Europa und der etablierten jüdischen Organisationen in den USA, die sich entschieden sechs Millionen lieber sterben zu lassen, als gegen ihre linke Ikone – Franklin D. Roosevelt – aufzustehen Widerstand gegen die Endlösung gab.

Die Großen Löser des jüdischen Problems mögen keinen Widerstand. Nicht einmal das bisschen Widerstand, das von Netanyahu gekommen ist. Sie wollen, dass man pariert. Sie wollen Leute, die sogar ohne Äußerung von Protest in den eigenen Tod gehen und ihren Anhängern sagen, sie sollten dasselbe tun. Sie wollen, dass die Verteidigungsbarriere und die Checkpoints niedergerissen werden. Sie wollen, dass die israelische Armee entwaffnet wird. Sie wollen, dass internationale Truppen den Abriss und die Zerstörung Israels überwachen. Und sie wollen es durch einen stolzen arabisch-muslimischen Jihadisten-Staat ersetzt sehen. Denn, sehen sie, das ist die Lösung. Die Endlösung.

9 Gedanken zu “Eine weitere Endlösung wird verhängt

  1. Ich würde diese Gedanken ja fast fatalistisch nennen, das Problem ist: sie sind gar nicht so aus der Luft gegriffen.
    Man könnte echt meinen man schriebe 193X.

    Ist DAS nicht schlimm?

  2. Unfassbar!!
    Dermassen blöde kann doch kein denkender und vor Allem verantwortlicher Mensch/Politiker sein.
    Die Muslime sind seit 1400 jahren wütend und werden erst damit aufhören wenn sie den Rest der Menschheit und anschließend sich selbst massakriert haben werden.
    Israel geht den einzig richtigen Weg der Unbeugsamkeit!
    Nur Eure Stärke ist Eure Sicherheit.

  3. Land for Peace ist Wahnsinn! Peace for Peace! oder gar nichts! Alles andere ist totaler Unsinn und wird nie funktionieren, sondern alles nur schlimmer machen!

  4. Israel kann und wird sich verteidigen. Der schlimmste Unrat aber sind die westlichen Politiker und Juristen – wie die Kölner Staatsanwaltschaft und deren Hilforganisationen. Aber die Nazi – Schwarzkittel wurden ja nicht zur Verantwortung gezogen und haben in der BRD die neuen Juristen ausgebildet.Haßtiraden gegen Juden und Israel sind straffrei, wenn jemand etwas über den Islam sagt, dann ist es Islamophobie und es gibt Terror.

  5. wir haben die Lektion gelernt, das wird sich NICHT wiederholen. Am Yisrael Chai

  6. Guter Artikel!
    Kannst du vielleicht noch kurz ergänzen, wie „Israel“ im Flächenvergleich definiert wird?
    Alles, was zum Staatsgebiet gehört und unter der Verwaltung Israels steht, oder wie?
    (keine ideologische Frage, nur eine Verständnisfrage)

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