Kardinal der Vertuschung von Pädophilie beschuldigten katholischen Kirche: Die Juden sind schuld

Aktuell wird über einen katholischen Priester aus New York berichtet, der meint, die Presse sei von Juden kontrolliert und bausche deshalb den Missbrauchsskandal der katholischen Kirche auf. Jetzt kann man vielleicht gerne die These vertreten, dass da aufgebauscht wird (und noch genug Feuer deswegen bekommen dürfen) – aber was dieser Mann da macht, ist eindeutig antisemitisch. Er ist nicht der einzige katholische Würdenträger, der sich als Judenhasser produziert. Es gibt genügend weitere. Hier folgt ein solches Beispiel, aufgegriffen von Alan Dershowitz Anfang April:

Alan Dershowitz, Jewish Journal, 6. April 2010

Die katholische Kirche, die so viel Gutes tut, hat den Antisemitismus zur Sünde erklärt, aber es gibt einige innerhalb ihrer Hierarchie, die immer die Quelle der Probleme ihrer Kirche kennen: Es sind „die Juden“. Denken Sie bitte über den folgenden Bericht in der New York Times vom 3. April 2010 nach: „Letzte Woche schrieb die linksliberale Tageszeitung La Republica ohne Autoren-Zuordnung, dass gewissen katholische Kreise glauben, die Kritik an der Kirche komme von einer New Yorker ‚jüdischen Lobby‘.“

Ah, die Macht der New Yorker jüdischen Lobby, sie dehnt sich auf Irland, Süddeutschland, Boulder Junction (Wisconsin) und den Erzbischof von Canterbury aus!

Obwohl der Artikel keinen Autor kenntlich macht, ist das Zitat glaubwürdig, denn es wiederholt Äußerungen, die eines der führenden Mitglieder dieser „die Juden sind schuld“-Kreise schon seit May 2002 von sich gibt. Dieser Mann ist Kardinal Oscar Andres Rodriguez Meridiaga, der Erzbischof von Honduras. Kardinal Rodriguez, der auch im Rennen um den Job von Papst Benedikt war und ein führender Kandidat für seine Nachfolge bleibt, ist ein unverhohlener Antisemit und schämt sich dafür nicht. Seit Jahren sagt er schon jedem, der es hören will, dass „die Juden“ für den Skandal um sexuelles Fehlverhalten von Priestern gegenüber jungen Gemeindegliedern verantwortlich zu machen sind.

Doch selbst für diesen Fanatiker mit dem roten Hut muss es ziemlich weit hergeholt sein, dass die Juden für ein weltweites Problem verantwortlich sind, das den Vatikan seit Jahrzehnten heimsucht. Aber keine Angst. Rodriguez hat einen Weg gefunden die Juden verantwortlich zu machen, der so überzeugend ist, wie die historischen Bemühungen der Kirche, die Juden für die schwarze Pest, Brunnenvergiftung und den Mord an christlichen Kindern für die Herstellung der Passah-Matzen mit deren Blut verantwortlich zu machen.

Hier ist seine Logik: Er beginnt mit der Behauptung, der Vatikan sei anti-israelisch und pro-palästinensisch. Dem folgt daher, dass „die Juden“ mit der katholischen Kirche abrechnen, während sie gleichzeitig die Aufmerksamkeit von israelischen Ungerechtigkeiten gegenüber den Palästinensern ablenken mussten.

Die Juden schafften das, indem sie die Medien, die sie natürlich kontrollieren, veranlassten dem vatikanischen Sex-Skandal unverhältnismäßig große Aufmerksamkeit zu schenken. Hören Sie Rodriguez eigenen Worten zu:

„Natürlich macht es mich nachdenklich, dass in einem Moment, in dem alle Aufmerksamkeit der Massenmedien sich auf den Nahen Osten konzentrierte, auf all die Ungerechtigkeiten, die dem palästinensischen Volk zugefügt werden, die Printmedien und das Fernsehen in den Vereinigten Staaten sich zwanghaft mit Sexskandalen zu beschäftigen begann, die 30, 40 Jahre zurückliegen. Warum? Ich glaube, dahinter stehen auch diese Beweggründe: Welche Kirche hat Arafat am häufigsten empfangen und hat am häufigsten die Notwendigkeit der Schaffung eines palästinensischen Staates bestätigt? Welche Kirche akzeptiert nicht, dass Jerusalem die unteilbare Hauptstadt des Staates Israel sein soll, sondern die Hauptstadt der drei großen monotheistischen Religionen?“

Rodriguez fährt dann damit fort, die jüdisch kontrollierten Medien mit „Hitler“ zu vergleichen, denn sie seien „Protagonisten dessen, was ich nicht zögere als Verfolgung der Kirche zu beschreiben.“ Gefragt, ob er seine Attacke überdenken wolle, antwortete Rodriguez: „Ich bereue nichts, manchmal muss man aufrütteln.“

Der Haupttäter der Medien ist nach Angaben von Rodriguez der Boston Globe, der für seine Aufdeckung des Sex-Skandals und seiner Vertuschung zahlreiche journalistische Preise gewonnen hat. Sehen Sie, der Globe gehört der New York Times, die von den Sulzbergers kontrolliert wird, die einmal eine jüdische Familie waren. Daher die jüdische Verschwörung. Oh, diese cleveren Juden!

Ein Problem dieser lächerlichen Theorie ist, dass die jüdische Gemeinde Bostons dem Kardinal Bernard Law sehr nahe stand und ihn bewunderte; er stand der Erzdiözese während des Skandals vor. Law musste Brücken zwischen der katholischen und der jüdischen Gemeinschaft Bostons bauen; und als der Skandal von dem sehr unjüdischen Boston Globe aufgedeckt wurde, unterstützte die jüdische Gemeinschaft Law weitgehend.

Keiner der führenden Kritiker in den Medien, der Anwälte oder Politiker, die auf die Kirche schimpften, war jüdisch. Die meisten waren katholisch. Aber das spielte für den eifernden Kardinal keine Rolle, der mit anderen klassischen Antisemiten glaubt, dass bei jedem Problem „die Juden“ schuld sein müssen. Der Schriftsteller James Carrol, selbst Katholik, hat Rodriguez‘ „irre“ Denkweise so beschrieben: „Wenn die Kirche ein Problem hat, dann ist der älteste Schachzug die Juden dafür verantwortlich zu machen.“ Und Rodriguez ist nicht der einzige amtierende Kardinal, der von solchem Fanatismus heimgesucht ist.

Kardinal Joseph Glemp, der Primas von Polen, hat die Juden für den polnischen Kommunismus, Alkoholismus und Kollaboration mit Hitler verantwortlich gemacht. Er beschuldigte die Juden auch Nonnen zu töten. Ander hochrangige Priester, insbesondere in Zentralamerika und Polen, haben ähnliche antisemitische Vorwürfe gegen die Juden und Israel erhoben.

Diese Blutbeschuldigungen demonstrieren, dass der Vatikan immer noch ein Problem mit Antisemitismus hat und zwar ganz weit oben seiner Hierarchie. Wie können Seriensünder wie die Kardinale Rodriguez und Glemp ihren Status als Prinzen der Kirche behalten, wenn sie Blut-Schmähungen gegen die Juden predigen? Gerade erst hat ein hochrangiger Priester des Vatikan, der in Anwesenheit des Papstes sprach, die Kritik am Vatikan wegen der Pädophilie mit „den schändlicheren Aspekten des Antisemitismus“ verglichen. Moment mal! Heißt das, dass die Juden für den Antisemitismus verantwortlich zu machen sind, wie die katholische Kirche dafür verantwortlich zu machen ist, dass sie nicht genug getan hat, um die wiederkehrenden Missbräuche durch bekannt pädophile Priester in Irland, Deutschland und den USA zu verhindern?

Nein, sagte Vater Raniero Cantalamessa, der Priester, der den Vergleich zog. Er kritisierte „den Gebrauch von Stereotypen, die aus persönlicher Verantwortung und Schuld Kollektivschuld machten…“ Oh, jetzt verstehe ich: Einige einzelne Muden waren tatsächlich schuld an für die Ermordung christlicher Babys, um deren Blut zu bekommen, für die Brunnenvergiftungen und die Verursachung der schwarzen Pest. Das Problem bestand darin, aus „persönlicher Verantwortung und Schuld“ für diese unaussprechlichen Verbrechen „Kollektivschuld“ zu machen.

Es stimmt, dass es Stereotypisierung und antikatholische Bigotterie in einiger Kritik des Papst für Verhalten gibt, dessen er sich wahrscheinlich nicht bewusst ist. Es stimmt auch, dass sexueller Missbrauch von Menschen in hohen Positionen in vielen religiösen und säkularen Institutionen weit verbreitet ist; und die Konzentration auf die katholische Kirche erscheint unfair. Aber die katholische Kirche ist die mächtigste religiöse Instanz der Welt und viel dieser Kritik kommt von enttäuschten Katholiken.

Papst Benedikt ist ein guter Mann, der allgemein das gute Werk seiner zwei Vorgänger gegenüber den Juden fortgeführt hat; er hat weit mehr getan als seine Vorgänger, um das Problem des sexuellen Missbrauchs anzugehen. Aber es ist an der Zeit, es ist längst überfällig, dass Papst Benedikt sich entschieden gegen die ausspricht und hart gegen sie vorgeht, die sein Pontifikat besudeln und die moralische Autorität seiner Kirche verletzen, seien es Priester, die gesündigt haben, Bischöfe, die deren Sünden vertuschten oder Kardinäle die nicht weiter als bis zu „den Juden“ sehen können, wenn sie die Verantwortung für diese Sünden verorten.

3 Gedanken zu “Kardinal der Vertuschung von Pädophilie beschuldigten katholischen Kirche: Die Juden sind schuld

  1. Warum kommt der Kardinal nicht auf den näher liegenden Gedanken, dass die massiven Angriffe gegen die katholische Kirche zugunsten einer Heraufstufung und Förderung des Islam geschehen? Immerhin setzt diese Kampagne nach der Wahl Obamas ein. – Ich weiß nicht, ob sich dies tatsächlich so verhält, aber nur krankhafter Judenhaß kann irgendeinen Zusammenhang mit Juden sehen. Wobei Judenhaß immer etwas Krankhaftes an sich hat – in den meisten Fällen scheint er sogar unheilbar.

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