Knallchargen

Saeb Erekat, „Chefunterhändler“ von Mahmud Abbas – er findet es „geschmacklos“, dass Premierminister Netanyahu die historischen Verbindungen des jüdischen Volks zu Jerusalem beschreibt und dazu die Bibel nutzt. Das sei Nutzung „der Religion, um zu Hass und Angst aufzuhetzen“. Äh – was machen eigentlich die Araber mit dem Koran? Liebesbotschaften der Versöhnung mit den Juden senden? Mal abgesehen davon, dass die muslimischen Verbindungen zu Jerusalem selbst unter versuchter Verwendung des Korans ausschließlich über Unwahrheiten konstruiert werden können! (Im Gegensatz dazu wird Jerusalem in der Bibel 850 Mal erwähnt; ganz zu schweigen von den historischen Beweisen insbesondere in der griechischen und römische Literatur, dass Jerusalem jüdisch ist.) Und auch im Gegensatz zu arabisch-muslimischer Praxis: Netanyahu sagte ausdrücklich, dass er von Verbindungen anderer Religionen zu Jerusalem nicht ablenken wolle. So viel zu Hetze.

Woody Allen – Scheiß auf die Demokratie! Obama sollte ein paar Jahre als Diktator herrschen! Ach, wie sehr die Linken doch für die Herrschaft des Volkes sind. Und bekanntlich sind es die Konservativen, die immer die demokratische Grundordnung gefährden…

Eric Holder, US-Generalstaatsanwalt – der Mann hat das Gesetz Arizonas zur Durchsetzung des US-Einwanderungsgesetzes nicht nur nicht gelesen: Er ist auch noch nicht einmal dazu „gebrieft“ worden! (Heißt: Es hat ihm niemand tatsächliche Informationen gegeben, der etwas darüber weiß.) Mit anderen Worten: Holder macht gegen etwas Stimmung und stellt Behauptungen über etwas auf, von dem er nun überhaupt keine Ahnung hat, von dem er Null-Komma-Nichts weiß!

Nelly Morris, Karikaturistin und Initiatorin des „Mal-eine-Mohammed-Kariktur-Tag“ – sie distanziert sich inzwischen von ihrem Vorschlag (der inzwischen ein „Eigenleben“ hat), weil dieser angeblich „gehijackt“ und für eine Kampagne genutzt wird, die „für Muslime beleidigend ist“. Anscheinend hat die Frau keine Ahnung von der Realität – ihr Vorschlag alleine war schon für Muslime beleidigend.

Malte Lehming vom Tagesspiegel – er äußert sich über ein Interview Stephan Kramers mit dem Focus so, dass sich Stefanie Galla fragt, ob er es überhaupt gelesen hat. Fazit: Lehming attestiert Kramer schneller zu reden als er denkt – Galla befindet, dass Lehming wahrscheinlich schneller geschrieben als gedacht hat.

Tendzin Gyatsho, Dalai Lama – „Der Marxismus hat moralische Ethik, während der Kapitalismus nur dazu da ist Profite zu machen.“ Und deshalb ist der Marxismus besser. Er hat ja nur rund 94 Millionen Menschen ermordet und ein paar Millionen mehr in die Armut getrieben.

Apple – manche sind halt gleicher als andere, besonders, wenn es um die Jünger des Propheten mit der Bombe im Kopf geht: Apple hat ein antiislamisches „App“ gestrichen; ein gleichartiges antichristliches „App“ kann weiter verwendet werden.

John Brennan, hochrangiger Berater des Superpräsi – seine Kommilitonen an der Amerikanischen Universität (die kamen „aus Ägypten, Jordanien und Palästina“) lehrten ihn, wie gleiche Ziele alle haben: sich zu bilden, seine Familie ernähren können, seinen Glauben frei ausüben können. Die Saudis bewundert er als Hüter der beiden heiligen Moscheen in Mekka und Medina. Und die Stadt, die er am meisten zu lieben gelernt hat, ist „Al-Quds“, wo die drei Glauben zusammenkommen. Also von Glaubens- und Religionsfreiheit kann er nicht allgemein leben, sondern höchstens von der Freiheit den muslimischen Glauben ausüben zu können (vor allem mit Privilegien, die anderen Religionen nicht gewährt werden). Und wenn er meint in „Al-Quds“ kämen die drei Glauben zusammen, dann hat er eine Schraube ziemlich locker – wo kommt der muslimische „zusammen“? Wo wird die jüdische Religion geschützt, wenn Muslime herrschen? (Und was das angeht: in der Regel wird auch der christliche nicht geschützt!)
(Brennan war auch der Knallkopf, den Obama den „Moderaten“ in der Hisbollah die Hand ausstrecken ließ.)

Gaby Weber (wer auch immer das ist) für ARD/SWR (weiterführende Links im verlinkten Text) – Adolf Eichmann war Opfer und das eigentlich nicht unbedingt der Israelis, die ihn gar nicht wirklich wegen seiner Untaten während des Dritten Reichs zum Tode verurteilten, sondern um zu verhindern, dass er Geheimnisse geheimer Atomdeals zwischen Deutschland, Israel und Argentinien ausplauderte. Die ARD – innerhalb dieser in diesem Fall der Südwest-Rundfunk – leistet Neonazis wie Linksextremisten Vorschub. Herzlichen Glückwunsch! Die deutsche Qualitäts-Journaille ist sich nie zu etwas zu schäbig, wenn es sich nur gegen Israel richten lässt.

Saad Hariri, Ministerpräsident des Libanon – wer Frieden will, darf keine Manöver abhalten. Klar. Wer sich damit beschäftigt feindliche Angriffe abzuwehren – die übrigens auch ständig angedroht werden – der ist ein Kriegshetzer. Und die Terroristen sind die Friedensstifter…

 

6 Gedanken zu “Knallchargen

  1. Zum Quote des Dalai Lama: Beides ist falsch. Erstens hat der Marxismus keine moralische Ethik, zweitens hat er keine 94 Millionen Menschen ermordet und in die Armut getrieben. Das ist ähnlich absurd zu behaupten wie, das Denken Adam Smiths hätte in Vietnam Menschen geschlachtet und sei dafür verantwortlich, dass Tausende Menschen täglich an Hunger sterben.

    • Nun, wir können es gerne auf Marxisten eingrenzen. Oder als was willst du Millionen verhungerte Ukrainer, sonstige Ermordete in der Sowjetunion und vor allem auch in China, darüber hinaus in Kambodscha oder auch Nordkorea, Kuba, Südamerika (u.a. Che Guevara) bezeichnen?
      Es gibt kein Beispiel dafür, dass irgendwo Leute, die die Lehren des Herrn Marx vertreten und durchgesetzt sehen wollen, Wohlstand gebracht hätten und nicht über Leichen(berge) gingen.

  2. Naja, zunächst einmal gälte es festzuhalten, dass die Wohlstandsfrage nicht so einfach zu beantworten ist, wie du das hier grade unterstellst – namentlich nämlich, dass Russland vor der Wahl stand zaristisch-feudalistisch und massiv unterentwickelt zu bleiben, oder aber mit dem Leninismus mitzuziehen. Da wäre dann auch gleich der nächste Schritt, die Differenzen zwischen „den Lehren des Herrn Marx“ – die ich im übrigen auch vertrete -, denen der Marxisten-Leninisten (die im Grunde bürgerliche Revolutionäre waren) und den Scheußlichkeiten der Maoisten zu ziehen, von den Khmer einmal abgesehen, die mit Marx jetzt wirklich soviel zu tun hatten wie Hitler mit klassischer politischer Ökonomie.
    Dann gälte es ausserdem ebenso festzuhalten, dass weder die Kolonialisten noch die Imperialisten (diejenigen im klassischen Sinne, die dem Selbstverständnis nach auch genau das waren) irgendwie zimperlich waren oder bspw. dem Sub-Saharan Africa großen Wohlstand brachten. Trotzdem ist das weder Adam Smith, noch den Nationalökonomen wirklich anzulasten, ich nehme an, dass du da mitgehen würdest.

    • Was soll das? Berufen sich die Herren von Lenin und Stalin nicht auf Marx? Berief sich Mao nicht auf Marx? Beruft sich Castro nicht auf Marx?
      Systemintrinsische Gräueltaten als Abweichungen abzutun ist m.E. etwas sehr lächerlich.

  3. Taten sie, aber vielleicht sei es dir angeraten dir erst einmal anzusehen, was Marx überhaupt geschrieben hat, bevor du das als „Systemintrinsische Gräueltaten“ diffamierst. Einer der wesentlichsten Punkte wäre es da einmal zu verstehen, dass Marx keine Theorie des Kommunismus sondern eine Kritik des Kapitalismus geschrieben hat, was zwei verschiedene paar Schuhe sind. Ich werde mich jetzt auch nicht auf das Diskussionsniveau herablassen und behaupten, es handle sich bei den oben bereits genannten Phänomenen um „systemintrinsische Gräueltaten“, obwohl man das mit dem gleichen Recht – eigentlich sogar etwas mehr – behaupten ließe, insofern in den beschriebenen Fällen tatsächlich ein System zugrundeliegt. (Das ist bei einer strikten Auslegung der marxschen Kritik nicht der Fall, aber das nur am Rande.)
    Übrigens geht es nicht nur darum, irgendetwas abzutun, sondern mehr noch darum, festzuhalten, dass der Leninsche Terror ein Staatsgründungsterror war… dass es auch soetwas wie den Terreur gab, daran erinnerst du dich vielleicht auch noch. Es fiele trotzdem niemandem ein, deshalb die französische Revolution zu verteufeln. Dass die Systeme schlechterdings auf Gewalt aufgebaut sind – und nirgendwo auch nur der Schimmer einer befreiten Gesellschaft zu sehen ist – ist sicherlich zynisch, traurig, aber allemal nicht Marxens Schuld, wenn er desgleichen ausspricht.
    Übrigens, auch wenn sich Stalin und Mao auf Marx berufen, muss man in den beiden Fällen doch relativ klar festhalten, dass die Diskrepanzen dermaßen groß sind, dass es kaum noch dazu taugt, diese Berufung gelten zu lassen. Mussolini berief sich übrigens auch auf Marx, wenn du den noch deiner Gräueltatenliste hinzufügen willst, das Problem ist, im Gegensatz zu einer Glaubensschrift hat die marxistische Theorie Prämissen und Schlüsse, die man teilen kann oder auch nicht. Wenn man sie nicht teilt und trotzdem den Namen im Munde führt, dann mag das wohl dazu taugen, die eigenen Blutlachen ein wenig reinzuwaschen, aber ficht den Theoretiker relativ wenig an. Ein ähnliches Phänomen hat man bspw. wenn sich Sozialdarwinisten auf Darwin berufen, der sich explizit vom Sozialdarwinismus distanzierte und vor allem theorieimmanent zeigte, weshalb diese Theorie nicht mit seiner vereinbar ist.
    Anderes Beispiel: Angenommen ein Physiker bezeichnet sich als Quantenphysiker und beruft sich, angesprochen auf seine Grundlagen, immer wieder auf die Quantenphysik… er führt aber tatsächlich alle seine Rechnungen auf Basis vollkommen anderer Gleichungen durch, meinetwegen auf Basis der Newtonschen Mechanik. Jeder vernünftige Mensch würde ihm bescheinigen, ein Dampfplauderer zu sein und sich entweder selbst nicht zu verstehen, oder Leute bewusst in die Irre zu führen. (Ich halte übrigens bei allen oben genannten durchaus beides für möglich. )

    • Schreib, was du willst, du kannst nicht leugnen, dass überall da, wo der Marxismus durchgesetzt werden sollte, Mord und Armut an der Tagesordnung waren. Und dabei ist es egal, welche Form oder Umforumung dieser Marxismus annahm.
      Mich kotzt es an, dass immer weiter Typen herumlaufen, die behaupten, der Antisemit Marx habe etwas Positives geschaffen, das dann nur von anderen schlecht in die Realität umgesetzt worden sei. Die Diktatur des Proletariats war Marx – und Diktatur heißt Gewaltherrschaft und Unterdrückung. Das ist systemimmanent.
      Wer immer davon etwas entschuldigt oder rechtfertigt, bewegt sich auf einem Holzweg. Wer Lenins Massenmorde als vom Marxismus unabhängig bezeichnet, lügt sich in die eigene Tasche.
      Ach übrigens: Wenn man mal so liest, was die Herren Goebbels und Hitler in den 1920-ern von sich gaben: Auch sie beriefen sich auf sozialistische Prinzipien – also letztlich auf Marx. Die können wir dann also genauso dazu tun wie Mussolini.

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