Warum Friedensprozesse fehlschlagen

Soccerdad, Yourish.com, 27. April 2010

Vor kurzem haben Meryl, Daled Amos und ich über die perversen Motivationen und Ergebnisse des Friedensprozesses geschrieben. Jetzt schreibt Bret Stephens darüber, dass Friedensprozesse nie funktionieren:

Doch er geht an einem tiefer gehenden Punkt vorbei. Selbst wenn Friedensprozesse zwischen Krieg führenden Parteien fast ausnahmslos fehlschlagen, so sind sie fast immer als politisches Theater für die Friedensprozessler selbst erfolgreich. Kim Dae Yung, Arafat und Shimon Peres polierten ihr Prestige mit Friedensnobelpreisen auf. Präsident Obama bekam einen Präventiven. Und Bill Clinton sonnt sich immerr noch in eines jeder Grundlage entbehrenden Rufs als Friedensmacher. Ironischerweise kam der einzige Frieden, den er je erreichte – der auf dem Balkan – durch die Stärke der amerikanischen Waffen.

Denken Sie über die Dynamik nach. Nach Jahren voller Bemühungen bringen die Diplomaten die beiden Parteien zusammen. Statt zu kämpfen, ist Reden als Hauptziel der Verhandlungen festgelegt worden. (Oder „Frieden“ als solchem wird als ein unendlicher Wert zugewiesen.)

Jetzt sagen wir mal, die bösen Buben verletzen einige Prinzipien. Es gibt drei Alternativen: Man besteht darauf, das die bösen Buben aufhören, erklärt die Verhandlungen für gescheitert oder überzeugt die Guten den Verstoß zu übersehen. Die erste Möglichkeit ist zu schwierig. Die zweite Wahl ist – wenige dem Wert, der dem Prozess gegeben wird – ist undenkbar. Die dritte Möglichkeit ist der Weg des geringsten Widerstands.

Wenn man aber die ersten beiden Möglichkeiten erst einmal ausgeschlossen hat – was ist, wenn die Guten sagen: „Es reicht, wir werden das nicht mitmachen.“ Dann kann man die Guten unter Druck setzen, die per internationalem politischen Druck angreifbar sind. Wenn sie sich weigern die Verstöße zu übersehen, sagt man ihnen sie seien unvernünftig und handelten gegen die Interessen des Friedens. Es spielt keine wirkliche Rolle. Der Friedensprozess ist ein Ziel an sich geworden, statt das Mittel das Ziel zu erreichen.

Um ein konkretes Beispiel zu sehen, denken Sie an 1996. Anfang 1996 löste die Hamas eine Welle Selbstmord-Bombenanschläge gegen Israel aus, die mehr als 60 Israelis das Leben kostete. Israel, das mit der Akzeptierung des Friedensprozesses glaubte, Arafat habe sich geändert und würde Terror verhindern, begann sich von der Unterstützung des Prozesses und der Regierung der ihn verfechtenden Arbeitspartei zurückzuziehen. Was also tat Präsident Clinton? Er organisierte einen „Gipfel der Friedensmacher“ und lud jeden arabischen Führer ein (einschließlich Hafez Assad, der es trotz Clintons Betteln ablehnte zu kommen). Auch Arafat wurde – obwohl er nicht gegen die Hamas vorging (und wahrscheinlich trotz seiner stillschweigenden Unterstützung der Hamas) – eingeladen. Der Zweck dieser grotesken Scharade war es, die wahrscheinliche (und dann erfolgte) Wahl Benjamin Netanyahus zum Premierminister Israels zu verhindern. Clinton würdigte Arafats unaufrichtige Teilnahme am Friedensprozess mehr als den demokratischen Prozess in Israel. (Clinton hätte nicht von Arafats Ablehnung des Friedens 2000 in Camp David überrascht sein dürfen; Clinton ist derjenige, der Arafat zeigt, dass es keine Folgen für seine Perfiditäten gab.)

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