„Ein brutaler Überfall auf See“

Unten folgt ein Artikel des israelischen Journalisten Ron Ben Yishai für die israelische Zeitung Ydiot Achronot, in der er aus erster Hand von der israelischen Operation zur Übernahme der Kontrolle der türkisch geführten Flotte berichtet. (Übermittelt von The Israel Project)

Ron Ben Yishai, YNetNews, 31. Mai 2010

Ron Ben Yishai berichtet vom blutigen Zusammenstoß an Bord des nach Gaza fahrenden Schiffs: Fehlende Mittel zur Auflösung von Menschenmengen, die brutale Gewalt der „Friedensaktivisten“ und den Versuch einen IDF-Hubschrauber zum Absturz zu bringen.

Unsere Navy-Kommandos fielen direkt in die Hände der Mitglieder der Gaza-Operation. Ein paar Minuten vor dem Übernahmeversuch auf der Marmara, wurden dem Kommandierenden gesagt, dass etwa 20 Personen auf dem Deck warteten, auf dem der Hubschrauber das erste Team der Eliteeinheit Flotilla 13 absetzen sollte. Der Plan war auf dem obersten Deck abgesetzt zu werden und von dort zur Brücke zu laufen und dem Kapitän der Marmara den Stopp zu befehlen.

Offizielle schätzten, dass die Passagiere leichten Widerstand zeigen würden, möglicherweise geringe Gewalt; aus diesem Grund entschied der Kommandeur den Hubschrauber direkt über das oberste Deck zu bringen. Das erste Seil, das die Soldaten nutzten, um sich auf das Schiff abzuseilen, wurden von Aktivisten, die meisten von ihnen Türken, ergriffen und an eine Antenne gebunden; damit hoffte man den Hubschrauber zum Absturz zu bringen. Die Kämpfer der Flotilla 13 entschieden sich dennoch weiterzumachen.

Marine-Kommandos ließen sich einer nach dem anderen auf das Schiff ab, wo dann etwas Unerwartetes geschah: Die Passagiere, die sie auf dem Deck erwarteten, zogen Keulen, Schlagstöcke und Zwillen mit Glaskugeln heraus und griffen jeden Soldaten an, der auf Deck kam. Die Kämpfer wurden einer nach dem anderen ergriffen und heftig verprügelt, versuchten aber sich zu wehren.

Zu ihrem Unglück waren sie nur mit Paintball-Gewehren ausgerüstet, um schwachen Prostest zu zerstreuen, wie sie auch in Bilin genutzt werden. Die Paintballs hinterließen bei den Aktivisten offensichtlich keinen Eindruck; sie prügelten weiter auf die Soldaten ein und versuchten auch ihnen die Waffen abzuringen.

Ein Soldat, der einem Kameraden zu Hilfe kam, wurde von den Randalierern ergriffen und erlitt schwere Schläge. Die Kommandos waren mit Handfeuerwaffen ausgerüstet, aber ihnen wurde gesagt, sie sollten sie nur in lebensbedrohenden Situationen benutzen. Als sie sich vom Hubschrauber abseilten, riefen sie einander immer wieder zu: „Nicht schießen, nicht schießen“, obwohl ihnen zahlreiche Schläge zugefügt wurden.

„Ich sah eine Gewehrmündung“

Die Marinesoldaten waren nur darauf vorbereitet politische Aktivisten anzutreffen, die versuchten einen Protest abzuhalten, statt ausgebildete Straßenkämpfer. Den Soldaten wurde gesagt, sie sollten Aktivisten mit Worten zur Aufgabe zu überreden, die Widerstand leisteten und erst danach Paintballs zu benutzen. Ihnen wurde erlaubt ihre Handfeuerwaffen ausschließlich unter extremen Umständen zu benutzen.

Der geplante Lauf zur Brücke des Schiffes wurde unmöglich, selbst als ein zweiter Hubschrauber mit einer weiteren Gruppe Soldaten ankam. „Werft Blendgranaten“, rief der Flotilla 13-Kommandeur, der die Operation beaufsichtigte. Der Marinekommandeur war nicht weit entfernt an Bord eines Schnellbootes der Flotilla 13, bei ihm Soldaten, die versuchten auf das Heck des Schiffes zu klettern.

Die Soldaten warfen Blendgranaten, doch die Randalierer auf dem obersten Deck, deren Zahl inzwischen auf 30 angeschwollen war, fuhren fort rund auf 30 Kommandos einzuprügeln, die sich weiter einzeln aus dem Hubschrauber abseilten. Dann erwischten die Angreifer einen Soldaten, entwanden ihm seine Feuerwaffe und warfen ihn vom obersten Deck auf ein etwa 10 Meter tiefer gelegenes. Der Soldat erlitt eine schwere Kopfwunde und verlor das Bewusstsein.

Erst nach dieser Verletzung fragten die Soldaten um Erlaubnis an scharf schießen zu dürfen. Der Kommandeur genehmigte das: Ihr könnt vorgehen und feuern. Die Soldaten zogen ihre Waffen und begannen auf die Beine der Randalierer zu schießen, eine Maßnahme, die sie neutralisierte. Währenddessen begannen die Randalierer auf die Soldaten zu schießen.

„Ich sah eine Gewehrmündung aus einem Aufgang herausschauen“, sagte ein Soldat. „Er schoss auf uns und wir schossen zurück. Wir konnten nicht sehen, ob wir ihn getroffen hatten. Wir suchten später nach ihm, konnten ihn aber nicht finden.“ Zwei Soldaten erlitten Schusswunden in Knie und Bauch, nachdem die Randalierer offensichtlich auf mit Waffen auf sie schossen, die sie den Soldaten entrissen hatten.

Während des Tumults wurde ein weiterer Soldat mit einem Messer gestochen. Bei der Durchsuchung der Marmara fanden die Soldaten später versteckte Lager mit Keulen, Schlagstöcken und Zwillen, die von den Randalierern vor der Übernahme durch die IDF benutzt wurden. Es scheint, dass die Aktivisten sehr gut auf einen Kampf vorbereitet waren.

Einige der Passagiere des Schiffs standen am Heck und schlugen auf die Hände der Soldaten ein, die versuchten an Bord zu klettern. Erst nach einer 30-minütigen Schießerei und brutalen Angriffen mit Keulen und Messern [seitens der „Aktivisten“] schafften es die Kommandos die Brücke zu erreichen und die Kontrolle über die Marmara zu übernehmen.

Es scheint, dass der Planungsfehler der Operation in der Einschätzung bestand, dass die Passagiere tatsächlich politische Aktivisten und Mitglieder von Menschenrechtsgruppen waren, die politisch provozieren wollten, aber nicht auf brutale Gewalt zurückgreifen würden. Die Soldaten dachten, sie würden die Art von Gewalt antreffen, wie sie sie von Bilin kennen; stattdessen bekamen sie Bangkok. Es waren wenige Soldaten, die sich vom Hubschrauber abseilten; nur ein paar Dutzend – nicht genug, um mit der auf sie wartenden großen Gruppe kämpfen.

Der zweite Fehler bestand darin, dass die Kommandeure die Tatsache nicht ernst genug angingen, dass eine Gruppe Männer die Soldaten auf dem obersten Deck erwartete. Hätten sie das ernster einbezogen, hätten sie vielleicht Tränengas- und Rauchgranaten vom Hubschrauber aus abgeschossen, um eine Rauchwand zu schaffen, die es ihnen ermöglicht hätte ihre Mission auszuführen, ohne dass die Kämpfer direkt in die Hände der Randalierer fielen, von denen sie schwer angegriffen wurden.

Mehr auch hier:
Live-Blog: Anti-Shalit Flotilla Updates
Live-Blog (Aussie Dave)

Blog der israelischen Botschaft in Berlin
Sonderbericht: Flotillengefecht entfacht antiisraelische Welle
Update: Letzte Meldungen: So lief der Kampf auf der ‚Mavi Marmara‘ ab…
Aufgebrachte Narrenschiffe

Videos:
Video: Bewaffnete „Friedensaktivisten“
IDF – Navy warns Flotilla (31 May 2010)
Wer die Narrenschiffer sind (abgesehen von den Idioten aus dem Westen)
Video of „peace activists“ stabbing IDF soldier
Video of „peace activists“ ambushing, beating soldiers
– www.mfa.gov.il/MFA/Government/Communiques/2010/Israel_Navy_warns_flotilla_31-May-2010.htm

– www.youtube.com/idfnadesk

– www.youtube.com/watch?v=bU12KW-XyZE

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7 Gedanken zu “„Ein brutaler Überfall auf See“

  1. Ein Schiff voller Narren

    Der Schriftsteller und die Gaza-Blockade: Henning Mankells Feldzug gegen Israel

    Nicht nur die andauernde israelische Besetzung palästinensischer Gebiete – Gaza freilich wurde von den Israelis längst geräumt – hält Mankell für ein Unrecht, sondern die Existenz des Staates Israel an sich. Es gebe „keinerlei Gründe dafür“, dass die Gründung des Staates Israel 1948 „eine völkerrechtlich legitime Handlung war“, schrieb er nach einer Reise durch Israel und die Palästinensergebiete im vergangenen Sommer. Folgerichtig bedeute auch eine Zwei-Staaten-Lösung nicht, „dass die historische Besatzung aufgehoben wird“. Die Frage sei nur noch, ob die Israelis „freiwillig einer Abwicklung des Apartheidstaates zustimmen werden. Oder ob es zwangsweise geschehen wird“. Damit befindet sich Mankell in voller Übereinstimmung mit der radikalislamischen Hamas, die Gaza unter ihre Terrorherrschaft gebracht hat und in Wahrheit für die Notlage seiner Bürger verantwortlich ist. Denn sie braucht Gaza ausschließlich als Basis für die Verwirklichung ihres Endziels und somit der Vision Mankells: der Auslöschung Israels.

    Was fanatische „Antizionisten“ wie Mankell verschweigen: Israel blockiert den Gazastreifen keineswegs, um es „auszuhungern“, sondern um Waffenlieferungen an die Hamas zu verhindern. Durch Hilfstransporte der UN ist die Versorgung der Bevölkerung gewährleistet. Jedenfalls so weit, dass ein Vergleich der Lage in Gaza mit der in wirklich schlimmen humanitären Krisengebieten, etwa in Darfur oder Sri Lanka, völlig abwegig ist.

    Dass Schriftsteller in ideologische Delirien verfallen, wenn sie sich ins Politische einmischen, ist kein neues Phänomen. Umso mehr ist Misstrauen angebracht, wenn literarische Reputation als Beleg höherer Glaubwürdigkeit eingesetzt wird.

    http://www.welt.de/die-welt/kultur/literatur/article7843844/Ein-Schiff-voller-Narren.html

    • Seit der Abfahrt aus der Türkei kann man eigentlich nicht mehr von Schiffen voller Narren reden – das sind eindeutig Terrorschiffe.

  2. den Artikel habe ich gleich archiviert. Die Gaza Sache werden die auf jeden Fall gegen Israel verwenden. Mit der kommenden rotgrünroten Bundesregierung wird dann endgültig der Weg der Entsolidariserung mit Israel beschritten werden. Die ganze Entwicklung der BRD macht mir richtig Angst.

  3. Die Propagandamaschine läuft und sie hinterlässt überall Spuren. Online und offline.

    Im Netz in den Blogs, auf den Straßen in Form von „israelkritischen“, nein, eigentlich antijüdischen Demos. Dort treffen sich dann Linke, Antideutsche und natürlich hier lebende Moslems, um gemeinsam ihrem Judenhass zu fröhnen. Die „grauen Wölfe“ (türkische Faschisten) sind auch dabei. Widerlich. Habe dazu auch etwas in meinem Blog geschrieben.

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