Dänischer Bericht aus Gaza: „Wo ist die humanitäre Krise?“

Elder of Ziyon, 2. Juni 2010

Der dänische Reporter Steffen Jensen besucht den Gazastreifen, um zu sehen, wie schlimm die Dinge stehen, weil die gesamte Welt sich wegen der dortigen humanitären Krise in Aufruhr befindet (Google-Übersetzung):

Wenn man nach den Medien geht, ist die Lage im Gazastreifen verzweifelt; alles ist im Zusammenbruch begriffen und die Gesellschaft befindet sich am Rande oder auf dem Level eines Landes der Dritten Welt.

Der Absturz der palästinensischen Gemeinschaft ist in den Medien zahlreiche Male prophezeit worden. Die Menschen haben nichts zu essen, erfahren wir manchmal. Die UNO muss von Zeit zu Zeit die Verteilung von Lebensmitteln einstellen, entweder, weil ihnen die Vorräte ausgehen oder weil sie keinen Diesel für ihre LKWs bekommt; und deshalb kann sie keine Lebensmittel einführen. Und so weiter.

Gestern fuhr ich in den Gazastreifen. Ich mache das nicht so oft wie früher [weil es jetzt viel länger dauert durch die Kontrollpunkte zu kommen.]

Diesmal hatte ich erwartet echtes Leiden zu sehen, denn wegen der ganzen Jammerei der letzten Tage, es müssten Tonnen humanitärer Hilfsgüter hinein gebracht werden – so viel, dass die Menschen sogar ihr Leben dafür opferten – musste es tatsächlich eine zutiefst verzweifelte Lage im Gazastreifen geben. Keine Lebensmittel. Hungrige Kinder mit Essensschüsseln.

Aber das war nicht das Bild, das mir dort begegnete.

Als ich gestern Morgen durch Gaza Stadt fuhr, war ich sofort überrascht, dass es fast so viele Verkehrsstaus gab, wie sie es früher immer gegeben hatte. Gibt es keine Spritknappheit? Offenbar nicht. Treibstoff ist nicht einmal rationiert.

Gestern waren viele Geschäfte geschlossen; die Hamas hatte einen Generalstreik ausgerufen, um gegen Israels brutale und tödliche Attacke auf die türkische Flotte mit pro-palästinensischen Aktivisten an Bord zu protestieren. Es war also problematisch zu schätzen, wie viele Produkte in den Regalen lagen. Daher ging ich hinüber ins Flüchtlingslager Shati, das auch als Strandlager bekannt ist. Hier befindet sich einer der vielen Gemüsemärkte Gazas, die weit mehr als nur Früchte und Gemüse verkaufen.

Ich kann nicht sagen, ob es in besseren Zeiten eine größere Produktbandbreite gegeben hat, als sie gestern vorhanden war. Aber es gab definitiv keine Knappheit an Gemüse, Früchten oder irgendeinem anderen Grundnahrungsmittel. Tomaten, Gurken, Getreide, Wassermelonen, Kartoffeln – Berge dieser Artikel fanden sich an vielen Ständen.

Ich muss zugeben, dass ich etwas überrascht war. Denn wenn ich bei meinen palästinensischen Freunden dort unten anrufe, erzählen sie mir von all den Problemen und dem Mangel, so dass ich erwartete, dass die Krise etwas deutlicher sei.

Und die erste Frau, die wir auf dem Markt interviewten, bestätigte diese seltsame, widersprüchliche, negative Einstellung.

„Wir haben nichts“, sagte sie. „Wir brauchen alles! Lebensmittel, Getränke… alles!“

Es störte sie nicht im Geringsten, dass sie zwischen Bergen an Gemüse, Früchten, Eiern, Geflügel und Fisch stand, während sie dieses Untergangs-Szenario sponn.

Yussuf al-Assad Yazgy gehört ein Früchte- und Gemüseverkauf hier auf dem Markt. All seine Früchte importiert er aus Israel.

„Nicht alle Früchte und alles Gemüse kommt aus Israel. Unsere ja. Sie sind aus Israel. Aber im Gazastreifen werden nicht viele Früchte angebaut. Zumeist Tomaten, Kartoffeln und Gemüse. Daher kommen meine Gemüse und Wassermelonen aus dem Gazastreifen. Alle Früchte kommen von jenseits der Grenze, aus Israel“, erklärt er, sagt aber auch, dass es lange Perioden geben kann, während derer die Grenze geschlossen ist, wodurch keine Früchte herein kommen.

Auf dem Weg hinaus aus dem Shati-Lager hielten wir an einem kleinen Lebensmittelladen. Kein irgendwie schickes, teures Geschäft, nur ein kleiner, bescheidener örtlicher Laden. Der Besitzer, Sun Mohammed Abu Nada sagt, sie könnten keine Geschäfte machen, wenn es keine Schmuggelware aus Ägypten gäbe.

Er führt uns kurz durch die Regale und zeigt alles, was aus Ägypten kommt. Es stellt sich heraus, dass es mehr als die Hälfte der Waren sind. 75-80 Prozent, würde ich schätzen. Einige andere Produkte – einschließlich lang haltbarer UHT-Milch – kommt aus Israel, wir aber auch durch die Tunnel aus Ägypten geschmuggelt.

Die Produkte sind teurer, sagt er. Viele Leute können sie sich nicht leisten oder manchmal bestimmte Dinge zu kaufen. Doch dass sogar ein so kleiner, armselig aussehender Lebensmittelladen am Rand eines Flüchtlingslagers so viele relativ teure Schmuggelgüter in den Regalen hat, zeigt, dass viele der Kunden zumindest in der Lage sind sie sich zu leisten. Andernfalls könnte der Händler es sich natürlich nicht leisten, in unverkäufliches Inventar zu investieren.

Diese Story habe ich geschrieben, um zu sagen, dass es im Gazastreifen Probleme gibt, denn anderes wäre unwahr. Es gibt Probleme. In der Tat viele Probleme. Aber keins davon ist der Mangel an Lebensmitteln, der die meisten Leute hier sich sorgen lässt. Das größte Problem ist das Fehlen von Arbeitsplätzen und eine zukunftsfähige einheimische Wirtschaft.

Ein Gedanke zu “Dänischer Bericht aus Gaza: „Wo ist die humanitäre Krise?“

  1. Es ist erfrischend mal was anderes aus den Medien zu lesen, jedoch würde dies leider wieder von den Gutmenschen und anhängliches Pack als von der Israel Lobby gesponsert abgetan. Also was tun, damit die Masse es liest und noch wichtiger auch versteht?

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