Klartext – Dr. Aaron Lerner: Außenministerium sollte von Abba Eban lernen

IMRA, 10. Juni 2010

Im Dezember 1955 beschossen die Syrer ein israelisches Fischerboot auf dem See Genezareth mit Artillerie. Es gab keine jüdischen Opfer, aber Israel schlug mit einer Operation zurück, die 73 Syrer tot hinterließ. Eban protestierte privat bei Ben-Gurion, während er die Operation in der Öffentlichkeit verteidigte.

Ben-Gurion antwortete, dass auch er Zweifel an der Weisheit der Operation hatte, sagt aber: „Als ich den ganzen Text Ihrer brillanten Verteidigung unserer Aktion im Sicherheitsrat las, waren alle meine Zweifel beseitigt.“
(Nachruf für Abba Eban, Daily Telegraph, 18. Nov. 2002)

Das ist, kurz und bündig, der Job der Mitarbeiter des Außenministeriums.

Ha‘aretz-Korrespondent Barak Ravid berichtet in der heutigen Ausgabe, dass während der zwei Monate Vorlauf zur Ankunft der nach Gaza unterwegs befindlichen Flotille Mitglieder des Teams im Außenministerium wiederholt warnten, dass Israel sich zwar deutlich innerhalb seiner Rechte bewegte, wenn es die Schiffe in internationalen Gewässern stoppte, aber ein solcher Zug ein ernstes Public Relations-Problem für Israel schaffen würde.

Fakt ist, dass das Team im Außenministerium vorschlug, dass Israel, um dieses Problem zu vermeiden, warten sollte, bis die Schiffe die Territorialgewässer des Landes erreichten – die innerhalb von 20 Meilen vor der Küste liegen – bevor die Übernahme-Aktion gestartet würde.

Dieser Vorschlag wurde aus operationellen Gründen abgelehnt.

Es scheint so, dass Ravid seine Story von einem der Mitarbeiter des Außenministeriums bekam, der verärgert war, dass sein Rat nicht angenommen wurde und sich entschied sein „hab ich doch gesagt“ in der Ha’aretz veröffentlicht zu sehen.

Sie begreifen es einfach nicht.

Das Team des Außenministeriums kommt dabei nicht gerade als genial weg.

Sie gehen als Penner daraus hervor.

Sie gehen als Penner daraus hervor, denn wenn sie sich so sicher waren, dass Israel einem ernsten PR-Problem gegenüber stehen würde, um die Aktion zu erklären, dann war es ihre Pflicht absolut sicherzustellen, dass der jüdische Staat mit juristischen Zusammenfassungen und ergänzendem Material bewaffnet sein würde, das in jeder wichtigen Fremdsprache zur Verteilung buchstäblich in der Minute bereit lag, in der israelische Sicherheitskräfte die Flotille stoppten.

Sie machten es nicht.

Tatsächlich wurde die erste detaillierte juristische Kurzdarstellung, die die Operation vom frühen Morgen des 31. Mai verteidigte, vom Generalstaatsanwalt des Militärs am Donnerstag, 3. Juni veröffentlicht – nicht dem Außenministerium.

Es ist schlimm genug, dass dieses Team seinen Job nicht machte. Fehler passieren.

Aber wenn wir die Wiederholung der Fehler vermeiden wollen, müssen sie als das erkennen, was sie sind: Fehler.

Lernt vom Beispiel Abba Ebans.

Ja. Ihr habt auf jeden Fall das Recht auf eine eigene Meinung. Im Gegenteil, ihr habt die Pflicht sie in den relevanten Foren zum Ausdruck zu bringen, während die Entscheidungen getroffen werden, damit eure Ansichten in die Überlegungen eingehen.

Aber ist die Entscheidung einmal gefallen, könnt ihr euch nicht an die Seitenlinie stellen, weil eure Empfehlungen abgelehnt wurden. Denn so wie ein Soldat sorgfältig seine Waffen vorbereiten muss, wenn er auf eine Mission geht, zu deren Details er Bedenken hat, ist es als bezahlte Mitglieder des Außenministeriums eure Pflicht alles in eurer Macht stehende zu tun, die bestmögliche Erklärung und Rechtfertigung der Operation vorzubereiten.

Um es klarzustellen: Der Zweck dieser Anmerkung ist es nicht sich hinterher als Besserwisser gegen das Außenministerium zu stellen. Was geschehen ist, ist geschehen.

Die Sorge besteht darin, dass der Fehler, wenn er nicht erkannt wird, wiederholt werden könnte.

Was die Gesamtbild der Flotille angeht, dann gibt es mehr als eine saubere Chance, dass wir am Ende als Erste daraus hervorgehen. Wenn wir unsere Karten richtig ausspielen, werden wir uns in einer dauerhaften Vereinbarung wiederfinden, die vom Quartett begrüßt wird und über die alle Lieferungen im Transfer nach Gaza durch Aschdod laufen, von Israel auf Schmuggelware inspiziert werden und irgendeine dritte Partei den Inspektionsprozess überwacht. Man kann die Möglichkeit hinzufügen, dass Dritte die Verteilung von Dual-Use-Produkten wie Zement beaufsichtigen und überwachen und damit die Kontrolle der Hamas über den Nachschub solchen Materials in den Gazastreifen bricht.